Der Papst und der Teufel

http://diepresse.com/home/panorama/religion/1357172/Der-Papst-und-der-Teufel_Franziskus-im-Minenfeld  (15.3.):

Analyse. Weshalb man dem neuen Bischof von Rom mehr durchgehen lässt als Benedikt XVI.

Einen Tag nach seiner überraschenden und überraschend raschen Wahl zum Papst und der überwiegend freundlichen bis euphorischen Aufnahme sorgt Franziskus bei Theologen für kurzes Heben der Augenbrauen. Eine knappe Passage in einer nur siebenminütigen, frei gesprochenen Predigt bildet den Auslöser.

Und wieder ist es ein Zitat! Erinnerungen an Regensburg im Jahr 2006 werden wach, als Benedikt vor Hochschullehrern eine abfällige Bemerkung über den Propheten Mohammed zitierte. Diesmal bringt der (neu gewählte) Bischof von Rom den Teufel ins Spiel: „Wer nicht zum Herrn betet, betet zum Teufel“, sagte Franziskus in der von der Katholischen Presseagentur verbreiteten Übersetzung aus dem Italienischen vor den Kardinälen in der Sixtinischen Kapelle. Um den Gesamtzusammenhang zu verstehen, die Passage im O-Ton: „Wir können gehen, wie weit wir wollen, wir können vieles aufbauen, aber wenn wir nicht Jesus Christus bekennen, geht die Sache nicht. Wir werden eine wohltätige NGO, aber nicht die Kirche, die Braut Christi. (. . .) Wenn man Jesus Christus nicht bekennt, da kommt mir das Wort von Léon Bloy in den Sinn: ,Wer nicht zum Herrn betet, betet zum Teufel.‘ Wenn man Jesus Christus nicht bekennt, bekennt man die Weltlichkeit des Teufels, die Weltlichkeit des Bösen.“

In den vergangenen Jahrzehnten waren die Päpste eher nicht mit öffentlichen Erklärungen über den Teufel aufgefallen. …

Hier kann die ganze Predigt nachgelesen werden:
http://www.katholisches.info/2013/03/15/papst-franziskus-wer-nicht-zum-herrn-betet-betet-zum-teufel/

Ergänzung:

Paul Badde: http://www.welt.de/politik/ausland/article114494182/Franziskus-greift-wieder-zum-Sperrholz-Altar.html  (15.3.):

Nicht allein durch seine Namenswahl macht der neue Papst Franziskus deutlich, wie anders er das Amt versteht als sein Vorgänger Benedikt XVI. Seine ersten Tage offenbaren grundsätzlich neue Akzente.

Papst Benedikt XVI. hat sich mit einem zivilen „buona notte“ (Gute Nacht) in Castel Gandolfo verabschiedet, bevor sich Papst Franziskus mit einem ebenso zivilen „buona sera“ (Guten Tag) in Rom vorgestellt hat. Beide sprechen sich gegenseitig mit „Heiligkeit“ an. Doch sonst sind kaum gegensätzlichere Persönlichkeiten vorstellbar, die – beide mit tiefem persönlichen Glauben – nun hintereinander die Nachfolge des Apostels Petrus angetreten haben.

… Schon die Namen der beiden stehen für völlig verschiedene Programme und Positionen. Benedikt von Nursia (480–547), dessen Namen Papst Benedikt für sich gewählt hat, war der Vater des Mönchtums im Abendland. Nach seinen Impulsen und seiner Regel haben die Benediktiner Europa in zahlreichen Klöstern wie kaum eine andere geistige Kraft zivilisiert und bereichert.

… Die rote Samt-Mozzetta mit einer weißen Hermelin-Borde, mit der Päpste seit über 800 Jahren an das Blut und Leiden Christi und an seine Reinheit und Unschuld erinnert werden sollen, lehnte der neue Papst entschieden ab.

„Das können Sie anziehen“, soll Franziskus Monsignor Guido Marini, dem Zeremonienmeister Papst Benedikts beschieden haben, der ihn ankleiden wollte. Auch die roten Schuhe, die der kaiserlichen Tradition Konstantinopels entstammen, lehnte er kurzerhand ab und behielt seine schwarzen Straßenschuhe bei.

Für das goldene Kreuz der Päpste wollte er sich nicht von seinem Eisenkreuz trennen, das er schon als Erzbischof getragen hatte. Sein Hirtenring soll versilbert sein, nicht golden.

Bei seiner ersten Messe am Tag nach seiner Wahl ließ er wieder einen sogenannten „Volksaltar“ zur Zelebration in die vornehme Sixtinische Kapelle tragen, mit einer Schauseite und einer Rückseite aus billigem Sperrholz, wo Papst Benedikt XVI. zuletzt nur noch an dem ursprünglichen Altar am Kopfende der Kapelle zelebriert hatte, mit dem „Gesicht zu Gott gewandt“ – und dem Weltgericht Michelangelos über seinen Augen. Es ist mehr als nur eine Richtungsänderung. …

Ergänzung 26.3.2013:

http://www.augsburger-allgemeine.de/img/24499876-2110532469/topTeaser_popedevil.jpg  🙂

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Eine Antwort zu Der Papst und der Teufel

  1. kleedorfer schreibt:

    Jesus, der einzige Weg zum Vater:
    ■Apostelgeschichte 4,12 … Und es ist in keinem anderen das Heil; denn auch kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden müssen …
    ■1. Korinther 3,11 … Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus …
    ■2. Korinther 3,14 … weil sie nur in Christus beseitigt wird …

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