Benedikt XVI.: Stachel im Fleisch einer postmodernen Welt

Benedikt XVI. feiert seinen 85. Geburtstag mit einem Gottesdienst

… Papst Benedikt XVI. hat seinen 85. Geburtstag am Montag im Vatikan mit einem Gottesdienst gefeiert. Die Messe in der mit rund 120 Gästen gefüllten Cappella Paolina im Apostolischen Palast feierte er gemeinsam mit seinem Bruder Georg Ratzinger, Kardinalstaatsekretär Tarcisio Bertone, Joseph Ratzingers Münchner Erzbischofs-Nachfolger Kardinal Friedrich Wetter, den Bischöfen der „Freisinger Konferenz“ (Bayern, Rheinland-Pfalz, Saarland) sowie dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch. In einer frei gehaltenen und sehr persönlich geprägten Predigt dankte Benedikt XVI. seinen Eltern, und er dankte Gott für die Zuversicht, die ihn durch sein Leben begleitet habe.

… [Der päpstliche Privatsekretär Georg]  Gänswein betonte am Montag in der „Bild“-Zeitung, Benedikt XVI. sei ein „Papst des Wortes“. „Gott mag keine Wiederholungen und Fotokopien. War Johannes Paul II. der Papst der großen, unmittelbar ansprechenden Bilder, ist Benedikt XVI. vor allem der Papst des Wortes, der faszinierenden Kraft der christlichen Botschaft“. Das Denken des Papstes kreise um die Frage nach der Beziehung zwischen Glaube und Vernunft, zwischen Wahrheit und Freiheit, zwischen Religion und Menschenwürde. Der Glaube sei für ihn „nicht ein Problem, das man lösen müsste, sondern ein Geschenk, das es Tag für Tag neu zu entdecken gilt“.

Benedikt XVI. konzentriere sein Amt auf das Wesentliche, „allem voran auf die Erneuerung im Glauben, das Geschenk der Eucharistie und die Einheit der Kirche“. Innerhalb der Kurie habe der Papst frühere Formen belebt und gleichzeitig alte Zöpfe abgeschnitten. Schon zu seiner Zeit als Präfekt der Glaubenskongregation sei Kardinal Joseph Ratzinger „zum Stachel im Fleisch einer postmodernen Welt“ geworden, in der „die Frage nach der Wahrheit für sinnlos gehalten wird, in einer Wohlstands- und Habsuchtsgesellschaft, die sich mehr und mehr von Gott abzuwenden scheint“.

Am Sonntag nach dem Angelus-Gebet war Benedikt dann auch nicht auf seinen Geburtstag eingegangen, sondern auf den kommenden Donnerstag. Denn dann ist es sieben Jahre her, dass Joseph Ratzinger zum Nachfolger Johannes Pauls II. gewählt wurde. Benedikt bat die Gläubigen am Sonntag, anlässlich dieses Jahrestages seines Pontifikats für ihn zu beten, „damit Gott mir die Kraft gibt, die mir anvertraute Mission zu erfüllen“.

Unter die zahlreichen Gratulanten zum Geburtstag reihten sich am Montag auch der Dekan des Kardinalskollegiums, Kardinal Angelo Sodano, und der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Angelo Bagnasco, ein. Bagnasco wünschte Benedikt XVI. in einem Telegramm ein langes Pontifikat auf dem Stuhl Petri und würdigte seine Lehre und „unermüdliche“ Führung der katholischen Weltkirche. Dabei ging er auch auf die beiden kirchlichen Jubiläen von 2012 — 50 Jahre Zweites Vatikanisches Konzil und 20 Jahre Weltkatechismus — ein.

Ad multos annos!

Ergänzung:

‚Ich stehe vor der letzten Wegstrecke meines Lebens‘

Eine bayerische Geburtstagsfeier für Benedikt XVI. – Von Thomas Jansen – KATHTUBE: Film von der Geburtstagsfeier – E-mail an Papst Benedikt: auguri.benedettoxvi@vatican.va

Ergänzung 17.4.2012:

http://www.medrum.de/content/papst-benedikt-wird-85:

… Die Solidaritätsinitiative „Deutschland pro Papa“ ließ am gestrigen Sonntag bei widrigstem Wetter in Regensburg 85 Luftballons in die Höhe steigen. Sie sollen Zeichen der Hoffnung sein. …

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