FSSPX: Bernard Fellay über den Stand der Beziehungen zu Rom

Katholisches.info berichtet über ein Interview mit dem Generaloberen der Piusbruderschaft, Msgr. Bernard Fellay: „Rom hat sich geändert, nicht wir“ – Personalordinariat wie Militärordinariate als Zukunft für Piusbruderschaft. Ich zitiere die Hervorhebungen („Highlights“):

  • Entscheidet Papst Benedikt XVI. im Juli?
  • „Anerkennung des Konzils keine Bedingung mehr für kanonische Lösung“
  • „Vatikanische Stellen wollen Irrtümer des Konzils beheben: Wir können das beim Priestertum beobachten“
  • Konzil brachte nicht positive Entwicklung, sondern „stille Apostasie“
  • Piusbruderschaft braucht in der Kirche „Redefreiheit und Handlungsfreiheit“
  • Zur internen Opposition: „Kirche nicht im Stich lassen, sondern Kampf für die Wahrheit in ihrem Inneren aufnehmen“
  • „Bin überzeugt, daß Rom der Bruderschaft keine Falle stellt“
  • „Piusbruderschaft bräuchte Personalordinariat mit den Rechten von Militärordinariaten“

In seinem Interview machte Msgr. Fellay als Generaloberer der Piusbruderschaft eine klare Bestandsaufnahme der derzeitigen Situation, bekräftigte die Positionen der von Erzbischof Marcel Lefebvre gegründeten Bruderschaft und betonte die Zielsetzungen und Erwartungen der Traditionalisten, die in die volle Einheit mit dem Heiligen Stuhl zurückkehren wollen, ohne dabei die fortbestehenden Schwierigkeiten über die Interpretation des Zweiten Vatikanischen Konzils klein zu reden. Sollte der von Msgr. Fellay genannte Zeitplan zutreffen, wird der Sommer die erwartete Entscheidung durch einen wohlwollenden Papst Benedikt XVI. bringen.

Hier die deutsche Übersetzung auf der Original-DICI-Homepage.

Siehe auch: FSSPX: Einigung besiegelt?

Ergänzung 11.6.2012:

Frankreich: Bischof der Piusbrüder gegen Einigung mit Rom:

Der französische Traditionalisten-Bischof Bernard Tissier de Mallerais kündigt seinen Widerstand gegen eine Einigung der Piusbrüder mit dem Vatikan an. …

Ergänzung 15.6.2012:

http://charismatismus.wordpress.com/2012/06/14/vatikan-bietet-piusbruderschaft-den-sonder-status-einer-personalpralatur-an/

Die Zeichen stehen weiter auf Einigungskurs zwischen Piusbrüdern und dem Vatikan

… Eine Personalprälatur für die Piusbruderschaft ist der Vorschlag, mit dem der Vatikan in die Gespräche mit der Piusbruderschaft gegangen ist. Das teilte der Pressesaal des Vatikan am heutigen Donnerstag mit.

Dazu hat der Vatikan den Entwurf eines Dokumentes vorgelegt, das die Errichtung einer Personalprälatur für die Piusbruderschaft vorsieht. Ein solcher Status, der sehr selten gewährt wird, würde der traditionellen Priestervereinigung ein hohes Maß an innerer organisatorischer Unabhängigkeit sichern, auch gegenüber den Diözesan-Bischöfen.

Diese Personalprälatur sei die angemessene Form für eine kanonische, also kirchenrechtliche Anerkennung, betont die Vatikanerklärung.

Das Kirchenrecht sieht vor, daß der Vatikan diese Personalprälatur errichten kann; Mitglieder können dann auch Priester und Diakone des Weltklerus sein (Kanon 294), es handelt sich also nicht um einen eigenen Orden oder eine neue Kongregation.

Unterdessen hat die Priesterbruderschaft grundsätzlich positiv auf die Verhandlungen mit dem Vatikan reagiert, allerdings natürlich in solch kurzer Zeit noch keine inhaltliche Stellung bezogen.

Der Ball liegt nun – spielstrategisch gesehen –   im Feld der Piusbrüder, denn diese sind aufgefordert, sich zu entscheiden, ob sie das römische Angebot akzeptieren oder nicht.

Immerhin heißt es in einer Erklärung des Generalhauses angesichts des gestrigen Gesprächs im Vatikan:  “Anlässlich dieser Zusammenkunft wurde der Wunsch ausgedrückt, das Gespräch fortzuführen. Dies wird es möglich machen, zu einer Lösung für das Wohl der Kirche und der Seelen zu kommen.”

Ergänzung 20.6.2012:

Klaus Obenauer: http://www.katholisches.info/2012/06/19/piusbruderschaft-ist-bischof-tissier-ein-protestant-geworden/?

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