Holger Ehrhardt: Kritik an Märchen „albern“

FreieWelt.net: Grimm-Experte: Kritik an Märchen „albern“  (20.12.):

Heute vor 200 Jahren erschien die Erstausgabe der Grimmschen «Kinder- und Hausmärchen». Die Geschichten gehören zu den am weitesten verbreiteten Büchern auf der Welt und haben Generationen von Kindern in ihren Bann gezogen und begeistert. Familienministerin Schröder und Buchautorin Cornelia Funke halten die Märchen allerdings für bedenklich. Sie seien grausam, überholt und sexistisch. Grimm-Experte Prof. Dr. Holger Ehrhardt von der Universität Kassel findet die Kritik „ziemlich albern“.

Frauen würden keinesfalls immer nur als böse oder schwach dargestellt, wie von den Kritikern behauptet. Männer seien auch nicht per se nur Helden oder Unterdrücker. Zudem müsse man die Geschichten im Kontext ihrer Entstehung betrachten, alles andere sei „ahistorisch“, sagte Ehrhardt im Interview mit RadioEins.

Zudem könne man, was die angebliche Brutalität angehe, kleine Kinder ohne Probleme „mit Grimms Märchen alleine lassen“. „Kinder werden heute mit ganz anderen Dingen konfrontiert, über die sich kaum jemand Gedanken macht. Da sind Märchen wirklich das geringste Problem.“

Problematischer für das historische Erbe der Grimms sei allerdings weniger die ablehnende Haltung einiger Kritiker daran als der schleichende Wandel der Medien, bei dem das Lesen eine immer geringere Rolle spiele, so Ehrhardt.

RadioEins

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Eine Antwort zu Holger Ehrhardt: Kritik an Märchen „albern“

  1. Wolfgang Heuer schreibt:

    Märchen – wie auch Legenden, Sagen, Bibel- und ähnliche Ge-SCHICHTEN – haben SCHICHTEN.
    Shrek, der Oger, sagt es in seinem ersten Film auch selbst, dass er Schichten hat.
    Um welche Schichten geht es dabei?
    Um diese zwei – mindestens:
    1. Die mit den grobstofflichen Augen sichtbare – vordergründige – Handlungs-Ebend
    und
    2. die nur mit dem feinstofflichen „dritten Auge“ erkennbare und mit dem feinstofflichen, höheren Bewußtsein verstehbare SYMBOL-Ebene.

    Die symbolträchtigen Geschichten stammen auch aus dem feinstofflichen, höheren, Bewußtsein des Menschen, über welches er regelhaft gebietet, wenn er wahrhaft erwachsen geworden ist und diesen Bereich vom in der Kindheit „Unbewußten“ zum „Höheren / wahren Selbst“ gewandelt und so sein Bewußtsein erweitert hat.

    Die Symbolik solcher Geschichten wird von wahrhaft Erwachsenen BEWUSST wahrgenommen, von noch nicht wahrhaft Erwachsenen bzw. von Kindern „nur“ UNBEWUSST.

    Der Sinn von Märchen mit tendenziell angstmachenden Inhalten ist u.a., dass Kinder, wenn ihnen solche Geschichten erzählt oder vorgelesen werden, das Gefühl von Angst erleben können, sich aber gleichzeitig von der anwesenden Bezugsperson geschützt fühlen dürfen – wenn die Bezugsperson im entsprechenden Bewußtsein ist.

    *

    Einige unserer alten Märchen stammen wahrscheinlich aus einer Zeit, als diese Märchen – oder Vorläufer-Versionen – noch Teile der spirituellen Weisheit unserer Vorfahren waren, bevor diese von der römischen Staatsreligion zerstört wurde. Diese wenigen Märchen enthalten unvergleichlich gute – geniale – symbolische Darstellungen über die Entwicklung des höheren – spirituellen – Bewußtseins bzw. ZUM höheren Bewußtsein.
    Aus heutiger Sicht erscheint mir das Märchen „Froschkönig“ als die beste Darstellung des Ablaufs, wie der Übergang stattfindet von der Dominanz des „Niederen Selbst“ / „Ego“ zur erwählten Herrschaft des „Höheren / wahren Selbst“. Und das ist einer der wesentlichen Schritte zum wahren Erwachsensein – wenn auch nicht der ERSTE Schritt. Einer der früheren Schritte ist die konstruktive Überwindung von ANGST. Und DAS wird uns symbolisch dargestellt durch den Siegfried der Nibelungen in der Sequenz, da er gegen den Drachen „Lindwurm“ antritt – und siegt.

    *

    Ich vermute, dass die Grimms beim Sammeln der Märchen auch hier und dort „betuppt“ wurden, indem man ihnen „Märchen“ auftischte, die keine „echten“ Märchen waren, sondern Geschichten, die aus ganz anderer Quelle als dem Höheren Bewußtsein stammten. Dieser Verdacht bezieht sich zumindest – weil darin am deutlichsten – auf die Märchen „Rapunzel“, „Rumpelstilzchen“ und „Tischlein deck dich“. Diese Geschichten haben nach meinem Eindruck auch jeweils einen sexistischen Hintergrund oder Ursprung.

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