Die CDU und die „veränderten Realitäten“

Mathias von Gersdorff (JF): Vor dem Karren der Homosexuellen-Lobby  (5.3.):

Wenn manchen CDU-Granden nichts mehr einfällt, wie sie die Parteibasis und vor allem die Stammwähler von ihrer falschen Politik überzeugen sollen, rücken sie mit dem Argument an, die CDU müsse die „veränderten Realitäten“ zur Kenntnis nehmen beziehungsweise die CDU müsse sich den „veränderten gesellschaftlichen Bedingungen“ anpassen. So zuletzt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in der Debatte um die Angleichung der gleichgeschlechtlichen Partnerschaften mit der normalen Ehe.

Welche „Realitäten“ haben sich denn in Deutschland geändert? Ist nun ein Großteil der Bevölkerung homosexuell geworden und möchte steuerlich lukrative Partnerschaften schließen? Ist es das, was Schäuble mit „veränderten Realitäten“ meint?

In Wahrheit hat sich in Deutschland nichts verändert. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, wie Schäuble ebenfalls von der CDU, erklärte mit dem Familienreport 2012 am 1. Januar 2013 in Berlin, daß drei Viertel aller jungen Deutschen sich eine Familie wünschen. Für 80 Prozent gehört Familie zum persönlichen Glück dazu.

Eine winzig kleine Minderheit

Diese familienfreundliche Einstellung belegt auch eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid für die Wochenzeitschrift Focus: Die überwiegende Mehrheit der Deutschen glaubt an die Ehe. 98 Prozent der Männer und 95 Prozent der Frauen würden gerne verheiratet sein. Die Zahlen zeigen sehr deutlich, daß das negative Bild von Ehe und Familie, welches viele Medien und linksgerichtete Politiker in der Öffentlichkeit zeichnen, falsch ist und nicht der Meinung der Menschen entspricht. Nicht die „Realitäten“ haben sich verändert, sondern die Berichterstattung vieler Medien. Das sollte ein Politiker wie Schäuble erkennen.

Vor allem hat sich eine Realität ganz gewiß nicht verändert: die Natur. Immer noch gilt, daß nur ein Mann und eine Frau das Kinderkriegen hinbekommen. Und das wird so bleiben, egal wie Schäuble das sehen mag.

Die einzige Realität, die sich in Deutschland wirklich verändert hat, ist, daß eine winzig kleine Minderheit, wie das die Homo-Lobby ist, einen derart großen Einfluß haben kann. Das hat sie nur linksorientierten Politikern und Medien zu verdanken. Ihnen geht es aber nicht um angebliche neue „Realitäten“, sondern ausschließlich um Symbolwirkung. Das ganze Gerede von „Homo-Rechten“ war von Anfang gegen Ehe und Familie als gesellschaftliche Leitbilder gerichtet. Es ist deshalb ein Skandal, daß sich C-Politiker von Schäubles Kaliber vor den Karren der Homosexuellen-Lobby spannen lassen.

… Die Haltung zur Homosexualität soll als ein neues Paradigma etabliert werden, koste es, was es wolle. Deshalb erhält dieses Thema in der medialen Debatte einen grotesk übertrieben Raum, was mit keinem vernünftigen Argument zu rechtfertigen ist. Wer sich irgendwie der neuzeitlichen Todsünde der „Homophobie“ schuldig macht, wird fertiggemacht. Seit Jahren versuchen linksgerichtete Medien und Politiker, jeden als „homophob“ abzustempeln, der sich gegen die absurden Forderungen der politisch organisierten Homosexuellen ausspricht.

Diese „Realität“ existiert tatsächlich, ihr darf man sich auf keinen Fall anpassen. Denn sie ist ein Angriff auf die Familie, auf die christlichen Wurzeln unseres Landes und auf die Religions- und Meinungsfreiheit. …

Ergänzung:

Jürgen Liminski: So etwas nennt man ein Eigentor.  (5.3.):

Erst wird im Brustton der Überzeugung getönt, die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe sei geboten, dann treten namhafte Mitglieder der CDU aus der Partei aus und als CSU-Chef Seehofer die Reißleine zieht, schwenkt der ganze Verein wieder um. Zurück bleiben Zweifel beim Wähler und Sicherheit bei den Nichtwählern. Dabei hatte man letztere mit dem Betreuungsgeld fast wieder mobilisiert. Niemand weiß jetzt, wofür die CDU eigentlich steht.

Immerhin, Horst Seehofer hat zwar nicht die Unschuld, aber doch die Ehre der Union gerettet. Vorerst. Sein Einspruch stoppt die vorauseilend Gehorsamen und mahnt – auch die eilfertigen Richter in Karlsruhe – zu mehr Nachdenklichkeit. Natürlich werden etliche Rote, Grüne und Gelbe jetzt wieder wochenlang von überkommenen Familienbildern schwafeln. Leider gehört wohl auch Wolfgang Schäuble jetzt in diese Gruppe. Der Realitätssinn dieser bunten Truppe kommt nach Schäuble so zum Ausdruck: „Wenn die CDU Volkspartei bleiben will, dann muss sie veränderte Realitäten zur Kenntnis nehmen“. Aber welche? Ändern die 23.000 eingetragenen gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften die Gesellschaft? Sie ändern das Denken in Medien und Politik, weil sie auf diesen Bühnen überrepräsentiert sind und Druck machen. Der Mikrozensus zeigt auch: Weniger als acht Prozent der verheirateten Frauen bleiben kinderlos; fast alle Ehen bringen also Kinder hervor. In dieser kinderarmen Zeit müsste der Staat ein erhöhtes Interesse daran haben, das Institut der Ehe zu fördern und die gesellschaftlich wertvolle Leistung der Zeugung und Erziehung anzuerkennen — so wie die Väter der Verfassung es auch im Sinn hatten –, sowie von Partnerschaften abzusetzen, die diese Leistung nicht erbringen (können).
Und noch eins sollte die bunte Truppe trotz des hysterisch anmutenden öffentlichen Diskurs bedenken: Warum sollen zusammenlebende Geschwister oder andere Wohngemeinschaften nicht auch in den Genuss der Vorteile eingetragener Lebenspartnerschaften kommen? Warum werden sexuell gleichgeschlechtlich orientierte Lebenspartnerschaften privilegiert? Hier schweigen die Richter – und die CDU.

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