Ariel Muzicant: Beschneidungsverbot wäre Judenvernichtung mit geistigen Mitteln

Ariel Muzicant: Beschneidung: „Verbot ist wie Vernichtung der Juden“  (25.7.):

Der Streit um die religiöse Beschneidung eskaliert. Er beschäftigt Religionsführer, Ärzte, Politiker und Juristen. Beschneidung sei, wie das Verbot von Schweinefleisch, ein wichtige Regel im Judentum, so der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde.

… Ariel Muzicant, Ehrenpräsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, findet drastische Worte. Das Verbot der Beschneidung „wäre dem Versuch einer neuerlichen Shoah, einer Vernichtung des jüdischen Volkes, gleichzusetzen — nur diesmal mit geistigen Mitteln“, sagt er. …

Tiefer und menschenverachtender geht’s wohl nimmer. Den Anspruch auf Unverletzlichkeit von Kindern mit dem Holocaust gleichzusetzen ist eine katastrophale Fehlleistung, wie sie übler nicht sein kann.

Carina Kerschbaumer: http://www.kleinezeitung.at/allgemein/tribuene/3076620/judenvernichtung.story  (26.7.):

Der Vergleich macht zunächst sprachlos – und dann wütend. Da vergleicht kein Rechtsextremist, sondern der Ehrenpräsident der israelitischen Kultusgemeinde in Wien, ein mögliches Verbot der Beschneidung kleiner Buben mit dem „Versuch einer neuerlichen Schoah, einer Vernichtung des jüdischen Volkes“. Dieses Mal, wie Ariel Muzicant meint, mit „geistigen Mitteln“.

Die grauenhafte, systematische Vernichtung von Millionen Juden während der NS-Zeit wird da also gleich-gesetzt mit einem Beschneidungsverbot. Und es wird gleichgestellt mit dem Urteil des Kölner Gerichts, das medizinisch nicht motivierte Beschneidungen von Kindern als Körperverletzung einstuft. Ein Urteil, gegen das mit Blick auf Religionsfreiheit argumentiert werden kann. Ebenso wie es mit Blick auf das Recht auf körperliche Unversehrheit von Kindern Gründe für das Urteil gibt.

Wie oft müssen Juden gegen Vergleiche mit dem Holocaust protestieren. Vergleiche von Antisemiten, die das Leid hinter der bestialischen Fratze der NS-Zeit verharmlosen.

Muzicant sollte jetzt gegen sich selbst protestieren.

Auch bei H. M. Broder scheinen alle Sicherungen durchgebrannt zu sein, wenn er die Taufe mit Guantanamo-Foltermethoden gleichsetzt: Volk im Wahn (21.7.):

… Es gibt bestimmt gute Gründe, die gegen eine Beschneidung im nicht einwilligungsfähigen Alter sprechen, so wie es gute Gründe gegen das “Waterboarding” gibt, dem christliche Kinder schon bald nach der Geburt unterzogen werden. …

Dagegen ist für den israelischen Beschneidungsgegner Jonathan Enosch die Beschneidung ein Akt der Vergewaltigung (17.7.):

In Israel kämpft die Gruppe Ben Schalem gegen Beschneidungen. Jonathan Enosch über den aus seiner Sicht barbarischen Akt und die Ahnungslosigkeit der Leute.

… Das Absurde ist, dass Juden und Muslime plötzlich zu besten Freunden wurden.

Warum kämpfen Sie gegen die Beschneidung?

Weil sie ein Akt der Vergewaltigung ist. Sie wird einem wehrlosen Kind, ohne dass es selbst darüber entscheiden kann, aufgezwungen. Würde man die Jungen erst im Alter von 13 Jahren beschneiden, dann würden sich sicher viele dagegen wehren.

… Die Familien üben großen Druck aus und beharren auf der Zeremonie.

Was sagen Sie zu dem Argument, dass die Beschneidung gesundheitsfördernd ist?

Das ist die größte Absurdität. Da wird ein gesundes Baby ohne jede Notwendigkeit operiert. Warum? Weil die Operation angeblich künftige Krankheiten verhindert. Nach derselben Logik müssten sich Frauen ihre Brüste amputieren lassen, um nicht an Krebs zu erkranken. Die Beschneidung ist das am häufigsten akzeptierte Verbrechen in der Geschichte der Welt.

Werbeanzeigen
Dieser Beitrag wurde unter Naturrecht abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Ariel Muzicant: Beschneidungsverbot wäre Judenvernichtung mit geistigen Mitteln

  1. Winfried W. Hoppe schreibt:

    Ich wäre sehr für die Beschneidung der acht Tage alten Knaben. Aber erst wenn die Sonne sich wieder um die Erde dreht und diese eine Scheibe ist. Dann könnte ich mich als unbeschnittener Ungläubiger wenigstens vom Rand der Scheibe stürzen. Bis dahin gilt auch für Religionen : Alter schützt vor Torheit nicht. Nach 3000 Jahren Tiefschlaf täte etwas Bewegung gut. Glückauf bonifats

  2. „Die Beschneidung ist das am häufigsten akzeptierte Verbrechen in der Geschichte der Welt.“:

    Einspruch! Häufiger noch als die Beschneidung ist das Verbrechen, dass die Menschen der zivilisierten Gesellschaft daran gehindert sind, wahrhaft sie selbst, wahrhaft erwachsen, wahrhaft Mensch, zu werden.
    Das ist uns allen durch die „Kollektive Zivilisations-Neurose“ angetan worden.

    Nur EINEM von mehreren tausend gelingt es wahrscheinlich – und dann auch nur durch äußersten Leidensdruck – den Weg zum wahren Erwachsenwerden zu finden.

    Und die Wissenschaft / Schulmedizin / Psychiatrie beteiligt sich maßgeblich am GENOZID gegen das „Volk der letzten wahrhaft gesund Reagierenden“, die sich nicht problemlos anpassen lassen an die normal wahnsinnige zivilisierte Gesellschaft.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.