Rotraud Perner: „Ganz schön intim“: Aufbau und Inhalt verfehlt

Kath.net: Die Broschüre ist eindeutig tendenziös und parteilich für Minderheiten  (6.12.):

Wissenschaftlerin Rotraud Perner, Mitglied der SPÖ, kritisiert im kath.net-Interview die Sexbroschüre „Ganz schön intim“…

„Parteilicher Einsatz für Minderheiten gehört nicht manipulativ und unterschwellig in Unterrichtsmaterialien.“ Zu dieser Feststellung über die hochumstrittene Sexualerziehungbroschüre des Bildungsministeriums „Ganz schön intim – Sexualerziehung für 6- bis 12-Jährige“ gelangt Univ. Prof. i. R. Dr. iur. Rotraud A. Perner. Perner ist emeritierte Professorin für Gesundheitskommunikation und Prävention der Donau Universität Krems und die erste, die – bereits in den 1980er Jahren — gemeinsam mit einer weiteren Frau „einen Verein für physisch, psychisch und sexuell misshandelte Kinder begründet hat“. Die Wissenschaftlerin weist im kath.net-Interview darauf hin, dass sie die Behauptung, „diese Broschüre wäre ja nicht für Kinder bestimmt, sondern nur eine Handreichung für Lehrkräfte“, „als nachträgliche Schutzbehauptung“ einordne.

… aus Sicht einer auf Kinder des Alters von sechs bis sieben bezogenen Sexualpädagogik ist sowohl der Aufbau als auch der Inhalt verfehlt.

Es ist gegen jede pädagogische Erfahrung, Kinder – nach der österreichischen Rechtsordnung ist man bis 14 Kind, nach EU-Recht bis 18! – nicht nach altersgemäßen Interessen und Aufnahmekapazitäten zu trennen. Sechs- bis Siebenjährige sind anders als Acht- bis Zehnjährige und die wieder anders als Zehn- bis Zwölfjährige. Das ist überhaupt nicht berücksichtigt!

… In der Broschüre wird Wissenschaftlichkeit behauptet, aber Wissenschaft besteht primär darin, die eigenen Vorurteile – in diesem Fall gegen sogenannte „konservative“ Geisteshaltungen – abzustellen und die eigenen Hypothesen der Falsifikationsprüfung zu unterziehen.

Das hier sind Informationen für Erwachsene mit unerfülltem Kinderwunsch oder für MaturantInnen im Ethikunterricht.

… Lehrkräfte brauchen kein Wörterbuch, was Fäkalausdrücke bedeuten …

… Außerdem sehe ich es als nachträgliche Schutzbehauptung, diese Broschüre wäre ja nicht für Kinder bestimmt, sondern nur eine Handreichung für Lehrkräfte – wieso kann sie dann jeder Mensch im Internet downloaden? Ich kann verstehen, wenn sich Betroffene von sexueller Diskriminierung gegen Diskriminierung wehren und ich verstehe auch, wenn im Gegenzug zu repressiver Sexualerziehung versucht wird, progressives Gedankengut zu indoktrinieren — es ist nur beides eine Form von mentaler Gewalt.

Aber es stimmt, dass Sechs- bis Siebenjährige, die noch in der ödipalen Entwicklungsphase sind, oft in der Konfrontation mit der „Urszene“ schockiert reagieren — außer sie sind am Bauernhof aufgewachsen und haben so nebenbei die Fortpflanzung mitbekommen; sind sie aber „vor ihrer individuellen Zeit“ von unerwünschten Personen zwangsaufgeklärt worden, hat das bei vielen ein Trauma ausgelöst …

… Denn es gibt nicht nur einen körperlichen Missbrauch, sondern auch einen geistigen, beispielsweise, wenn mir jemand einredet: „Das ist so“.

… Ich bin absolut für juristische Gleichstellung, wenn es zum Beispiel um medizinische Behandlung oder Erbrecht geht. Aber trotzdem ist es nicht gleich.

… Wir haben den Schwerpunkt auf dem gesamtgesellschaftlichen Interesse, dass die Generationen fortgesetzt werden.

… Und da sind wir wieder bei der Gleichheitsfrage: Heute besteht die Fantasie: „Es muss Gleichheit hergestellt werden und wenn du sie nicht herstellst, musst du argumentieren und dich verteidigen dafür, obwohl manche Dinge offensichtlich sind“. …

kath.net: … Hier findet man eine rein biologische, fast technische Erklärung der Sexualität, losgelöst von Persönlichkeit und Beziehung. Das kann doch für kleine Kinder psychisch nicht förderlich sein?

Perner: … ich halte es nicht für gesundheitsfördernd, denn es verkümmern die emotionalen Anteile und es wachsen dadurch die Gewaltanteile.

… ich war 15 Jahre Mandatarin der SPÖ, das heißt, ich kenne die Denkweisen, ich weiß, wie Konservative intern verteufelt und verspottet werden. Erst im Beruf bin ich draufgekommen, dass diese Vorurteile, die gezüchtet wurden, nicht stimmen.

… Die Broschüre ist eindeutig tendenziös und parteilich für Minderheiten. … es gehört nicht manipulativ, unterschwellig und ohne Deklaration in Unterrichtsmaterialien! …

kath.net: In einem Gastkommentar zu der Broschüre schreibt Eduard Habsburg, dass hier eine Art „Umerziehung im Denken“ stattfinden soll – eine Umerziehung, von der ich nicht sicher bin, ob die Mehrheit der Menschen sie so wünscht. Teilen Sie diese Auffassung?

Perner: Ja, das sehe ich auch so. Ich denke, die Autorinnen der Broschüre – soviel ich weiß, nur Frauen, ob sie selbst Kinder haben, weiß ich nicht – wollten gegen Diskriminierung von sexuellen Minderheiten und für neue Familienformen aktiv werden. …

Siehe dazu: https://kreidfeuer.wordpress.com/2012/11/21/ganz-schoen-intim-skandal-mit-lehrmaterial-fur-volksschueler/

Dieser Beitrag wurde unter Kampf gegen Ehe und Familie abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.