JF: Sarrazin attackiert Schäuble (23.7.):
Ex-Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) für dessen Verhalten in der Euro-Krise scharf kritisiert. Als Finanzminister sei Schäuble eine Fehlbesetzung.
Der frühere Berliner Finanzsenator und Ex-Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) für dessen Verhalten in der Euro-Krise scharf kritisiert. Er habe das Gefühl, die Mehrheit der Politiker erfasse die aktuellen Probleme nicht in ihrer ganzen Dimension.
Schäuble, als einer der zentralen Akteure, gebe sich wie eh und je und predige dasselbe wie in den neunziger Jahren, sagte Sarrazin im Interview mit finanzen.net. „Der ist ein Kind der fünfziger Jahre und glaubt tief an die Notwendigkeit der europäischen Integration und an die Überwindung der Nationalstaaten. Dafür sieht er den Euro als zentral an. Die riesigen Kosten dafür scheint er aber genauso in Kauf zu nehmen, wie ein Feldherr unter Friedrich II. in Kauf genommen hat, daß in einer Schlacht 30 Prozent seiner Soldaten fielen. Für mich ist er eine Fehlbesetzung als Finanzminister in der heutigen Zeit.“ …
Aus demselben Interview http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Euro-Interview-Exklusiv-Sarrazin-Finanzminister-Schaeuble-ist-eine-Fehlbesetzung-1948443 zu den “Vorteilen” des Euro:
… Ich redete mir ein, dass dieses historisch einmalige Projekt einer gemeinsamen Währung unter diversen Bedingungen gelingen könnte — und zwar ohne politische Union. Da habe ich mich vom Mainstream in der Politik mitreißen lassen. Jetzt muss ich feststellen, dass die damaligen Annahmen völlig utopisch waren. Ich habe die offiziellen volkswirtschaftlichen Statistiken der vergangenen zwei Dekaden analysiert. Ergebnis: All die behaupteten Vorteile des Euro für Deutschland gibt es nicht. Das ist empirisch belegbar. …