Freimaurerei und Kirche

Pius.info erinnert anlässlich eines Kurzberichtes zum 275-jährigen Bestehen der ersten Loge in Deutschland an das wahre Wesen der Freimaurerei:

Leo XIII. verfasste 1884 die Enzyklika „Humanum genus“ gegen die Freimaurerei. Darin heißt es:

Die Gottlosen werden von der Freimaurerei unterstützt.
In der Gegenwart jedoch scheinen die Anhänger des Bösen sich zu verabreden und insgesamt mit vollen Kräften anzustürmen, geleitet und unterstützt von der weitverbreiteten und gegliederten Gesellschaft der sogenannten Freimaurer. Denn schon halten diese ihr Pläne nicht mehr geheim und fordern höchst verwegen sich untereinander auf gegen den allmächtigen Gott; offen und aufgescheut arbeiten sie daran, die Kirche zu vernichten und zwar in der Absicht, um, wenn es möglich wäre, die christlichen Völker aller Güter zu berauben, die ihnen durch unsern Heiland Jesus Christus zuteil geworden sind.“ (Ganze Enzyklika lesen)

Natürlich behauptet die Freimaurerei, diese Enzyklika und alle Warnungen, welche die Päpste Klemens XII., Benedikt XIV.,  Pius VII., Leo XII., Pius VIII., Gregor XVI. und Pius IX. ausgesprochen haben, seien heutzutage überholt.
Die Freimaurerei habe sich mit der katholischen Kirche heute längst ausgesöhnt. Die Verurteilungen der Kirche über die Jahrhunderte hindurch seien hinfällig.
Die Antwort hierauf ist einfach: Die Freimaurerei kann offen von Versöhnung sprechen, weil heute faktisch jeder Bürger die Ideen der Freimaurer vertritt. Natürlich ist den allermeisten nicht klar, dass diese Weltsicht diejenige der Loge ist. Dennoch ist sie flächendeckend verbreitet.

Drei Punkte werden Ihnen zeigen, dass die Ideen der Loge heute die Ideen des einfachen Bürgers auf der Straße sind:

Das allererste und wichtigste Prinzip der Freidenker war das des Relativismus der Religionen.
Noch vor dem Konzil hatte jeder Katholik das Bewusstsein, dass es eine und nureine wahre Religion gibt. Dass die anderen Religionen zwar wahre Elemente enthalten, dass sie aber nicht von Gottes Sohn Jesus Christus gegründet sind und damit nicht in den Himmel führen. Das war Allgemeingut der katholischen Welt.
Der moderne Mensch hingegen ist überzeugt: „Deine Religion ist egal. Hauptsache du bist ein guter Mensch.“ Auch Katholiken bekennen sich zum Relativismus der Loge: „Jede Religion ist gut und für den, der sie vertritt, das Richtige.“

Das zweite Dogma der Freidenker ist das verschwommene Gottesbild. Die Maurerei lehrt: Es gibt ihn schon, den sogenannten Weltenbaumeister, aber er offenbart sich nicht, und wir können nichts von ihm wissen.
Das war (und sollte es eigentlich heute auch noch sein) die Aufgabe der katholischen Kirche: Sie lehrt die Menschen ganz genau, wer und wie beschaffen Gott ist. Dass er die Liebe ist, dass er dreifaltig ist, dass die zweite göttliche Person Mensch geworden ist, um durch den Tod am Kreuz die Welt zu erlösen, und dass Christus eine einzige, wahre Religion gestiftet hat, die katholische Kirche.
Was aber denken heute die allermeisten Menschen, die nicht gerade Atheisten sind? „Es gibt schon etwas, da oben, da draußen. Aber niemand kann sagen, wer Gott wirklich ist.“ „Alle Religionen behaupten etwas, aber was ist davon richtig?“ „Wer will von sich behaupten, die Wahrheit über Gott zu haben? Das wäre ja geradezu anmaßend!“ Mit einem Wort: Über Gott kann niemand etwas Genaues sagen.

Das dritte Dogma der Freimaurer ist der Hass gegen die katholische Kirche. Voltaire, Vorreiter der Aufklärung, war der größte Kirchenhasser des revolutionären Jahrhunderts. Von ihm stammt der Spruch: „Écrasez l’infâme. – Zermalmt die Niederträchtige.“ (Gemeint ist die katholische Kirche.)
Auch diese Haltung wird dem modernen Menschen geradezu in den Verstand eingebrannt: Immer und immer wieder werden die unhaltbaren und aufgebauschten antikirchlichen Schlagwörter an allen Schulen und Universitäten und in den Massenmedien wiederholt, bis es wirklich auch der letzte Sextaner auswendig herbeten kann: Hexenprozesse, Inquisition, Kreuzzüge, Galileo Galilei, finsteres Mittelalter usw. Die Kirche ist praktisch an allem schuld, was in der Geschichte böse war: Kriege, Ausbeutung, Unterdrückung, Kindesmissbrauch usw.

Noch unter Pius XII. war die Vielzahl der Katholiken stolz auf ihre Kirche. Ja, man war stolz, wenn man sagte: „Ich bin katholisch!“ Diese Menschen wussten noch, dass alle Kultur, alle Wissenschaft, alle Kunst von der Kirche stammt. Mönche haben die ersten Schulen begründet, haben die Menschen lesen und schreiben, Ackerbau und Viehzucht gelehrt. Priester waren die ersten Naturwissenschaftler, Jesuiten die größten Forscher. Ein Dominikaner hat angesichts der Ausbeutung Amerikas die ersten Menschenrechte formuliert usw. usw. usw.

Aber all das ist aus dem kollektiven Bewusstsein verschwunden. Im Gegenteil, dank der Massenmedien hat sich aus dem freimaurerischen Hass gegen die Kirche im Kopf des einfachen Mannes dieser Satz herauskristallisiert: „Die Kirche hat extrem viel Dreck am Stecken. Sie hat in der Gesichte unendlich viel Böses verschuldet.“

In der Tat brauchen die Logen viele ihrer Ideen nicht mehr geheim zu halten, denn ihr Denken hat sich in der Gesellschaft durchgesetzt.

Dennoch gibt es auch heute noch Katholiken, die sich nicht vom Geist der Loge anstecken lassen.
Katholiken, die überzeugt sind, dass es nur eine wahre Religion gibt, dass diese wahre Religion die katholische ist, und die auch noch stolz sind auf ihre Kirche.
Einer von ihnen war Erzbischof Lefèbvre. Ihm widerfuhr ein erstaunliches Schicksal: Er wurde exkommuniziert und seine Bruderschaft als Sekte bezeichnet.

Früher geschah das genaue Gegenteil: Die Freimaurer wurden exkommuniziert und ihre Vereinigung als „Sekte“ bezeichnet. Leo XIII. nennt sie nur die „Sekte der Freimaurer“.

Ein interessanter Zusammenhang, nicht wahr?

Licht und Finsternis können eben nicht nebeneinander bestehen.

Zum Filmbeitrag: Geist der Loge.

Ergänzung 1.10.2012:

http://charismatismus.wordpress.com/2012/10/01/evangelikale-protestieren-gegen-freimaurerversammlung-im-hamburger-michel/:

Katholische Kirche und Evangelikale lehnen Freimaurerei ab

Die Freimaurer werden von den Kirchen unterschiedlich bewertet. Die EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) hält eine Doppel-Mitgliedschaft in einer Landeskirche und zugleich einer Loge für möglich, während nach Ansicht der römisch-katholischen Kirche und der evangelikalen Bewegung christlicher Glaube und Freimaurerei unvereinbar sind.

Evangelikale werfen der Freimaurerei vor, antichristliche Positionen zu vertreten und ein nebulöses Ritualsystem zu pflegen, das in Bereiche der Finsternis führe.

Nach Ansicht der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) ist unklar, ob Freimaurer ihre Rituale als Mittel zur „Selbstveredelung“ verstehen. Das würde der christlichen Rechtfertigungsbotschaft widersprechen, wonach Menschen allein durch die göttliche Gnade errettet werden.

In Deutschland gibt es etwa 470 Freimaurerlogen mit 14.000 Mitgliedern. Weltweit wird ihre Zahl auf drei bis vier Millionen geschätzt.

Bekannte Freimaurer waren neben Goethe der Komponist Wolfgang A. Mozart (1756–1791), der Dichter Gotthold E. Lessing (1729–1781) und der Preußenkönig Friedrich der Große (1712–1786).

Ergänzung 7.10.2012:

http://pius.info/streitende-kirche/953-freimaurer-und-loge/7199-freimaurerzeremonie-in-der-michaelskirche-in-hamburg   (30.9.):

… Es war das erste Mal, daß ein solches Freimaurerritual in einer Kirche in Deutschland stattgefunden hat.

Der pius.info-Fotograph berichtet: „Der Lichtzeremonie mit Kerzenübergabe folgte rituelles Mauern mit viel Geklopfe und dreimal dreimaligem Klatschen zur Begrüßung der Brüder aus dem Ausland, alles vollkommen lächerlich und spießig, aber bierernst durchgeführt.“ …

http://pius.info/video/diversa/7223-video-aufnahemnen-von-der-freimaurerzeremonie   (4.10.)

Werbeanzeigen
Dieser Beitrag wurde unter NWO abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Freimaurerei und Kirche

  1. kleedorfer schreibt:

    eine Frage: sind nicht auch viele Katholiken bei den Freimaurern? Von dem verstorbenen Franz König aus Wien hab ich das einmal gelesen, oder war das nur ein Gerücht? Sind nicht auch viele Katholiken bei den Lions, Kiwanis und Rotarier?

    • Carolus schreibt:

      Meines Wissens war König ein enger FM-Sympathisant. Die genannten Klubs sind zwar keine Logen, aber doch Vorfeldorganisationen, aus denen gern neue Mitglieder rekrutiert werden.

  2. Auch diejenigen, die im Namen der katholischen Kirche sprechen / schreiben, sind zweifellos in großer Mehrheit betroffen / befallen / beeinträchtigt von der „Kollektiven Zivilisations-Neurose“, von der ich nach 20 Jahren Arbeit am Thema sicher bin, daß ca. 99,9%, eher aber noch 99,99 oder 99,999% der Menschen der zivilisierten Gesellschaft davon schwer beeinträchtigt sind und die wirklich Wirklichkeit – vor allem die geistig-seelische-spirituelle Wirklichkeit – nicht wahrnehmen können.
    Der einzig wahre Glaube ist der ganz persönliche, individuelle, SELBST ERARBEITETE und niemals der ohne Eigenarbeit aus Vorgefundenem Übernommene.
    Ich bin zwar katholisch getauft – auf Wunsch meiner Großmutter und meines katholischen Vaters, aber das, was im Kirchenbereich gesprochen wurde, hat mich nicht innerlich erreicht, nicht bewegt. Und deshalb habe ich weder die katholische Kommunion noch die evangelische Konfirmation gewählt, sondern die humanistische Jugendweihe und habe mich von der Kirche entfernt mit der Hoffnung, Gott – so es ihn denn wirklich geben sollte – auch außerhalb der organisierten Kirche(n) zu finden.
    Rund 25 Jahre später – nach schwerer Krise – offenbarte er sich mir. Dem, der ihn gar nicht mehr gesucht hatte, sondern voll vereinnahmt war von der materiellen Seite der Welt, von der „Normalität“ des Lebens in der zivilisierten Gesellschaft.
    In meiner suizidalen Krise im Dezember 1987 war ich am „Nullpunkt“ angelangt, „STILL“ geworden – wie es in der Bibel zu lesen ist. Und das war die Voraussetzung für den Kontakt.
    Die folgenden drei Jahre brauchte ich, um mich von dem Nervenzusammenbruch und der diagnostizierten „depressiven Verstimmung“ nach dem Suizid des jüngsten Bruders zu erholen, bevor weitere Schlüssel- / Grenzerfahrungen mich weiterführten in meiner geistig-seelischen Entwicklung.
    Details dazu sind auf meiner homepage http://www.Seelen-Oeffner.de oder im Weltenwandler-Forum nachzulesen.

    Die christliche Religion, die die Römer uns nach Germanien und zu unseren Nachbarn brachten, vermittelten sie uns VERFÄLSCHT. Wahrscheinlich sogar in der bewußten Absicht, uns einer SPIRITUELLEN KASTRATION zu unterziehen.
    Dafür sprechen auch die jahrhundertelangen Aktivitäten der „Heiligen Inquisition“, die emsig dafür wirkte, alle Reste der früheren – gesunden – Spiritualität der besiegten „Barbaren“ zu kupieren und abzutöten.

    Die Römer waren ja selbst schon Opfer der „Kollektiven Zivilisations-Neurose“, die sie von anderen / früheren „Hochkulturen“ übernommen hatten und deren Beginn ca. 10.000 Jahre oder mehr zurückliegt. Diese „Krankheit der Gesellschaft“ wurde schon in den Moses-Geschichten beschrieben – vor allem im „Tanz um das Goldene Kalb“ und ebenso im Neuen Testament an verschiedenen Stellen.

    Die Bibel ist aus meiner heutigen Sicht nicht PRIMÄR ein Buch, um GESUNDE Menschen zu Gott zu führen, sondern ein „Lebenshilfe-Buch“ primär für die „Entfremdeten“, die durch die „Kollektive Neurose“ „Abgetrennten“.

    • kleedorfer schreibt:

      1987
      Lieber Wolfgang,
      Neunzehnhundertsiebenundachtzig war das Jahr in dem ich zu Jesus finden durfte. Nach jahrelanger Suche nach der Wahrheit in allen möglichen Religionen und esoterischen Strömungen hat Jesus mir ein neues Herz geschenkt, ich durfte von neuem geboren werden. In allen Religionen geht es darum sich abzumühen um erlöst zu werden, bei den Esoterikern darum irgendwelche höheren Ebenen zu erreichen. Bei Jesus dürfen wir „nach Hause kommen“. Er hat unsere Erlösung bewirkt, wir dürfen uns bei ihm anhängen. Für mich war einerseits die logische, sachliche Wahrheitssuche entscheidend, anderseits aber auch die herzliche persönliche Gemeinschaft mit Gott. Mit Jesus zu leben gibt mir eine Freude, die unabhängig ist von äußeren Umständen. Als Esoteriker war ich damals kaum noch in der Lage im normalen Leben durchzuhalten. Mit Jesus darf ich in dieser Welt leben und trotzdem im Himmel zu Hause sein.
      Mit lieben Grüßen,
      Leopold

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.