Homo-„Ehe“: Bischöfe, Köpfe aus dem Sand!

Mathias von Gersdorff (JF): Steht auf, wenn ihr Bischöfe seid!

Die katholischen Bischöfe Deutschlands zeigen sich ziemlich unbeeindruckt von den letzten Vorgängen in Frankreich hinsichtlich der Öffnung des Eherechtes für homosexuelle Paare. Der französische Präsident François Hollande (Sozialistische Partei) hatte dieses Vorhaben schon während des Wahlkampfes für die Präsidentschaftswahlen im Mai 2012 angekündigt, doch als er sich daran machte, aus den Worten Taten folgen zu lassen, formierte sich ein gewaltiger Widerstand im Volk. Hunderttausende gingen Mitte November 2012 auf die Straßen, um die Familie zu schützen. Die nächste Demonstration gegen die Ehe für Homosexuelle ist für den 13. Januar geplant. Man erwartet etwa 300.000 Teilnehmer, wodurch sie historische Ausmaße erreichen würde.

Nach einigem Zögern begannen auch die katholischen Bischöfe in Frankreich diese Proteste zu unterstützen. Sie wollten wohl nicht passiv am Rande stehen, wenn sich ihr eigenes Kirchenvolk derart energisch für Ehe und Familie und somit für die Interessen der Kirche einsetzt.

… In Deutschland dagegen vernimmt man von den Bischöfen praktisch nichts.

… Falls die Öffnung der Ehe für Homosexuelle durchgesetzt wird, würde das dazu führen, daß der Begriff Ehe zwei völlig unterschiedliche Dinge meint, je nachdem, ob man die zivile oder die kirchliche Bedeutung des Wortes nimmt. Es würde ein Druck auf die Kirchen entstehen, sich der zivilen Bedeutung anzupassen. Aufgrund der engen Verflechtung zwischen Staat und Kirche in Deutschland würde dies zu immer heftigeren Auseinandersetzungen führen.

… Schon heute ist jede Stellungnahme von Papst Benedikt XVI. zu diesem Thema ein willkommener Anlaß für viele, gegen Papst und Kirche in einer haßerfüllten Art und Weise zu hetzen, die noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre. Kaum ein Bischof nimmt den Papst in Schutz vor diesen Anfeindungen, es sind meistens Laien, die sich dann zu Wort melden.

Bemerkenswerterweise argumentiert heute schon der grüne Bundestagsabgeordnete und bekennende Homosexuelle Volker Beck genauso wie Bismarck in den Zeiten des Kulturkampfes und wirft dem Papst Einmischung in deutsche Angelegenheiten vor: „Mit dem Anspruch, nicht nur religiöse Wahrheiten zu verkünden, beansprucht (Papst Benedikt XVI.) seine Sicht auf das Sein und die menschliche Gesellschaft auch allen, auch Anders- und Nichtgläubigen aufzunötigen, und zur Grundlage der allgemeinen Gesetzgebung zu machen. Er will die katholische Sexuallehre und Vorstellung von Ehe und Familie allen Andersdenkenden überstülpen. Dies ist eine ungeheuerliche Anmaßung, und der Papst verläßt damit die Grundlage der Menschenrechte und stellt sich damit auch gegen die grundgesetzliche Ordnung unseres Staates“ (Pressemeldung vom 15. Dezember 2012). Der Papst und mit ihm die Katholiken, die ihm folgen, werden praktisch zu Staatsfeinden erklärt. Mit ähnlichen Argumenten wurden so gut wie alle Christenverfolgungen initiiert.

… Die Oberhirten in Deutschland sollten deshalb nicht den Kopf in den Sand stecken und es darauf ankommen lassen. Vielmehr sollten sie bald ihre defensive und abwartende Haltung beenden, argumentativ in die Offensive gehen und die Mehrheit vom Irrsinn einer Ehe für Homosexuelle überzeugen.

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