Kardinal Meisner: Familienpolitik à la DDR

http://www.freiewelt.net/nachricht-12624/familienpolitik—wie-in-der-ddr.html  (21.5.):

Ein neues gesellschaftliches Klima, „in dem Frauen mehr Kinder zur Welt bringen“, fordert der Kölner Kardinal Meisner im Interview mit der „Stuttgarter Zeitung“. Die aktuelle Krippenpolitik erinnere ihn sehr an die DDR: „Dort hat man den Frauen eingeredet, wer wegen der Familie zu Hause bleibe, sei dement. Weil man Produktionskräfte brauchte, wurde die Kinderkrippe erfunden.“

Nicht alle Frauen würden sich im Beruf selbst verwirklichen wollen. Meisner wünscht sich mehr öffentliche Ermutigung für Frauen, „zu Hause zu bleiben und drei, vier Kinder auf die Welt zu bringen“.

Scharfe Kritik übte der Kardinal auch an der Abtreibungspolitik. „Wir sind ein sterbendes Volk, haben aber eine perfekte Gesetzgebung für Abtreibung. Ist das nicht die Selbsttötung einer Gesellschaft? Am liebsten will man auch noch die Frauen aus den Familien heraus haben, damit die Produktion weiterläuft. Mit Geld allein kann man aber keine Kinder bekommen.“

Zum Interview

Ergänzung 24.5.2013:

http://www.civitas-institut.de/index.php?option=com_content&view=article&id=2083:empoerend-familien-mit-drei-oder-vier-kindern&catid=1:neuestes&Itemid=33  (23.5.):

Die familienfeindliche feministische Front hat ein neues Feindbild. S. Em. Joachim Kardinal Meisner hat etwas völlig Selbstverständliches gesagt, doch die Horde der Feministen, die in enger Verbundenheit mit dem Finanzkapital alle Frauen in die Arbeit zwingen wollen, sind „empört“. In einem Interview mit der „Stuttgarter Zeitung“ sagte Meisner: „Wir sind ein sterbendes Volk, haben aber eine perfekte Gesetzgebung für Abtreibung. Ist das nicht die Selbsttötung einer Gesellschaft? Am liebsten will man auch noch die Frauen aus den Familien heraushaben, damit die Produktion weiterläuft. Mit Geld allein kann man keine Kinder bekommen.“ Er plädierte dafür, ein Klima zu schaffen, in dem Frauen mehr Kinder zur Welt bringen. Und dann die Frage, die die Feministen in Rage versetzt: „Wo werden denn Frauen ermutigt, zu Hause zu bleiben und drei, vier Kinder zur Welt zu bringen?“ …

… Eine Mutter, die sich für Kinder und Familie entscheidet, gilt da geradezu als asozial. So kaputt ist der totalitäre Kapitalismus inzwischen. Und die linke Einheitsfront applaudiert.

Ergänzung 30.5.2013:

Jürgen Liminski (FreieWelt.net): Warum Kardinal Meisner Recht hat  (29.5):

Aufregung in der politischen Damenwelt über Kardinal Meisner. Der Kölner Erzbischof hatte der Familienpolitik empfohlen, Frauen zu ermöglichen, zuhause zu bleiben um mehr Kinder bekommen zu können. Die jetzige Familienpolitik erinnere ihn an die DDR.

Das Geschrei ist laut, aber Meisner hat Recht,

  • – weil Deutschland die Kinder fehlen – der renommierte Demograph Herwig Birg spricht von der „ausgefallenen Generation“. Nur kinderreiche Familien können dieses Defizit teilweise beheben. Die Geburtenquoten in Frankreich und Irland sind deshalb die höchsten in Europa, weil es in diesen Ländern deutlich mehr kinderreiche Familien gibt.
  • – weil ohne Förderung von Ehe und Familie es noch weniger Kinder geben wird. Denn bei Kinderlosen stehen die Kosten als Grund für die Nichterfüllung des Kinderwunsches ganz oben (nach der Suche nach dem richtigen Partner), und der Wunsch nach Krippenplätzen ziemlich weit unten.
  • – weil es die Wahlfreiheit für Frauen in Deutschland de facto nicht gibt. Ohne Förderung droht Verarmung. Und diese Qual ist gewollt. Denn die Frauen sollen so früh wie möglich zurück an den Computer, den Herd des Betriebs.
  • – weil der Traum von der Vereinbarkeit ein Märchen ist. Beruf und Familienarbeit sind in der Regel eine Doppelbelastung. Hinter den tollen Einzelbeispielen in den Medien stehen fast immer unsichtbar Haushaltshilfen.
  • – weil die Karriere natürlich einen Knick bekommt, wenn die Frau ihr Erwerbsleben unterbricht, um drei oder vier Kinder zu erziehen. Kein Arbeitgeber kann so lange auf die Rückkehr warten. Die Lösung heißt hier: Mehr Teilzeitangebote und Förderung des Wiedereinstiegs. Das aber ist eine Herausforderung an die Politik, der sich keine Partei bisher wirklich stellen will. Sie alle fürchten die Funktionäre der Arbeitgeber- und Industrieverbände, die jetzt aufgeregt nach Fachkräften suchen und die stille Reserve der jungen Mütter anzapfen wollen.
  • – weil die aktuelle Familienpolitik sich wie in der DDR einzig und allein an den Interessen der Arbeitswelt und der Produktion ausrichtet.

Meisner hat nur die Wahrheit gesagt. Man sollte dem unerschrockenen Kirchenmann in Köln dankbar sein.

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