Globalismus: eine linke Ideologie

JF-Chef Dieter Stein stellt in seinem Streiflicht-Artikel Mit dem Latein am Ende die (rhetorische) Frage, ob nicht  die „Globalisierung, also die Überwindung von Nationalstaaten“ – ich nenn’s Globalismus – eine „genuin linke Idee“ ist. „Und arbeiteten hier nicht … international operierende Banken, Großkonzerne und sozialistische Gewerkschaften Hand in Hand? Und ist der Kern der … demographischen Krise nicht die Zerstörung der Familie?“

Ich kann ihm nur zustimmen.

„Die aktuelle Situation – der Zusammenbruch des Weltfinanzsystems, das Scheitern supranationaler Strukturen und „multikultureller Gesellschaften“ – bestätigt tatsächlich diejenigen, die immer vor Staatswirtschaft auf der einen und zügellos entfesseltem Kapitalismus auf der anderen Seite gewarnt haben. Bestätigt finden sich alle, die vor dem Einreißen des historisch gewachsenen Solidaritätsraums Nation gewarnt haben, in dem Unternehmer, Banken und Regierende einem konkreten Volk verpflichtet sind und nicht allein der Gewinnmaximierung.“

Junge Freiheit: Mit dem Latein am Ende

Ergänzung 25.8.:
Der Auslöser für den hier behandelten JF-Artikel war ja Frank Schirrmachers Umfaller, er beginne zu glauben, dass die Linke Recht habe.
Neben Dieter Stein auf JF sind auch Frank Furter auf PI und Jan Fleischhauer im Spiegel dieser Ansage klar entgegengetreten.

Ergänzung 16.9.:

http://www.andreas-unterberger.at/2011/09/warum-die-linke-doch-nicht-recht-hat/  (15.9.):

Die Großen, also viele Banken, die vorher viel Geld verdient hatten, wurden in der Krise um das Geld der kleinen Leute gerettet. Das ist in der Tat zutiefst ungerecht.
…Völlig falsch ist aber die Behauptung, dass solche Rettungsaktionen Teil einer freien Marktwirtschaft wären. Ganz im Gegenteil. Die Bankenrettungen wurden von allen linken wie konservativen Parteien unterstützt,…

Auch hier einige treffende Feststellungen:
http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/690974/und-die-Linke-hat-den-Konservativen-die-Rutsche-gelegt:

…Es war eine riesige Mehrheit linker Regierungen (genauer: sozialdemokratischer als letzter Rest europäischer Linker), von der die Festschreibung der neoliberalen Grundsätze (Maastricht, Amsterdam) in der EU durchgesetzt wurde…
Jeder mittelbemittelte rote Finanzstadtrat versuchte, sein Budget auf den Finanzmärkten aufzufetten, selbst der dümmste linke Dorfkämmerer noch versuchte sich in jenem Cross-Border-Leasing, an das seine Nachfolger jetzt, nach dem Platzen der Blasen, geschlagen werden. Vom „Roten Börsenkrach“ zum Investmentbanking – auch das eine linke Karriere!

Weiters:
http://diepresse.com/home/kultur/literatur/688602/Burger_Haetten-wir-keine-Ideologie-waeren-wir-Tiere?from=suche.intern.portal

Ergänzung 27.10.: In einem Artikel auf PI wird die politisch-geistige Verwandtschaft von Linken und neoliberalen Finanzkapitalisten aufgezeigt. Der Autor kommt zum Schluss:

Auch die herrschende linke Moral ist also nichts weiter als die Moral der wirtschaftlich Herrschenden, vielleicht verzerrt und gebrochen, aber eben keine echte Alternative. Man sollte von ihr also keine Hilfe in der Krise erwarten.

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