WKR-Ball-Bedrohung: Ende von Toleranz und Pluralismus

Andreas Unterberger sieht in der gewaltbereiten Bekämpfung des Balls des Wiener Korporationsrings zu Recht eine Abkehr von Pluralismus und Toleranz (25.1.):

Eine pluralistisch-rechtsstaatliche Demokratie muss ein zentrales Prinzip haben: Toleranz. Wer nicht andere gefährdet oder bedroht, muss in einer solchen Demokratie ein gleichberechtigtes Existenzrecht haben. Egal ob er den anderen gefällt oder nicht. Dieses Prinzip wird bei uns immer öfter durchbrochen. Ein markantes Beispiel dafür sind die Vorgänge rund um den in dieser Woche stattfindenden WKR-Ball.

Dieser Ball der Wiener Korporationen wird nach ungestörten Jahrzehnten seit einigen Jahren durch gewalttätige Demonstrationen grüner, roter und anarchistischer Gruppen bedroht. Was alljährlich breitgefächerte und teure Polizeiaktionen notwendig macht. Schon die Aggressivität dieser Demonstrationen zeigt ein bedenklich geringes Toleranz-Niveau von zwei heimischen Parlamentsparteien.

Der Ball darf aber ab nächstem Jahr überhaupt nicht mehr stattfinden. Zumindest nicht mehr in der Wiener Hofburg. Damit hat die Straße über Recht und Toleranz gesiegt. Was ein extrem bedenkliches Zeichen für den Zustand dieses Landes ist.

Dennoch wird mit dem feigen Nachgeben gegen die Jäger des WKR-Balls keineswegs für Ruhe gesorgt. Denn die Linke bereitet sich schon zum Sturm auf die nächste bürgerliche Gruppe vor: Im linken Untergrund kursieren Aufrufe zum Sturm gegen den CV-Ball in Linz. Und bei der letzten Wiener ÖH-Wahl ist auf dem Geschichts-Institut ein Aufruf zur Vertreibung aller bürgerlichen Studenten und Professoren verteilt worden.

Wer den Anfängen nicht wehrt, der wird am Schluss selber zum Opfer des Mobs. Das haben wir ja im vorigen Jahrhundert in Europa schon mehrfach gesehen.

Viele glauben, dass diese gefährlichen Anfänge ohnedies immer nur „bloß die anderen“ treffen. Bis diese Anfänge dann aber immer mehr „andere“ treffen. Dann werden halt eines Tages die Fleischhauer nicht mehr tanzen dürfen, weil es demonstrierenden Tierschützern nicht gefällt. Oder ein Pfarrkränzchen wird bekämpft, weil das ja die Schuldigen an den Kreuzzügen seien. Und jedenfalls sind die pluralistische Demokratie und der Rechtsstaat die ersten Opfer, wenn die opportunistische Feigheit erste Bürgerpflicht geworden ist.

Von den exorbitant zahlreichen Kommentaren möchte ich einige zitieren:

Demnächst werden die Linken noch den Rechtswalzer verbieten lassen.

Heute gegen die Burschenschaft,
morgen gegen den CV und
übermorgen gegen den Rest des staatstragenden Bürgertums.

Die feige ÖVP unternimmt nicht das Geringste gegen diesen Linksterror, es stünde ihnen gut an wenigstens verbal dies anzuprangern, denn die Aggression richtet sich nicht nur gegen die Korporierten, sondern auch gegen unsere Polizei.

Der Werner hat g`meint, daß, wenn die Hofburg dann frei wird, könnt` unser allseits verehrter lieber Genosse Bundespräsident ja einen Ball der Freunde der freien Volksdemokratie Nordkorea mit dem sympathischen Ehrengast Kim organisieren und gleich eröffnen. Da kommerten sicher keine Demonstrierer.
Aber wahrscheinlich auch keine Gäste, so daß des Salettl auch groß genug wär.

Siehe auch: ORF: Kampf gegen Rechts

Interessant auch der Club 2 vom 25.1.:
Rechtsextreme am Ball: Wie rechtsextrem sind die schlagenden Verbindungen, und wie weit reichen ihre Seilschaften?“

Der Symbolcharakter scheint deutlich: in der Hofburg, am Heldenplatz, am Gedenktag der Auschwitz-Befreiung, findet heuer der umstrittene Burschenschafter-Ball statt. Umstritten, weil er als Treffpunkt der Euro-Rechten gilt. Umstritten, weil deshalb die Nominierung der „Wiener Bälle“ zum UNESCO-Kulturerbe zurückgezogen werden musste. Nutzen die Rechten Europas tatsächlich den Ball des Wiener Korporationsringes für ihre Vernetzung? Wie rechtsextrem sind die schlagenden Verbindungen, und wie weit reichen ihre Seilschaften? Darüber diskutieren bei Eva Rossmann:
Hans Magenschab, Ex-Pressesprecher von Thomas Klestil, Autor des Buches „Die geheimen Drahtzieher“ CV
Ariel Muzicant, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde
Wolfgang Jung, Burschenschafter, Albia Bad Ischl
Lothar Höbelt, Historiker
Gerhard Botz, Professor für Zeitgeschichte
Udo Guggenbichler, Vorsitzender des WKR-Ballkomitees

Martin Lichtmesz zur Kampagne gegen den Ball: http://www.sezession.de/29827/der-korporationsball-verstost-gegen-die-menschenrechte.html

Ergänzung 31.1.2012:

Der Kampf gegen Rechts nimmt immer penetrantere Formen an. Da schleicht sich ein Standard-Spitzel (Tobias Müller) verdeckt auf den WKR-Ball und zerrt eine emotionale private Stellungnahme HC Straches zu den Ausschreitungen gegen die Burschenschaften in die mediale Öffentlichkeit („…diese Angriffe auf die Burschenschafterbuden, das war wie die Reichskristallnacht, und wir sind die neuen Juden“). Ariel Muzicant kündigt rechtliche Schritte an und will Strache aus der österreichischen Politik entfernt wissen und der Bundespräsident storniert die Verleihung eines Ordens, den Strache schon der österreichischen Bevölkerung gewidmet hat (ORF-Pressestunde 29.1.).

Die linke politkorrekte Clique versucht alles, um politisch Andersdenkende auszuschalten, aber letztlich wird der Wähler die Entscheidung treffen.

Siehe dazu: Auf Wallraffs Spuren: Die Sache mit der verdeckten Recherche

Vilimsky weist künstliche Empörung über verzerrt dargestellte Strache-Aussage zurück

Ergänzung 3.2.2012:

Auch Linkskatholiken kritisieren die Strache-Äußerungen.

Eine junge Ballbesucherin mit jüdischen Wurzeln aus Berlin beklagt sich in einem Leserbrief zu Recht:

…bin ich diesbezüglich in hohem Maße sensibilisiert. Und meine, dass jeder Vergleich heutiger Ereignisse mit den Vorgängen im Dritten Reich unangebracht ist. Allerdings stellt sich die Frage, wieso Herr Strache so in der Kritik steht, fällt doch den WKR-Ball-Gegnern und anderen links motivierten Agitatoren seit Wochen auch nichts anderes ein, als diese [wohl: die Burschenschafter, Anm.] umgekehrt mit den Nazis gleichzusetzen. Leider bemühten diesen geschichtsfernen und die Opfer verhöhnenden Vergleich auch Vertreter der jüdischen Gemeinde wie Herr Dr. Ariel Muzicant, der es eigentlich besser wissen müsste und wo ich mich fragen muss, welche Ziele er eigentlich verfolgt.

Als wir am Abend des Balls in der Wiener Innenstadt ankamen, bot sich uns ein verheerendes Bild. Wir wurden von aggressiven Demonstranten angespuckt, wie im Wahn hat man Damen die Ballkleider heruntergerissen, mein Freund wurde wie viele andere Korporierte tätlich angegriffen, indem ihm in den Rücken getreten wurde, es flogen Steine und Flaschen in unsere Richtung, ebenso wurde Pfefferspray auf uns versprüht. Überall diese bedrohlichen „Anonymous“-Masken, Vermummungsverbot gilt für Linke in Ihrem Land offenbar nicht. Einer der Angreifer rief mir zu, er würde „mich aufschlitzen“ wollen. Ich fühlte mich wie noch nie zuvor in meiner Sicherheit bedroht, in meiner Menschlichkeit verfolgt. Ich wundere mich zudem über die österreichische Presse, die diese Tatsachen unterschlägt und nach wie vor von einer „friedlichen Demonstration“ spricht. …

HC Strache wird von Armin Wolf „interviewt“: http://tvthek.orf.at/programs/1211-ZIB-2/episodes/3524521-ZIB-2/3524535-Live-im-Studio–Heinz-Christian-Strache (31.1.) Der ORF-Mann hat sich eher wie ein Henker gebärdet denn wie ein unabhängiger Journalist.

A. Unterberger: Schafft die Orden ab! (1.2.)

Ergänzung 4.2.: HC Strache im Krone-Interview

… Live- Interview vor 796.000 Fernsehzuschauern in der „ZiB 2“ am Dienstag?
Strache: Ich glaube, da konnte sich jeder selber ein Bild machen, dass ich betroffen und entsetzt war. Da hat Armin Wolf ein Interview in DDR- Manier geführt und mir das Wort wieder im Mund umgedreht.

„Krone“: DDR- Manier?
Strache: Das war wie bei der Inquisition. Ich habe schon den Eindruck, dass Armin Wolf in seiner eigenen eindimensionalen Gesinnung gefangen ist. Er hat ja selbst getwittert, dass die meisten Anrufer beim ORF empört waren ob seiner Interviewführung. …

Ergänzung 6.2.2012:

http://www.unzensuriert.at/content/007113-Blinde-Frau-von-Demonstranten-beschimpft-und-attackiert

Ergänzung 7.2.2012: Auch die Junge Freiheit berichtet über die linksextremen Ausschreitungen gegen die Ballbesucher:

… WKR-Besucher berichteten gegenüber der JUNGEN FREIHEIT, linke Demonstranten hätten ungehindert junge Frauen aus Taxis gezerrt und angegriffen, die in Abendkleidern auf den Ball wollten. Zudem wurden im Vorfeld mehrere Brandanschläge auf Burschenschaftshäuser verübt. …

Ein Leserbriefschreiber rückt die Strache-Worte in den rechten Kontext:

Straches Bemerkung „Wir sind die neuen Juden“ mit der sog. „Relativierung“ des NS-Massenmords an den europäischen Juden (Holocaust) in Verbindung zu bringen, ist absolut lächerlich.
Strache meinte natürlich die staatlicherseits zunehmende Diskriminierung und Schikanierung der Juden in Deutschland nach der NS-Machtergreifung 1933 und in Österreich (Teil Großdeutschlands) ab 1938 bis zum Beginn der massenweisen Verbringung von Juden in die KZs. Zu der staatlichen Drangsalierung der Juden durch die NS-Behörden gehörte auch das Aufhetzen des Pöbels gegen sie; die Juden waren faktisch vogelfrei.
Der Vergleich zwischen den schikanierten Juden der NS-Zeit (außerhalb der KZs und Vernichtungslager!) und den politisch rechts stehenden Bürgern von heute ist so abwegig nicht.
Denn auch die Besucher des WKR, die unter dem Gejohle des linken Pöbels den Seiteneingang benutzen mußten, konnten den Eindruck gewinnen, sie seien mit staatlicher Duldung quasi ‚vogelfrei‘.

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