Albert Wunsch: Stärkung der Erziehungsqualität von Eltern

Ich bringe hier einige Auszüge aus einem Interview von FreieWelt.net mit dem Erziehungswissenschaftler Albert Wunsch.
http://www.freiewelt.net/nachricht-11217/zur-st%E4rkung-der-erziehungsqualit%E4t-von-familien%21.html  (12.11.):

… Kinder brauchen zu einer positiven Entwicklung primär Mütter und Väter als verlässliche Bezugspersonen, um so eine möglichst intensive primäre Bindung und reichlich positive Beziehungs-Umgangszeit erfahren zu können. Viele wissen noch, dass ein sattes „Urvertrauen“ die Voraussetzung für ein eigenständiges Hineinwachsen in die Welt ist. Aber zu häufig wird außer Acht gelassen, dass dieses Urvertrauen nicht vom Himmel fällt oder per Dienstleistung zu erkaufen ist, sondern das Ergebnis guter und reichlich eingebrachter Zuwendungs-Zeit ist.
Gerade angesichts des Trends, wichtige Kontakt-Erfahrungen zu Mutter und Vater bzw. Erziehungsprozesse schon in den ersten Lebensmonaten per Outsourcing organisieren zu wollen, ist es wichtig, sich noch einmal die biologische Sonderstellung des Menschen und die spezielle Bedeutung des ersten Lebensjahres zu vergegenwärtigen, wie dies der Biologe, Anthropologe und Verhaltensforscher Adolf Portmann schon vor Jahren verdeutlichte. Er fand heraus, dass ein Mensch, im Unterschied zu anderen Primaten, eigentlich ca. 20 Monate im Uterus heranreifen müsste und prägte daher den Begriff der „physiologischen Frühgeburt“. Dies erfordert eine besondere Zuwendung für das „Extra-uterine Frühjahr“. Die Mutter ist in diesem Zusammenhang die einzige Person auf der Welt, die den Geburtsschock des Babys am intensivsten ausgleichen kann. Lebt diese in einer guten Beziehung zum Vater des Kindes, erhält dieser von Woche zu Woche immer mehr eine zweite zentrale Zuwendungs-Bedeutung. Somit ruft die biologische Entbindung als Ausgleich nach einer verlässlich-liebevolle neuen emotionalen Verbindungs-Erfahrung als Basis eines Hineinfindens ins neue Umfeld, ins eigenständige Leben.

… Z. B. wurden dreijährige Waisenkinder aus Rumänien mit Dreijährigen verglichen, welche in einer guten Mutter-Kind-Beziehung aufwuchsen. Dabei stellte sich heraus, dass bei den früh von ihren Eltern getrennten Kindern das Limbische System und damit die emotionale Entwicklung stark unterentwickelt blieb. So ist es nicht verwunderlich, wenn US-Neurologen heraus fanden, ‚dass Mutterliebe das Gehirn wachsen lässt’. Und ergänzend stellte eine Studie der Max-Plank-Gesellschaft fest: ‚Je fürsorglicher eine Mutter ihren Nachwuchs behandelt, desto besser kann dieser später mit Stress umgehen. Außerdem sind sie weniger ängstlich, besser ernährt und sprachlich entwickelter.‘ … Somit ist ein ‚sattes Urvertrauen’ die Basis jeglichen Explorations- und Sozialverhaltens. Wer sich jedoch selbst nicht traut, verweigert sich allem Neuen, kurz, dem Leben. …

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Eine Antwort zu Albert Wunsch: Stärkung der Erziehungsqualität von Eltern

  1. Wolfgang Heuer schreibt:

    „…sondern das Ergebnis guter und reichlich eingebrachter Zuwendungs-Zeit ist.“:

    Ausschlaggebend ist das richtige, gesunde, Bewußtsein (der Mutter, der Eltern, des Umfeldes), aber genau da hapert es! Denn die allermeisten vermeintlich / körperlich „Erwachsenen“ sind nicht wirklich, nicht wahrhaft, nicht geistig-seelisch, erwachsen – und verfügen demzufolge auch nicht über die FEINstoffliche Energie – Lebens-Energie, Aufmerksamkeits-Energie, Kraft der Liebe, usw. – da sie nicht im Erwachsenen-Bewußtsein leben, sich damit nicht verbunden haben und folglich nicht an der Quelle dieser Energie „tanken“ können.
    Die allermeisten „Erwachsenen“ der zivilisierten Gesellschaft sind selbst noch Bezieher der Liebe / Lebens-Energie, sind bedürftig und können nur sehr begrenzt diese Energie abgeben. Zudem sind die allermeisten zusätzlich neurotisch – im weiteren Sinne – beeinträchtigt und sind in mehrfacher Hinsicht gestört / behindert. Als noch nicht wahrhaft Erwachsene sind sie vor allem nicht fähig, eine dauerhaft tragfähige Beziehung zu führen – denn dazu braucht es das Bewußtsein und die Bereitschaft, das Prinzip der „bedingungslosen Liebe“ zu leben. Was aus dem „Niederen Selbst“ / „Ego“ unmöglich ist. Das ist nur aus dem FEINstofflichen Bewußtsein, dem „Höheren / wahren Selbst“ möglich.

    Ohne grundlegende Heilung der „Kollektiven Zivilisations-Neurose“ wird die befallene Population aussterben – und immer wieder auch Opfer der regelmäßig wiederkehrenden „Kollektiven PSYCHOSEN“ werden. Die letzte große dieser Art hatten wir zwischen 1933 und 1945 – nebenbei bemerkt…

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