Stützenhofen: Rücktritt nach erzbischöflicher Homo-Entscheidung

Katholisches: Pfarrer Swierzek: Habe „priesterliches Gewissen“ – Rücktritt nach Homo-Entscheidung Schönborns

Der Pfarrer der niederösterreichischen Pfarrei Stützenhofen (Erzdiözese Wien), Gerhard Swierzek, fühlt sich von seinem Bischof, Christoph Kardinal Schönborn, im Stich gelassen. Am Ostersonntag dementierte der Pfarrer gegenüber der österreichischen Presseagentur APA Rücktrittsgerüchte. Gleichzeitig erklärte er, den Erzbischof von Wien, den er bisher erfolglos um eine Aussprache ersucht habe, um seine Entbindung als Pfarrer von Stützenhofen bitten zu wollen. Die drei anderen von ihm betreuten Pfarreien will der Priester behalten und dort seine Arbeit als Seelsorger fortsetzen. Enttäuscht zeigte sich der Pfarrer, daß der bekennende Homosexuelle Stangl sofort von Kardinal Schönborn zu einem Gespräch empfangen wurde, während er noch immer auf eine solche Begegnung warte. „Traurig“ über das Verhalten seines Bischofs, könne er nicht länger in einer Pfarrei tätig sein, deren Mitglieder „Recht haben wollen“ und sich über Glaubenslehre und Kirchenrecht stellten. Er habe ein „priesterliches Gewissen und achte göttliches und kirchliches Recht“, wird Pfarrer Gerhard Swierzek von der APA zitiert. Zum Thema Homosexualität verweist der Pfarrer auf den Katechismus der katholischen Kirche und Aussagen von Papst Johannes Paul II.

… Da diese Lebensweise nicht mit der katholischen Lehre in Einklang steht, forderte ihn Pfarrer Swierzek auf, auf die Kandidatur zu verzichten. Wie Kardinal Schönborn in einer jüngsten Stellungnahme betonte, sei diese Aufforderung auch auf seine ausdrückliche Empfehlung hin erfolgt. Eine Streichung Stangls von der Liste sei jedoch aus technischen Gründen nicht mehr möglich gewesen. Tatsächlich wird ein Boykott durch die zuständige Wahlbehörde vermutet.

Stangl dachte nicht daran, sich zurückzuziehen, wie er ebenso kein Verständnis für den Wunsch des Pfarrers zeigt, nicht die heiligen Sakramente zu empfangen. Die Pfarrgemeinderatskandidaten von Stützenhofen unterzeichneten aus bisher ungeklärten Gründen nicht das kirchlich vorgeschriebene Bekenntnis zur Lehre und Ordnung der Kirche.

Stangl erhielt bei der Wahl, bei der nur soviele Bewerber kandidierten, wie es zu vergebende Plätze gab, mit 94 von 142 Stimmen den meisten Zuspruch. Der Fall wurde durch die Medien umgehend mit antikirchlicher Spitze zum Politikum aufgebauscht. Stangl erklärte den Medien, sich durch die Aufforderung des Pfarrers, nicht die heilige Kommunion zu empfangen, „diskriminiert“ zu fühlen. Die Pfarrangehörigen zeigten wenig Kenntnis und noch weniger Sensibilität für die katholische Lehre und den sich aus deren Mißachtung ergebenden Konsequenzen.

Die Pressestelle der Erzdiözese Wien erklärte umgehend, daß eine eingetragene homosexuelle Partnerschaft der katholischen Lehre „so deutlich“ widerspreche, daß ein objektiver Hinderungsgrund für die Mitgliedschaft in einem Pfarrgemeinderat vorliege. Auf das Kirchenrecht pochte auch Pfarrer Swierzek, der gleichzeitig betonte, nichts gegen den Menschen Stangl zu haben, aber seine Lebensweise abzulehnen.

Stangl zeigte sich als uneinsichtiger Homo-Aktivist, der seine Homosexualität über die Lehre der Kirche stellt. Er erklärte, nicht auf seinen Sitz im Pfarrgemeinderat zu verzichten. Zwischen seiner Lebensform und der Lehre der Kirche sehe er keinen Widerspruch: „Ich fühle mich der Lehre der Kirche verpflichtet. Forderungen nach Keuschheit zu stellen, ist aber relativ fern von der Lebensrealität. Wie viele Menschen leben keusch?“, meinte Stangl gegenüber den Medien.

Die antikirchliche Gruppe „Wir sind Kirche“ und die SPÖ-nahe Homosexuellenvereinigung SOHO warfen der katholischen Kirche vor, „homophob“ und „diskriminierend“ zu sein.

Kardinal Schönborn wollte sich „die Sache genau ansehen“ vor einer Entscheidung und empfing Stangl am 24. März zum Abendessen. Für Irritation sorgte, daß daran auch Stangls homosexueller Partner teilnahm, was ein seelsorgerisches Vieraugengespräch von vorneherein ausschloß.

Im Anschluß an das Abendessen wählte Kardinal Schönborn einen eigenartigen Weg der Schadensbegrenzung. Der Kardinal gab sich in einer Stellungnahme „beeindruckt“ vom “Glauben” Stangls und teilte mit, daß es durch die Erzdiözese als oberster Wahlbehörde keine Beanstandung der Wahl geben werde. Der Beschluß, keinen Einspruch einzulegen, wurde von ihm und seinem Bischofsrat nicht einstimmig, aber „einhellig“ gefaßt. Das Ergebnis der Pfarrgemeinderatswahl spiegle, so Schönborn „die Vielfalt heutiger Lebens- und Glaubenswege“ wider. Die Lehre der katholischen Kirche zur Homosexualität und das Kirchenrecht erwähnte der Kardinal nicht.

… Aus den anderen österreichischen Diözesen war nur Schweigen oder Zustimmung zu hören. St. Pölten wollte die Entscheidung nicht kommentieren, Salzburg „respektiere“ die Entscheidung, Aus Gurk-Klagenfurt ließ Diözesanbischof Alois Schwarz, ein ehemaliger Weihbischof Schönborns vernehmen, daß er sich der „Entscheidung und der dazugehörigen Stellungnahme vollinhaltlich anschließt“. Begeistert zeigte sich Rolf Sauer, der Referent für Ehe-, Familien- und Beziehungsseelsorge der trotz des noch amtierenden Bischofs Ludwig Maria Schwarz, ebenfalls ehemaliger Weihbischof Schönborns, faktisch verwaisten Diözese Linz. Die Öffnung gegenüber “Schwulen und Lesben” sei „höchst an der Zeit“. In Oberösterreich würden „auf fast allen Ebenen“ Homosexuelle in der Diözese mitarbeiten.

St. Pöltens Diözesanbischof Klaus Küng warnte vor zwei Jahren vor „homosexuellen Netzwerken“, die sich in der katholischen Kirche breitmachten und ein „großer Schaden für die Seelsorge“ seien. Kritik an Schönborns Entscheidung übte der österreichische Moraltheologe, Pater Josef Spindelböck. Maßstab kirchlichen Handelns sei der Grundsatz “Haßt die Sünde, liebt den Sünder”. Die Entscheidung des Wiener Erzbischofs lasse jedoch „falsche Schlußfolgerungen“ zu, da in ihr die kirchliche Lehre “nicht sichtbar” werde. “Homosexuell zu empfinden ist noch keine Sünde. Die Frage ist, wie man damit umgeht. Diese Leute sollen sich beherrschen und enthaltsam leben, ich weiß, das ist anspruchsvoll”, so Spindelböck.

Im Vatikan wird Schönborns Entscheidung als „unerklärlich“ bezeichnet, wie der Vatikanist Paolo Rodari berichtete. Im Kirchenstaat scheint man enttäuscht darüber, daß der Kardinal als regierender Erzbischof und damit Verantwortungsträger für seine Diözese hinter dem anerkannten Theologen Schönborn zurückbleibt. Der Vatikanist Francisco Ciguena de la Torre stellte zur Wiener Entscheidung fest: „Kardinal Schönborn überrascht nicht. Was überrascht, ist, daß es ihm gestattet wird.“

Siehe dazu: https://kreidfeuer.wordpress.com/2012/03/30/schoenborn-abwendung-von-rom/

Ergänzung: http://kath.net/detail.php?id=36021
Aufgabe eines Priesters ist, einen Sünder zur Umkehr zu bewegen

Weiter Debatte um homosexuellen Pfarrgemeinderat: Der zuständige Pfarrer möchte die Gemeinde jetzt aufgeben – UPDATE von 18.45: Pfarrer Swierzek hat Telefonat mit Schönborn aufgezeichnet

… „Aber in Sünde zu leben dürfe nicht die Norm sein. Es sei Aufgabe des Priesters, einen Sünder zur Umkehr zu bewegen.“

… Am Dienstag Nachmittag hat die Zeitung „Der Standard“ unter Berufung auf das Bezirksblatt berichtet, dass Pfarrer Swierzek ein Telefonat mit Schönborn aufgezeichnet habe, in dem der Kardinal dem Weinviertler Gottesmann unmissverständlich klar machte, dass „das“ mit Florian Stangl „nicht sein dürfe“ und der Pfarrer alles daransetzen müsse, den Kandidaten vom Stimmzettel „verschwinden“ zu lassen. Dies hat zumindest Gerhard Wolfram, stellvertretender Pfarrgemeinderatsobmann in Stützenhofen, während der Palmsonntagsmesse am 1. April verkündet. „Er hat dabei unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass Pfarrer Swierzek bei der beabsichtigten Wahlverhinderung Florian Stangls als Pfarrgemeinderat ausschließlich im Auftrag des Kardinals gehandelt habe. Er verwies dabei konkret auf das auf Tonband aufgezeichnete Telefongespräch zwischen dem Pfarrer und dem Kardinal. Und er merkte an, dass er (Wolfram) selbst die Aufzeichnung des Telefonats gehört habe“, bestätigte Franz Schuster, Wahlleiter der Stützenhofener Pfarrgemeinderatswahl dem Standard.

Am Dienstag hat sich auch die Leiterin des Pastoralamts der Erzdiözese Wien, Veronika Prüller-Jagenteufel, gegenüber dem „Standard“ zu Wort gemeldet und das Engagement eines Homosexuellen in diesem Gremium als „ein spannendes Feld“ bezeichnet, in dem wir erst lernen müssen, uns zu bewegen“. Man müsse „an den kirchlichen Idealen gescheiterte Menschen trotzdem ernst nehmen“, meinte sie.

Ergänzung 13.4.2012: Felizitas Küble nimmt in ihrem Blog Stellung zur Schlammschlacht gegen Pfarrer Swierzek.

Ergänzung 14.4.2012: Rocco Buttiglione verteidigt Schönborns Vorgehen (12.4.).

Ergänzung 15.4.2012: Michael Gurtner in Kath.net: Ich hätte anders entschieden:

Replik auf die Einwände Rocco Buttigliones zum Fall Stützenhofen

Er hebt drei Punkte hervor, die von Buttiglione negiert werden:

  1. Verharren in der Sünde mit Dokumentation nach außen durch Eingetragene Partnerschaft
  2. Gutheißen der Sünde
  3. Fatale Signalwirkung nach außen: „…kann schnell der Eindruck entstehen, daß die Kirche auch die Sünde akzeptiert und daß das Verharren in derselben letztlich keine Konsequenzen hat: es ist verboten, aber wird das Verbot übertreten, ist es so, als bestünde das Verbot nicht…“

Ergänzung 23.4.2012:

Buttiglione wird von italienischen Publizisten in die Mangel genommen.

Buttiglione verteidigt nun sich selbst: Die Entscheidung des Bischofs muss respektiert werden!:

‚Fall Stützenhofen‘: Rocco Buttiglione antwortet in einem weiteren KATH.NET-Gastkommentar auf die ihm entgegengebrachten Vorwürfe. In der heutigen Welt von oberflächlichen Christen ist eine neue Form von Katechumenat notwendig. Von Armin Schwibach …

Ergänzung 3.6.2012: Bei einem Podiumsgespräch anlässlich der „Langen Nacht der Kirchen“ war auch Stützenhofen Gesprächsthema mit Kardinal Schönborn:

… Schließlich streifte das Gespräch auch die „Causa Stützenhofen“. Diese werde ihn, so Schönborn, vermutlich „noch lange begleiten“ – so hätten ihn seit seiner Entscheidung, die Pfarrgemeinderatswahlen und damit die Wahl des bekennend homosexuellen Pfarrgemeinderats Florian Stangl nicht zu beeinspruchen, zahlreiche Stimmen erreicht, die vor einem „Dammbruch“ warnten. Schönborn bekräftigte neuerlich, dass er weiterhin an der Lehre der Kirche in der Frage der Homosexualität festhalte — dass es aber auch die Pflicht gebe, genau hinzusehen, „wenn und warum Menschen diesen Masterplan Gottes nicht ganz erfüllen“. Es müsse stets nach dem „Lebenszeugnis“ eines Menschen geschaut werden — und jenes von Stangl habe ihn beeindruckt: „Auch wenn der Masterplan Gottes hier in gewissen Punkten nicht voll erfüllt ist: Dieser Mensch und sein Zeugnis ist so, dass ich sagen muss: Hut ab, da kann man sich eine Scheibe abschneiden.“

 

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Eine Antwort zu Stützenhofen: Rücktritt nach erzbischöflicher Homo-Entscheidung

  1. R. Graebner schreibt:

    Röm 1,24 Darum hat sie auch Gott dahingegeben in die Gelüste ihrer Herzen,
    zur Unreinigkeit, daß sie ihre eigenen Leiber untereinander entehren,

    Röm 1,25 sie, welche die Wahrheit Gottes mit der Lüge vertauschten
    und dem Geschöpf mehr Ehre und Dienst erwiesen als dem Schöpfer,
    der da gelobt ist in Ewigkeit. Amen!
    Röm 1,26 Darum hat sie Gott auch dahingegeben in entehrende Leidenschaften.
    Denn ihre Frauen haben den natürlichen Gebrauch vertauscht mit dem widernatürlichen;
    Röm 1,27 gleicherweise haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen
    und sind gegeneinander entbrannt in ihrer Begierde
    und haben Mann mit Mann Schande getrieben

    und den verdienten Lohn ihrer Verirrung an sich selbst empfangen.
    Röm 1,28 Und gleichwie sie Gott nicht der Anerkennung würdigten,
    hat Gott auch sie dahingegeben in unwürdigen Sinn, zu verüben, was sich nicht geziemt,
    Röm 1,29 als solche, die voll sind von aller Ungerechtigkeit, Schlechtigkeit,
    Habsucht, Bosheit; voll Neid, Mordlust, Zank, Trug und Tücke,
    Röm 1,30 Ohrenbläser, Verleumder, Gottesverächter, Freche,
    Übermütige, Prahler, erfinderisch im Bösen, den Eltern ungehorsam;
    Röm 1,31 unverständig, unbeständig, lieblos, unversöhnlich, unbarmherzig;
    Röm 1,32 welche, wiewohl sie das Urteil Gottes kennen, daß die,
    welche solches verüben, des Todes würdig sind, es nicht nur selbst tun,
    sondern auch Gefallen haben an denen, die es verüben.

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