Mit der Brechzange in die Familien

In einem lesenswerten Gastkommentar auf FreieWelt.net kritisiert Bärbel Fischer die aktuelle Antifamilienpolitik:

Befasst man sich mit den in letzter Zeit immer häufiger und unter fragwürdigen Bedingungen erstellten Studien oder Berichten zur aktuellen Familienpolitik, so stößt man stets auf die unüberhörbare Forderung, veraltete, traditionelle und damit überholte Rollenmuster müssten „aufgebrochen” werden. Streng nach den Vorgaben des Gender-Mainstreamings soll künftig eine traditionelle Rollenverteilung in der Gesellschaft nicht mehr geduldet werden.

Hier sei jedoch die Frage erlaubt, was als veraltet und überholt zu gelten hat, und wer das Recht hat, darüber zu entscheiden, wie sich eine Gesellschaft/Familie organisiert. Die andere Frage lautet, ob das vielgepriesene Aufbrechen tradierter Rollenmuster nicht als bloßer Vorwand dem alleinigen Zweck dient, Mütter an die Arbeitsfront zu zwingen.

Aufbrechen?

Diebe verschaffen sich unerlaubt Zutritt in die Privatsphäre des Opfers und brechen Schlösser, Türen, Fenster oder einen Tresor auf. Vor dem Bruch sind Fenster, Türen und Schlösser noch völlig intakt und erfüllen ihre je eigene Aufgabe, nach dem Bruch allerdings sind sie so beschädigt, dass sie unbrauchbar geworden sind. Zum Aufbrechen braucht man Werkzeuge. Mit bloßen Händen schafft man einen Bruch nicht, da braucht es schon Gewalt. Wozu macht sich der Einbrecher mit dem Aufbruch solche Mühe? Er will aus dem Haus, dem Schrank, dem Tresor Wertsachen herausholen und an sich bringen. Dem Bestohlenen fehlt nach der Tat das entwendete Geld, der wertvolle Schmuck, das geliebte Kunstwerk. Das Opfer fühlt sich betrogen, verarmt, hereingelegt.

Auch wenn Vergleiche immer ein wenig hinken, so geschieht beim „Aufbrechen traditioneller Rollenmuster” nichts anderes als bei einem Einbruch. Wie ein Einbrecher dringt der Staat unbefugt in private Abmachungen von Eheleuten/Eltern und in die familiäre Rollenverteilung ein und maßt sich an, sich hier bedienen zu dürfen.

Mit welchen „Werkzeugen” will der Staat den Aufbruch der traditionellen Rollenmuster bewerkstelligen? Am besten geht das über finanzielle Kürzungen und überhöhte Abgaben.

Da hat sich der Gesetzgeber einen ganzen Werkzeugkasten voller Hebel und Stemmeisen besorgt, wie

• Niedriglöhne
• Sozialabgaben vom Brutto ohne die Berücksichtigung der Existenzminima der Angehörigen
• Volle Mehrwertsteuer auf Kinderkonsum, pro Kind mtl. ca. 180 Euro
• Streichung des zweijährigen Erziehungsgeldes ab 2007
• Elterngeld nach Maßgabe der Höhe des vorgeburtlichen Einkommens. Mütter ohne Einkommen vor der Geburt weiterer Kinder müssen sich mit dem Mindestsatz von 300 Euro abfinden. Damit verstößt der Staat selbst gegen das Gleichheitsgesetz Art. 3 GG.
• Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für unter Dreijährige
• Wegen fehlender (Familien)zeiten in der Erwerbsbiografie droht den Müttern Altersarmut. Anstatt aber zu drohen, ließe sich durch eine rentenwirksame Anerkennung von Familienleistung dieses Problem sofort aus der Welt schaffen, wenn man nur wollte.

Alle diese Maßnahmen reichen den linken Parteien aber immer noch nicht aus, um Frauen/Männer aus den tradierten Rollenmustern zu hebeln (sie nennen das „Befreiung”!). Daher wollen sie demnächst mit der Brechzange anrücken (sie nennen das Vermeidung von „Fehlanreizen”!). Nicht mehr tabu sind:

• Pläne zur Abschaffung des Ehegattensplittings. Bei einem künftigen Familiensplitting sollen zwar die Kinder der Familie, nicht aber die erwerbslosen Mütter/Väter berücksichtigt werden. Damit sind beide Eltern quasi zum Erwerb gezwungen.
• Pläne zur Abschaffung der so genannten „beitragsfreien Mitversicherung” erwerbsloser Familienangehöriger, wobei dieser Terminus unlogisch ist, weil ja der Lohn- oder Gehaltsempfänger sein Einkommen mit der Familie teilt, und jeder sich de facto für seinen Anteil selbst versichert. Die Botschaft heißt: Ohne Erwerb keine soziale Absicherung. Also ab in den Betrieb!
• Geplante Kürzung der Elternzeit von drei auf zwei, bzw. ein Jahr. Damit zwingt der Staat die Familien zur Fremdbetreuung der Kinder, auch gegen den Willen der Eltern. Ein glatter Verstoß gegen Artikel 6 GG und Artikel 9 der UN-Charta der Kinderrechte, wonach Kinder nicht gegen ihren Willen von den Eltern getrennt werden dürfen.
• Geplante Verweigerung des Betreuungsgeldes (Stundenlohn ca. 35 Cent ) für selbst erziehende Eltern.

Was will der Staat den Familien rauben? Was bekommt er nicht freiwillig ausgehändigt? Welche Werte will er einsacken? Es ist die Autonomie der Eltern, ihre Zeit und Arbeitskraft, das Vertrauen und die Prägung der Kinder. Kurz, alles will der Staat haben, was sich bisher seiner gierigen Einflussnahme entzieht.

Was geht bei dem Gewaltakt alles zu Bruch? Den Familien fehlt die gemeinsame Zeit, der Blickkontakt, das Gespräch, die Solidarität. Den Kindern fehlt die stete Präsenz der Mutter, ihre Zuwendung, ihr Trost und der gemeinsame Familientisch. Den Eltern fehlt die Kommunikation, ihre Verantwortung und Selbstbestimmung, den Müttern fehlt die soziale Absicherung.

Was bleibt am Ende übrig? Ein ideologischer Scherbenhaufen, der sich früher mal Familie nannte. Was früher intakt war, funktioniert nicht mehr. Aber anders als Fenster, Türen und Schlösser lassen sich Kinder, Väter und Mütter nicht auswechseln oder reparieren.

Nun gibt es zwar Leute, die dem Staat Tür und Tor öffnen und herausgeben, was er verlangt. Aber andere wollen unbeschadet autonom bleiben. Sehr kreativ ist die Politik, wenn es darum geht, Frauen ihre traditionelle Mutterrolle zunichte zu machen. Alternative Vorschläge wie das „Erziehungs-und Pflegeeinkommen” (ÖDP, vffm) werden einfach ignoriert. Denn Kindes- und Familienwohl stehen längst nicht mehr auf der Agenda unserer Bundespolitik. Die Devise heißt heute „Arbeitsmarktverwertbarkeit”. Großartiges hat auf diesem Gebiet Frau Ursula von der Leyen geleistet. Sie wird als die große Magierin der Entfamilisierung in die Geschichte eingehen. Etwas zurückhaltender agiert Frau Kristina Schröder, aber auch sie wird dem ideologischen Gendertreiben kaum Einhalt gebieten können.

Original: Familiengerechtigkeit-rv.de  (12.3.)

Dazu ein bemerkenswerter Kommentar von Michael Gaese, 27.04.2012, den ich mir ebenso ungekürzt zu übernehmen erlaube:

Es zeigt sich langsam, aber sicher, dass die BRD nicht die DDR, sondern die DDR die BRD übernommen hat. Wir haben Parteien (alle im Bundes-/Landtag vertretenen), die sich vom Willen des Wählers völlig losgelöst haben. Die Politiker handeln nach ihrem Willen, wie in der DDR. Diese Leute bestimmen, was richtig, was falsch ist. Die Medien, vor allem die öffentlich-rechtlichen, durchsetzt von denselben Politikern, berichten somit auch entsprechend.

So ist völlig klar, das bei 1,3 Kindern pro Frau die deutsche Gesellschaft ausstirbt. Und dennoch wird dieser Umstand in der politischen Öffentlichkeit nicht wirklich diskutiert. Die Deutschen sterben aus, denn betrachtet man die tatsächlichen Zahlen der Geburten, so sind es im wesentlichen Menschen mit Migrationshintergrund, die den Geburtenschnitt noch deutlich anheben. Liest man die Aussagen so mancher vor allem Grüner/Linker Politiker, so muss man annehmen, das ist auch genau so gewollt. Die Zerstörung der Familie ist also Programm, denn diese Grün/Linke Denkweise hat in allen Parteien Einzug gehalten. Die Antriebe, diese (deutsche) Gesellschaft zu zerstören, mögen unterschiedlich sein; glaubt man der Wissenschaft, haben die “68er” ihr Ziel erreicht, denn das lässt sich nicht mehr umkehren.

Ich denke da anders. Ich denke, vor allem die Änderung der sozialgetragenen kinderunabhängigen Rente dürfte sehr schnell zur Umkehr führen. Die Rentenleistungen sollten im wesentlichen an der Anzahl der Kinder ausgerichtet werden. Ich denke, es sollte generell nur minimale staatliche Rente gezahlt werden. Ausnahmen für Zeugungsunfähige sollte es geben können, und in der Weitsicht sollte die Zahl der Kinder mit Wirkung auf die Rente entsprechend anpassbar sein (China-Überbevölkerung). Das verstehe ich als vernünftige Familienplanung. Heute wird belohnt, wer keine Kinder hat und viel eingezahlt hat. Das ist im Grundsatz falsch und sogar dumm, denn man bekommt ja in der Schule gelehrt: Die Kinder von heute zahlen die Renten von heute. Jeder dieser armseligen Politiker weiß, dass das System so nicht funktioniert. Die richtigen Schlüsse daraus ziehen können oder wollen diese Leute nicht.

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4 Antworten zu Mit der Brechzange in die Familien

  1. kleedorfer schreibt:

    Stundenlohn der Mutter

    Eine Mutter kommt spät von der Arbeit nach Hause. Ihr 5 jähriger Sohn ist noch wach und wartet auf sie an der Tür.

    Sohn: „Mama, darf ich Dich was fragen?“

    Mutter: „Ja natürlich mein Sohn.“

    Sohn: „Mama, wie viel verdienst Du in der Stunde?“

    Mutter, etwas verärgert: „Das musst Du doch nicht wissen, warum stellst Du überhaupt so eine Frage?“

    Sohn: „Ich möchte das unbedingt wissen, bitte sag mir wie viel Du in der Stunde verdienst.“

    Mutter: „Wenn Du das unbedingt wissen musst, Ich verdiene etwa 15 Euro in der Stunde.“

    Sohn: „Oh, das ist aber viel. …. Mama, kannst Du mir bitte 4 Euro borgen?“.

    Mutter, ärgerlich: „Deine Frage ist so eigensinnig. Wenn Du nur wissen willst was ich verdiene um Geld auszuborgen finde ich das unerhört. Du hast schon so viele Spielsachen, was willst Du denn noch kaufen.“

    Der Junge senkt sein Gesicht und geht traurig ins Zimmer.

    Nach dem Duschen hat sich die Frau etwas beruhigt. Erst jetzt bemerkt sie dass sie ihren Sohn nicht einmal gefragt hat wofür er das Geld brauchen würde. Vielleicht möchte er wirklich was Sinnvolles kaufen, vielleicht ein Geschenk für eines der Nachbarkinder.

    Vorsichtig öffnet sie die Tür zum Kinderzimmer. „Schläfst Du schon“ fragt sie ihren Sohn jetzt mit sanfter Stimme.

    „Nein“ sagt der Junge, „ich bin noch wach und überlege wo ich die 4 Euro verdienen könnte.“

    Mutter: „Entschuldige bitte, ich war vorher etwas ungeduldig, so kurz nach der Arbeit. Hier hast Du von mir die 4 Euro die Du ausborgen wolltest.“

    Jetzt strahlt der Junge übers ganze Gesicht, holt unter seinem Bett ein Schachtel hervor, worin noch weitere 11 Euro zum Vorschein kommen.

    Als die Mutter sieht dass der Junge bereits Geld hat wird sie fast wütend. „Wozu brauchst Du Geld wenn Du schon soviel davon hast?“

    „Weil ich noch nicht genug hatte“ sagt der 5 jährige schnell, um einen Wutanfall der Mutter zu verhindern.

    „Mama“ sagt der Junge ruhig aber bestimmt, „darf ich eine Stunde Deiner Zeit kaufen. Bitte komm morgen um eine Stunde früher nach Hause, ich möchte mit Dir zu Abend essen.“

    Wie nach einer erfolgreichen Gehaltsverhandlung reicht der Junge stolz seiner Mutter die 15 Euro.

    Der Mutter kommen die Tränen, schluchzend nimmt sie ihren Sohn in den Arm und bittet ihn um Vergebung.

    (Diese Geschichte soll uns daran erinnern wie wichtig es ist Prioritäten zu setzen. Wir sollten nicht die Zeit durch unsere Finger laufen lassen, ohne Zeit mit den Menschen zu verbringen, denen wir am Wichtigsten sind.

    Wenn wir morgen sterben, können wir in unserem Betrieb innerhalb ein paar Tagen ersetzt werden. Aber die Familie und Freunde die wir zurück lassen würden uns ihr Leben lang vermissen.)

    Aus dem Englischen übersetzt von Leopold Kleedorfer. Leider keine weiteren Quellenangaben vorhanden.

  2. Pingback: Blog » Blog Archive » Familienpolitik

  3. Pingback: Eine kleine Geschichte zum Muttertag | Elterninitiative für Familiengerechtigkeit

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