Anmerkungen zu Gabriele Kuby: „Die globale sexuelle Revolution — Zerstörung der Freiheit im Namen der Freiheit“

Wolfgang Waldstein: http://www.medrum.de/content/die-gender-ideologie-eine-geistige-zerstoerung-von-ungeheurem-ausmass  (3.11.):

Man muss das Buch gelesen haben, um das Ausmaß der geistigen Zerstörung fassungslos zu begreifen, die von der Gender-Ideologie bewirkt wird. Ich möchte nur zwei Punkte hervorheben, die mir besonders wichtig erscheinen.

Verheerende Folgen des Aufstands gegen die natürliche Realität der menschlichen Natur

Der erste Punkt betrifft eine Grundannahme der Gender-Ideologie. Sie wurde besonders drastisch von Judith Butler formuliert. Kuby übersetzt den Text folgendermaßen ins Deutsche: „Männer und Frauen gibt es gar nicht. Das Geschlecht ist eine Phantasie, etwas, das wir nur deswegen glauben, weil es uns so oft gesagt wird.” (S. 82). Dieser Aufstand gegen die natürliche Realität der menschlichen Natur, die für jedes Kind ohne weiteres klar ist, lässt unwillkürlich an einen Ausspruch des Polonius in Shakespeares Hamlet denken: „Ist dies schon Tollheit („madness“), hat es doch Methode” (Hamlet 2, 2).

Und in der Tat: diese Methode hat in ihrer Anwendung verheerende Folgen. Diese zeigen sich ganz besonders in der faktischen Aufhebung des im 1. Zusatzprotokoll zur Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten gesicherten Erziehungsrechts der Eltern. Der Art. 2 des  Zusatzprotokolls bestimmt: „Der Staat hat bei Ausübung der von ihm auf dem Gebiete der Erziehung und des Unterrichts übernommenen Aufgaben das Recht der Eltern zu achten, die Erziehung und den Unterricht entsprechend ihrer eigenen religiösen und weltanschaunlichen Überzeugungen sicherzustellen.” Die obligatorische Schul-Sexualkunde führt schlicht zur Missachtung  dieser Bestimmung.

Schutz gegen Menschenrechtsverletzungen nur noch „gender-konform“

In Deutschland werden Eltern, die ihre Kinder vor dieser Frühverführung bewahren wollen, gerichtlich verfolgt. Ich möchte dazu einen Absatz aus Kubys Buch wörtlich wiedergeben: „Das Schulpflichtgesetz wurde rigoros angewandt. 2009 mussten mehrere Väter und Mütter ins Gefängnis. Im Fall der 15-jährigen Melissa Buserkos wurde den Eltern für mehrere Monate das Sorgerecht entzogen und das Kind ins Heim gesteckt. …  Die Verfassungsklage der Eltern wurde 2009 vom BverfG zurückgewiesen. Fünf Elternpaare strengten daraufhin eine Klage beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte … an, aber auch der EGMR wies die Beschwerde zurück mit der Begründung, »die schulischen Veranstaltungen seien in einer objektiven, kritischen und pluralistischen Art und Weise durchgeführt worden, und deshalb seien keine Konventionsnormen verletzt« (S. 362). Was Art 2 des 1. Zusatzprotokolls zur EMRK bestimmt, „Der Staat hat … sicherzustellen”, das wird in der Gender-Verblendung einfach ignoriert. Die Achtung des Inhalts der religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen wird durch formale Kriterien ersetzt. Und das vom EGMR. Damit ist klargestellt, dass es in Europa keine Instanz mehr gibt, bei der in ihrem Menschenrecht Verletzte Schutz finden können, wenn ihre Beschwerde nicht genderkonform ist.

Abtreibung als Menschenrecht schließt Aufhebung aller Menschenrechte ein

Der zweite Punkt ist die Forderung, Abtreibung als Menschenrecht anzuerkennen. Kuby widmet  diesem Problem besonders die Seiten 102–106. Sie stellt zunächst die Frage: „Wie konnte es gelingen, neues internationales Recht zu schaffen, um aus dem Menschenrecht auf Leben ein »Menschenrecht« auf Töten abzuleiten, Abtreibung also zum Menschenrecht zu erklären und dieses den Mitgliedstaaten aufzuzwingen? Wie konnte der Widerstand von souveränen Staaten und deren Bevölkerung unterlaufen werden? Wie konnte dies alles unter dem Schein der Legitimität geschehen?” Sie sagt dann: „Die einfache Antwort: durch Networking. Man bringt die »global players« zusammen, auf dass sie unsichtbar und unkontrolliert am gleichen Strang ziehen. Dies geschah 1996 in Glen Cove, New York.” Die anschließende Schilderung der Vorgänge entlarvt die erschreckenden Manipulationen bei diesem ganzen Vorgehen. Der Abschnitt schließt mit der bitteren Erkenntnis: „Die Vereinten Nationen waren nach dem  Zweiten Weltkrieg ein Licht der Hoffnung für die Völker der Welt. Heute sind sie die Speerspitze kulturrevolutionärer Veränderung” (S. 106). Ein Menschenrecht auf Töten kann es nicht geben, denn es schließt die Aufhebung aller Menschenrechte eines Menschen ein. Das Menschenrecht auf Leben ist die Voraussetzung für alle anderen Menschenrechte.

Gegenwehr gegen Totalitarismus der Gender-Ideologie

Gabriele Kuby hat den Mut, die Einzelheiten der unvorstellbaren Vorgänge mit schonungsloser Klarheit darzustellen. Was der Untertitel aussagt: „Zerstörung der Freiheit im Namen der Freiheit”, wird mit einer unglaublichen Fülle von konkreten und erschütternden Beispielen aufgezeigt. Dabei spielt auch das Schweigen der nationalen Kirchen zu diesen Vorgängen oder sogar eine teilweise Mitwirkung eine traurige Rolle. Die Klarstellungen der Päpste zu den Fragen der Sexualerziehung, besonders durch Johannes Paul II. und Benedikt XVI., auf die Kuby verweist, werden nicht beachtet.

Robert Spaemann schließt sein Geleitwort mit Worten ab, denen ich mich aus ganzem Herzen anschließe. Er sagt: „Dass Gabriele Kuby den Mut hat, die Bedrohung unserer Freiheit durch eine antihumanistische Ideologie beim Namen zu nennen, bringt ihr möglicherweise Feindseligkeit, ja sogar Hetze ein. Sie hat stattdessen für ihre Aufklärungsarbeit unser aller Dank verdient. Möglichst viele Menschen sollten das Buch lesen, um aufmerksam zu werden, was auf sie zukommt, wenn sie sich nicht wehren“ (S. 15).

Die Frage ist nur, ob und wie man sich in dem von Kuby aufgezeigten Totalitarismus der Gender-Ideologie überhaupt noch wird wehren können, wenn selbst der  Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Hilfe verweigert. Wird vielleicht das unterdrückte Volk, wie bei den früheren, bis in unsere Zeit reichenden totalitären Systemen, dazu gezwungen werden,  mit einem Volksaufstand diesen neuen Totalitarismus abzuschütteln? Ich kann nur hoffen, dass andere Wege zur Beendigung des herrschenden Zustandes gefunden werden. …

Siehe auch: Rezension: Gabriele Kuby: Die globale sexuelle Revolution

Ergänzung 5.11.2012:

Auch Christa Meves empfiehlt Kubys Buch:

… Ich habe heute aber noch Hochbedeutsames zu berichten: Das Erscheinen des ausgezeichneten Enthüllungsbuches von Gabriele Kuby:

Die globale sexuelle Revolution

Dass dieses Buch geschrieben wurde, ist brandnötig; denn es bringt Licht in das Fragen nachdenklicher Menschen, wenn es um Themen geht wie Gender Main­streaming, Homosexualisierung, die neuen drastischen Trends in der Kinder­garten­pädagogik, die obligatorische Sexualerziehung bereits in der Grundschule.

Die Soziologin Gabriele Kuby hat sich aus Verantwortungsbewusstsein die verdienstvolle Mühe gemacht, die Ziele dieser globalen Revolution einer gründlichen wissenschaftlichen Recherche zu unterziehen. Es ist ihr gelungen, die Strategien dieser verhängnisvollen Ideologie zu entlarven, indem sie Ross und Reiter nennt. Sie entschleiert so einen Generalangriff auf wissenschaftliche Wahrheit, weil diese den Prämissen und Zielen der Revolte entgegensteht; denn Vernichtung der Menschlichkeit und der Individualität des Homo sapiens gehören zum Etappenplan. Die Autorin deckt damit nicht etwa nur ein paar merkwürdige, scheinbar zeitgemäß gewordene Übertreibungen auf, wie vor allem Gender Mainstreaming häufig noch von harmlosen Bürgern eingeschätzt wird, sondern eine globale Strategie international agierender Netzwerke. Dazu gehören UN, EU, große Stiftungen wie Rockefeller und Bill Gates und Nicht-Regierungs-Organisationen wie International Planned Parenthood Federation (IPPF) und die International Lesbian and Gay Association (ILGA), die mit Milliarden Dollar und Euro operieren, um eine neue Ethik durchzusetzen. Deren Kern ist die „Deregulierung der sexuellen Normen“. Mit Erschrecken muss der Leser in dem detailliert recherchierten Buch erkennen, dass tatsächlich geschieht, was der Untertitel aussagt: „Die Zerstörung der Freiheit im Namen der Freiheit“. (Es ist in leicht eingängiger Sprache geschrieben und liest sich wie ein Kriminalroman, der aber leider keine Fiktion, sondern Realität ist.

Die Demaskierung eines neuen Totalitarismus in Kubys Werk geschieht in später Stunde, aber hoffentlich noch rechtzeitig genug, um Widerstand zu wecken gegen eine vielleicht bald irreversibel krankgemachte Gesellschaft. Jedenfalls kann später, wenn die verkaufte, verarmte junge Generation beginnt, die Väter anzuklagen, sich niemand mehr damit herausreden, die Hintergründe dieses Feldzugs gegen die Familie und die Zukunftsfähigkeit der ganzen Gesellschaft seien einst unbekannt gewesen.

Gabriele Kubys Buch sei deshalb jedem Mann und jeder Frau zur Pflichtlektüre empfohlen. Es sollte auf den Weihnachtstischen des Spätbürgertums in unserem Land liegen. …

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Eine Antwort zu Anmerkungen zu Gabriele Kuby: „Die globale sexuelle Revolution — Zerstörung der Freiheit im Namen der Freiheit“

  1. Wolfgang Heuer schreibt:

    Es darf eigentlich nichts mehr verwundern, wenn man erst einmal begriffen hat, dass die pathologische Dummheit, der pathologische Irrsinn – oder wie auch immer man das nennen will – in der zivilisierten Gesellschaft NORMAL – mehrheitsnormal – ist. Manfred Lütz, Köln, nennt es „blödsinnig normal“.
    Heinz von Foerster nannte diese Krankheit „Dysgnosie“ in seinem Buch „Wissen und Gewissen“ und beschrieb dort die Symptome bzw. den von ihm und seinen Kollegen beobachteten Verlauf resp. die kontinuierliche Abwärtsentwicklung.
    Von höherer Warte aus gesehen, handelt es sich um einen – fortgeschrittenen – STERBE-Prozeß eines planetenweit ausgebreiteten Organismus. Die Zuckungen des Todeskampfes lassen sich in den Geschichtsbüchern ablesen an den dort verzeichneten Kriegen, Revolutionen und ähnlichen oder anderen menschenverursachten Katastrophen – von C.G. Jung und evtl. auch anderen „Kollektive Psychose(n)“ genannt (die letzte größere hier war die von 1933-1945). Die nächste steht schon vor der Tür. Die Ursache: Die „Kollektive Zivilisations-Neurose“, von der die zivilisierte Gesellschaft seit ca. 10.000 oder mehr Jahren befallen und zunehmend beeinträchtigt ist.

    Grundlegende, nachhaltige HEILUNG ist möglich. Ohne Medikamente, ohne ärztliche Eingriffe. Durch Erkenntnis und entsprechende Bewußtseins-(weiter-)Entwicklung.

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