Christliche Polyamorie?

http://www.idea.de/detail/frei-kirchen/detail/theologin-bejaht-mehrere-liebesbeziehungen-gleichzeitig.html  (3.5.):

Frauen und Männer können mehrere Liebesbeziehungen gleichzeitig führen und dabei ethisch verantwortlich handeln sowie auf der Basis christlicher Werte leben. Diese Meinung vertrat die Geschäftsführerin des Verbandes „Evangelische Frauen in Deutschland“, die Theologin Eske Wollrad (Hannover), auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Hamburg. Sie war Teilnehmerin einer Diskussion unter dem Titel „Was ist gerecht in Sachen Geschlecht? Frauen, Männer, Gender oder ganz neue Wege“. Wollrad wünscht sich nach eigenen Worten eine Kirche, die sich leidenschaftlich für Gerechtigkeit einsetze, auch für Schwule, Lesben, Inter- oder Transsexuelle. Aber auch polyamouröse Beziehungen – also Liebesbeziehungen zu mindestens zwei Menschen zur gleichen Zeit – müsse man in den Blick nehmen. Wollrad beklagte, dass die Kirche zu sehr im Geist der Verzagtheit lebe und meine, alles bewahren zu müssen. Genau das Gegenteil sei der richtige Weg.

Dem widersprach der Theologische Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen, Albert Henz (Bielefeld): Die Beweglichkeit habe ihre Grenzen. Man könne nicht in einer „totalen Offenheit“ alles völlig gleichsetzen.

Wollrad erläuterte auf Nachfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea ihre Position. Sie sei dagegen, Beziehungen nur über das klassische Zweiermodell zu definieren: Es sei nicht die einzig mögliche Form des Zusammenlebens. Christliche Werte wie Verantwortlichkeit, Verlässlichkeit, Ehrlichkeit, gegenseitiger Respekt oder Achtsamkeit könnten in „allen möglichen Beziehungen“ gelebt werden. Dafür wolle sie sensibilisieren: „Es ist gut, diese anderen Lebensformen zu haben.“ Es sei an der Zeit, den Raum dafür zu öffnen. Die „Evangelischen Frauen in Deutschland“ sind ein bundesweiter Dachverband, dem 40 Verbände mit rund drei Millionen Mitgliedern angehören.

So ein Unfug! Und die Leidtragenden sind vor allem die Kinder.

Ergänzung 13.5.2013:

http://www.civitas-institut.de/index.php?option=com_content&view=article&id=2073:ehedefinition-wenn-die-daemme-brechen&catid=1:neuestes&Itemid=33  (12.5.):

Groß war die geheuchelte Aufregung, als Philippe Cardinal Barbarin, Erzbischof von Lyon, vor kurzem warnte, eine Umdefinition der Ehe könne auch die Polygamie als „Ehe“form umfassen, weil es dann keine Grenzen mehr gebe. Die Heuchler können ihre Erregung nun wieder herunterfahren: in Mayotte, einem französischen Übersee-Departement im Indischen Ozean, wird von der dortigen mohammedanischen Mehrheit die Legalisierung der Polygamie bereits gefordert. … „Warum Nein zur Polygamie, aber Ja zur Homoehe?“, steht auf dem Plakat.

Die Dämme brechen. Auf dem „Evangelischen Kirchentag“ in Hamburg forderte die feministische Theologin Eske Wollrad (49) die Anerkennung „polyamorer“ Beziehungen …

Ergänzung 9.6.2013:

Der holländische Homo-Aktivist Boris Dittrich, „Vater“ der „Homo-Ehe“ in den  Niederlanden, gab bekannt, dass man dort jetzt über die Mehrehe diskutiere.
http://www.dijg.de/blog/ehe-familie/homo-ehe-polyamorie-niederlande-204  (26.3.):

… Es werde allerdings noch einige Jahre dauern, bis die Öffentlichkeit für „den Anfang von etwas völlig Neuem“ bereit sei.

Die eingetragene Lebenspartnerschaft, so Dittrich, sei nur der erste Schritt eines größeren Plans gewesen … Das effektivste Mittel, um die gleichgeschlechtliche „Ehe“ in den Niederlanden einzuführen, sei laut Dittrich gewesen, „sich auf die Prinzipien der Gleichheit und der Nicht-Diskriminierung zu konzentrieren“ und die Trennung zwischen Kirche und Staat zu betonen …

Ergänzung 6.9.2013:

http://pius.info/archiv-news/934-moderne-gesellschaft/8224-protestanten-uebertreffen-sich-im-kampf-gegen-das-naturrecht  (4.9.):

Nachdem die EKD („Evangelische Kirche in Deutschland“) mit ihrem Positionspapier zu Ehe und Familie nicht nur die objektiven Maßstäbe des Naturrechts in Bezug auf Ehe und Familie, sondern auch die biblische Lehre unseres Herrn Jesus Christus auf den Kopf gestellt hat, kommt jetzt der Verband der „Evangelische Frauen in Deutschland“ daher und verteidigt die Bigamie als eine Lebensform, die durchaus mit „verantwortlichem Handeln auf der Basis christlicher Werte“ vereinbar ist.

Dies alles zeigt, dass die offiziellen Protestanten nicht nur vom Heiligen Geist, sondern auch von allen guten Geistern verlassen sind. Und es zeigt den Unsinn ökumenischer Gespräche mit der EKD.

Nach Auffassung der Geschäftsführerin des Verbandes „Evangelische Frauen in Deutschland“, Eske Wollrad, die auch ein sogenanntes Theologiestudium absolviert hat, können Frauen und Männer mehrere sogenannte „Liebesbeziehungen“ gleichzeitig führen und dabei ethisch verantwortlich handeln sowie auf der Basis christlicher Werte leben. Dies berichtete die evangelische Nachrichtenagentur IDEA bereits am 3. Mai 2013, allerdings ohne dass dies auf weitere Resonanz stieß.

Natürlich wird dies unter dem Titel der „Gerechtigkeit“ abgehandelt, denn sie führte weiter aus, auch für Schwule, Lesben, Inter- oder Transsexuelle müsse es „Gerechtigkeit“ geben.

Auf Nachfrage der Agentur IDEA erläuterte die „Theologin“, sie sei dagegen, Beziehungen nur über das klassische Zweiermodell zu definieren: Es sei nicht die einzig mögliche Form des Zusammenlebens. Christliche Werte wie Verantwortlichkeit, Verlässlichkeit, Ehrlichkeit, gegenseitiger Respekt oder Achtsamkeit könnten in „allen möglichen Beziehungen“ gelebt werden.

Die „Evangelischen Frauen in Deutschland“ sind ein bundesweiter Dachverband, dem 40 Verbände mit rund drei Millionen Mitgliedern angehören.

Das Ungeheure an solchen Aussage ist, dass schwere Sünden gegen die göttlichen Gebote auch noch mit religiösem Gesülze gerechtfertigt werden. Wir hoffen, dass diejenigen Protestanten, die sich der Heiligen Schrift und den Geboten Christi verpflichtet fühlen, erkennen, dass es nur die katholische Kirche ist, die der Wahrheit verpflichtet ist, und dass sie in die katholische Kirche eintreten.

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21 Antworten zu Christliche Polyamorie?

  1. heureka47 schreibt:

    In Gottes Universum, Schöpfung, Evolution usw. ist ALLES möglich – wenn es im Einklang ist mit den geltenden Gesetzmäßigkeiten, den „Geistigen Gesetzen“, dem „guten Lebens-Gesetz“, dem „HERRN“.
    Solange alles im bzw. aus dem Bewußtsein der göttlichen Liebe / Lebens-Energie geschieht, ist alles in Ordnung.
    Aber genau HIERAN sind ja die Menschen der zivilisierten Gesellschaft gehindert – durch die „Kollektive (Zivilisations-)Neurose“.
    Die rational einseitig überbetonten Kollektivneurotiker denken sich immer wieder neue – theoretische – Konzepte aus, aber vergessen dabei völlig die Grundlage. Und deshalb werden alle diese theoretischen Konzepte nicht funktionieren – weil den Menschen, die nach diesen Konzepten leben würden wollen / sollen, von der Grundlage des Lebens im Bewußtsein abgetrennt sind – und es nicht wissen und nicht merken.
    Eigentlich merken es mehr und mehr Menschen – anhand von Problemen, Krankheiten, Krisen usw. – aber es mangelt ihnen an der Befähigung, die Zusammenhänge bzw. Ursachen zu erkennen.
    Die Bewußtseine der meisten Menschen in der zivilisierten Gesellschaft schließen sich sehr früh unter dem Eindruck der Mängel – und öffnen sich erst wieder unter großem Leidensdruck. Und auch dann manchmal nicht – so daß die himmlischen Rettungsangebote nicht gehört oder nicht angenommen werden (können).

  2. Das Nagetier schreibt:

    „So ein Unfug! Und die Leidtragenden sind vor allem die Kinder.“
    weil…?

    • Carolus schreibt:

      … sie ein stabiles, treues Nest brauchen und keine Versuchsanstalt.

      • Caro schreibt:

        Ein stabiles, treues Nest sichert keinesfalls die christliche Ehe. Das fängt schon da an, dass der Mann das Oberhaupt der Familie darstellt und die Frau, das schwächere Wesen, sich unterzuordnen hat. (Also egal, wie der Mann in der Ehe mit all seinen Facetten gesinnt ist) . Die Kirche geht immer vom Idealfall aus.Und genau bei einer problematischen Konstellation sind Kinder eben nicht mehr in einem sicheren Nest.
        Außerdem möchte ich auf den letzten Absatz eingehen, wo es heißt, die einzige wahre Kirche ist die Katholische.Und von schweren Sünden ist die Rede. Ich frage deshalb : Wie kann die katholische Kirche die mafiösen Strukturen in Rom erklären ? Warum macht Sie aus dem „Vaters Haus“ einen Kaufmannsladen ? Die Welt und ihre Menschen ist voller Sünden. Auch bei den Katholiken (siehe z.B.Missbrauch). Wir können die Welt nicht verändern, aber wir können bei uns selber anfangen und christliche Werte weitergeben . Dazu gehört meines Erachtens auch Toleranz und das allerwichtigste der Dialog. Und zwar ohne erhobenen Zeigefinger sondern mit liebendem Herzen. Wenn ich am Ende meines Lebens angekommen bin, bin ich nur meinem Schöpfer verantwortlich.Nicht der katholischen Kirche.
        Lieben Deinen Nächsten, wie Dich selbst. Viele Menschen lieben sich nicht selber, weil sie in der Familie, ja, auch in der christlichen Ehe und Familie, großen Schaden genommen haben. Warum sollte es nicht legitim sein, andere Formen der Nächstenliebe zu leben ? Es geht doch nicht immer nur um sexuelle Bedürfnisse.

  3. Das Nagetier schreibt:

    Kinder brauchen Stabilität brauchen, Treue (ihnen gegenüber), Liebe, ein sicheres Nest, das ist eine Konstante über alle Zeitalter hinweg.

    Carolus, Du schreibst von einer Versuchsanstalt.
    Jede Form des Zusammenlebens ist ein Wagnis, das eingehen einer Ehe, das Gründen einer Familie. Jedem Wagnis wohnt die Möglichkeit des Scheiterns inne. Polyamor zu leben ist davon nicht ausgenommen, nur ist es ein Weg, den noch nicht viele zuvor beschritten haben, nicht breit und ausgetreten.

    Mehr als zwei erwachsene Bezugspersonen zu haben, ist bei den heutigen Kleinfamilien eher die Ausnahme als die Regel. Jahrtausende des Zusammenlebens in Sippen und Grossfamilien haben Kindern auch kein Leid zugefügt. Warum sollte Polyamorie da die Ausnahme sein?

    Polyamorie sollte natürlich niemals Mode sein, oder die vorherrschende Norm einer Gesellschaft. Wer die Exklusivität des Partners benötigt, sollte natürlich genau so die Finger von der Polyamorie lassen, wie umgekehrt ein polyamor l(i)ebender Mensch nicht ein unhaltbares Monogamie-Versprechen abgeben sollte.

    Wenn (mehr als zwei) erwachsene Menschen das Wagnis eingehen und dem Weg ihres Herzens folgen, einander zu glücklich zu lieben ohne daß Eifersucht oder der Wunsch nach Exklusivität die Stabilität der Famile gefährden, sehe ich nicht, daß die Kinder darunter leiden müssen.

    • Carolus schreibt:

      Nach meinem Kenntnisstand funktioniert Polyamorie in der Praxis nicht. Und die Kinder spüren das und leiden darunter. Auch sind Patchworkfamilien eine Not-„Lösung?“. Anzustreben ist das alles nicht. Großfamilien sind eine andere Konstellation, die sich bestens bewährt hat.
      Aber der „Zeitgeist“ will uns jetzt abweichende Lebensformen zu unserem Schaden einreden, und da halte ich dagegen.

      • Das Nagetier schreibt:

        Im Gegensatz zur Ehe, bei der die Scheidungsraten bekannt sind, kenne ich für Polyamorie zwar keine verlässlichen Zahlen (Hast Du welche?), aber Polyamorie >generell< als nicht funktionierend hinzustellen, ist genauso kurz gegriffen, wie die Behauptung mancher Ehegegner, daß die Ehe nicht funktioniere.

        Denn:
        Es gibt sowohl treue Eheleute, als auch polyamor lebende Menschen, deren Beziehungsleben funktioniert, sie haben gesunde, glückliche Kinder unterschiedlichsten Alters.

        Ein bevormundender Zeitgeist, welcher versucht den Menschen eine bestimmte Lebensform einzureden, egal ob es sich dabei um Monogamie oder Polyamorie handelt, oder darum, wie "uncool" es ist, mit 20 Jahren noch im Elternhaus als Grossfamilie zu leben, anstatt die Gründung einer eigenständigen Kleinfamilie vorzubereiten,
        solche ein Zeitgeist ist stets zum Schaden der Menschen, da alternative Optionen ausblendet und diskreditiert werden.
        Das hilft den Menschen nicht, die sich sowieso für einen Weg entschieden hätten, nimmt aber den Menschen, die eine für sie bessere Wahl getroffen hätten, die Alternativen.

        Wenn Frau Wollrath sagt, das Zweiermodell "sei nicht die einzig mögliche Form des Zusammenlebens" so geht es um das Zulassen der Alternativen, deshalb ist kein Mensch genötigt, sich einem irgendwie gearteten Zeitgeistdiktat zu beugen und die Monogamie über Bord zu werfen.

        Die Monogamie wird auch Bestand haben, wenn sie neben anderen Alternativen existiert. Jene Menschen, für die Monogamie die richtige Wahl ist, werden auch monogam bleiben, wenn ihre Nachbarn polyamor sind.

      • Carolus schreibt:

        Nein, nein. Ich kenne meine Pappenheimer. Das läuft ähnlich wie bei der Homo-„Ehe“. Unter dem Vorwand von „Nichtdiskriminierung“, „Minderheitenschutz“ etc. soll die Familie zerstört werden. Und es führt nicht zu mehr Freiheit, sondern zum Tod der Liebe.

      • heureka47 schreibt:

        Polyamorie – und vieles andere – funktioniert NICHT in KRANKEN menschlichen Gemeinschaften / Gesellschaften / Systemen. Andererseits funktioniert im Grunde ALLES, wo die universelle, reine, bedingungslose, göttliche, Liebe zur Herrschaft erkoren wurde und die Grundlage bildet.

        Von dieser Liebe – auch „Lebens-Energie“ genannt oder bei den alten Germanen „Od“ – jedoch ist die zivilisierte Gesellschaft im Bewußtsein abgetrennt, und deshalb funktioniert in dieser Gesellschaft letztlich NICHTS. Diese kranke Gesellschaft wird untergehen – wie alle Hochkulturen der Geschichte untergegangen sind. Und letztlich werden die letzten AUSSTERBEN. Sie sterben oberflächlich betrachtet vielleicht an irgendwelchen Krankheiten oder weil sie sich gegenseitig das Leben schwer machen oder sich aktiv mit Waffen bekämpfen. Aber in Wahrheit werden sie gestorben sein an der „Kollektiven Zivilisations-Neurose“ bzw. einer der „Krisen“ / „Schübe“ dieser Krankheit, die man zu Recht „Kollektive Psychose(n)“ nennt.

        NOCH ist die grundlegende Heilung der Kollektiven Neurose der zivilisierten Gesellschaft möglich. Auf ganz natürliche Weise: Durch Nachholen der versäumten Initiation, des geistig-seelischen Teils der Pubertät; durch das Nachholen des Aufstiegs zur höheren Bewußtseins-Ebene, dem wahren Erwachsenen-Bewußtsein, dem „Höheren / wahren Selbst“, dem FEINSTOFFLICHEN Bewußtsein, auch „Christus-Bewußtsein“ genannt.

        Millionen Wissenschaftler / Schulmediziner weltweit wissen von dieser Möglichkeit der GRUNDLEGENDEN Heilung NICHTS – weil sie mit einem verkürzten / verstümmelten Weltbild geistig vergiftet sind. Und selbst Opfer der – evtl. latenten – Angst und der Verdrängung, die die Hauptsymptome der Kollektiven Zivilisations-Neurose sind.

        Und die „Verantwortlichen“ in der Politik, in der Gewaltenteilung, in den maßgeblichen Institutionen, verlassen sich auf die „wissenschaftliche“ Expertise. Und so irren letztlich etwa 99,x% der Bevölkerung. Leben im Irrtum, in der Lüge. Und wollen auch nicht wissen, daß es so ist oder warum.

  4. Das Nagetier schreibt:

    Wie läuft die Zerstörung der Familie Deiner Meinung nach ab?

    • Carolus schreibt:

      Dieser Blog beschäftigt sich recht intensiv mit diesem gesellschaftlichen Vorgang. Einfach entsprechende Kategorie anklicken und nachlesen. Polyamorie ist ja nur die Nadelspitze dieses Eisbergs.

      • Das Nagetier schreibt:

        Ich habe einmal die Rubrik „Kampf gegen Ehe die Familie“ angeklickt, da mir diese am passensten erschien. 2/3 der Artiekl beschäftigen sich mit Homosexualität. Zur Polyamorie ziehst Du die Parallele, daß es hierbei ähnlich laufe.

        Nehmen wir mal an, wir lebten in einem Land, in dem Homo-Ehe und Poly-Ehe sowie entsprechende Adoption staatlich erlaubt und gefördert wären.
        Was wären wohl die häufigeren Antworten der Leute auf der Straße auf folgende Fragen:

        Warum gründen Sie keine Familie?
        a) Weil meine homosexuellen Nachbarn das auch dürfen.
        b) Weil der Job nicht sicher genug ist.
        c) Weil eine gute Ausbildung erstmal vorgeht.
        d) Weil noch kein passender Partner dabei war.

        Warum ist Ihre Ehe gescheitert?
        a) Weil mein Partner fremdgegangen ist.
        b) Weil meine Ehe nichts mehr wert ist, seitdem auch Polyamore heiraten dürfen.
        c) Weil mein Partner sich gehen lässt und trinkt.
        d) Weil wir uns ständig übers Geld streiten.

        Warum verbleiben Sie in einer unglücklichen Ehe?
        a) Wegen der Steuervorteile.
        b) Wegen der Kinder.
        c) Wegen unserem gemeinsamen Besitz.
        d) Die Homos sind schuld.

        Die größte Gefahr für Ehe und Familie sehe ich nicht in der rechtlichen Gleichstellung von alternativen Familienkonzepten begründet, sondern in gesellschaftlichen Verhältnissen, in denen sich die Frage nach der Familiengründung den wirtschaftlichen Verhältnissen unterzuordnen hat, in denen Karriere höher geachtet wird, als das großziehen von Kindern, in der nicht aus Liebe, sondern für die Steuervorteile geheiratet wird, in denen Kleinkinder schon von ihren Eltern entfremdet werden, damit beide Elternteile einem übersättigten Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen können, in denen „Alleinerziehend“ oft gleichbedeutend mit „Armut“ ist.

        Die Probleme anzupacken, Ehe und Familie wirklich zu schützen, würde den Aufwand bedeuten, den Wert von Kindern nicht nur in Sonntagsreden schön zu reden, sondern wirklich etwas für Familien zu tun, Ressourcen für Familien einzusetzen.
        Da ist es doch viel bequemer, von den wirklichen Problemen abzulenken und mit einem emotionalen Thema eine jahrelange Scheindebatte um um Gleichstellung zu entfachen. Rotes Team gegen blaues Team. Aber egal wie die Sache ausgeht, es nimmt den Herrschenden nichts weg und alle beteiligten Politiker haben brav Demokratie gespielt.

        In Frankreich schaffen sie es, eine halbe Million von Menschen gegen die Homo-Ehe auf die Straße zu stellen, aber dagen, daß wer-weiß-wieviele Kinder in den Banlieus ohne Ausbildung und Perspektive verrotten, erheben sich die wenigsten.

        Um nochmal auf das ursprüngliche Thema zurückzukommen:
        In der Anerkennung von Familienformen jenseits des Mann-Frau-Zweiermodells sehe ich keine Bedrohung der Familie. Nicht mal so ein bischen.

      • Carolus schreibt:

        Vieles von dem, was Du schreibst, ist richtig und dem stimme ich zu. Aber Homo-„Ehe“ und Polyamorie mit der Ehe „gleichzustellen“ passt nicht ins christliche Abendland, dessen Kultur ich nicht missen möchte. Tolerieren ja, aber niemals legalisieren.

      • Das Nagetier schreibt:

        Carolus, auf Deinen letzten Beitrag kann ich leider nicht antworten, deswegen steht die Antwort jetzt sicher irgendwo, wo sie nicht hingehört.

        Bei einer rechtlichen Gleichstellung, wie ich sie meine, geht es nicht darum, daß drei Menschen zugleich vor einen Christlichen Altar treten und das Sakrament der Ehe empfangen. Daß dies nicht möglich ist ist eine Angelegenheit der Religion, in welche sich der Staat zurecht nicht einmischen soll.
        Die Regeln der Ehe als ehemals einzige legale Form des Zusammenlebens zwischen Liebenden wurden vom Staat übernommen und in Gesetze gegossen.

        Zurecht hat der Staat den Eheleuten nicht nur besondere Pflichten wie die gegenseitige Unterstützung in der Not eingeräumt, sondern auch besondere Rechte:

        So können Eheleute
        – die Aussage gegeneinander vor Gericht verweigern
        – einander Besitz mit geringerer Erbschaftssteuer vererben
        – die Summe ihrer Steuerfreibeträge gemeinsam nutzen
        – Die Visa-Beschränkungen aufheben, um mit einem Ehepartner aus dem Ausland zu leben.
        – u.v.m.

        All diese Rechte sind gut und richtig, da sie Ehe und Familie vor dem Auseinanderreissen und vor wirtschaftlicher Not schützen.

        Hier kommt nun der haarfeine Unterschied zwischen „legalisieren“ und „tolerieren“ ins Spiel. Fallbeispiel: Eine deutsche Frau gründet mit zwei Männern aus Kanada eine Familie. Die drei würden gerne vor dem Gesetz füreinander einstehen wie Eheleute, das geht aber nicht weil es nicht legal ist. Die Visa der beiden Männer laufen ab. Im Zweifel schickt das Ausländeramt Polizisten mit Handschellen vorbei, um die Familie (nicht nur sprichwörtlich) auseinanderreissen zu lassen. Einen Monat nachdem die beiden abgeschoben wurden, bemerkt die Frau, daß sie schwanger ist.
        Dann haben sie auch von all der schönen Toleranz nichts. Das Gesetz hat die Familie nicht geschützt.

        Es geht mir nicht darum, ob eine Verbindung unbedingt „Ehe“ heissen muss, wenn sie anders als zwischen genau einem Mann und genau einer Frau geschlossen wird, es geht mir darum, Schaden von Menschen abzuwenden, die -mit oder ohne Kinder- in Liebe füreinander Verantwortung übernehmen wollen.

        Gleichberechtigung bedeutet, daß dieser Schutz für alle Menschen gilt, nicht allein für jene, die eine Familie nach christlich-abendländischer Tradition führen.

        Sicher, dieser Schutz wäre etwas neues, es wäre neu, wie es einst neu war, den unehelichen, rechtlosen „Bastardkindern“ vor dem Gesetz die gleichen Rechte wie ehelichen Kindern zu geben.

        Die christlich-abendländische Tradition ist auch eine Tradition der stetigen Selbsterneuerung.

      • Carolus schreibt:

        Tu, was Du nicht lassen kannst.
        Aber ohne mich.

    • heureka47 schreibt:

      Die tiefere Ursache der „Zerstörung der Familie“ ist die „Kollektive Zivilisations-Neurose“, die seit mehr als 10.000 Jahren sich entwickelnde „Entfremdung“ des Menschen – von sich selbst, von seinem „Höheren (göttlichen) Selbst“, von der Lebens-Energie / Liebe, vom wahren Leben, von der wirklichen Wirklichkeit, vom wahren Sein…

  5. Magdalena schreibt:

    GOTT hilf uns in unserem Leide. Amen.

  6. die zerschlissenen Turnschuhe meiner erwachs. Tochter schreibt:

    @Caro
    interessant zu lesen! Ein kleines Unbehagen an „den Christen“, die sich allerorten selbst über den grünen Klee loben und alles „Störende“ unter den Teppich bzw.ins Schattenreich verbannen.
    Gerade dieser Tage könnte Frau ins Schwimmen kommen, wenn sie zwischen den BEGRÜNDUNGS-ZUSAMMENHÄNGEN –
    Grüne, Rote, Schwarze, Braune, AfDler, Katholiken, Lutheraner, Ahteisten, FrauenrechtlerInnen – „Frauenversteher“, christl.FundamentalistenundEvangelikale/ MOSLEM S O R T I E R E N soll….:-(
    und da hinein ihre eigene Erfahrung eintütet.
    Mein Oma (Ende 1800 geboren) lief zeitweise treu zu den Blaukreuzlern. Meine andere, ebenfalls 1800….spielte verbotener Weise Karten als auch lief sie los, wenn die Kirchenglocken der ev. Marienkirche läuteten. Was ich von ihr mitbekommen habe (väterlicherseits) war sie mit sich im Reinen und relativ verortet. (Muter von sechs kindern) Ein Leben MITTEN IM LEBEN! (die dem besoffenen Polterer die Stiefel auszog)
    Mich haben ZEITWEISE feministische und matriarchale TheologInnen (wiederum „linke“, D. Sölle…) als auch kath. Befreiungstheologen „beschäftigt“ bis Mystiker, Mystagogen….. Und somit wähnte ich mich geschützt gegen das, wohin mich mein „Ex“ einst lotste…
    Aber sämtliche Stationen waren nicht starkt genug gegen dieGründe, weshalb ich mich nicht nur von einer „Kirche“ sondern auch generall „vom Glauben“ abwendete. Eine Bilanz, ein Fazit! Nichts als Verlustseite, dieses Christentum. Wohl finde ich es legitim, es in unserem Kulturraum zu schützen, zu konservieren und ihm seine Rolle und Funktion zu zollen. Vielleiecht aucheinen gewissen DANK! Es hat ja nicht nur Schlechtes hinterlassen! 😦 Und was wäre sonst?
    Kulturschock für mich war das LOVEBOMBING in einer solchen Gemeinde : https://www.idea.de/frei-kirchen/detail/willow-creek-hybels-tritt-als-hauptpastor-vorzeitig-zurueck-104916.html
    (Leserbriefe!) Was anderes als Personenkult wird auch da betrieben?
    Eingebrannt hat sich die Erfahrung eine zu missionierende Nummer zu sein, die wiederum andere missionieren sollte um gewachsene Stukturen zu SPRENGEN, zu SPALTEN. ZWIETRACHT zu bringen, wie s i e es machten, um der Wahrheit willen! Und sich dabei widerlich in Dein SELBST schraubten!
    Da „die Nächstenliebe als Tauschwert gegen Bekehrung“ bei mir nicht fruchteten, habe ich jenes Fallen aus einem sozialen Netz kennen gelernt, von dem auch andere „Aussteiger“ berichten: Geschlossene Gesellschaft (analog zur deutschen RESERVIERTEN Blödgesellschft) und ISOLATION, „Stigmatisierung“….Verluste IN DER WELT….
    Kein Platz am Tisch des Lebens!

    Ja…die „chtristliche Familie“- ich kann ein Lied davon singen! Aber ich bin froh, wenn ich nicht daran denken muss!

    Liebe
    Treue
    FürSORGE
    Verantwortung
    Zuverlässigkeit
    Werte
    geht auch „OHNE“ – leben auch andere….

    Kollateralschaden!

    und hatten jene OBERHÄUPTER oft die Ausnahmen für sich selbst gepachtet in ihrem „rechtschaffenen“ Familien- Fundamentalismus!
    Auch im deutschen Christenthuum werden Frauen heute noch schachmatt gesetzt mit KKK! Hauptsache das erste K! Hauptsache, schön unabhängig machen! Das ist nicht nur eine Frage der Kleiderordnung im Islam.

    • die zerschlissenen Turnschuhe meiner erwachs. Tochter schreibt:

      Analogie des Hinwegfegens (auch ohne Reisen in andere Länder)
      darin könnte man sich wiederfinden:
      der spanische Schriftsteller Enrique Vila-Matas im Vorwort zu einem 2004 erschienenen Band mit Pitols besten Erzählungen:

      „Pitols Stil besteht darin, vor diesen schrecklichen Menschen zu fliehen, die voller Gewissheit sind. Sein Stil ist das zu entstellen, was anschaut. Sein Stil besteht darin, zu reisen und Länder zu verlieren und dabei stets ein oder zwei Brillen (…) Die Brille verlieren, die Länder verlieren, alles verlieren, nichts haben und immer fremd sein.“

  7. k e i n NAME schreibt:

    @ Caro
    cc „christliche Familie“
    h ttps://www.idea.de/frei-kirchen/detail/bedford-strohm-unser-leben-ist-ein-geschenk-gottes-104950.html

    was hat man es doch mit heuchlerischen Gruppierungen zu tun! …eines meiner Kinder hat die Reihenfolge und „Ordnung“ auf den Kopf gestellt und ist LANGE VOR den Eltern gegangen! Etwas nach der Geburt. Ein weiteres stellt eben seit Jahrzehnten diese im Artikel (Link) genannten Anforderungen. Wie sich die „Christlichkeit“ und auch DIE FAMILIE in diesem Falle verhalten hat??? (und mit Verlaub, für wen war/ist denn Behinderung eine „Strafe Gottes“?)

    Im übrigen gilt auch oft genug in christlichen Kreisen: schön reden aber sich nicht die Hände schmutzig machen

    • k e i n NAME schreibt:

      und machte mich doch gerade ein ehemaliger Hardliner darauf aufmerksam, wie viele Spielarten von Geschlechtern es doch gäbe!
      h ttp://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=54931

      das alles hat jetzt primär nichts mit der christlichen Polyamorie zu tun, jedoch mit dem Mythos des rundum besseren Christenmenschen! (der ja nur seine Entlastungspille einnehmen müsse und schon ist die Luft wieder von seinen Sünden gereinigt. Na dann…..)

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