Rettungsschirm: Die Geschichte vom fliegenden Wolfgang

Die Geschichte vom fliegenden Wolfgang

Wenn der Regen niederbraust,
Wenn der Sturm das Feld durchsaust,
Bleiben Mädchen oder Buben
Hübsch daheim in ihren Stuben. —
Wolfgang aber dachte: Nein!
Das muß draußen herrlich sein! —
Und im Felde patschet er
Mit dem Rettungsschirm umher.

Hui, wie pfeift der Sturm und keucht,
Daß der Baum sich niederbeugt!
Seht! den Schirm erfaßt der Wind,
Und der Wolfgang fliegt geschwind
Durch die Luft so hoch, so weit;
Niemand hört ihn, wenn er schreit.
An die Wolken stößt er schon,
Und der Hut fliegt auch davon.

Schirm und Wolfgang fliegen dort
Durch die Wolken immerfort.
Und der Hut fliegt weit voran,
Stößt zuletzt am Himmel an.
Wo der Wind sie hingetragen,
Ja! das weiß kein Mensch zu sagen.

An’s Original dieser Geschichte fühlte ich mich erinnert bei der Lektüre von Udo Ulfkottes Artikel Euro-Wahnsinn: DDR light vor dem Zusammenbruch?:

… In wenigen Tagen wählt Griechenland, vorher sollen die Spanier noch unter den »Rettungsschirm«. Und dann kommt irgendwann der finale Knall.

Wir Bürger haben ein wahrlich schlechtes Gedächtnis. Politiker und Banker haben uns noch vor wenigen Monaten versichert, Spanien müsse ganz sicher nicht unter den Rettungsschirm.

Schließlich wurde uns zugleich gesagt, das gehe ja allein schon deshalb nicht, weil Spanien den Rettungsschirm wie ein Stier auf die Hörner nehmen würde. Und nun tritt wieder einmal das ein, was angeblich völlig unmöglich war – auch die Spanier wollen unser Geld.

Das Verteilen der Steuergelder unserer noch nicht einmal gezeugten Kinder wird so lange weitergehen, bis außer wertlosen Schuldscheinen nichts mehr vorhanden ist. Auch die Österreicher werden von ihrem Geld, das sie bankrotten EU-Staaten spenden, nichts mehr wiedersehen. …

Ergänzung: Roland Klaus, MMnews: Deutschland: Raus aus Euro, jetzt!

Tatsächlich kann niemand genau sagen, wie sich ein Austritt Deutschlands aus dem Euro auswirken würde. Es wäre genauso ein Experiment wie das geldpolitische Trial-and-Error des billigen Geldes. Am Ende aber dürfte ein solcher Schritt für Deutschland einen enormen Wohlstandsgewinn zur Folge haben.

… 55 Prozent der Deutschen halten die Einführung des Euro für einen Fehler. Das ist eine gute Voraussetzung, um Härten, die sich aus einem Austritt Deutschlands ergeben würden, gemeinsam durchzustehen und abzupuffern. Doch nur rund 1000 Menschen sind jüngst in München auf die Straße gegangen, als der Verein „Zivile Koalition“ zu einer Demonstration gegen den Rettungsfonds ESM aufgerufen hatte, der die Transferstrukturen in Europa zementieren soll.

Umso wichtiger wäre es, zu verhindern, dass bereits in den nächsten Tagen Nägel mit Köpfen gemacht werden. Der deutsche Bundestag will den ESM noch in diesem Monat beschließen. Dabei wird ganz offensichtlich ausgenutzt, dass die Öffentlichkeit fußballberauscht und von national bedingten Hormonausschüttungen abgelenkt ist. Aber auch Fußballfans sollten erkennen, dass die wichtigen nationalen Fragen nicht nur in Polen und der Ukraine entschieden werden. Das Endspiel um den Euro findet in Berlin statt.

Ergänzung 15.6.2012:

Civitas: Griechenland: Euro-Rettung um jeden Preis

Selbst Schäuble hat inzwischen öffentlich festgestellt, dass sich Griechenland an die mehrfach aufgeweichten Auflagen für immer weitere Kredite nicht hält. Keine einzige der Zusagen Griechenlands wurde vollständig erfüllt und so braucht das Land immer weitere Gelder von europäischen Steuerzahlern, vor allem aus Deutschland. Trotzdem lehnt die Eurogruppe den Austritt Athens aus dem Euro strikt ab und kann so durch Griechenland weiter erpresst werden. …

Ergänzung:

JF: Gauweiler: ESM-Vertrag verstößt gegen Bundestagsbeschlüsse (12.6.):

Der permanente Euro-Rettungsschirm ESM verstößt nach Ansicht des CSU-Bundestagsabgeordneten Peter Gauweiler gegen frühere Bundestagsbeschlüsse.

In einem Schreiben an seine Fraktionskollegen listet Gauweiler laut Bild-Zeitung insgesamt sieben Punkte auf, in denen der ESM-Vertrag den vom Bundestag am 17. März 2011 beschlossenen Regelungen für den Euro-Rettungsschirm widerspricht. Nach diesen sollten beispielsweise Banken an sämtlichen Kosten zur Euro-Rettung beteiligt und Regeln für die Schuldenstaaten aufgestellt werden. „Beides ist nicht geschehen“, kritisierte Gauweiler. …

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