Schüller: Aufruf zum Ungehorsam

Im Vorfeld des Weltjugendtages und auch des Papstbesuches in Deutschland lancierte Pfarrer Schüller als Vertreter einer Pfarrerinitiative einen Aufruf zu offener Rebellion gegen die römisch-katholische Kirche. Er genießt zwar vollen Flankenschutz durch Paul Zulehner und Konsorten und die Systemmedien, hat aber auch schon Probleme mit Mitgliedern seines Vereins, die sich durch sein Vorgehen und wegen mangelnder Abstimmung vor den Kopf gestoßen fühlen und sich absetzen. Während ED-Wien-Sprecher Michael Prüller beschwichtigte und zur Deeskalation aufrief, fand Kardinal Schönborn bei einer Katechese in Madrid  recht katholische Worte.
Mit Blick auf die an ihrer Priesterberufung (ver)zweifelnden Rebellen bekräftigte er die Unumstößlichkeit des priesterlichen Zölibats als konstitutionelles Element des Priestertums:

„Ich habe auch einen ganz einfachen Grund dafür. Jesus, hat für sich diese Lebensform gewählt. Ich glaube, es ist richtig, es ist sinnvoll, daß die römisch-katholischen Priester in dieser Weise Jesus nachfolgen. Ich weiß, es ist nicht einfach. Ich sage manchmal zu Jesus: Du bist wahrer Mensch. Du bist Mann, Du bist als Mann auf die Welt gekommen, als jüdischer Mann. Du bist Mann gewesen, auch in Deiner Sexualität. Herr, zeige mir, wie hast Du das gelebt? Ich kenne keinen Menschen, der einen so tiefen und so wunderbaren Umgang mit Menschen gehabt hat, auch mit Frauen, wie Jesus.“


Ergänzung
22.8.:
‚Ungehorsam‘: Forderungen für Heiligenkreuzer Altabt ‚falscher Weg‘
Gregor Henckel-Donnersmarck im „Kurier“-Interview: Standpunkte
aufgeben, um Menschen zu halten, ist „nicht richtig“.

Ergänzung 23.8.:
Empfehlung: Auf Puls 4 fand am 22.8. eine interessante Konfrontation zwischen Pfarrer Helmut Schüller und DiePresse-Chef Michael Fleischhacker einerseits und Bischof Andreas Laun und CPÖ-Chef Gehring andererseits statt. Aus meiner Sicht wurde das Duo Schüller/Fleischhacker samt Moderatorin von Laun/Gehring ordentlich in die Mangel genommen. Auch etliche Publikumsmeldungen und vor allem die einführenden Worte durch Herrn Fuchs dürften nicht im Sinne der Kirchenrebellenvertreter gewesen sein. Bloß Ex-Priester Richard Picker polemisierte aggressiv pro Pfarrerinitiative.
http://www.puls4.com/video/austrianews/play/1317119           1/2
http://www.puls4.com/video/austrianews/play/1317117           2/2

Ergänzung 4.9.:
Andreas Unterberger: Wer will eine Schüller-Kirche?
Bei dieser SN-Kontroverse mit Katharina Krawagna-Pfeifer ist mir aufgefallen, dass bei der zugehörigen Abstimmung der Stand am heutigen Sonntag-Nachmittag ungefähr 7xx zu 4xx zugunsten Unterbergers lag und jetzt am Abend gegen 20 Uhr plötzlich 734 zu 734.

Ergänzung 5.9.:

In einem Interview im steirischen Weekend-Gratismagazin vom 2./3. September zieht Helmut Schüller einen m.E. ungeheuerlichen Vergleich:

… Dann kann es ziemlich schnell gehen. Niemand hat im Sommer 1989 vorausgesehen, dass Europa im Spätherbst völlig anders aussehen wird. Warum soll das in der Kirche nicht auch ganz schnell gehen? Vielleicht innerhalb von Monaten.

Die RKK in einem Atemzug mit dem totalitären kommunistischen Ostblock zu nennen ist für mich absolut vermessen. An anderer Stelle gibt Schüller zu:

… Junge Geistliche sind momentan überwiegend gegen Reformen. Im Gegenteil: Sie sagen uns Alten, dass unsere Fragen nicht zulässig sind.

Ich meine, die Fragen sind wohl zulässig, aber großteils beantwortet; doch die Verleitung zum Ungehorsam ist sündhaft und widerkatholisch.

Ergänzung 8.9.:
Bischof Kapellari verordnet den Rebellen eine Fastenkur:
http://www.sonntagsblatt.at/?d=beten-fasten-teilen

Ergänzung 15.9.:
Kath.net: Kirchenreform: Missionarische Zellen versus Strukturkonservatismus: Der Wiener Kardinal Schönborn über zwei Ansätze zur Kirchenreform: Sein eigener ist missionarische Reform von kleineren geistlichen Zentren aus. Der andere sei „strukturkonservativ“: weltkirchliche Regeln ändern, um bestehende Strukturen zu halten.

Ergänzung 18.9.:

Kath.net: Als der Altabt von Heiligenkreuz Helmut Schüller entzauberte  (16.9.) ORF-Fernseh-Showdown zwischen dem Heiligenkreuzer Altabt Henckel Donnersmarck und Helmut Schüller

Kath.net: Römisch-katholische Kirche muss den Weg der Reform mit dem Papst gehen (16.9.)
„Ich hoffe und vertraue auf die Brücke des Gesprächs, das hat immer noch am besten funktioniert. Durchs Reden kommen die Leute zusammen“, sagte der Wiener Erzbischof am Freitagabend in der ORF-Sendung „Zeit im Bild 2“.

http://www.kathtube.com/player.php?id=23075
Kardinal Schönborn in der ZIB 2 vom 16. Sept. zur Pfarrerinitiative

Ergänzung 21.9.:
Kardinal Schönborn kommt immer mehr in Fahrt:
Kath.net: Schönborn über Ungehorsam: Dafür stehe ich nicht zur Verfügung! Der Wiener Erzbischof in „News“ über „theologisch ziemlich schlamperte“ Formulierungen der Pfarrerinitiative und Missstände in der EU – „Vielleicht braucht es manches Mal einen ordentlichen Crash“ zur Katharsis

Ergänzung 7.10.:
Kath.net: Pater Karl Wallner über Ungehorsamsaufruf: Ich bin todunglücklich
Pater Karl Wallner im Interview über das Herz des Christentums, die Ehe, die Effizienz unserer Sakramentenpastoral und den „Aufruf zum Ungehorsam“.

Auch in Deutschland übt man den „offenen Ungehorsam“:
http://www.medrum.de/content/katholische-frauengemeinschaft-plebiszit-gegen-wahrheit-christi
Forum Deutscher Katholiken weist „offenen Ungehorsam“ in Fragen der Gültigkeit des Ehesakramentes zurück.

Ergänzung 5.11.:
Für die Systemmedien ist Schüller ein gefundenes Fressen:
Schüller mahnt Kirchenreformen ein

 … Abschaffung des Zölibats, Wiederverheiratung Geschiedener oder die Aufnahme von Frauen ins Priesteramt, das sind einige der zentralen Forderungen der österreichweiten Pfarrer-Initiative. Und auch bei seinem Vortrag in der restlos gefüllten St. Anna-Kirche in Graz-Gösting erntete Helmut Schüller minutenlangen Applaus.

Und das alles in einer römisch-katholischen Kirche.

Ergänzung 6.11.:
Kleine Zeitung, einst katholisch: Ungehorsam ja, aber abgestuft

Ergänzung 7.11.:
OÖN: Reformer erhöhen den Druck auf die Bischöfe
Kleine Zeitung: Pfarrerinitiative bleibt weiterhin „ungehorsam“: „… Insgesamt hatten 81 Mitglieder – Priester und Diakone – an der Versammlung teilgenommen…“

Kath.net: Linzer Ungehorsams-Treffen ohne ‚Bischöfin‘ Lumi

Ergänzung 8.11.:
Kath.net wirft Zulehner-Studie Tendenziosität vor.

Ergänzung 11.11.:
Kath.net dokumentiert die Stellungnahme der Bischofskonferenz
Bischofsvikar Helmut Prader: Zulehners Suggestivfragen waren nicht seriös
Tagespost-Korrespondent Stephan Baier: 560 Priester sollen Zulehner-ORF-Umfrage abgelehnt haben

Giuseppe Nardi von Katholisches.info über die Kirchenrebellion.

Ergänzung 14.11.:

Die ORF-Diskussionssendung Im Zentrum vom 13.11.2011 über den „Pfarreraufstand“ halte ich für sehenswert. Besonders Christoph Zellenberg überzeugte, u. a. durch seinen Nachweis der Mangelhaftigkeit der Zulehner-Studie.
(Aufzeichnung eine Woche verfügbar.)

Weitere Teilnehmer:
Peter Schipka, Generalsekretär Bischofskonferenz
Ewald Stadler, Nationalratsabgeordneter BZÖ, „wehrhafter Christ“
Gerald Gump, Pfarrer in Schwechat, Pfarrer-Initiative
Anja Appel, Generalsekretärin katholische Frauenbewegung, pro PFI

Eine recht herzhafte Kritik dieser verhinderten ORF-Propagandasendung findet man bei Bellfrell.
Kath.net bringt eine gute Zusammenfassung: Als der ORF den Zulehner-Joker zog

Kathtube hat die Sendung gespeichert: kathTube: ORF-SENDUNG Pfarrer-Aufstand – Kommt es zur Kirchenspaltung – Mit Christof Zellenberg

Ergänzung 25.11.:

Laut Professor Wolfgang Waldstein haben sich die Initiativpfarrer selbst exkommuniziert:

Der international renommierte Salzburger Rechtsgelehrte Professor Dr. Wolfgang Waldstein sagte der „Tagespost“, dass nach dem Kirchenrecht die Mitglieder der sogenannten österreichischen Pfarrer-Initiative exkommuniziert sind. Waldstein ist einer der führenden Fachleute für Römisches Recht und Naturrecht und kennt das Kirchenrecht. Nach seiner Auffassung sind durch die Aussagen und Handlungen der Priester dieser Gruppe die Tatbestände des Canon 751 und 1364 §1 gegeben. Damit haben sich diese Pfarrer selbst durch ihre Handlungen die Strafe der Exkommunikation zugezogen und gehören einer Sekte an. …

Währenddessen erwählt sich der „Göstinger Kreis“ Helmut Schüller zu seinem „Herzbischof“ — natürlich für die ganze Diözese:

… „Wir wünschen uns einen mutigen, volksnahen Bischof, einen Brückenbauer, jemanden, der die Zeichen der Zeit erkennt und Erfahrung in der Pastoral hat“, formuliert etwa Pfarrer Karl Niederer vom Göstinger Kreis. Der erste konkrete Vorschlag: Pfarrer Helmut Schüller „als Synonym für eine offene Kirche“. …

Ergänzung 4.12.: Altbischof Reinhold Stecher schlägt sich auf die Seite der Aufständischen.

Erzbischof Alois Kothgasser knöpft sich Salzburger Priester vor:

… Die Katholische Männerbewegung Österreichs wünscht sich … den Salzburger [Pfarrer Andreas] Jakober aus St. Gilgen (Flachgau) als geistlichen Assistenten.

Es wäre üblicherweise eine Formsache: Von der Jungschar bis zur katholischen Frauenbewegung haben Laienbewegungen in der Kirche einen Priester als geistlichen Begleiter. Der jeweilige Vorstand sucht einen Priester, und wenn dieser bereit ist, wird er vom zuständigen Bischof bestätigt…

Der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser hat Bedenken: „Für mich ist es eine schwerwiegende Sache, wenn jemand eine leitende Position einnehmen soll und öffentlich dazu steht, dass er diesen Aufschrei – möchte ich fast sagen – zum Ungehorsam bestätigt.“

… ORF-Redakteurin Elisabeth Mayer fragte den Erzbischof, ob es in der Bischofskonferenz beschlossen worden sei, dass es einen „Karrierestopp“ für ungehorsame Priester geben soll?

Kothgasser betont, das sei nicht der Fall: „Überhaupt nicht. Allerdings, wer diesen Aufruf als Priester unterstützt, der muss mit einem Gespräch mit dem Erzbischof rechnen – mit offenem Ausgang.“

Nachtrag 6.12.: Verhinderter Weihbischof Wagner spricht von einem Skandal (9.9.)

Ergänzung 6.12.: Der Vorarlberger Diözesan-Administrator Benno Elbs hält eine Androhung disziplinärer Konsequenzen für den Dialog nicht für hilfreich.

Nachträge 5.1.2012:

8.11.: ORF: Pfarrer-Initiative erhält Herbert-Haag-Preis 2012:

… Die Stiftung für Freiheit in der Kirche zeichnet jährlich Personen und Institutionen aus, die sich durch freie Meinungsäusserung oder mutiges Handeln in der Christenheit exponiert haben. Zum Stiftungsrat gehören Professor Hans Küng (Präsident), Dr. Erwin Koller und Herbert N. Haag. 2011 wurden in Wien der österreichische Bibelwissenschafter Walter Kirchschläger und die tschechische Untergrundkirche ausgezeichnet.
(Herbert-Haag-Stiftung für Freiheit in der Kirche)

Der Prager Weihbischof Vaclav Maly hatte die Auszeichnung 2011 ausgeschlagen. Er sah in der Preisverleihung „auch einen Protest gegen ´Rom´“ und verzichtete daher auf eine Teilnahme.

13.12.: ORF: Pfarrer-Initiative kündigt Info-Offensive für 2012 an:

… Was die Androhung von Konsequenzen von Seiten der Bischofskonferenz betrifft, so macht sich der Obmann der Pfarrer-Initiative offenbar nach wie vor keine Sorgen. „Ich habe nichts mehr davon gehört. Das bedeutet eine große Genugtuung.“

Ergänzung 24.1.2012: Helmut Schüller auf dem Weg zur Welteinheitsreligion: Helmut Schüller will seine Initiative noch heuer zu einem internationalen Netzwerk ausbauen:

„2012 wird sicher das Jahr der Internationalisierung sein“, stellt Schüller in Aussicht. Schon jetzt komme Unterstützung für die österreichischen Reformer aus aller Welt. Solidaritätserklärungen würden von deutschen Pfarrern bis hin zu australischen Bischöfen einlangen, französische Priester hätten für die österreichische Pfarrerinitiative sogar eine eigene Homepage eingerichtet. Schüller will mehr: „Wir schauen, ob wir uns nicht auf internationaler Ebene zusammentun können.“

Ergänzung 5.2.2012:

Nein, Nein, Nein

… Kardinal Schönborn meint zur neuesten Erklärung der antirömischen „Pfarrer-Initiative“, dass diese der Versachlichung diene – „Auch wenn wir uns nach wie vor in den Lösungsansätzen unterscheiden, sehe ich eine konstruktive Gesprächsbasis“ …

… Die „Pfarrerinitiative“ hatte in dem Text unter anderem mitteilen lassen, dass man ein Nein dazu aussprechen werde, zusätzliche Pfarren zu übernnehmen, „weil uns das zu reisenden Zelebranten und Sakramentenspendern macht, denen die eigentliche Seelsorge entgleitet“. Außerdem sage man Nein zu immer mehr Eucharistiefeiern am Wochenende, „weil so die vielen Dienste und Predigten zu oberflächlichem Ritual und allzu routinierter Rede werden, während Begegnung, Gespräch und Seelsorge verkümmern“.

In einem dritten „Nein“ geht es dann um die Zusammenlegung von Pfarren, wenn sich kein Pfarrer mehr finde. „Hier wird der Mangel zum Gesetzgeber erhoben, statt dem Mangel durch die Änderung unbiblischer Kirchengesetze abzuhelfen. Das Gesetz ist für den Menschen da – und nicht umgekehrt. Gerade das Kirchenrecht hat den Menschen zu dienen“, heißt es wörtlich.

Ein weiteres „Nein“ lautet: „Wir sagen NEIN wenn das Kirchenrecht ein allzu hartes und unbarmherziges Urteil spricht: über Geschiedene, die eine neue Ehe wagen, über gleichgeschlechtlich Liebende, die in Partnerschaft leben, über Priester, die am Zölibat scheitern und deshalb eine Beziehung eingehen – und über die Vielen, die ihrem Gewissen mehr gehorchen als einem von Menschen gemachten Gesetz“.

Wolfgang Waldstein, Mitglied der Päpstlichen Akademie für das Leben, hatte zuvor die österreichischen Bischöfe wegen der „Pfarrerinitiative“ kritisiert und gemeint: „Auch bei Martin Luther war die Hilflosigkeit der damaligen Bischöfe maßgeblich für die Ausbreitung des Flächenbrandes“.

Ergänzung 27.2.2012:

In einem Gastkommentar für Kath.net legt Dariusz J. Olewinski, Priester der Erzdiözese Wien, eine aktuelle Bestandsaufnahme und Analyse der Pfarrer-Initiative vor: Die ‚Theologie‘ der ‚Pfarrer-Initiative‘

Siehe auch: https://kreidfeuer.wordpress.com/2012/02/07/regensburger-bischof-geisselt-schuellers-pfarrer-initiative/

Ergänzung 18.3.2012:

Kath.net: Bischof Kapellari warnt vor Gefährdung der Einheit der Kirche

Grazer Bischof kritisiert im Fastenhirtenbrief Versuch der ‚Pfarrerinitiative‘, ‚eigenmächtig das Steuerrad des Schiffes Kirche ergreifen zu wollen‘: Das führt zur Spaltung oder ist schon Spaltung, hier droht ein Weg in eine Sackgasse …

Ergänzung 14.4.2012:

http://www.katholisches.info/2012/04/14/bei-osterreichs-kirchenrebellen-liegen-die-nerven-blank-weg-ins-sektenabseits-unumkehrbar/:

Die Fahrtgeschwindigkeit ins Abseits bläst den Heizers, Hurkas, Schüllers und Kaspars immer stärker um den Kopf. Und sie nehmen dies durch noch mehr Unruhe wahr. Die Tatsache, daß Rom in der Substanz zeitlos denkt, während die rebellischen Promotoren einer „anderen Kirche“ in ihrem Lebensalter rechnen, erzeugt eine Dynamik der Ungeduld, die unschwer absehbar bei letzteren zum „Crash“ gegen die Wand führen wird. Ausgenommen, ihnen gelingt noch rechtzeitig mit Hilfe des Heiligen Geistes die Abkehr von ihrem Irrweg, der de facto bereits durch die Wüste des Schismas führt und – noch schlimmer – mit Häresien gepflastert ist. Wer bohrt, wird schnell fündig. Hochmütige Selbstüberschätzung macht bekanntlich blind. Die Kirchenrebellen liefern ein anschauliches Beispiel dafür.

Die Frage wird demnach nur sein, wie viel Schaden sie der Kirche, anderen Menschen und nicht zuletzt sich selbst zuzufügen vermögen. Zu den vorrangigen Aufgaben der Bischöfe gehört es, die ihnen anvertraute Herde zu führen und zu schützen und um jedes Schaf zu ringen. Es geht um das ewige Seelenheil. Diese Dramatik wieder zu vergegenwärtigen, dürfte die größte Herausforderung der Zeit sein. So vermißt man die pastoralen Einzelgespräche der zuständigen Bischöfe mit den Rebellen, die durchaus mit väterlichen Disziplinarmaßnahmen verbunden sein können. …

Ergänzung 18.4.2012:

http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/panorama/chronik/451212_Vatikan-will-nicht-mit-Pfarrerinitiative-sprechen.html

Der Vatikan lehnt einen direkten Dialog zwischen der österreichischen Pfarrerinitiative und Papst Benedikt XVI. ab. Laut Vatikan-Sprecher Federico Lombardi handle es sich um ein „Pastoralproblem“, und es sei Aufgabe der österreichischen Bischöfe und Bischofskonferenz, diesen Dialog zu führen. „Das ist der normale Weg“, sagte Lombardi vor österreichischen Journalisten in Rom. Der Papst hatte am Gründonnerstag Kritik an der Pfarrerinitiative und deren „Aufruf zum Ungehorsam“ geübt. „Ist Ungehorsam wirklich ein Weg?“, so der Papst. Von Kirchenrebell Helmut Schüller war dies als Aufforderung zum Dialog missverstanden worden. …

Ergänzung 23.4.2012:

Siehe https://kreidfeuer.wordpress.com/2012/04/23/hans-kueng-ungehorsam-ist-der-bessere-gehorsam/

Nuntius Zurbriggen verurteilt Ungehorsams-Initiative:

… Gleichzeitig erteilte er eine Absage an „ortskirchliche Sonderwege“ angesichts pastoraler Herausforderungen. Klare Worte fand Nuntius Zurbriggen zur aktuellen kirchlichen Situation, indem er sagte: „Auf dem Ungehorsam, der von der Gemeinschaft der Kirche wegführt, liegt kein Segen.“

Ergänzung 8.5.2012: Kardinal Koch auf Distanz zu österreichischen Rebellen – Sind Schüller & Co. bereits exkommuniziert?

Ergänzung 29.5.2012: Kardinal Schönborn kündigt Entscheidung an:

Das von der Pfarrer-Initiative angesprochene Anliegen einer Liberalisierung der kirchlichen Lehre sei jedenfalls nicht der Weg zur Füllung leerer Kirchen, betonte der Erzbischof. Interessant sei, dass man sowohl in der Bewegung „Wir sind Kirche“ als auch in der „Pfarrer-Initiative“ praktisch keine jungen Priester finde: „Es gibt eine gewisse Nostalgie im älteren Klerus, indem einige seiner Vertreter ernsthaft glauben, die Kirche müsste nur ein bisschen liberaler sein. Sie, oft sehr engagierte Priester, glaubten: Die Kirche wird sich wieder füllen, die Akzeptanz der Kirche wird wie in den 1950er- oder 1960er-Jahren sein. Ich halte das für einen Traum, für eine Illusion.“ Man müsse „Ja zur heutigen, säkularisierten Situation sagen“.

Den „Aufruf zum Ungehorsam“, der aus der Pfarrer-Initiative gekommen sei, und dessen kritische Behandlung in der Gründonnerstagpredigt des Papstes habe eine Verschärfung herbeigeführt, stellte Schönborn fest: „Als der Aufruf zum Ungehorsam veröffentlicht wurde, haben wir gesagt: das Wort Ungehorsam kann nicht bleiben, denn man kann kirchliches Leben nicht auf der Basis von Ungehorsam aufbauen. Wir haben noch keine Sanktionen ergriffen, weil wir nach wie vor an die Möglichkeit des persönlichen Dialogs glauben. Aber wir haben auch klar gesagt: Ihr müsst euch entscheiden. Einige haben uns kritisiert, weil wir zu geduldig sind. Ich stelle mir selbst die Frage. Aber Gott ist unendlich geduldig. Allerdings gibt es die Gefahr, dass Verwirrung für die Gläubigen entsteht. Deshalb ist es jetzt, glaube ich, an der Zeit, dass es zu einer Entscheidung kommt.“

Ergänzung 8.6.2012: Ägidius Zsifkovics: Ungehorsams-Aufruf widerspricht kirchlichem Dienst

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2 Antworten zu Schüller: Aufruf zum Ungehorsam

  1. Carolus schreibt:

    @marainne (sic) von buseck 10.4. 13:17
    Für antikatholische Propaganda geb ich meinen Blog nicht her. Wenn auch der eine oder andere Gedanke diskussionswürdig ist, bitte ich Sie, anderweitig zu posten.
    Nix für ungut.

  2. Pingback: Helmut Schüller fordert Anerkennung der „Homo-Ehe“ | Kreidfeuer

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