Manning informierte Washington Post und NYT vor Wikileaks

ASR: Bradley Manning informierte die Medien vor Wikileaks  (5.3.):

Am vergangenen Donnerstag hat der Soldat der US-Army Bradley Manning eine 35-seitige Aussage vor dem Militärgericht vorgelesen. Wie bekannt, wurde er im Mai 2010 unter dem Verdacht verhaftet, Videos und Dokumente kopiert und als Whistleblower der Website Wikileaks zugespielt zu haben. Das Aussergewöhnliche an seiner Aussage ist, bevor er zu Wikileaks ging, hat Manning Kontakt mit den bekanntesten Medien aufgenommen, Washington Post und New York Times, und ihnen die brisanten Informationen angeboten. Beide Zeitungen reagierten nicht und zeigten kein Interesse. Das heisst, Manning war gezwungen zu Wikileaks zu gehen, weil die US-Medien nichts davon wissen wollten. Diese wichtige Tatsache haben weder sie selber später bei der Berichterstattung über die Veröffentlichung von Wikileaks, noch haben andere Medien darüber berichtet. Das zeigt eindeutig, der Begriff „embedded Journalists“ bedeutet, sie sind „im Bett“ mit den Militärs und Regierungen und stecken unter einer Decke.

In seiner Stellungnahme sagte Manning, er hat das Material durchsickern lassen, weil er der festen Überzeugung war, sie sind „die wichtigsten Dokumente unserer Zeit, welche den Kriegsnebel lüften und die wahre Natur der asymmetrischen Kriegsführung des 21. Jahrhunderts aufzeigen.“ Er erklärte, er fühlte die moralische Pflicht, die amerikanische Öffentlichkeit über die Kriegsverbrechen zu informieren, die in ihrem Namen verübt wurden.
Die wichtigsten zwei Zeitungen des Landes fühlten offensichtlich nicht diese Informationspflicht, sondern sahen die Staatsraison und das Verschweigen der Verbrechen als wichtiger an. Wie in der Vergangenheit oft mit solchen zugespielten Informationen umgegangen, reagierte die Presse nicht im Interesse der amerikanischen Öffentlichkeit, sondern als Handlanger des kriminellen Staates, indem sie die Information zensieren, aussortieren und manipulieren, um damit die öffentliche Meinung im Interesse der Mächtigen zu steuern.
Das heisst, die heutigen Medien sind reine Propagandaorgane und unterscheiden sich in keiner Weise von den Medien im Faschismus oder im Kommunismus. Sie erzählen genauso wie die Parteiorgane „Völkischer Beobachter“ oder die „Prawda“ oder „Neues Deutschland“ nur das, was der Staat und die Elite uns wissen lassen will.

… Was die wenigsten Leser der Zeitung wissen, nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte die New York Times zu den amerikanischen Medien, welche am engsten mit der CIA kooperierten. Der New York Times-Herausgeber Arthur Hays Sulzberger erliess eine allgemeine Regel, der CIA zu assistieren, wann immer es möglich ist. So hat die New York Times beispielsweise mehrere CIA-Operationen gedeckt und darüber falsch informiert.

… Statt Bradley Manning als Helden zu feiern und für seinen Mut, die Informationsfreiheit aufrechtzuerhalten, zu verteidigen, ignorieren die Medien sein Martyrium oder stellen ihn sogar als Landesverräter hin.

… Eines der Videos, die er durchsickern liess, zeigt den Horror des von den USA geführten Krieges im Irak. Eine Gruppe von Zivilisten, die Journalisten halfen über den Krieg in Bagdad zu berichten, wurde von einem Apache-Helikopter beschossen. Dabei starben elf Iraker und der Reuters-Fotograf Namir Noor-Eldeen. Zwei Kinder wurden schwer verletzt, deren Vater den Opfern helfen wollte. Die Mannschaft lachte, während sie das Massaker verübte:

http://www.youtube.com/watch?v=5rXPrfnU3G0

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