Almut Rosebrock: Mutterschaft wertschätzen!

Almut Rosebrock (CF): Unser Recht auf unbeschwertes Muttersein – Plädoyer für eine stärkere Wertschätzung der Mutterschaft  (4.10.):

Für die Tiere in unseren Zoos und Haushalten gilt das tierschutzgesetzlich zugesicherte Recht, ihren Nachwuchs so lange möglichst ungestört bei sich zu haben, bis die Kleinen von sich aus zur Ablösung bereit sind. Die Natur hat, je nach Art verschieden, den Zeitpunkt dafür vorgegeben.

Bei uns Menschen ist das (neuerdings) anders. Der Arbeitgeber ruft. Geld muss verdient werden. Die „höhere” Bestimmung der Frau.

Die gott- bzw. naturgegebene mütterliche Intuition hat seit Jahrmillionen dafür gesorgt, dass Frauen ihre Kinder beim Heranwachsen zu seelisch gesunden und stabilen reifen Menschen intensiv begleitet haben.

Ab dem Alter von etwa drei Jahren (das variiert von Kind zu Kind) sind die Kleinen von sich aus bereit, ihre Mutter auch mal für längere Zeit von sich entfernt zu wissen. Darum beginnt in diesem Alter (bisher) die Kindergartenzeit.

Der moderne Mensch, der „Homo oeconomicus“, sei nun anders, wollen unsere Politiker und „Wirtschaftsspezialisten“ uns weismachen: Die höhere Bestimmung der Frau sei Akten sortieren, für andere Menschen putzen, Waren verkaufen, Recht sprechen oder für die Gesundheit anderer Menschen zu sorgen. Dafür müssen die kleinen Menschlein, die eigenen Kinder zwangsläufig „aus dem Weg“.

Die mütterliche Intuition hat „ausgedient“, die das verlässliche Umsorgen der Kleinstkinder in den mütterlichen Alltag integriert vorsieht. Da lernen die Kleinen 24 Stunden täglich durch Beobachten, durch Imitation und durch lebendige Kommunikation mit der sie liebenden, von ihnen individuell „begeisterten“ Mutter und anderen Menschen im heimischen Umfeld das Leben kennen.

Das Kind trinkt, wenn es Durst hat, schläft, wann es müde ist und solange es nötig ist.

Es darf, individuell von Mama, der Person, der es seit der Zeugung vertraut ist, begleitet – (zeitweise ggf. von anderen nahen Personen, denen die Mutter vertraut) – die Welt, die es für die nächsten 80 oder 90 Jahre beherbergen wird, entdecken und für sich „erobern“.

Umhüllt vom mütterlichen Schutz, von mütterlicher Geborgenheit. In selbstbestimmtem Tempo. Mit selbstbestimmten (Interessen-)Schwerpunkten – die die Mutter, der Vater mit prägen kann, je nach eigener Lebensgestaltung und Geschmack.

Die „moderne Zeit“ bricht ein. Sie setzt Mütter unter Druck – und will Kinder optimieren und „besser“ bilden. Aus gewaltig hohen Summen Geldes, von der Allgemeinheit erarbeitet, sollen die kleinen Tims, Annas, Lottes, Maxis und wie sie alle heißen, von „Profis“ betreut und „gebildet“ werden. In Einrichtungen zu 20, 50, 75, 100 oder gar mehr Kindern.

Eins von vielen Menschen sein – nicht das eine, einzigartige Kind der Mama, der Schatz, der Augapfel – diese Erfahrung soll früh in das junge Erdenleben einbrechen.

Fragt jemand nach den Folgen, die das für die Kinder hat?

Wo bleibt die mütterliche Intuition, die den verlässlichen Schutz und die individuelle Förderung für das Kleine, ggf. zusammen mit Geschwisterkindern, bis zum Zeitpunkt der „Ablösereife“ vorsieht?

Die aktuelle Diskussion um das Betreuungsgeld zeigt, was Mütter und deren Arbeit der heutigen Politik – und deren „Personal“ – wert sind, wert zu sein scheinen.
Nämlich NICHTS!

Mich als zweifache engagierte Mutter trifft das zutiefst! Muttersein ist die allererste und wichtigste BERUFUNG der Frau!

Ungestört, mit viel Zeit, individuell und geschützt durch die Fürsorge des männlichen Gegenpols, durch den das Leben entstanden ist, die ersten Schritte als Mutter gehen, die Wachstums- und Reifeschritte der Heranwachsenden aufmerksam und unterstützend begleiten  –  das ist ein unbeschreibliches Erlebnis!

Es bildet die (unsichtbare, aber spürbare) Grundlage für ein gemeinsames Leben mit diesen neuen Weltenbürgern – bis zum Tod.

Das ist Arbeit. Das ist Herausforderung. Das erfordert ganze Hingabe und vollen Einsatz. Frau sieht und spürt die Konsequenzen ihres Handelns. Als EINZIGE Mutter! Voller SINN!

Staunenswerterweise gehen die Kinder ihren Weg, werden eigenständige Persönlichkeiten. Aber doch grundlegend geprägt vom Elternhaus.

Im Alter und auf dem Sterbebett redet kein Mensch von seiner Berufstätigkeit! Es ist die Mama, die gerufen, von der erzählt wird!

Wie werden unsere Kleinen heranwachsen, wenn wir ihnen die MAMA „rationieren“, die mütterliche Geborgenheit, Liebe, Ruhe und familiäre Individualität bis hin zur natürlichen Ablösereife vorenthalten, sie quasi gewaltsam abkürzen?

Ich plädiere, zusammen mit zahlreichen „Familienengagierten“ und „Kindererfahrenen“ dafür, diesen „Menschenversuch“ aus Steuergeldern zu unterlassen!

Ich, wir halte/n es für gefährlich für die Entwicklung und das Weiterbestehen der Art, gegen derart grundsätzliche Entwicklungstatsachen aktiv anzuarbeiten und Kleinstkinder vor der natürlichen Ablösezeit (drei Jahre bzw. 36 Monate)  in Fremdbetreuung zu drängen!

Die kindlichen wie die mütterlichen Gefühle werden dabei „über den Haufen geworfen“. Das kann nicht ohne Folgen bleiben.

MÜTTERLICHKEIT, bedingungslose LIEBE, wird in unserer Gesellschaft zwar nicht geschätzt  –  aber sie ist absolut NOT-WENDIG!

„Trainiert“ man sie den Müttern ab – was wird dann in der Zukunft sein?

Unterrichten wir (zukünftige) Mütter – und Väter in den Grundlagen der Lebensführung und Erziehung! Die Eltern leben es vor, in der Praxis. In ihrem Alltagsleben. Schule und andere öffentliche Einrichtungen sollen die Elternhäuser unterstützen. Sie sind wichtig, zu ihrer Zeit  –  aber auch nicht zu überschätzen!

Die Entwicklung hin zum erwachsenen Menschen verläuft ganz individuell. Verantwortlich und vernünftig leben. Gesunde Ernährung. Ausreichend Bewegung. Möglichst wenig „Substanzmissbrauch“ (Tabak, Alkohol, Drogen). Ein verantwortliches Sexualleben (die beste „Vorbeugung“ gegen Schwangerschaft in prekären Situationen!).

MENSCHEN sind die Lösung für die „demographische Katastrophe“ – die uns täglich als Schreckgespenst an die Wand gemalt wird!

Begleiten und unterstützen wir sie achtungsvoll und individuell in der Wahrnehmung der so grundsätzlich wichtigen Aufgabe des Familienlebens mit Kindern.

Dazu gehört es auch, Müttern, die für sich das baldige Weiterarbeiten im Beruf für wichtig halten, passende Angebote zur Kinderbetreuung vorzuhalten.

Mütter, denen die enge Bindung an ihr Kleines, der Intuition folgend, viel bedeutet, sollten hierin unterstützt werden. Das gilt besonders für Eltern in schwierigen Lebensverhältnissen!

Hier ist die optimale Lösung NICHT, das Kind wegzunehmen  –  sondern Mutter und Kind sollten GEMEINSAM Wege zur erfolgreichen Lebensgestaltung aufgezeigt und vorgelebt werden. Eine spätere Wiedereingliederung in das Berufsleben – wie benötigt – gehört dazu.

Mütter und Kleinstkinder gehören IN die Gesellschaft. Zunächst zusammen. Junge Mütter brauchen, mit ihren Kindern, Gemeinschaft, Stärkung und Ermutigung! Das Leben mit Kindern ist anstrengend und fordernd. Es fordert auch den Intellekt.

Die „moderne Zeit“ will: U3-Kinder in Kitas – und junge Mütter an die Arbeitsplätze!

Die NATUR: Mutter-Kind-Bindung. Leben in Geborgenheit. Möglichst wenig Trennung —  es sei denn, die Mutter  w i l l   es wirklich so. Und es geht gar nicht anders.

Echte EMANZIPATION sollte zu Freiheit und Selbstbestimmung führen – und zur Erfahrung von Wertschätzung, die JEDEM Menschen gleich gebührt.

Almut Rosebrock, Apothekerin und Mutter
Aktionsbündnis „Gerne leben mit Kindern“: www.glmk.de

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