Wien 5.12.: Aktionstag gegen Christenverfolgung

Update 5.12.:

Die Plattform Solidarität mit verfolgten Christen lädt für Montag, den 5.12.2011, zu einem Aktionstag gegen Christenverfolgung ein.

  • 10.00–19.00 Uhr Bericht über Christenverfolgung: 10 Uhr Pressekonferenz
  • Flyerverteilung gegenüber dem Stephansdom
  • 17.00 Uhr Sammlung vor der Oper, Verteilung von Fackeln,
    Zug zum Stephansdom mit Bannern, Kreuzen und Transparenten
  • 18.00–19.00 Uhr Ökumenischer Gottesdienst mit Weihbischof Dr. F. Scharl,
    Predigt: Chorepiskopos Prof. Dr. Emanuel Aydin

Ergänzung 6.12.:

Der Blog Kopten ohne Grenzen berichtet vom Aktionstag:

  • Einleitungsstatement von Dr. Johann Marte, Präsident der Stiftung PRO ORIENTE
  • Appell an Musliminnen und Muslime
  • CSI Österreich: Die Christenverfolgung im Nord-Sudan
  • China: Lagerhaft für stellvertretenden Leiter einer Hauskirchenbewegung
  • PAKISTAN:  Christen sind Menschen ohne Rechte

In einem Kommentar, der das Entsetzen über die aktuelle politische Lage in Ägypten ausdrückt, schreibt Christian Zeitz u. a.:

Nein, es gibt keine „Demokratiebewegung“ im Mittleren Osten, und der „Arabische Frühling“ ist nur eine Propagandaphrase der Betreiber einer systematischen Vertiefung des Islamisierungsprozesses in dieser Region. Schade, das S.E. Weihbischof Scharl dieser Propagandaformel in der Schlußsequenz des gestrigen Gottesdienstes auf den Leim gegangen ist. Zum Glück hat Chorepiskopos Aydin in seiner Predigt die Wahrheit beim Namen genannt und damit den Blick für eine realistische Einschätzung der Gefahrenpotentiale frei gemacht, die für Christen vom Islam stets ausgehen. Diejenigen, welche die klare Analyse Aydins nicht gehört haben oder seinen Aufruf zum entschlossenen Vorgehen einer geeinten Christenheit nicht beherzigen wollen, werden erst wieder „überrascht“ sein, wenn der gesamte Magreb, der Mittlere Osten und auch der Süden der Arabischen Halbinsel nach den Grundsätzen eines (durchaus ehrlichen) talibanistischen Islam verwaltet werden.

Auch Unzensuriert.at berichtet:

… Am Podium referierten Weihbischof Dr. Franz Scharl, Dr. Elmar Kuhn (Christian Solidarity International — Österreich), Dipl.phil. Victor Elkharat und Dr. Martin Kugler. Die Moderation übernahm Dr. Johann Marte, Präsident der Stiftung PRO ORIENTE.

… Der koptische Journalist Viktor Elkharat wies auf die bedrohliche Situation der ägyptischen Christen hin, die sich seit dem Sturz Mubaraks zusehends verschlimmert habe. Nun liegen dort islamistische Parteien in den Wahlen vorne, Ägypten droht zu einem islamischen Gottesstaat zu werden. Auch in China werden Christen behördlich unterdrückt — die stark wachsende Gemeinschaft wird als Bedrohung der Regierungsform gewertet, da sie „westliche Werte“ verbreite.

Auch in Afrika haben Christen kaum Zugang zu ihren Rechten: Nach der Teilung der Sudan ist der Südsudan zwar ein tolerantes Land, das sich zu den Menschenrechten bekennt, dafür sorgt die islamistische Regierung im Nordsudan für noch heftigere Attacken und fliegt sogar Luftangriffe auf die christlichen Gemeinden.

Der Aktionstag fordert europäische Politiker dazu auf, sich vehement gegen die brutale Verfolgung der Christen in aller Welt einzusetzen — Untätigkeit bedeute angesichts der ausufernden Gewalt eine Mitschuld am Tod tausender Christen.

Ergänzung 7.12.: Kath.net: Christenverfolgung: Syrischer Chorbischof gegen ‚Schönfärberei‘

Chorepiskopos Aydin beim Gottesdienst für verfolgte Christen im Wiener Stephansdom: Muslime akzeptieren Christen nicht als gleichberechtigte Dialogpartner, Warnung vor antichristlichen Tendenzen in Europa

… Ein orthodoxer „Chorbischof“ ist der ranghöchste Priester einer Stadt mit bischöflicher Würde.

Neben Aydin standen u.a. der Wiener Weihbischof Franz Scharl und der Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen, der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura, dem Gottesdienst vor. Zuvor waren die rund 400 Teilnehmer in einem Fackelzug von der Oper durch die Wiener Innenstadt zum Dom gezogen.

Aydin ging in seiner Predigt vor allem auf die bedrängte Situation der orientalischen Christen ein. Der ursächliche Grund für die Unterdrückung der Christen liege in der Vermischung von Politik und Religion im Islam, so der Chorbischof.

Stimmen, die eine Lösung der Probleme der Christen in islamischen Ländern im Dialog sehen, hielt Aydin für „naiv“: „Die Gegenseite akzeptiert uns nicht als ebenbürtige Dialogpartner. Wir gelten als Ungläubige und damit letztlich als Staatsfeinde und Agenten des Westens.“

Diese Haltung sei derzeit wieder stark im Zunehmen, so Aydin; auch in einem laizistischen Land wie der Türkei. Er sei betroffen, so der Chorbischof, dass dies im Westen viele Menschen nicht verstehen würden oder wollten.

Die orientalischen Christen, die aus ihren Herkunftsländern fliehen mussten, hätten im Westen eine neue Heimat gefunden, unterstrich Chorbischof Aydin in seiner Predigt: „Wir sind hier auch zu Hause. Wir sind Christen in einem christlich geprägten Land und wollen, dass das auch so bleibt.“

Er warnte vor antichristlichen Tendenzen auch in Europa. Die Christen und ihr Glaube würden von europäischen Eliten in Politik, Kultur und Publizistik „gezielt verhöhnt und diskriminiert“. Das führe zu einer „feindseligen Stimmung“. …

Ich komme nochmals auf das Einleitungsstatement von Dr. Johann Marte, Präsident der Stiftung PRO ORIENTE, zurück:

… Aufgerufen sind daher die verantwortlichen Persönlichkeiten des Islam, vor aller Welt zu erklären, dass die „heiligen Schriften“ des Islam keine wie immer geartete Rechtfertigung für die Verfolgung Andersgläubiger enthalten, …

Nun, es gibt m. W. im Koran an mehr als 200 Stellen AUFRUFE zur Verfolgung Andersgläubiger, und Aufrufe sind für mich wohl noch besorgniserregender als Rechtfertigungen; ich weiß also nicht, wie dieser Satz zu verstehen ist. Es wird ja wohl nicht so sein, dass Marte die Imame zur Takiyya auffordern wollte…

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