Birgit Kelle: Zeit ohne Geld

In einem Artikel auf Kopp Online kritisiert Birgit Kelle die Regierungspläne Kristina Schröders und plädiert für ein wahlfreiheitsgerechtes Betreuungsgeld: 

Das Bundesfamilienministerium arbeitet derzeit am achten Familienbericht, der 2012 dem Bundestag und der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. »Zeit ist die Leitwährung unserer Familienpolitik«, so kommentierte die Familienministerin Kristina Schröder den Bericht, den die Sachverständigenkommission ihr vor wenigen Tagen übergeben hat, mit dem Titel: Zeit für Familie. Familienzeitpolitik als Chance einer nachhaltigen Familienpolitik. Das Ergebnis ist enttäuschend und lässt nicht viel erhoffen, denn eine Tatsache wurde dabei nicht in Augenschein genommen, nämlich dass Zeit im Wesentlichen Geld bedeutet. Doch schauen wir uns an, was die Expertenkommission im Einzelnen vorschlägt, um die Zeitmisere in den Griff zu bekommen.

 … Überlassen wir doch den Familien die Wahl, wie sie das Geld für Betreuung und Dienstleistung einsetzen wollen. Das fördert individuelle Lösungen, die Eigenverantwortung, die Flexibilität und den Dienstleistungssektor. Gebt den Familien die Wahl, wie sie das Geld einsetzen wollen, das der Staat sowieso bereit ist auszugeben. Noch mal zur Erinnerung: Ein Kitaplatz kostet in der Regel knapp 1.000 Euro im Monat, und auch die Ganztagsschulen und die subventionierten Schulen verschlingen gigantische Summen. Warum soll die Familie von dem gleichen Geld nicht die freundliche Oma, die flexible Tagesmutter, das Kindermädchen, die Babysitterin, die auch bis acht Uhr Zeit hat, oder die Haushaltshilfe, die Mittagessen kocht, wenn Mama und Papa arbeiten müssen, bezahlen können? Warum dürfen sich Familien nicht eine Betreuung – und das sogar in den eigenen vier Wänden – finanzieren dürfen und sind stattdessen gezwungen, das starre System der staatlichen Betreuung zu nehmen? Warum lassen wir ihnen nicht die Wahl?

 … Es ist auch gar nicht einzusehen, warum eine Familie, die die Kita nutzt, mit knapp 1.000 Euro monatlich subventioniert wird, die Familie, die selbst betreut oder eine Tagesmutter sucht, aber nur 150 Euro bekommen soll, und das auch nur ein Jahr lang. Jedes Kind sollte dem Staat gleich viel wert sein und jede Familie auch. Wenn wir also mehr Familienzeit schaffen und möglich machen wollen, dann müssen wir endlich alle Familien fair behandeln, und das bedeutet im Klartext: Gleiches Geld, egal für welche Betreuungslösung sich eine Familie entscheidet.

Siehe auch:

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Eine Antwort zu Birgit Kelle: Zeit ohne Geld

  1. Dennis schreibt:

    Schoener Blog, gefaellt mir sehr gut. Auch schoene Themen.

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