Friedensnobelpreis an EU: Scherz, Farce, Schande

http://www.mmnews.de/index.php/politik/11055-farage-eu-nobelpreis-ist-eine-schande  (12.10.):

Nigel Farage: Der Friedensnobelpreis für die EU ist eine Farce.

… Nigel Farage kritisiert die Entscheidung, den Friedensnobelpreis an die Europäische Union zu verleihen: „Man muss nur seinen Augen öffnen um zu sehen, wie Gewalt und Aufstand in der EU zunehmen – ausgelöst durch den Euro.“

Farage weiter: „Spanien ist kurz vor dem Bail-out. Einflußreiche Militärfunktionäre warnen, dass die Armee in Katalonien intervenieren wird. In Griechenland hungern viele Menschen, Kinder werden von ihren Eltern verlassen aus verzweifelter Verarmung und es vergeht kaum eine Woche, wo es nicht irgendwo in den Hauptstädten zu gewaltsamen Protesten kommt gegen die Troika und das „ökonomische Gefängnis“, welches sie über die Staaten verhängt hat.

Die nächste Stufe ist, dass die Nationen aufgelöst werden. Die Verleihung des Nobelpreises an die EU ist eine Schande.

Den letzten Versuch in Europa eine neue Flagge zu hissen und eine gemeinsame Währung sowie Nationalität einzuführen nannte man „Jugoslawien“. Die EU wiederholt nun diesen gleichen tragischen Fehler.
Anstatt Frieden und Harmonie zu stifften, wird die EU der Grund für Aufstände und Gewalt sein!“

http://derstandard.at/1348285864445/Freude-aber-auch-Kritik-in-der-EU  (12.10.):

… So zeigte sich der freiheitliche Europaabgeordnete Andreas Mölzer „verwundert“ über die Entscheidung des Nobelpreis-Komitees, denn die heutige EU habe sich „meilenweit“ vom europäischen Friedensprojekt entfernt, erklärte er in einer Aussendung.
… Die EU ist aus Sicht Mölzers in der derzeitigen Eurokrise kein „Faktor der Stabilität“, im Gegenteil: „Die EU legt mit ihrem Vereinheitlichungs- und Zentralisierungswahn den Keim für kommende Konflikte, was die Eurokrise eindrucksvoll bestätigt.“ Die Währungsunion habe nicht zu einem Zusammenwachsen der Völker, sondern zu „neuem Hass und zu Spaltungstendenzen“ geführt, so der FPÖ-Mandatar. „Vom europäischen Friedensprojekt hat sich die real existierende Europäische Union unserer Tage meilenweit entfernt.“

… Der tschechische Präsident und EU-Skeptiker Vaclav Klaus hat die Bekanntgabe in einer ersten Reaktion als „Scherz“ abgetan. Der neoliberale Staatschef könne die Nachricht nicht glauben, sagte sein Sprecher Radim Ochvat am Freitag der Zeitung „Pravo“.

Ergänzung 15.10.2012:

Beatrix von Storch (FreieWelt.net): Dem Friedensnobelpreiskomitee den Karnevalsorden „Wider den tierischen Ernst“!   (12.10.):

Der Friedensnobelpreis für die EU? Zugegeben — spätestens mit der Verleihung an Obama war der Preis ohnehin, sagen wir mal, fragwürdig. Aber die Verleihung an die EU ist, mit Verlaub, lächerlich, entlarvend und – hätte es des Beweises bedurft – der Nachweis dafür, daß hier nicht ein Preis für Leistung vergeben, sondern Propagandamunition gegossen werden soll.

Zwar  ging der Preis wahrscheinlich nur deshalb an die EU, weil man einer Währung, dem EURO z. B., den Preis nicht verleihen kann, aber das macht es auch nicht besser. Niemals in der europäischen Geschichte dürften mehr Menschen, friedlich oder massiv randalierend, auf die Straßen gegangen sein, um gegen die Folgen des von der EU, der EU-Kommission und den vielen EU-Räten zu verantwortende Politik, die endlosen Zwangsmaßnahmen und die zentralistische Bevormundung der nationalen Staaten demonstriert zu haben. …

Hans-Olaf Henkel (FreieWelt.net): Friedensnobelpreis, nicht für den Euro!   (15.10.):

Warum das Nobel-Komitee den Preis ausgerechnet jetzt an die EU verliehen hat, gibt Rätsel auf. Angesichts der bedrohlichen Euro-Krise erscheint die Aktion wie eine Verzweiflungstat.

… Die offensichtliche Motivlage der Jury, die Begründung und der Zeitpunkt dieser Entscheidung lassen aber den Verdacht aufkommen, hier solle in einem letzten Verzweiflungsakt den Eurorettungspolitikern noch einmal kräftig unter die Arme gegriffen werden.

Der Chef des Preiskomitees, der Norweger Thorbjørn Jagland, hätte sich als Europabeamter wegen seines eklatanten Interessenkonflikts aus der Jury verabschieden müssen. So hat er sich den Preis auch selbst zuerkannt.
Aus der Sicht vieler Norweger sollte mit dieser Entscheidung auch den wenigen norwegischen Politikern geholfen werden, die sich immer noch schwarz darüber ärgern, dass ihr Land nicht nur nicht in der Eurozone, sondern nicht einmal in der EU ist.

… Deshalb: Gerade um des lieben Friedens willen, lasst uns den Einheitseuro abschaffen!

Ergänzung 16.10.2012:

Claus Wolfschlag (JF): Ich habe den Nobelpreis  (15.10.):

Hurra, ich bin Friedensnobelpreisträger. Nur komischerweise geht es mir irgendwie am Hintern vorbei. Auch jubelnde Autocorsos auf den Straßen habe ich nicht mitbekommen. Das mag am mangelnden europäischen Bewusstsein liegen. Pädagogische Arbeit ist also gefragt.

… Schon zur Auszeichnung Barack Obamas 2009 konnte man sich fragen, ob der Preis nicht posthum, sondern als vorab getätigter Wunsch verliehen wurde. Nun, vielleicht hat die Hautfarbe des US-Präsidenten irgendwie zum Weltfrieden beigetragen oder vielleicht hat es ihn 2008 mal im Finger gezuckt, auf den Atombombenknopf zu drücken, und er hat es dann aber doch nicht getan. Wer weiß schon, welche Geheiminformationen dem Nobelkomitee in Oslo vorliegen.

Oder die norwegische Bürokratie hinkt um Jahrzehnte ihrer Arbeit hinterher. Und so kommt das Komitee erst 55 Jahre nach der Unterzeichnung der Römischen Verträge darauf, die EU auszuzeichnen. Damals brauchte es allerdings weder eines Bundes-Superstaates, noch einer selbstherrlich agierenden globalistischen Elite, noch eines Euro, um Frieden zu garantieren.

Nigel Farrage hat zwar klarsichtig die konkreten Folgen des Versuchs erkannt, ein einheitliches Sozialniveau im EU-Raum herbeizuschleifen: „Anstatt Frieden und Harmonie zu stiften, wird die EU der Grund für Aufstände und Gewalt sein!“ Und auch von pazifistischer Seite wird die Verstrickung der EU in kriegerische Auseinandersetzungen bemängelt. Schließlich sind die EU-Mitgliedsländer zusammengezählt der größte Waffenexporteur der Welt.

Das dürfte hingegen die Superstaats-Ideologen nicht kümmern, deren Front von Kommissar in spe Schäuble, über die Finanzindustrie bis zum unvermeidlichen Links-Globalisten Daniel Cohn-Bendit reicht. Guido Westerwelle ist jedenfalls „stolz und glücklich“ und Martin Schulz sogar „tief bewegt“. Es wächst eben zusammen, was zusammen gehört, denn die Nomenklatura will die Nation endlich opfern.

… Nichts fürchtet die globalistische Elite eben mehr als eine mögliche Re-Nationalisierung der politischen Strukturen. Immerhin gibt es leise Hoffnung, daß dem Projekt der EU ein Bein gestellt wird. Denn die nationalen Unabhängigkeitsbewegungen nehmen nun auch in Westeuropa zu. Katalonien, das Baskenland, Flandern und Schottland sind bereits im heftigen Rumoren. Auch auf Korsika, in der Bretagne oder Norditalien könnten Bemühungen um mehr Selbständigkeit zunehmend auf fruchtbaren Boden fallen.

Zum Frieden in Europa bedarf es keines Bundesstaates, keiner „Vereinigten Staaten von Europa“.

… Nein, wir benötigen ein Europa der Vaterländer und kleinere Strukturen, in dem die Bürger wieder mehr Mitsprache erhalten. Kriege werden heute ohnehin kaum mehr zwischen Staaten geführt. Insofern reichen multilaterale europäische Gremien, um ökonomische und außenpolitische Interessen auch im 21. Jahrhundert weltweit gebündelt durchsetzen zu können. Aber, um mit Karl Albrecht Schachtschneider zu schließen, dazu brauchen wir keine flatternden blauen EU-Fahnen.

Ein Kommentator empört sich zu Recht:

Was die Verleihung des „Friedensnobelpreises“ an die EU angeht: Mit dieser billigen Agitprop-Aktion hat die internationale Herrschaftsclique die Grenzen des guten Geschmacks so deutlich verletzt, daß man hoffen darf, der Schuß gehe nach hinten los.
Diesen Gesinnungsethiker-Preis an das postdemokratische Monstrum ausgerechnet in dem Moment zu verleihen, in dem in Griechenland schon die Autos brennen und in Spanien sich die Jungakademiker ihr Mittagsmenü an der Mülltonne zusammenstellen müssen, zeugt von einer Chuzpe, die nur noch Fassungslosigkeit bewirkt.
Ich vermute beinahe, daß diese Verleihungsaktionen (auch schon die an Obama) von den Verantwortlichen durchaus als Gesten des Hohns gegenüber dem dumpfen Stimmvieh gemeint sind.

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3 Antworten zu Friedensnobelpreis an EU: Scherz, Farce, Schande

  1. kleedorfer schreibt:

    The prize doesn’t always go to the most deserving.

    Irena Sendler There recently was a death of a 98 year-old lady named Irena (12 May 2008). During WWII, Irena, got permission to work in the Warsaw ghetto, as a Plumbing/Sewer specialist. She had an ‘ulterior motive’. She KNEW what the Nazi’s plans were for the Jews (being German). Irena smuggled infants out in the bottom of the tool box she carried and she carried in the back of her truck a burlap sack, (for larger kids). She also had a dog in the back that she trained to bark when the Nazi soldiers let her in and out of the ghetto. The soldiers of course wanted nothing to do with the dog and the barking covered the kids/infants noises. During her time of doing this, she managed to smuggle out and save 2500 kids/infants. She was caught, and the Nazi’s broke both her legs, arms and beat her severely. Irena kept a record of the names of all the kids she smuggled out and kept them in a glass jar, buried under a tree in her back yard. After the war, she tried to locate any parents that may have survived it and reunited the family. Most had been gassed. Those kids she helped got placed into foster family homes or adopted.

    Last year Irena was up for the Nobel Peace Prize. She was not selected.

    Al Gore won — for a slide show on Global Warming!

    63 years later In MEMORIAM – 63 YEARS LATER

  2. Wolf Michael schreibt:

    Ich konnte es in der Tat auch nicht glauben. Der Namensstifter des Preises würde sich wahrscheinlich im Grab umdrehen, wenn er wüsste, an was für Blindgänger in der letzten Zeit dieser Preis vergeben wurde. Die EU als Preisträger ist eine Lachnummer.

  3. Einen besseren Beweis für die pandemisch galoppierend grassierende pathologische Dummheit (= Unweisheit – aufgrund der „Kollektiven Zivilisations-Neurose) kann es kaum geben.

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