Türke beim NSU-Prozess: Gerichtssaal-Kreuz muss weg: „Bedrohung für Nichtchristen“

JF: Türkischer Politiker fordert, Kreuz aus Gerichtssaal zu entfernen  (7.5.):

Der türkische Parlamentsabgeordnete Mahmut Tanal hat das Münchner Oberlandesgericht aufgefordert, das Kreuz aus dem Verhandlungssaal im NSU-Prozeß zu entfernen.

Das Kreuz sei eine Bedrohung für Nichtchristen, sagte Tanal, der einer sechsköpfigen Parlamentarierdelegation aus Ankara angehört, die den Prozeßbeginn gegen Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Unterstützer des NSU am Montag in München verfolgte. Deshalb müsse das Kreuz sofort verschwinden. Das christliche Symbol sei nicht mit einem Rechtsstaat zu vereinbaren.

Tanal verdächtigt Sicherheitsbehörden der Unterstützung

Gleichzeitig äußerte Tanal den Verdacht, deutsche Sicherheitsbehörden hätten die dem NSU zugeschriebenen Taten gedeckt. Wenn eine Gruppe acht Türken und einen Griechen mit ein und derselben Waffe ermorden könne, ohne aufzufliegen, bedeute dies, „daß dahinter staatliche Kräfte stehen“, mutmaßte der türkische Politiker laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP.

Ohne den Schutz von Personen im deutschen Sicherheitsapparat hätte der NSU seine Verbrechensserie nicht so ungestört begehen können.

Ich erinnere in dem Zusammenhang an Ewald Stadler, der einem ähnlich gestrickten türkischen Politiker gleich ein One-Way-Ticket für den Orientexpress verpasste:
http://www.youtube.com/watch?v=a1J58KLZEC8

Ergänzung 10.5.2013:

http://blog.derherralipius.com/2013/05/bedrohung-ja.html  (8.5.):

… aber anders, als Ihr denkt!

… Das Kreuz bedroht die Menschen, weil es nicht sein kann, daß in einem Folter- und Todes-Instrument sich das Heil verbirgt. Mit Folter- und Todes-Instrumenten bringt man gefälligst Gegner um, also Feinde, Andersdenkende, Andersgläubige etc… Aber es kann und darf nicht sein, daß man sich ein Folter- und Todesinstrument an die Wand hängt, weil man darin ein Symbol für die Rettung und das Heil sieht!

Da kann man ja gleich auf Versöhnung aus sein, die andere Wange hinhalten, dem Angreifer die offene Hand hinhalten, dem Gegner verzeihen… Und das geht schon mal gar nicht, denn es bringt unsere kostbare Ich/Du- und Schwarz/Weiß-Welt und Rechtgläubiger/Falschgläubiger-Welt durcheinander!

Ergänzung:

http://www.freiewelt.net/nachricht-12552/kruzifix-im-gerichtssaal-verteidigt.html  (10.5.):

Die Forderung des türkischen Parlamentariers Mahmut Tanal, dass das Kruzifix im Saal des Oberlandesgerichts München abgehängt werden müsse, ist von verschiedenen Seiten zurückgewiesen worden. Tanal hatte das Kruzifix als »Bedrohung« für nichtchristliche Verfahrensbeteiligte bezeichnet und die Neutralität des Gerichts in Zweifel gezogen.

Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag Hans-Peter Uhl (CSU), der ehemalige bayerische Innenminister Günther Beckstein (CSU) und der Sprecher der katholischen Deutschen Bischofskonferenz Matthias Kopp verteidigten das bestehende Arrangement. Auch der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime Aiman Mazyek kritisierte Tanals Einlassung als nicht angemessen: »Herr Tanal möchte sich mit seiner Belehrung der deutschen Justiz etwas zurückhalten«, sagte er. …

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Eine Antwort zu Türke beim NSU-Prozess: Gerichtssaal-Kreuz muss weg: „Bedrohung für Nichtchristen“

  1. Kris Stuart schreibt:

    Herr Gebhardt, Herr Klug,der Staatsgründer Kemal Atatürk hat eine streng laizistische Tradition begründet, er glaubte, die Türkei nur modernisieren zu können, wenn der Islam niedergehalten wird. Bis zum Amtsantritt von Erdogan war das auch das Bestreben jeder Regierung und die Armee hat, notfalls per Militärputsch, darüber gewacht. Die türkische Ministerpräsidentin Tansu Ciller trug selbstredend kein Kopftuch. Die Frau von Erdogan trug erstmals während der Abnahme einer Militärparade ein Kopftuch und brüskierte damit die Armee. Die Truppenparade sah sich zum Stillhalten gezwungen, denn neben Frau Erdogan schritt ein hoher Gast: Frau Bettina Wulff. Atatürk war 1923 auch der Gründer der CHP; dass nun ein Abgeordneter dieser Partei das Abhängen des Kreuzes in einem ausländischen Gerichtssaal fordert, zeigt, dass, wenn es um türkische Interessen im Ausland geht, Islamisten und Laizisten sich versöhnen und an einem Strang ziehen. Das sollte zu denken geben.

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