Dieter Stein: Die zaudernden Liberalen

In seinem Streiflicht-Leitartikel warnt Dieter Stein die FDP vor der politischen Selbstaufgabe: Die zaudernden Liberalen  (2.8.):

In der Euro-Krise fehlt es an einer handlungsfähigen politischen Kraft, die das überwältigende „Nein“ der Deutschen zu den Rettungsmaßnahmen öffentlich artikuliert. Die FDP sträubt sich, diese Rolle anzunehmen. Dabei könnte genau das ihre letzte Chance sein.

Ein Leser schrieb mir in den vergangenen Tagen bestürzt über die Politik der deutschen Regierung: „Ich habe den ESM-Vertrag durchgearbeitet und war entsetzt. Das gab schlaflose Nächte. Was da auf unser Land zukommt, ließ mir keine Ruhe. Ich dachte da an unsere Kinder, Enkel und Urenkel, die dafür werden zahlen müssen.“

Solche Stimmen mehren sich. …

… Den Euro-Staatschefs will, entsetzt wie Goethes Zauberlehrling von den leichtsinnig entfesselten Kräften, das Zauberwort nicht einfallen, mit dem die einmal gerufenen Geister zu stoppen wären. Der alte Meister würde indes die Wiedereinsetzung einer soliden, nationalstaatlich gestützten Währungspolitik empfehlen. Aus ideologischer Verblendung, Größenwahn, politischer Feigheit und Inkompetenz rauscht so der Euro-Rettungszug weiter in die Katastrophe einer gigantischen Geldvernichtung, wie sie der Kontinent seit den Weltkriegen nicht gesehen hat.

… Die FDP droht mit dem Euro in den Untergang zu steuern.

Meine Meinung: Die Leader der FDP hängen wie die der übrigen Systemparteien am Tropf der transatlantischen Globalisten und tanzen nach deren Pfeife. Ein Ausstieg aus dieser Verkettung wäre nur unter Preisgabe der sozialen Lebensqualität möglich. Wer tut das schon ohne Zwang?

Ergänzung:
JF: Rettungshysterie  (4.8.):

Den bisherigen Rekord an Euro-Rettungshysterie kann der Bundesfinanzminister für sich reklamieren, der dem renommierten Ifo-Institut „Milchmädchenrechnungen“ vorwarf. Offensichtlich steht den Euro-Rettern das Wasser bis zur Oberkante Unterlippe. Der zunehmende Widerstand seitens der kleineren Koalitionsparteien FDP und CSU kann daher nur bedingt parteitaktischen Überlegungen zugewiesen werden.

Das bisherige Rekordausmaß der Euro-Rettungshysterie kann zweifelsohne der Bundesfinanzminister für sich reklamieren. Einem wirtschaftswissenschaftlichen Institut mit weltweitem Ansehen, wie es das Ifo-Institut (Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Uni München) genießt, „Milchmädchenrechnungen“ bei der Abschätzung der finanziellen Risiken der Euro-Rettung vorzuhalten, das ist schon starker Tobak. Vor allem wenn dahinter persönliche Beleidigungsversuche stecken.

Wolfgang Schäuble ist sauer, daß Ifo-Chef Hans-Werner Sinn mit über 200 Professorenkollegen einen Aufruf unterzeichnete, der der Bundesregierung ein schweres Versagen bei der Euro-Rettungspolitik vorwirft. Schon damals giftete Schäuble, dies sei „unverantwortlich und mit dem Anspruch von Wissenschaftlern nicht zu vereinbaren“. Sinn ist ihm deshalb ein Dorn im Auge, weil er sich als Kritiker der Euro-Rettungsversuche unbeirrbar und medienwirksam präsentiert.

Ein Kommentator meint zu Recht:

Die möglichst nachhaltige Schwächung Deutschlands ist wohl das erklärte Ziel dieser Euroaktion.
Es ist doch schon lange klar, daß Deutschland nicht die fleißig gemachten Schulden der anderen Euroländer abbezahlen kann. Der Zusammenbruch ist somit vorprogrammiert und war genau so beabsichtigt.
Wenn sogar „Unbeteiligte“ wie GB, die sich wohlweislich schon aus dem Abenteuer herausgehalten haben, nun noch die Frechheit besitzen Deutschland zum ewigen Zahlen zu drängen, dann spricht das Bände.
Hier hilft nur noch der schnelle Austritt, um nicht das ganze Theater noch länger mitmachen zu müssen mit dem Ziel, dann trotzdem noch mehr Schulden zu haben.

Werbeanzeigen
Dieser Beitrag wurde unter Euro abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.