Auf dem Weg zur willkürlichen Zwangseinweisung?

FreieWelt.net: Zurück zur Zwangspsychiatrisierung  (18.1.):

Neues Gesetz erlaubt Zwangseinweisung von Menschen gegen deren Willen. Meinung eines zweiten Arztes nicht zwingend erforderlich.

Der Bundestag hat ein Gesetz erlassen, das die zwangsweise psychiatrische Behandlung wieder erlaubt. Diese Praxis war lange ausgesetzt und ist jetzt wieder möglich, wie das Handelsblatt berichtet.

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger wird zitiert, die Regelung werde gebraucht, »wenn es gar nicht anders geht.«

Laut dem Gesetz soll nach Möglichkeit eine zweite ärztliche Meinung eingeholt werden, bevor ein Arzt eine Person einweisen lassen kann. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass missbräuchlich Dringlichkeit behauptet werden kann.

Mehr dazu beim Handelsblatt.

Eine Kommentatorin verweist auf den hoch spektakulären Fall eines Postboten, der es fast zum Psychiatriechef gebracht hatte: http://www.gert-postel.de/:

Wie ein Postbote die Psychiatrie überführt … und zum Schirmherrn Psychiatrie-Erfahrener wurde!

„Wer die psychiatrische Sprache beherrscht, der kann grenzenlos jeden Schwachsinn formulieren und ihn in das Gewand des Akademischen stecken.“

… „39 Ärzte haben sich beworben und der Postbote wurde eingestellt“ sagt Postel. Eineinhalb Jahre lang führte er sein Gegenüber an der Nase herum. Sogar zum Vorsitzenden des Fachärzteprüfungsausschusses der sächsischen Landesärztekammer wurde er benannt.

… Der Postbote Gert Postel wirkte in Sachsen als Leitender Oberarzt im Fachkrankenhaus für Psychiatrie in Zschadraß. Seine psychiatrischen Gutachten wurden nie beanstandet, außerdem hielt er anerkannt gute Vorträge vor Medizinern.

… Ein echter Oberarzt gab zu, ihn mehr zu bewundern als zu verurteilen, denn immerhin habe er keinem Patienten geschadet. Postels Entgegnung: „Ich bin ja auch kein Psychiater”. …

… Der heute 52-jährige Postel ist ausgebildeter Postbote, arbeitete jedoch insgesamt mehrere Jahre als leitender Oberarzt und Facharzt in psychiatrischen Kliniken – ohne dass jemand Verdacht schöpfte. Zudem wurde er als Sachverständiger in zahlreichen Prozessen vor sächsischen Strafkammern gehört. Am Ende seiner Karriere sollte er sogar zum Chefarzt im Sächsischen Krankenhaus für Psychiatrie und Neurologie Arnsdorf befördert werden. Er flog nur auf, weil ihn eine Mitarbeiterin wiedererkannte, die über seine wirkliche Identität Bescheid wusste. Der falsche Arzt wurde zu vier Jahren Haft verurteilt. Wegen guter Führung wurde er im Jahr 2001 nach zwei Jahren entlassen.

… Ich habe es mit leeren Worten, die keiner hinterfragt hat, bis zum Chefarzt geschafft. Ich wusste immer, dass man vermittels sprachlicher Akrobatik sehr viel bewegen kann. Auf meine Stelle hatten sich 39 Fachärzte beworben, teilweise habilitiert! Acht davon mussten Vorträge halten vor der Berufungskommission. Ich habe über die „Pseudologia phantastica“ gesprochen, die „Lügensucht im Dienste der Ich-Erhöhung am literarischen Beispiel der Figur des Felix Krull“. Und das sprühte doch vor Ästhetik. Schließlich fragte mich der Vorsitzende der Kommission: Über was haben Sie denn promoviert? Und ich habe geantwortet: über „Kognitiv induzierte Verzerrung in der stereotypen Urteilsbildung.“ Das ist eine Aneinanderreihung leerer Begriffe – also völliger Schwachsinn. Dieser Professor sagte dann: „Ah, das ist ja interessant. Sie werden sich bestimmt bei uns wohlfühlen!“

… Die inhaltlichen Dinge waren bei mir vorhanden, ja. Das hat mir immerhin sogar mein Chef attestiert: „Herr Oberarzt Dr. Postel übertrifft die Erwartungen.“ Und das Ministerium hat mich zum Chefarzt der Forensischen Klinik gemacht. Ich habe in den zwei Jahren als Oberarzt niemals irgendeine Kritik erfahren und stand unter permanenter Aufsicht von 40 Ärzten und zehn Psychologen. Ich war immer in der Offensive, war sogar Weiterbildungsbeauftragter der sächsischen Ärztekammer.

… Und ich bin durch den sächsischen Landtag zum Chefarzt der forensischen Klinik in Arnsdorf ernannt worden. Ich hab‘ die Stelle nur nicht angetreten.

… Sein dreistündiger Auftritt an der Polizeiakademie kam so gut an, dass ihm die Seminarleitung hinterher schriftlich beschied, die Teilnehmer hätten „gern noch länger“ zugehört.

… Gert Postel beantwortet Fragen aus dem Publikum:
http://www.youtube.com/watch?v=NnV-O51YFE4#!  (7:44, sehenswert!)

… ,,Ich habe ausgesuchte Intelligenzen unter meinen Lesern [Buch „Doktorspiele. Geständnisse eines Hochstaplers“ (Eichborn 2001)], …“

… Mittlerweile hat Postel, dem psychiatrischen Feld treu geblieben, nur die Seiten gewechselt und engagiert sich inzwischen in der antipsychiatrischen Bewegung, die ihm sogar eine eigene Homepage widmet (www.gert-postel.de).

… „Ich lasse nur unkritische Fragen zu“, kündigt der großgewachsene Mann im schlichten Jackett zu Beginn der anschließenden Fragerunde an. Das ist natürlich ironisch gemeint. Aber mit Ironie ist es bekanntlich so eine Sache. Kritische Fragen jedenfalls wehrt Postel in der Regel tatsächlich ab. Ob er keine Angst hatte, mit seinem mangelnden Fachwissen Patienten zu schaden? „Die Frage enthält die Implikation, Psychiater hätten Fachwissen“, kontert Postel keck. Nicht selten seien psychiatrische Diagnosen „eine Form des sozialen Mordens“, zudem sei es fraglich, „ob es überhaupt psychiatrische Krankheiten gibt“.

Solche Antworten finden den Beifall des Vereins Psychiatrie-Erfahrener … Denn Postel ist zum Helden der Antipsychiatriebewegung geworden. Sein Hauptanliegen, sagt er, sei es gewesen, den Psychiatriebetrieb der Lächerlichkeit zu überführen. „Ich war ein Hochstapler unter Hochstaplern.“ Und niemand habe zu zweifeln gewagt, wenn er Krankheitsbilder wie die „bipolare Depression dritten Grades“ erfunden habe….

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Eine Antwort zu Auf dem Weg zur willkürlichen Zwangseinweisung?

  1. Wolfgang Heuer schreibt:

    Die geltenden Gesetze – wie z.B. PsychKG – liessen sich vortrefflich GEGEN die Psychiater und Politiker anwenden, denn aus der Sicht wahrhaft gesunder, realistisch wahrnehmender und vernünftig denkender Menschen erfüllen sie bestens die Kriterien – und mehr als die meisten der bisher / gegenwärtig Zwangseingewiesenen.
    ANDAUERNDE „Selbst- UND Fremdgefährdung“ kann Politikern in mindestens 80 Millionen Fällen zur Last gelegt werden – aufgrund ihrer irrsinnigen, pathologisch dummen, Denk- und Handlungsweisen (infolge der „Kollektiven Neurose“).
    Die Psychiaterschaft wäre primär dranzukriegen wegen ihrer führenden Rolle beim Völkermord, denn mit der Ignoranz der tieferen Ursachen und der grundlegenden Heilungsmöglichkeit befördern sie den Untergang der zivilisierten Gesellschaft bzw. das Aussterben – evtl. sogar der Menschheit insgesamt.
    NOCH haben die Psychiater die Definitionsmacht. Aber vielleicht nicht mehr lange. Dann NEHMEN sich andere möglicherweise diese Macht und wenden sie gegen die bisherigen Peiniger an.
    Man bedenke: Weil die „Kollektive ZIVILISATIONS-Neurose“ schon so lange verdrängt / ignoriert / verschwiegen / geleugnet wird, liegt der Prozentsatz der Befallenen / Beeinträchtigten schon bei über 90% der Bevölkerung(en).
    Die nächste Kollektive Psychose steht „vor der Tür“. Man könnte meinen, es steckt eine Absicht hinter all dem…

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