Über 150 Wirtschaftwissenschaftler kritisieren ESM

JF: ESM: Wirtschaftswissenschaftler rufen zu Protesten auf:

Mehr als 150 Wirtschaftswissenschaftler sind mit der Eurorettungspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) scharf ins Gericht gegangen. In einem Aufruf heißt es, unter den Beschlüssen vom vergangenen Euro-Gipfel in Brüssel würden noch „unsere Kinder und Enkel“ leiden. Unterschrieben wurde er unter anderem vom Chef des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn. …

FreieWelt.de: Schäuble wettert:

Mit einem kleinen Wutausbruch hat Bundesfinanzminister Schäuble (CDU) auf die massiven Bedenken reagiert, die 160 Wirtschaftswissenschaftler an den jüngsten Beschlüssen zur Euro-Rettung geäußert haben. Im RBB-Inforadio nannte Schäuble die Kritik „empörend“ und eine Verwirrung der Öffentlichkeit. Es würden bewusst „Horrormeldungen“ verbreitet.

Führende Top-Ökonomen aus den deutschsprachigen Ländern hatten Anfang der Woche die Beschlüsse des Brüsseler EU-Gipfels als untauglich zur Lösung der Euro-Krise befunden.

Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn und der Statistiker Walter Krämer bezogen gegen die geplante Bankenunion Stellung und hatten vor einer Kollektivhaftung des Steuerzahlers für Bankschulden gewarnt. …

http://korrektheiten.com/2012/06/29/der-fahrplan/:

Michael Paulwitz schreibt in der aktuellen Jungen Freiheit:

Wolfgang Schäuble, der letzte Veteran der Kohlschen Europapolitik, der noch in Amt und Würden ist, bekannte vor einem halben Jahr freimütig, die Euro-Krise sei die letzte und beste Chance für die politische Union, die man nur in Krisenzeiten hinbekommen könne. Ende 2012, Anfang 2013 werde man die Zutaten dafür beisammen haben.

Ergänzung 8.7.2012:

http://www.medrum.de/content/wirtschaftsweise-sehen-euro-und-wirtschaftliche-stabilitaet-deutschlands-gefaehrdet:

Die fünf Wirtschaftsweisen stellten anlässlich ihres Sondergutachtens vom 5. Juli 2012 fest, der Fortbestand des Euro und die gesamtwirtschaftliche Stabilität Deutschlands seien gefährdet. Auch der jüngste Euro-Gipfel vom 28./29. Juni 2012 verschaffe nur eine Atempause. Ohne Rückkehr zu soliden Staatsfinanzen und einer Stabilisierung des Banken- und Finanzsystems könne die Krise nicht beendet werden.

… Aus Sicht der Sachverständigen ist es erforderlich, den Übergang zu soliden Staatsfinanzen zu schaffen und dabei die nationale Verantwortung in der Finanzpolitik im Sinne der Nicht-Beistandsklausel des Lissabon-Vertrags wiederherzustellen.

… Die Wirtschaftsweisen warnen zudem vor Schnellschüssen hin zu einer Bankenunion, die noch in weiter Ferne sei.

Mitglieder des Sachverständigenrates sind:

  • Professor Dr. Peter Bofinger (Universität Würzburg)
  • Professor Dr. Claudia M. Buch (Eberhard-Karls-Universität Tübingen)
  • Professor Dr. Lars P. Feld (Universität Freiburg)
  • Professor Dr. Dr. h. c. mult. Wolfgang Franz (Vorsitzender, Universität Mannheim)
  • Professor Dr. Christoph M. Schmidt (Ruhr-Universität Bochum)

Die wahren Freunde des Euro  (2.7.):

Warum setzt sich die Eurorettungspolitik in Deutschland durch, obwohl sie eindeutig zum Schaden des deutschen Volkes und der mittelständischen deutschen Wirtschaft, die 70 Prozent aller Arbeitsplätze stellt, geschieht? Weil sie sehr einflussreiche Freunde hat. Dies sind vor allem die Banken und die Großkonzerne. Hier erfahren Sie die Zusammenhänge.

… 54 Prozent der Aktien der führenden 30 DAX-Konzerne haben ausländische Eigentümer. Ob VW, Daimler oder Telekom, alle diese Unternehmen sind mehrheitlich im Besitz nicht-deutscher Anteilseigner. Diese müssen natürlich die Kosten der Eurorettung nicht bezahlen, zumal diese Konzerne ihre Gewinne dort versteuern, wo es am billigsten ist und dies ist nicht Deutschland.

Deutsche Unternehmen des Mittelstandes hingegen sind klar und deutlich gegen die Eurorettung. Der Verband deutscher Familienunternehmer hat sich immer wieder entschieden gegen die Rettungspolitik ausgesprochen, weil diese der mittelständischen Wirtschaft schwer schadet. Allerdings findet der deutsche Mittelstand in der deutschen Politik kaum Gehör. Die Politiker sind zu Dienstleistern der Großkonzerne und Banken geworden und keine Volksvertreter mehr.

Wie die vereinigten Linken wirklich arbeiten und welche Interessen sie vertreten wird durch ihre Politik der Eurorettung und des Gewäschs über die „Solidarität in Europa“ so besonders deutlich.

Volker Grossmann, Professor für Makroökonomie an der Universität Fribourg in der Schweiz drückt dies sehr treffend aus wenn er sagt, dass die Eurorettung nicht etwa eine Politik der Solidarität Deutschlands mit wirtschaftlich schwachen Ländern sei, sondern zu einer Umverteilung innerhalb der Geberländer führe: Von den einfachen Arbeitern und Angestellten und der mittelständischen Wirtschaft zu den exportorientierten Unternehmen und den Banken. „Dass selbst linke Volksvertreter eine Umverteilung zugunsten heimischer Exporteure und Banken unterstützen, während die breite Bevölkerung schon heute als Verlierer feststeht, ist geradezu eine Ironie“.

Zu diesen „Volksvertretern“, die in Wirklichkeit Vertreter der Großindustrie und der Banken sind, gehören besonders die Abgeordneten der SPD und der Grünen. Sie reden vom einfachen Mann, den sie vertreten wollen, und tun das Gegenteil. Gerade damit können sie den Großkonzernen und Banken besonders gute Dienste erweisen.

Ergänzung 13.7.2012:

Paul Kirchhof zur Krise der EU: Verfassungsnot! (12.07.):

Die EU steckt in der Krise, weil Recht missachtet wurde. Und wir spielen weiter mit dem Feuer: Eine Instabilität des Rechts wiegt schwerer als eine Instabilität der Finanzen. Wer das nicht begreift, dem hilft auch keine Zentralgewalt mehr. …

(Gefunden via http://www.medrum.de/content/paul-kirchhof-zur-eurokrise-recht-grob-missachtet)

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Eine Antwort zu Über 150 Wirtschaftwissenschaftler kritisieren ESM

  1. Bei allem, was man über die politischen / gesellschaftlichen Entwicklungen hört oder liest, möge man bedenken, dass die große Mehrheit der Menschen der zivilisierten Gesellschaft – und davon sind die „Führenden“ ausdrücklich nicht ausgenommen! – unbewußt Opfer der „Kollektiven Zivilisations-Neurose“ ist, einer komplexen psychischen bzw. Bewußtseins-Störung, die bewirkt, dass die Betroffenen ihre Wirklichkeit nicht erkennen können.

    Die zunehmend krisenhaften Entwicklungen der letzten Jahre zeigen deutlich, dass unsere Gesellschaft wieder auf eine kollektive Dekompensation der Neurose zusteuert, möglicherweise eine „Kollektive Psychose“.
    NOCH wäre ein Abwenden der großen Katastrophe möglich!
    http://weltenwandler.forums3.com/seelenschmiede/kollektive-psychose-t1624.html

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