Peer-Stress im Kindergarten

Birgit Kelle macht in Kopp Online auf den Gruppenstress im Kindergarten aufmerksam:

… Der renommierte kanadische Entwicklungspsychologe Gordon Neufeld beschreibt in seinem Buch Unsere Kinder brauchen uns die Gleichaltrigenorientierung als die Zerstörung der persönlichen Entwicklung schon kleinster Kinder.

Schon Vierjährige beugen sich der Meinung der Gruppe – auch wenn sie sicher wissen, dass die anderen im Unrecht sind. Bereits in diesem jungen Alter passen sie sich – offenbar aus Scheu vor Konflikten – der Meinung anderer an, wenn sie mit der Wahrheit alleine da stehen.

Ein Lichtblick zeigt sich jedoch auch: Die Kinder blieben eher standhaft zu ihrer Überzeugung, wenn sie in relativ privatem Rahmen ihre Meinung kundtun konnten. Wenn Kinder also abseits der Gruppe einen geschützten Raum haben, um ihre Überzeugung auszutesten, bleiben sie ehrlich. Wie wichtig scheint doch dieser Schutzraum, um das eigene Selbstbewusstsein auszuprägen.

Diesen Schutzraum sollte jedes Kind haben. Und dieser Schutzraum hat auch einen Namen: die Familie. Nirgendwo anders können Kinder lernen, dass es völlig in Ordnung ist, nicht wie die anderen zu sein. Dass es angemessen ist, verschiedene Meinungen zu haben. Und dass das der Freundschaft und der Liebe keinen Abbruch tut. In der Familie gibt es nicht den Zwang, sich anpassen zu müssen, um beliebt zu sein. In der Familie kann man lernen, die eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Weil Eltern bedingungslos lieben, ohne Rücksicht auf Mode oder Zeitgeist.

Mit diesem Hintergrund wird leicht verständlich, warum man in totalitären, politischen Systemen wie dem Kommunismus oder auch dem Nationalsozialismus versucht hat, den Einfluss der Familie so gering wie möglich zu halten. Warum man die Kinder dort so früh wie möglich in staatlichen Einrichtungen oder Gruppen untergebracht hat. Es war so einfacher, die Kinder von Anfang an und bis ins Erwachsenenalter hinein zu steuern und zu lenken. Man hat systematisch den eigenen Willen und die eigene Überzeugung des Individuums durch die Wahrheit der Gruppe ersetzt. Die von Stauffenbergs und Sophie Scholls werden nicht in Gruppen groß, auch nicht Genies wie Einstein, Beethoven, Bach oder Mozart…

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