Schönborn: Abwendung von Rom

Im Rahmen eines Treffens der Bundesländerzeitungen und der „Presse“ fand ein Gespräch mit Kardinal Schönborn statt, in dem er zuletzt gefragt wurde:

… Apropos vereinte Kräfte: Bischof Egon Kapellari sieht in seinem jüngsten Hirtenbrief die Einheit der Kirche in Gefahr. Teilen Sie diesen Befund?
SCHÖNBORN: Jein. Es gibt eine große Vielfalt in der katholischen Kirche. Natürlich gibt es die Möglichkeit, dass dieser Spannungsbogen bricht. Die katholische Kirche wird aber viel zu monolithisch gesehen. Sie ist ein vielfältiges Unternehmen. Im Grunde ist jede Pfarre ein eigener Betrieb. Es gibt enorm viel Selbstverantwortung. Darum ist sie krisenfest. Ich bin sehr hoffnungsvoll für Kirche und Gesellschaft. Es gibt viele Regenerationskräfte, die man nicht durch Jammern oder Zuschauen erste Reihe fußfrei mobilisiert.

Weiters bestätigte er den in Homo-Partnerschaft lebenden Pfarrgemeinderat:

… Der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, erklärte in einer Pressemitteilung: In der Vielfalt der Pfarrgemeinderäte „spiegelt sich die Vielfalt heutiger Lebens- und Glaubenswege. So gibt es auch unter den Pfarrgemeinderäten viele, deren Lebensentwürfe nicht in allem den Idealen der Kirche entsprechen. Im Blick auf ihr jeweiliges Lebenszeugnis in seiner Gesamtheit und auf ihr Bemühen um ein Leben aus dem Glauben freut sich die Kirche über ihr Engagement. Damit stellt sie die Ideale nicht in Frage.“

Aus meiner Sicht sind beide Aktionen ein direkter Affront gegen den Heiligen Vater und die römisch-katholische Kirche.

Ergänzung 31.3.2012:

In Kath.net nimmt Christian Sieberer, Pfarrer in der Erzdiözese Wien, gegen die Entscheidung Kardinal Schönborns bezüglich des in Homo-Partnerschaft lebenden Pfarrgemeinderates Stellung:

In der aufgeregten Diskussion um den in einer eingetragenen gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebenden Pfarrgemeinderats-Kandidaten Florian Stangl in der Pfarre Stützenhofen kann ein nüchterner Blick in die Pfarrgemeinderatsordnung für die Erzdiözese Wien (PGO) schnell für klare Verhältnisse sorgen.

Dort heißt es unter IV. MITGLIEDSCHAFT IM PGR:

  • 1. Mitglieder des PGR können nur Katholiken sein,
    • die am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet haben, im Gebiet der Pfarre einen Wohnsitz haben oder, außerhalb wohnend, in der Pfarrgemeinde mitleben,
    • sich zur Glaubenslehre und Ordnung der Kirche bekennen,
    • das Sakrament der Firmung empfangen haben,
    • ihrer Verpflichtung zur Zahlung des Kirchenbeitrags nachkommen und
    • bereit sind, Aufgaben und Pflichten im PGR zu erfüllen.

Dann zitiert er die Stellungnahme der ED Wien:

… Zu berücksichtigen ist auch, dass das Amt des Pfarrgemeinderats ein spezifischer kirchlicher Dienst ist. Für diesen gelten auch spezifische Voraussetzungen. Dazu zählt auch das Einverständnis mit der Glaubenslehre und der Ordnung der Kirche.“

Pfarrer Sieberer folgert zu Recht:

Wer noch immer nicht akzeptieren will, dass sich das Lehramt der Kirche eindeutig gegen eingetragene gleichgeschlechtliche Partnerschaften ausgesprochen hat, der lese bitte die ERWÄGUNGEN ZU DEN ENTWÜRFEN EINER RECHTLICHEN ANERKENNUNG DER LEBENSGEMEINSCHAFTEN ZWISCHEN HOMOSEXUELLEN PERSONEN der Kongregation für die Glaubenlehre. …

Weiter bei http://www.kath.net/detail.php?id=35907

Siehe dazu auch Kardinal Schönborn bestätigt homosexuellen Pfarrgemeinderat (30.3.) mit dzt. über 180 Kommentaren.

Ergänzung 2.4.2012: Felizitas Küble schließt sich der Kritik an Kardinal Schönborn an und meint weiters:

… Rom ist nun gefordert, einige Stühle geradezurücken, den Herrn Kardinal zurechtzuweisen und dem tapferen, glaubens- und sittentreuen Pfarrer verdientermaßen den Rücken zu stärken. …

Ergänzung 3.4.2012: Kath.net: Kardinal Schönborn verteidigt weiterhin die Anerkennung der Wahl eines homosexuellen Pfarrgemeinderates:

… Der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn hat am Montagabend in der Predigt bei der Chrisammesse zu St. Stephan die Priester an die Aufgabe erinnert, den „zerbrochenen Herzen“ Heil zu bringen. Oft fehle aber den Menschen das Bewusstsein der Heilsbedürftigkeit. Der Kardinal nannte drei Lebenssituationen, die nach der Lehre der Kirche nicht „heil“ seien, und die die Seelsorger „oft hilf- und ratlos“ machten: wenn man unverheiratet zusammenlebt, als Geschiedener wieder verheiratet ist oder in gleichgeschlechtlicher Partnerschaft lebt.

In diesen drei Bereichen gehe es nicht zunächst um Kirchenrecht. Die kirchliche Lehre verteidige … den „Masterplan des Schöpfers“, aus dem die Kirche ableite, dass „die Sexualität ihren echten Platz im geborgenen und verbindlichen Raum der unauflöslichen Ehe hat“, die von Gott als Band zwischen Mann und Frau angelegt sei. …

Ergänzung 4.4.2012: http://www.katholisches.info/2012/04/03/kardinal-schonborn-die-homosexualitat-und-der-relativismus-in-osterreichs-kirche/

… Der Pfarrer von Stützenhofen, Gerhard Swierzek, forderte Stangl wegen des offensichtlichen Auslebens seiner Homosexualität auf, nicht die heilige Kommunion zu empfangen und auf seine Wahl zu verzichten. Stangl ist jedoch der Ansicht, selbst entscheiden zu können, welchen Teil der kirchlichen Lehre er für sich gelten läßt und welchen nicht: „Ich fühle mich an die Lehre der Kirche gebunden, aber die Forderung keusch zu leben, finde ich unrealistisch“, so Stangl öffentlich.

… Schönborns Entscheidung wirft mehr Fragen auf, als sie klärt. In seiner Stellungnahme geht der Kardinal mit keinem Wort auf die kirchliche Lehre zur Homosexualität, objektive Ausschließungs- und Nichtigkeitsgründe bei der Wahl eines Pfarrgemeinderates oder das geltende Kirchenrecht ein.

Aus der Stellungnahme geht ebenso wenig hervor, worauf sich der Kardinal für seine Entscheidung stützt außer seinen subjektiven Eindrücken. Die Entscheidung, die genau den Erwartungen des Mainstream entspricht, ruft innerkirchlich starke Irritationen hervor.

Die „Formfehler“, auf die Schönborn anspielte, beziehen sich auf eine verpflichtende Erklärung, die alle Kandidaten, die sich einer Pfarrgemeinderatswahl stellen, unterschreiben müssen. Darin bekennen sich die Kandidaten zur Glaubenslehre und zur kirchlichen Ordnung.

Die katholische Kirche verurteilt nicht die Homosexuellen als Personen, sehr wohl aber das Ausleben der Homosexualität und lehnt deshalb jede Anerkennung von Sonderrechten ab, die aus dieser sexuellen Neigung hergeleitet werden wie eingetragene Partnerschaften oder ein Adoptionsrecht.

In Stützenhofen hatten die Kandidaten diese Erklärung nicht unterzeichnet. Die ablehnende Haltung des Ortspfarrers, der in der Frage die katholische Lehre vertritt, scheint den Kardinal nicht weiter zu kümmern. Welche „Änderungen“ des Wahlrechts Msgr. Schönborn genau meinte, geht aus seiner Erklärung nicht hervor.

Das Signal, das der Wiener Erzbischof aussendet, ist eindeutig: Der einzelne Gläubige kann sich nach eigenem Belieben jene Teile des  katholischen Glauben und der kirchlichen Ordnung zusammensuchen, die er annehmen und die er ablehnen will. Aus den öffentlichen Erklärungen geht nicht hervor, ob der Kardinal als Hirte den pastoralen Versuch unternahm, das niederösterreichische Pfarrgemeinderatsmitglied Stangl von der Richtigkeit der katholischen Lehre, weil gottgewollt, zu überzeugen und ihn von seiner ausgelebten Homosexualität abzubringen. Die Verlautbarungen nach dem Abendessen zu dritt lassen dies nicht vermuten. Ebenso wenig, ob Stangl und die anderen Stützenhofener Pfarrgemeinderäte im nachhinein die verpflichtende Erklärung abgeben mußten und welche Glaubwürdigkeit eine solche im Falle Stangls hätte. Die Warnungen Papst Benedikts XVI. vor einer „Diktatur des Relativismus“ scheinen im erzbischöflichen Palais in Wien nur eingeschränkt Gehör zu finden. …

Ergänzung 7.4.2012:

Kath.net: Kritik und Lob für Schönborn:

Homosexuellen-Initiative Wien (Hosi) meint: „So homo hat man keinen österreichischen Bischof je erlebt“ – Moraltheologe Spindelböck kritisiert Entscheidung – Michael Etlinger im „Presse“-Gastkommentar: Jesus hätte gesagt, sündige nicht mehr

… Auch in der „Presse“ wird Kritik laut. In einem Kommentar schreibt Michael Etlinger am Donnerstag: „Knalleffekt in der „Pressestunde“ am 1. April: Kardinal Christoph Schönborn verkündet, dass er keinen Einspruch gegen die Wahl eines bekennenden Homosexuellen zum Pfarrgemeinderat erheben werde. Selbstverständlich ist der Hinweis des Kardinals auf das Handeln Christi, der sich immer dem einzelnen Menschen und seiner konkreten Situation zugewandt hat, richtig. Und so hätte wahrscheinlich auch Jesus Florian Stangl in sein Haus aufgenommen und das Gespräch gesucht. Am Ende des Gesprächs hätte er aber (mit an ziemliche Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) den Schlüsselsatz gesagt: „Geh hin und sündige von jetzt an nicht mehr!“ Doch man staune: In der „Pressestunde“ konnte man diese Worte vom Kardinal nicht vernehmen. Im Gegenteil: Wir durften Ohrenzeugen davon sein, dass die österreichische Kirche offenbar keinen Einspruch gegen die Einführung der sogenannten „eingetragenen Partnerschaft“ eingebracht hat, da in einer solchen Partnerschaft lediglich zivilrechtliche Auswirkungen des Zusammenlebens geregelt werden. Vor dem Hintergrund eines Schreibens des Vatikans, wonach katholische Abgeordnete jedes Gesetz zur rechtlichen Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften verhindern sollen, eine bemerkenswerte Aussage.“ Mehr unter Die Presse: Zu wenige Hardliner unter Österreichs Hirten

Die Gleichgestaltung mit Christus und der Gehorsam:

Benedikt XVI. an die ‚Pfarrerinitiative’: Der Weg der wahren Erneuerung geht nicht über ein Machen, sondern durch die Radikalität des Gehorsams und die Gleichgestaltung mit Christus. Video der Predigt + Reaktion von Schönborn

… „Vor kurzem hat eine Gruppe von Priestern in einem europäischen Land einen Aufruf zum Ungehorsam veröffentlicht und dabei gleichzeitig auch konkrete Beispiele angeführt, wie dieser Ungehorsam aussehen kann, der sich auch über endgültige Entscheidungen des kirchlichen Lehramtes hinwegsetzen soll wie zum Beispiel in der Frage der Frauenordination, zu der der selige Papst Johannes Paul II. in unwiderruflicher Weise erklärt hat, daß die Kirche dazu keine Vollmacht vom Herrn erhalten hat. Ist Ungehorsam ein Weg, um die Kirche zu erneuern? Wir wollen den Autoren dieses Aufrufs glauben, daß sie die Sorge um die Kirche umtreibt; daß sie überzeugt sind, der Trägheit der Institutionen mit drastischen Mitteln begegnen zu müssen, um neue Wege zu öffnen – die Kirche wieder auf die Höhe des Heute zu bringen. Aber ist Ungehorsam wirklich ein Weg? Spüren wir darin etwas von der Gleichgestaltung mit Christus, die die Voraussetzung wirklicher Erneuerung ist oder nicht doch nur den verzweifelten Drang, etwas zu machen, die Kirche nach unseren Wünschen und Vorstellungen umzuwandeln?“

… Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn hat am Donnerstag am Nachmittag auf die Aussagen von Papst Benedikt reagiert und folgende Stellungnahme über die „Pressestelle“ verschicken lassen:

„Die Erzdiözese Wien sieht in den Predigtworten des Papstes eine Ermutigung für die Kirche in Österreich. Einerseits geht aus ihnen hervor, wie wichtig der Papst die Auseinandersetzung um die Zukunft der Kirche auch in Österreich nimmt und wie genau er die Situation hier kennt. Das ist Hirtensorge, die Mut macht.

In sehr differenzierter und nachdenklicher Weise hat Papst Benedikt XVI. hier andererseits die grundsätzliche Problematik jeder Erneuerung angesprochen: die Versuchung, statt Gottes Willen den eigenen Willen zu erfüllen – und der Papst hat der Pfarrerinitiative in diesem Zusammenhang ein paar sehr ernste Fragen gestellt. Und er hat auf die grundlegende Basis jeder Erneuerung hingewiesen: Auf Christus zu schauen und wie er in Demut zu versuchen, dem Vater gehorsam zu sein, der sich, wie wir Katholiken glauben, auch in der Kirche und ihrer Lehre offenbart.“

http://noe.orf.at/news/stories/2528075/:

Schönborn: „Ungehorsam kann nicht bleiben“

In der katholischen Kirche fordert Kardinal Christoph Schönborn deutlich die Rücknahme des „Aufrufs zum Ungehorsam“ durch den Probstdorfer Pfarrer Helmut Schüller. Der Papst hat am Donnerstag in Rom zu Schüllers Pfarrerinitiative kritisch Stellung genommen.

http://wien.orf.at/news/stories/2527886/  (5.4.):

… „Angenehm überrascht“ zeigte sich der Sprecher der Pfarrerinitiative, Helmut Schüller, von der päpstlichen Kritik. Dessen Predigt sei zum Teil „sehr sanft“ gewesen. Es sei auch nicht mit Sanktionen gedroht worden. Der Papst „billigt zu, dass es um die Zukunft der Kirche geht“.

Ebenfalls positiv zu bewerten sei, dass der Papst von der Trägheit der Institutionen gesprochen habe. Dass er beim Thema Ungehorsam den Reformern nicht entgegenkomme, sei zudem zu erwarten gewesen, so Schüller. Die Pfarrerinitiative vernetzt sich derzeit weiter auf internationaler Ebene. Man sei unter anderem in Kontakt mit Initiativen aus Deutschland, der Slowakei, Frankreich, den USA und Irland, so Schüller – mehr dazu in Pfarrerinitiative will weltweit aktiv werden

Ergänzung: Katholisches.info:
Der Papst und die Erneuerung der Kirche zwischen „unruhigen Katholiken“ und Post-Feminismus

… Hinzu kommt die Entscheidung des Wiener Erzbischofs, Christoph Kardinal Schönborn – eine „unerklärliche“ Entscheidung, wie es im Vatikan heißt -, die Wahl eines Homosexuellen, der in einer staatlich eingetragenen Homo-Partnerschaft lebt, in den Pfarrgemeinderat zu akzeptieren. Diese öffentliche Anerkennung einer Haltung, die im Gegensatz zur Lehre der Kirche steht und zudem offensiv zur Schau gestellt wird, reiht sich in eine Kette von Entscheidungen Kardinal Schönborns ein, die im Vatikan keine Billigung finden.

Der Papst sah sich zum Eingreifen genötigt, weil der Wiener Kardinal seinen Pflichten als regierender Erzbischof nicht nachkommt, wobei im Vatikan, wo Kardinal Schönborn als Mensch und Theologe durchaus angesehen und geschätzt ist, Unklarheit darüber zu herrschen scheint, ob seine Schwäche aus einer Überforderung des Theologen durch das Bischofsamt kommt, das auch Disziplinargewalt beinhaltet, oder aus einem ihm nachgesagten Hang zur Harmonie, der um fast jeden Preis Konflikte vermeiden will. Die Reaktion des Kardinals auf die Papstworte weisen in diese Richtung. Der Wiener Erzbischof „erkauft“ sich die Ruhe um einen zu hohen Preis, wie man im Vatikan meint. Ein nach der Papst-Schelte gegebenes Interview des Kardinals mit dem ORF (Niederösterreich-Heute) brachte nicht ausreichende Klärung. Die Signale bleiben unscharf.

Klare Worte fand der Wiener Erzbischof gegen die Forderung nach einem “Frauenpriestertum”: “hier hat die Kirche nicht die Vollmacht, das von Jesus Überkommene zu ändern”. Ebenso betonte der Kardinal, “das Wort ‘Ungehorsam’ kann so nicht stehen bleiben. Ich denke, wir brauchen hier eine Klärung, auch eine öffentliche Klärung, und ich denke, wir müssen sie bald angehen”. Es bleibt die Frage, warum man seit dem “Aufruf zum Ungehorsam” der “Pfarrerinitiative” des von Kardinal Schönborn 1999 als Generalvikar entlassenen Msgr. Helmut Schüller soviel Zeit verstreichen ließ und es offensichtlich deutlicher Worte des Papstes bedurfte, um tätig zu werden. Zum Fall Stützenhofen blieb der Kardinal weiterhin wage. Eine Aussetzung der Wahl Stangls zum Pfarrgemeinderat bis dieser seine Position überdenken und klären könnte, scheint nicht beabsichtigt. Künftig werden sich andere auf diesen Präzedenzfall berufen können. … 

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4 Antworten zu Schönborn: Abwendung von Rom

  1. quer schreibt:

    Der derzeitige Papst Benedikt XVI. ist einer der brillantesten theologischen Köpfe auf diesem Thron seit 100 Jahren. Er hätte viele Gründe, um reinen Tisch zu machen und Exkommunikationen wirksam werden zu lassen. Wahrscheinlich müßte er weite Kreise des deutschen Sprachraums mitsamt „Gläubigen“, die schlicht nicht mehr Kerne des Glaubens erkennen oder erkennen wollen, aufgeben. Nach meiner vorsichtigen Schätzung sind es in diesem Raum nur noch ca. 10%, die wirklich wissen, was sie und woran sie glauben (sollen). Und nur diese anerkennen, daß allein der Papst endgültiger Wegweiser im Glauben ist. Man kann die Zuneigung zur tridentinischen Messe als Indikator für diese Zahl nehmen. Dieser könnte sich erhöhen, wenn z.B. die alte Messe überall in Konkurrenz zur neuen Messe am Sonntag-Vormittag angeboten würde. Das wissen die von Rom abgefallenen Bischöfe. Zu deren Ärger gewinnt aber die Tradition langsam an Boden. Hoffnung für Rom.

    …wird fortgesetzt..

  2. quer schreibt:

    II

    Was hierzulande an „Theologie“ angeboten wird (falsche Wandlungsworte, „Reform“-Vorschläge, usw.) wiegt erheblich schwerer, als der Grund für das Schisma zwischen Rom und Konstantinopel von 1054. Da war (und ist es noch) der einzige Grund die unterschiedliche Interpretation der grundsätzlich unstrittigen Trinität Gottes. Wie schon damals, geht auch heute nach 1000 Jahren die bevorstehende Spaltung paradoxerweise von Rom aus. Allerdings aus unterschiedlichen Gründen.
    Seinerzeit wurde aus politischen Gründen die Trinität Gottes durch Rom neu interpretiert, um das christliche (!) Kaisertum Westroms zu begründen und um Ansprüche Ostroms abzuwehren. Also ein rein politischer Akt, der bis heute wirkt.

    …wird fortgesetzt..

  3. quer schreibt:

    III

    So wird jetzt durch Nachlässigkeit und ungenügende Härte Roms die Verfälschung der Wandlungsworte von „pro multis“ in „pro omnibus“ hingenommen und durch schwachen Protest begleitet. Dabei etabliert sich quasi schleichend eine Allerlösungstheologie, die in letzter Konsequenz die Kirche überflüssig macht. Dagegen sind die Glaubensunterschiede des Schismas 1054 geradezu harmlos, weil nicht an den Kern gehend.
    Der Ungehorsam gegenüber Rom und der Lehre wird deshalb nur durch Exkommunikation und Trennung zu heilen sein. Die Regeneration der römisch-katholischen Kirche in weiten Teilen Europas wird dann von den übriggebliebenen 10-20% ausgehen (müssen) und erneute Anziehungskraft entfalten.

  4. quer schreibt:

    Noch ein Wort zu Schönborn:
    Kardinal C. Graf Schönborn (so lautet nunmal sein richtiger Name) erklärt sich nicht nur zum Widerpart gegen Papst und römische Kirche, sondern besudelt seine eigene weitverzeigte Familie. Dieses alte Grafengeschlecht zählt zu den ältesten und im Wirken bedeutendsten Familien Deutschlands. Aus ihm sind zahlreiche Priester und Fürstbischöfe (z.B. Würzburg) hervorgegangen. Stets (z.B. 30-jähr. Krieg) in Treue zu Kaiser und Papst. Und heute durch diesen Grafen ein Symbol verfallender Substanz im Kern des vermeintlich gesunden Holzes.

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