Andreas Laun: Turmbau zu Babel

Bischof Andreas Laun analysiert und brandmarkt die zeitgeistigen Entwicklungen:

Sie ist weit verbreitet, die tiefe Verdrossenheit über Politik und Politiker. Die Menschen sind verängstigt angesichts wirtschaftlicher Verunsicherung, sie haben Angst vor dem Anwachsen von Kriminalität und Terror, sie sind empört über die Schuldenpolitik ihrer Regierungen auf der einen Seite und Privilegien wie zum Beispiel unverschämte Politiker-Gehälter auf der anderen Seite. Sie spüren, wie sie mehr und mehr ihrer kleineren und größeren Freiheiten durch Vorschriften über Vorschriften beraubt werden, und schlimmer noch: Man beraubt sie auch mancher ihrer Grundrechte, wie zum Beispiel des Erziehungsrechtes der Eltern durch eine verpflichtende, aber unmoralische „Sexualerziehung“ in der Schule!

Empört sind die Menschen auch darüber, wie bestimmte Politiker mit der Macht der Gesetze unsinnige Ideologien wie Gender-Mainstreaming oder eine radikale Evolutionslehre den Menschen aufzwingen wollen und im übrigen vor allem damit beschäftigt zu sein scheinen, den politischen Gegner schlecht zu machen, statt sich vielleicht sogar mit diesem um das Wohl des Landes zu kümmern.

Und weiter: Die Menschen leiden unter vielen Übeln und haben Angst vor ihnen. Die große und wachsende Zahl zerstörter Familien, die kaum mehr erziehbaren Jugendlichen und ihr Bildungsmängel trotz immer neuer pädagogischer Konzepte und Reformen. Der dramatisch ansteigende Kinder-Mangel auf der einen Seite und auf der anderen Seite die stetig wachsende Zahl der Menschen aus anderen Kulturkreisen, verbunden mit dem „Verbot“, sich deswegen Sorgen machen zu dürfen, weil derjenige, der sich solche macht, als krank und unmoralisch abgekanzelt wird! Nicht zuletzt wachsen bei vielen Menschen die Existenzängste angesichts unsicherer Arbeitsplätze und immer höheren Steuern.

Viele Politiker beschäftigen sich mit diesen Fragen nicht, schieben die Schuld auf irgendwelche „Andere“ oder reden wirkliche Probleme schön als „moderne Entwicklungen“.

Bestimmte, sogar offensichtliche Antworten auf die Frage nach den Ursachen dürfen um keinen Preis der Welt ausgesprochen werden wie zum Beispiel: Ein Hauptgrund für den „demographischen Wandel“, wie man das Fehler der Kinder beruhigend zu nennen pflegt, ist selbstverständlich der Umstand, dass „man“ zum Beispiel im kleinen Österreich jedes Jahr mindestens eine „Kleinstadt von Kindern“ vernichten lässt, nicht „gegen das Gesetz“, sondern unter dem Schutz des Gesetzes! Als ob Kinder nicht wesentlich Zukunft wären und zum Glück und zum Wohlstand jedes Landes gehörten!

Vor allem aber EINE Frage wird nicht zugelassen und gilt als die politisch unkorrekteste aller Fragen und sie zu stellen als schlimmster Tabubruch überhaupt. Sie lautet: Ist vielleicht der tiefste, bedeutendste Grund vieler Übel in unserer heutigen Welt die Abwendung von Gott?

Zwar lassen sich immer noch viele Europäer taufen, trauen und beerdigen von Priestern, aber gleichzeitig verhöhnt man die Gebote Gottes, missachtet die von Ihm geschaffenen Ordnung der Schöpfung und versucht unverdrossen, nicht nur eine Stadt, sondern eine ganze „Welt ohne Gott“ zu bauen. Sozusagen „Gott-frei“, vergleichbar dem grauenhaften Unwort „judenfrei“, das die Nazis erfunden haben!

Die Bibel kennt, was man heute wieder versucht: Mit dem „Turmbau von Babel“ versuchten die Menschen sich an die Stelle Gottes zu setzen, aber dadurch entstand die große Verwirrung! Die Folge war, dass sich die Menschen nicht mehr verstanden, ihr Projekt scheiterte und die weitere Geschichte der Welt weitgehend durch Geld, Gewalt, Ungerechtigkeit bestimmt wurde.

Die „Stadt ohne Gott“ will und will auch heute nicht gelingen! Vielmehr scheint die Welt zu taumeln, von einer Krise in die andere, von einer Katastrophe zur nächsten! Wäre es nicht höchste Zeit für alle Menschen, für Politiker und ihre Wähler, sich die Frage zu stellen: Es gibt Naturkatastrophen, es gibt Unglücke auf Grund allzu menschlichen Irrens, aber darüber hinaus: Sind wir nicht selbst Ursache so vieler Leiden, weil wir Gott auszuschalten versuchen und unsere legitime Unterscheidung zwischen Gott und Welt, zwischen Kirche und Staat in eine feindselige Trennung der Welt von Gott umgedeutet haben?

http://kath.net/detail.php?id=33151

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