Christenheit in Bedrängnis

Christof Gaspari (Vision2000 Jan 2013): Ein Tsunami der Verweltlichung:

Über Herausforderungen im Jahr des Glaubens

… Der Wind, der den Christen ins Gesicht bläst, wird rauer – nicht nur in muslimischen Ländern. Man muss nur mal einen Blick auf die Homepage www.intoleranceagainstchristians.eu werfen, um zu erkennen, dass sich die Angriffe gegen Christen sowie christliche Einrichtungen und Symbole in Europa mehren:
In Fréjus, Frankreich, wurden die Statuen von Maria und Josef der Krippe in der Kirche geköpft;
in Amstetten, Niederösterreich, gab es Brandanschläge gegen drei Kirchen;
in Savoyen wurde eine Krippe niedergebrannt;
Martin Lohmann, Chefredakteur von K-TV, bekam nach einer ARD-Diskussion, in der er gegen die Gleichstellung von Homo-Partnerschaften mit der Ehe argumentiert hatte, ein Mail mit der Androhung, ihn mit Aids zu infizieren: „Wenn sie also demnächst einen kleinen Piekser verspüren sollten, dann war ich das wohl mit meiner Nadel.“
Und über Birgit Kelle, die in derselben Sendung ebenfalls gegen die Homo-„Ehe“ aufgetreten war, konnte man im Twitter-Account eines WDR-Redakteurs lesen: ,,ich glaub frau kelle ist eine hexe! Hexe! Verbrennen!“
Soweit nur einige der Meldungen vom letzten Dezember…

Im Buch von Vladimir Palko, Ex-Innenminister der Slowakei, Die Löwen kommen, das auf Slowakisch erschienen ist und dessen deutsche Übersetzung ich zur Ansicht bekam, wird im gleichnamigen Kapitel eine umfassende Analyse dieser christenfeindlichen Entwicklung geboten. Darin zitiert Palko unter anderem Sir Elton John – seines Zeichens britischer Sänger und Pianist, einer der erfolgreichsten Männer im Show-Business – mit den Worten: „Organisierte Kirchen sollten verboten werden.“ (2006)
Warum? Er habe ein Problem mit der christlichen Sexualmoral. Kein Wunder: 2005 heiratete Sir Elton seinen langjährigen Lebenspartner David Furnish und im Dezember brachte eine Leihmutter einen Knaben für das „Paar“, Elton und Davis, zur Welt – Kind auf Bestellung also.

Wieder diese Kombination: Kirche verbieten und Kritik an ihren „rigiden“, nicht „zeitgemäßen” Moralvorstellungen, was Sexualität betrifft. Der Lebensschutz ist eine weitere Front, an der sich die Geister scheiden. Und an beiden Fronten wird mittlerweile auch schon scharf geschossen – insbesondere in den anglo-amerikanischen Staaten, die Vorreiter bei der Liberalisierung sind:
Da verlieren Standesbeamte, die gleichgeschlechtliche Paar nicht trauen wollen, ihren Job ebenso wie Schwestern, die sich weigern, an Abtreibungen mitzuwirken.
Da werden schwedische Jugendliche zu Geldstrafen verurteilt, weil sie Flugblätter verteilt hatten, die auf den nachweisbaren Zusammenhang zwischen homosexueller Lebensweise und Aids hingewiesen hatten,
da verbannten mehrere Universitäten die Lokale einer Fast-Food-Kette von ihrem Campus, nachdem deren Chef, Dan Cathy, in einem Interview erklärt hatte, er stehe zur biblischen Sicht der Ehe.
Und noch ein Beispiel: Ein französischer Lehrer wird aus dem Staatsdienst entlassen, weil er seinen Schülern, um den Wahnsinn der Abtreibung aufzuzeigen – nach Vorwarnung und bei freiwilliger Teilnahme – Bilder abgetriebener Kinder gezeigt hatte. Schulische Aufklärungsbroschüren dürfen aber sehr wohl Schockierendes für Kinder zum Besten geben.

… Was seit Jahrhunderten selbstverständlicher Bestand des Rechtsdenkens war, wird heute als reaktionäres Festhalten der Kirche an überholten Werten angeprangert:

  • dass ungeborene Kinder ein unbedingtes Recht auf Leben haben,
  • dass die Ehe die Verbindung von Mann und Frau ist,
  • dass Kinder Anspruch darauf haben, mit Vater und Mutter aufzuwachsen,
  • dass Euthanasie ein verabscheuungswürdiges Verbrechen darstellt,
  • dass Pornographie und Prostitution menschenunwürdig und daher möglichst zurückzudrängen sind…

In wesentlichen Fragen, die das Menschenbild betreffen, hat eine grundlegende Umwertung stattgefunden. Wer das Buch von Gabriele Kuby Die globale sexuelle Revolution liest, bekommt einen Eindruck davon, wie weit verbreitet und gut in staatlichen und internationalen Institutionen verankert die neue Ideologie bereits ist. Sie nennt sich „Gender-Theorie“, ist den meisten Menschen kein Begriff, leitet aber die Entscheidungsprozesse auf nationaler und internationaler Ebene seit Langem.

Ihr Hauptangriffspunkt ist die in der Heiligen Schrift geoffenbarte Schöpfungsordnung, die schon im ersten Buch der Heiligen Schrift klar herausgestellt ist: Der Mensch ist als Mann und Frau geschaffen, gleich an Würde, weil Abbild Gottes, aber besonders in der je eigenen Berufung, kein menschlicher Eintopf (Gen 1,27). Und in dieser Polarität sind Mann und Frau berufen, einen unverbrüchlichen Bund einzugehen, um eins zu werden, „ein Fleisch“, wie es in Gen 2,24 heißt.
Dieses Einswerden ist Quelle neuen Lebens, das Gestalt annimmt in den Kindern, deren Entfaltung wesentlich von der Aufrechterhaltung des Bundes von Mann und Frau bestimmt wird. Im fruchtbaren Einswerden von Mann und Frau strahle das Geheimnis des Dreifaltigen Gottes in der Schöpfung auf, so die wunderbare Deutung Papst Johannes Pauls II. von der Größe dieses Aktes des Einswerdens.

Diese zentrale Wahrheit über den Menschen greift die Gender-Ideologie an und versucht, damit das Liebeswerk Gottes in der Schöpfung auszulöschen. Sie dekonstruiert den Menschen, in dem sie ihm einredet, seine körperliche Befindlichkeit als Mann oder Frau sei gar keine Vorgabe für das Verhalten, kein Werk Gottes. Simone de Beauvoir hat es so formuliert: „Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht…“ Das Geschlecht also nichts als eine gesellschaftliche Konvention, die der Einzelne nach Belieben ändern könne.

… Man lese in einschlägigen Werken nach, etwa in der von der Bundesregierung herausgegebenen Broschüre Love, Sex und so: „Viele Burschen verlieben sich in Mädchen, manche in Burschen. Viele Mädchen verlieben sich in Burschen, manche in Mädchen. Manche einmal in ein Mädchen und einmal in einen Burschen. Deine Sehnsucht, deine Gefühle und deine Lust gehören dir. So wie du sie empfindest… “

So wird das Lusterlebnis – eigentlich „nur“ ein beglückender Teil der sexuellen Begegnung – aus dem Kontext der personalen Bindung und der Fortpflanzung gerissen und zum Selbstzweck hochstilisiert. Auf diese Weise absolut gesetzt, wird jede Form sexueller Lusterzeugung gerechtfertigt und somit auch nicht an die Mann-Frau-Beziehung gebunden. Daher bildet auch die Homosexuellen-Bewegung die – trotz ihrer zahlenmäßig unbedeutenden Größe – so erstaunlich erfolgreiche Speerspitze der Gender-Ideologie. Dazu Claudia Roth, Parteivorsitzende der deutschen „Grünen“: „Die Würde der schwul-lesbischen Liebe ist unantastbar! Artikel 1 Grundgesetz! Grüne Version!“ (Bewerbungsrede um den Parteivorsitz)

… Ein umfassendes Konzept vom Menschen, das zunehmend totalitär durchgesetzt wird, indem es die bisher anerkannten, christlich geprägten Fixpunkte der Orientierung relativiert, um die neue Lehre, auch durch Sanktionen, zu etablieren.

Charles Chaput, damals Erzbischof von Denver, USA, beschrieb im Sommer 2010, bei einem Vortrag in Spišské Podhradie, Slowakei, die Situation so:

„Die religiöse Freiheit der Kirche ist heute auf eine Art und Weise bedroht, wie sie es weder in der nationalsozialistischen noch in der kommunistischen Ära gewesen war. (…) Es existiert eine Art von innerer Logik, die vom Relativismus zur Repression führt. Dies erklärt auch das Paradoxon, warum die westlichen Gesellschaften zwar Toleranz und Respekt für Andersartige predigen, aber ein Leben nach der katholischen Lehre aggressiv untergraben. Diese Toleranzprediger können nicht akzeptieren, dass die Kirche manche Gedanken und Verhalten nicht tolerieren darf, weil sie uns entmenschlichen und uns unsere menschliche Würde nehmen. Die Lehre, alle Wahrheiten seien relativ, kann es nicht zulassen, dass einige Wahrheiten nicht unter diesen Relativismus fallen.“

Uns dieser Situation zu stellen, ist die Herausforderung im Jahr des Glaubens. Das bedeutet …

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3 Antworten zu Christenheit in Bedrängnis

  1. Erich Krakowitzer schreibt:

    Dieser Bericht muß jeden noch normal empfindenden Menschen in grosse Sorge versetzen. Ich verfolge diesen Gender-Wahnsinn seit es dieses perverse Wort gibt. Wenn schon anders geartete Menschen ein gemeinsames Leben führen wollen, so sollen sie es tun solange es ihnen Freude macht. Aber wie kommen diese Menschen dazu, das Wort EHE als Beschreibung für ihr Verhalten heranzuziehen? Warum erfindet man dafür nicht ein eigenes Wort ?
    Welche Art von “ Mensch“ der alles regulieren und ändern will, steckt hier überhaupt dahinter? Ich werde den Eindruck nicht los, daß hier garnicht die Schwulen die treibende Kraft sind, sondern andere Orwell´sche Geister die einfach unsere Kultur und Freiheit beenden wollen. Diese Ganoven treten seit Jahrzehnten die Familie „als Keimzelle des Widerstandes“ mit Füssen und bekämpfen unsere Religion mit allen Mitteln der Heimtücke. Welcher Sauhaufen soll dadurch für unsere Enkel und Nachfolger vorbereitet werden? Und „political correctness“ nennt dieses Umerziehungsprogramm einen grossen Schritt in die Freiheit. Freiheit für wen?

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