Hände weg vom Kindergeld!

http://www.freiewelt.net/nachricht-11924/stabile-familien-sind-die-grundlage-unseres-staates.html  (21.2.):

Der Verband Familienarbeit hat die Forderung des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB), das Kindergeld abzuschaffen, um kommunale Einrichtungen zu finanzieren und die Haushalte der Kommunen zu entlasten, scharf kritisiert. Gertrud Martin, Vorsitzende des Verbandes Familienarbeit, beklagt das schockierende Maß an Unkenntnis der wirklichen sozialen Verhältnisse und weist darauf hin, dass das Kindergeld bei Durchschnittsverdienern eine Rückerstattung von Lohn- bzw. Einkommenssteuern ist.

Diese ergebe sich aus der vom Bundesverfassungsgericht festgeschriebenen Steuerfreistellung des Existenzminimums, so Martin. Damit entspreche das Kindergeld dem Steuerfreibetrag der Erwachsenen und sei keine Sozialleistung des Staates, deren Streichung möglich wäre.

Selbst bei Geringverdienern sei der Restbetrag des Kindergeldes (das echte Kindergeld) meist geringer als die Verbrauchssteuern, die auch auf die Kinderkosten zu entrichten sind (Mehrwertsteuer, Stromsteuer u. a.). Damit sei für fast alle Familien das Kindergeld sogar geringer als die Steuern, die Eltern wegen ihrer Kinder zusätzlich entrichten müssen.

Martin weist darauf hin, dass die Vorschläge des DStGB die Existenzgrundlage der Familien weiter untergraben und ihre Erziehungsfähigkeit weiter schwächen müssten. Die Folgen fielen dann als soziale Belastungen auch auf die Kommunen zurück. – Es sei „blauäugig oder zynisch“, wenn behauptet werde, die nachlassende Erziehungsfähigkeit von Eltern könne durch kommunale Betreuungseinrichtungen kompensiert werden.

Mit einem nachdrücklichen Appell wendet sich Martin an die Kommunen, zusammen mit den Familien einer lediglich auf kurzfristigen volkswirtschaftlichen Profit ausgerichteten Familienpolitik entgegenzutreten, wie sie etwa im kürzlich bekannt gewordenen Bericht der Prognos-AG befürwortet wurde. Stattdessen solle auf eine Stärkung der Familien und ihrer Erziehungsfähigkeit hingewirkt werden. Ohne stabile Familien sei mittel- und langfristig auch die Grundlage unseres Staates einschließlich der Kommunen in Frage gestellt.

Original: http://familienarbeit-heute.de/?p=3355

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