Deutsche Frauenerwerbsquote über europäischem Durchschnitt!

Stefan Fuchs (FreieWelt.net): Frauenerwerbstätigkeit — Eine Legende zerfällt   (16.1.):

Über viele Jahre verging kaum eine Woche ohne die immer gleiche Pseudo-Nachricht zur Frauenerwerbstätigkeit in Deutschland: Gazetten und Rundfunk „berichteten“, dass Frauen in Deutschland noch immer zu selten erwerbstätig seien.

Anlass dafür waren Mitteilungen der OECD oder der Europäischen Kommission, die zufällig immer dann erschienen, wenn in Deutschland familienpolitische Entscheidungen anstanden. Der Tenor war stets derselbe: Die Bundesregierung müsse die Ganztagsbetreuung ausbauen, auf das Betreuungsgeld wie auch ein höheres Kindergeld verzichten und das Ehegattensplitting „reformieren“. Die separate Versteuerung der Ehepartner will die Kommission als „attraktivere Besteuerung von Doppelverdienern“ verkaufen; faktisch geht es darum, dass Millionen Einverdienerfamilien mehr Steuern zahlen sollten. Solche „Anreize“ – sprich: finanzieller Druck – seien notwendig, damit Deutschland endlich seinen „Rückstand“ – gegenüber vergleichbaren Ländern aufhole. Diese Botschaft hämmerten den Deutschen zahllose Artikel und Rundfunkbeiträge ein, bis sie jeder glaubte – oder zumindest kaum einer mehr widersprach.

Um die nüchterne Wahrheit der Zahlen scherte sich diese „Kommunikationspolitik“ nie sonderlich. Diese Wahrheit ist: Schon seit Mitte des letzten Jahrzehnts liegt die Frauenerwerbsquote in Deutschland über dem europäischen Durchschnitt und höher als in Frankreich, das damals ständig als „Best-Practice“-Beispiel der Vereinbarkeit von Beruf und Familie empfohlen wurde.

… Unbeschadet dessen wurde unentwegt weiter mit dem Mythos von der deutschen Rückständigkeit „Politik gemacht“.

… Zutreffend wäre es darauf hinzuweisen, dass Deutschland das Niveau in Frankreich, Großbritannien und auch den USA  längst „überholt“ hat und die Frauenerwerbsquote heute zu den höchsten in der OECD-Welt gehört.

Warum feiern Politik und Medien diese Entwicklung nicht als Erfolg? Ein wesentlicher Grund dafür ist der Anstieg der Teilzeiterwerbstätigkeit von Müttern, der den Arbeitsmarkt- und Gleichstellungspolitikern zuwider ist. Er widerspricht ihren Mobilisierungsplänen für den Arbeitsmarkt und ihrem Ideal gleicher Lebensverläufe von Männern und Frauen. Ihre  ideologische Agenda  werden sie daher weiter propagieren  – auch wenn dies der Wirklichkeit des Arbeitsmarktes einerseits  und den Wünschen von Eltern andererseits widerspricht. …

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