Schmerzexperte: Kinderbeschneidung erhöht Gefahr chronischer Schmerzen

FN: Experte warnt: Rituelle Beschneidung verändert das Gehirn der Kinder   (12.8.):

In der Debatte um ein Gesetz zur rituellen Beschneidung von Jungen warnt der Leiter des Deutschen Kinderschmerzzentrums, Boris Zernikow, davor, dass der Beschneidungsschmerz das Gehirn der Kinder verändere. „Es kann sich ein Schmerzgedächtnis bilden“, sagte er dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

Studien hätten gezeigt, dass ohne ausreichende Schmerztherapie beschnittene Kinder bei späteren Impfungen mehr Schmerz empfinden. „Ihre Schmerzschwelle ist signifikant niedriger“, so Zernikow. „Es liegt nahe, dass für sie später die Gefahr chronischer Schmerzen größer ist.“ Der Professor an der Vestischen Kinderklinik in Datteln warnt vor allem vor der Beschneidung von Neugeborenen.

Das schmerzunterdrückende System sei erst einige Monate nach der Geburt funktionstüchtig. „Sie empfinden mehr Schmerzen als ein Erwachsener“, widerspricht Zernikow einer überholten Lehrmeinung, die sich sogar noch unter Ärzten halte. Gegen die Ausprägung eines Schmerzgedächtnisses könne nur eine betäubende Spritze direkt in die Nervenbahnen zwischen Penis und Gehirn helfen. Das gelinge selbst in Kliniken in fünf bis zehn Prozent der Fälle nicht.

„Bei rituellen Beschneidungen oder anderen weniger fachgerechten Operationen dürfte die Erfolgsquote schlechter aussehen“, so Zernikow im „Spiegel“. Ärzte hätten einen Eid geleistet, keine Operationen aus nichtmedizinischen Gründen bei Minderjährigen vorzunehmen. „Was gäbe es beispielsweise für einen Aufschrei, käme ein Achtjähriger für eine Schönheitsoperation unter das Messer?“, so der Schmerzmediziner.

Siehe dazu https://kreidfeuer.wordpress.com/tag/beschneidung/

Ergänzung:

Weser-Kurier: Kontroverse um Beschneidung  (09.08.):

Diskussion mit Vertretern von Religionsgemeinschaften und Ärzten

Bremen. Das Kölner Urteil zur Strafbarkeit religiöser Beschneidungen schlägt hohe Wellen – am Dienstag debattierte der CDU-Kreisverband Bremen-Stadt im Konsul-Hackfeld-Haus unter anderem mit Vertretern von Muslimen, Juden und Kinderärzten über das brisante Thema.

… Kinderarzt Stefan Trapp verwies dagegen auf körperliche und seelische Verletzungen infolge des Eingriffs. Der Verlust einer erogenen Zone sei so gravierend, dass die Frage im Raum stehe, ob Eltern diese Entscheidung für das Kind treffen dürfen. Das frühe Schmerzerlebnis traumatisiere Säuglinge, sagte Trapp, Vorsitzender der Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Bremen. Studien belegten, dass die beschnittenen Kinder mehr Stresssymptome als andere zeigten.

Von Traumatisierung könne nicht die Rede sein, konterten Noa und Yavuz. Seit Jahrtausenden werde der Ritus praktiziert, und noch nie hätten beschnittene Juden dagegen aufbegehrt, sagte Elvira Noa. „Sie übertreiben maßlos“, hielt sie Trapp entgegen. Laut Yavuz geraten muslimische Jungen eher in Konflikte, wenn sie nicht beschnitten sind. „Dann haben sie Akzeptanzprobleme in der islamischen Community.“

Trapp empfahl den Blick nach Schweden, das die religiöse Beschneidung mit strengen Auflagen regelt. Auch in Deutschland müsse eine pragmatische Lösung gefunden werden. Kritisch sieht er den Beschluss des Bundestags, den Eingriff in einem Gesetz grundsätzlich für zulässig zu erklären. Damit werde das Kindeswohl vom Tisch gewischt, so Trapp. Zunächst sei eine breite gesellschaftliche Debatte nötig. …

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Eine Antwort zu Schmerzexperte: Kinderbeschneidung erhöht Gefahr chronischer Schmerzen

  1. wolf herman schreibt:

    Laut Yavuz geraten muslimische Jungen eher in Konflikte, wenn sie nicht beschnitten sind. “Dann haben sie Akzeptanzprobleme in der islamischen Community.” Wie wird das festgestellt? Also Hosen runter zum Gebet?

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