Kinderkrippen vs. Betreuungsgeld in D und A

Unzensuriert.at: Kinderkrippe oder Herdprämie?

Unzensuriert-Chefredakteur Alexander Höferl hat in der Ausgabe 23 des Wochenmagazins Zur Zeit (hier als E-Paper) einen vergleichenden Blick auf die familienpolitischen Debatten in Deutschland und Österreich geworfen:

Deutschlands Familienpolitik nimmt Anleihen an der unseligen DDR. In Österreich verläuft die Diskussion subtiler, doch Eltern werden auch hier systematisch von ihren Kindern entfremdet.

Hannelore Kraft ist der neue Fixstern am deutschen  Polithimmel. …

… In einem Land, in dem die Schrecken des DDR-Regimes mit seiner verpflichtenden frühkindlichen Indoktrination kaum mehr als zwanzig Jahre zurückliegen, hätte man einen Aufschrei ob dieses offenen Wiederbelebungsversuchs der Nachwuchs-Verstaatlichung erwarten müssen. Doch er blieb aus. Die Befürworter des – im schwarz-gelben Koalitionsübereinkommen festgeschriebenen – Betreuungsgeldes von 150 Euro monatlich geraten immer mehr in die Defensive. Als „Herdprämie“ wird dieser Zuschuss an jene Eltern bezeichnet, die auf die Segnungen staatlicher Kinderkrippen bis zum dritten Geburtstag ihrer Sprösslinge verzichten wollen. CDU-Familienministerin Kristina Schröder kämpft noch für die längst fällige Umsetzung, doch sie muss zunehmend Kritik aus der eigenen Partei abwehren. Der Koalitionspartner FDP, der in gesellschaftspolitischen Fragen längst abgedankt hat, ist keine große Hilfe. Nur die bayerische CSU steht geschlossen hinter dem Projekt, das weniger begüterten Familien zumindest ansatzweise die Freiheit der Wahl zwischen Selbst- und Fremdbetreuung ihrer Kleinstkinder bescheren soll.

In Österreich ist mit sozialistischer Zwangsbeglückungsrhetorik nicht viel zu gewinnen, daher frisst sogar die ultra-feministische Frauenministerin Heinisch-Hosek (SPÖ) bisweilen Kreide. Der Leitbegriff der Wahlfreiheit steht außer Streit, wird jedoch mit höchst unterschiedlichen Inhalten befüllt. Noch fordert niemand die verpflichtende Kinderkrippe, doch junge Eltern werden in die finanzielle Falle gelockt. Mit dem einkommensabhängigen Kindergeld wurde der Grundsatz aufgegeben, wonach dem Staat jedes Kind gleich viel wert sein soll. Die vergleichsweise hohe Zahlung soll animieren, nach nur einem Jahr die Rückkehr ins Berufsleben zu wagen. Dafür wird kräftig die Werbetrommel gerührt – allen Erhebungen zum Trotz, die besagen, dass Frauen bis zum Kindergarteneintrittsalter mehrheitlich Vollzeit-Mütter sein möchten. Dass die Saat des bevormundenden Feminismus aufgeht, sichert die ÖVP mit ihrem Wirtschafts- und Familienminister Mitterlehner, der seine Ressortschwerpunkte höchst ungleich gewichtet. Seine Maxime ist der Kapitalismus, der das Angebot an jungen, gut ausgebildeten Arbeitskräften hoch halten will. Deshalb setzt er auf Sach- statt Geldleistungen – lies: Kinderkrippe statt Kindergeld. Womit wir wieder bei Hannelore Kraft wären, „weil Mütter dann erwerbstätig sein können, Steuern und Sozialabgaben zahlen“ – bis das Sozialsystem am Geburtenmangel zerbricht.

Ergänzung:

Auch Albert Wunsch lässt den Interessierten über den deutschen Zaun schauen, beleuchtet die Situation in NL, F und den skandinavischen Ländern und fordert eine Umorientierung der Krippenausbaupolitik.

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Eine Antwort zu Kinderkrippen vs. Betreuungsgeld in D und A

  1. Wolf Michael schreibt:

    Es tut gut zu lesen, dass auch anderswo in der Bloggerspäre sich der Widerstand gegen Politik und Mainstream regt.

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