Islamismus vs. Islam

Heutzutage wird von den politisch korrekten Mitmenschen penibel zwischen dem “pösen” Islamismus und dem „guten“ Islam unterschieden.

In der Realität zerfließen die Unterschiede:

Recep Tayyip Erdogan, türkischer Premier, 2008: „Es gibt keinen Islam und Islamismus. Es gibt nur einen Islam. Wer etwas anderes sagt, beleidigt den Islam.

Ein unpolitischer Islam, den es niemals gegeben hat und den es mit einer beachtenswerten religiösen Wirkungsmacht auch gegenwärtig nicht gibt, müßte säkularisiert sein. Das ist nicht zu erkennen, weil die Friedfertigkeit oder auch Liberalität der Muslime, die im Westen, im Haus des Krieges oder im Haus des Vertrages, leben, schlechterdings kein Argument für die Säkularität des Islam ist, sondern Ausdruck der politischen Machtverhältnisse. Überzeugender sagt Hans-Peter Raddatz: “Das Sein des Islam besteht in der Negation des Friedens”. Schon Max Weber hat den Islam als “Kriegerreligion” gekennzeichnet. Der Islam war und ist wesentlich ein Herrschaftssystem, das sich wie alle Herrschaftsformen ideologisch legitimiert. Die religiöse Legitimation hat nicht nur die Jahrhunderte lange Tradition für sich, sondern vor allem die Unwiderlegbarkeit und damit Unkritisierbarkeit der Herrschaft eines Gottes, dessen Allmacht sich in der Herrschaft des jeweils Herrschenden vollzieht.

(Grenzen der Religionsfreiheit am Beispiel des Islam von Prof. Dr. Karl Albrecht Schachtschneider, 2010 Duncker & Humblot GmbH, Berlin, Seite 78–79.)

Zafer Senocak, Berliner Autor: „Der Terror kommt aus dem Herzen des Islam“ (2007):

Auch wenn die meisten Muslime es nicht wahrhaben wollen, der Terror kommt aus dem Herzen des Islam, er kommt direkt aus dem Koran. Er richtet sich gegen alle, die nicht nach den Regeln des Koran leben und handeln, also gegen Demokraten, abendländisch inspirierte Denker und Wissenschaftler, gegen Agnostiker und Atheisten. Und er richtet sich vor allem gegen Frauen.

H. M. Broder in einem 3sat-Interview über Politische Korrektheit (2010):

„Es gibt diese feinfühlige Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus, wobei dann die Frage entfällt, ob das eine mit dem anderen nicht doch etwas zu tun hat, so wie Alkohol und Alkoholismus und Terror und Terrorismus. Man macht es sich einfach. Man kann dann sozusagen von der kleinen radikalen Minderheit sprechen und so tun, als hätten 99 % aller Menschen, die dem Islam angehören, mit dem Islamismus nichts zu tun“

Ergänzung 29.12.: Michael Mannheimer zieht in seinem Essay Islam und Islamismus – Zwei Seiten derselben Medaille namens Islam das Fazit:

„Islamismus“ und „Islam“ sind ein und dasselbe, unterschieden nur in ihrer Geschwindigkeit, mit der sie das Hauptziel ihrer Religion – die Weltherrschaft des Islam – anstreben. Der „Islamismus“ ist lediglich der radikalere, ungeduldigere Zwillingsbruder des „gemäßigten“ Islam und existiert bereits seit den mekkanischen Anfängen der Religion, etwa in Form der Auftragsmorde Mohammeds gegen seine Kritiker. …

Ergänzung 5.1.2012:

Ich lese an anderer Stelle, Islamismus als islamischer Fundamentalismus sei gleichzusetzen mit christlichem Fundamentalismus; Fundamentalismus sei Fundamentalismus.

Dem muss ich entschieden widersprechen. Reiner Fundamentalismus ist an sich wertneutral; es kommt ganz auf’s Fundament an; und da gibt es Unterschiede wie Nacht und Tag:

  • Islamisches Fundament: Koran, Mohammed etc.: Gewalt gegen „Ungläubige“, gegen Frauen und und und …
  • Christliches Fundament: NT, Jesus Christus etc.: Nächstenliebe, sogar Feindesliebe, Selbsthingabe …

Ergänzung 9.1.2012: Michael Mannheimer schrieb bereits Ende Oktober:

Die These eines angeblich “moderaten” bzw. “friedlichen” Islam ist so alt wie der Islam selbst und hat bislang nur den Muslimen gedient, indem sie die Abwehrbereitschaft der “Ungläubigen” entscheidend schwächte.  Alle nichtislamischen Völker, die sich beim Zusammentreffen mit dem Islam auf die These eines “moderaten” Islam stützten, wurden am Ende von diesem gefressen. So wird es auch Europa gehen, wenn es seine Augen dieser größten Bedrohung seiner Geschichte gegenüber nicht endlich öffnet und aufhört, von einem “Euro-Islam” zu faseln. Den wird es nicht geben. …

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2 Antworten zu Islamismus vs. Islam

  1. Marti schreibt:

    Für Professor Tilman Nagel, einer der profiliertesten Islamwissenschaftler Deutschlands, der mehrere Standardwerke geschrieben hat, ist die Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus “ohne Erkenntniswert”. Damit will er sagen, die Unterscheidung ist irrelevant, beides ist das im Endeffekt das Gleiche. Als Professor muss er sich natürlich einigermaßen vorsichtig ausdrücken, daher die Wortwahl.

    Tatsächlich ist es so, dass die sogenannten Islamisten nichts anderes tun, als die klassischen Bestimmungen des sunnitischen Islams umzusetzen. Bei den Schiiten à la Chomeini ist es ganz ähnlich.

  2. Pingback: Islam und Islamismus | Kreidfeuer

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