Hans-Peter Raddatz: Macht und Gegenmacht des Christentums

Der Orientalist Hans-Peter Raddatz arbeitet in einer zweiteiligen Abhandlung die überragenden Leistungen des Christentums für die abendländische Kultur heraus und verteidigt es gegen die zeitgeistigen politkorrekten Strömungen:

Hans-Peter Raddatz (Neue Ordnung 6/12):
Macht und Gegenmacht des Christentums
I. Epochenkampf gegen das trinitarische Gottesbild
:

1. Einstieg in die Langzeitperspektive

Im Rahmen des politkulturellen Diskurses im Westen, speziell in Europa, gibt es keine Religion, keine Ideologie, kein Weltbild, das sich einer so massiven Kritik gegenübersieht wie das Christentum. Im Gegenteil: Obwohl sich der „interreligiöse Dialog“ seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil als Einrichtung etablierte, die das Gemeinsame zwischen den Christen und den nichtchristlichen Religionen suchen und möglichst auch finden sollte, entpuppte er sich in den nachfolgenden Jahrzehnten als eine überinstitutionelle, interkulturelle Organisation, die es sich zur Pflichtaufgabe machte, die offen zutage liegende Masse der trennenden Faktoren unter hohem Aufwand an Kapital, Personal und Rabulistik in Aspekte der Gemeinsamkeit und Harmonie umzumünzen.

Unter der Leitkultur des Islam hat dieser Prozeß inzwischen alle Institutionen der EU-Staaten und der EU selbst erfaßt und dabei auch Methoden entwickelt, die sich zunehmend aggressiv gegen die Kirche, deren Vertreter und die christlich Glaubenden wenden. Dieser Vorgang macht eine Renaissance des modernen Gewaltpotentials deutlich, die das Erbe der links-rechten, antichristlichen Extreme aktiviert und sich über den „Dialog“ mit der Gewalttradition der nichtchristlichen Religionen legitimiert, weil sie durch die Religionsfreiheit geschützt ist. Besonders profitiert davon der Islam, der sich schon im Koran gegen die Juden und Christen definiert (9/29). Seine Praxis der Eroberung und Kolonisierung nichtislamischer Gebiete dauert bis heute an und verfolgt unter EU-Ägide eine umfassende Strategie der Zuwanderung und Propaganda, die weite Teile Europas islamisiert (NO 5/12).

Da der islamische Anspruch auf Unterwerfung des Nichtislam, speziell der Juden und Christen, in der Glaubensbasis wurzelt und die EU-Staaten scheindemokratische Kollaborationsformen mit den islamischen Dachorganisationen entwickeln, gibt es offenbar keine Veranlassung, die Expansion in Europa zu beschränken.

Dabei bleibt es indes nicht, weil sich zugleich die politische Feindseligkeit gegen die jüdisch-christlich grundierte Altkultur verstärkt, und ein Schweigegebot über die weiter laufende Tradition des Schleichgenozids im Islamraum verhängt, über den Organisationen wie „Kirche in Not“, „Open Doors“ und andere zwar regelmäßig berichten, ohne allerdings besondere Resonanz in der Öffentlichkeit zu bewirken.

Denn die durchaus verfügbare, historisch korrekte Information wird in einer konzertierten Medienstrategie des „Dialogs“ unterdrückt und in eine islamische Toleranz gewandelt, an die nicht zu glauben den Tatbestand der Islamphobie begründet. Dazu wird ein Christentum in Kontrast gesetzt, dem die Dialogisten eine fortdauernde Mentalität der Kreuzzüge und Inquisition sowie eine mittelalterliche Moral vorwerfen und der Öffentlichkeit als möglichst konsequent zu bekämpfendes Gegenprogramm präsentieren. …

… europäische Geistesentwicklung …, die seit der Aufklärung das Christentum, speziell dessen klerikalistische Version, verwirft und die anderen Religionen, allen voran Islam und Buddhismus, verklärt. Mit der Verdrängung alles Christlichen geht nun ein fundamentaler Abbau der Kultur einher, der sich geistig in der Abwehr von Bildung und biologisch in der Abwehr von Reproduktion, primär in der Abtreibung und Erosion der Familie ausdrückt. Hinzu kommt der Abbau der Sozialethik, der einen Raubkapitalismus mit betrügerischen Finanzinstrumenten und steuertreibende „Rettungsschirme“ in Billionenformat hervorbrachte, welche die Banken sanieren und damit auch Teile der Börsenverluste anderskultureller Investoren wiederbeschaffen soll.

… Faktoren christlicher Herkunft, ohne die es weder die Kultur Europas, noch deren Freiheit geben könnte. Mit der modernen, anti-jüdisch-christlichen Front pervertiert sie nun zum Angriff auf sich selbst, wobei es nach dieser Ideologik immer öfter heißt, daß sich die Kultur Europas exklusiv dem tausendjährigen Einfluß des Islam verdanke. …

2. Frühes Christentum und Gnosis
3. Christliche und ketzerische Vordenker
4. Angriff auf das trinitarische Prinzip
5. Die strategische Alternative

Neue Ordnung 1/13:
Macht und Gegenmacht des Christentums
Teil 2: Christliches Denken und menschliche Kultur
:

1. Der Mensch zwischen Denken und Täuschung
2. Die Metamacht der Parrhesia und die Kirche
3. Das Mönchtum als Motor für Landbau, Handwerk und Technik
4. Die Kirche als Impuls für Wirtschaft und Wissenschaft
5. Die Kirche als Begründerin des Rechts
6. Christentum und naturgesetzliche Vernunft
7. Das parrhesische Objektiv

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