Glaube in veränderter Umwelt

Christof Gaspari (Vision2000 3/2013): Glaube in veränderter Umwelt — Über die Notwendigkeit entschiedenen Glaubens wie zu den Anfangszeiten der Kirche

Europa steht an der Schwelle eines tiefgreifenden kulturellen Wandels, der in Freiheit vollzogenen Abkehr von seiner christlich geprägten Kultur. …

… Die in Europa bis ins 20. Jahrhundert bisher vorherrschende christliche Kultur stellt in gewisser Weise einen Ersatz für die Notwendigkeit einer persönlichen Entscheidung dar: Man wird in ein christlich geprägtes Milieu geboren, als Kind getauft, bekommt in der Schule Religionsunterricht verordnet und geht mit seinen Klassenkameraden zur Erstkommunion und zur Firmung. Die christliche „Karriere“ wird mit einer Hochzeit in der schön geschmückten Kirche fortgesetzt und erreicht ihr Ende beim kirchlichen Begräbnis auf dem mit Kreuzen und Blumen geschmückten Friedhof.

… Es wird nicht lange dauern, und diese Restbestände von Christlichkeit landen auf der Abfallhalde der Geschichte. Dafür wird der gottlose Säkularismus sorgen, der sich immer deutlicher als Staatsreligion in den westlichen Ländern etabliert. Er beruht auf einem Menschen- und Weltbild, das sich der Gottlosigkeit verpflichtet fühlt. Verkauft wird er zwar als weltanschauliche Neutralität. Diese Art von Neutralität gibt es jedoch in Wahrheit nicht. … Und unsere Eliten sind drauf und dran, uns in den Tod zu führen, eben in die „Kultur des Todes“. Wer nur halbwegs die Augen offen hält, erkennt das: die Legalisierung von Abtreibung, Euthanasie, von vorgeburtlichen Tauglichkeitstests in Mutterleib und Retorte, die Organentnahme, die Embryonen verbrauchende Forschung sind direkt auf Tötung ausgerichtet. Andere Maßnahmen haben indirekt lebensfeindliche Wirkungen: die massive Propagierung der Verhütung, die Gender-Politik und die mit ihr einhergehende Homosexualisierung, die Destabilisierung, ja Zerstörung der Familien durch Sexpropaganda, Pornographie und außerhäusliche Glücksverheißung…

… zunehmend wird es schwierig an diesen Denkmälern des „Fortschritts“ (Abtreibung, Euthanasie, Homo-„Ehe“, Embryonenforschung, usw…) auch nur Kritik zu üben – und sei sie noch so gut begründet und wissenschaftlich abgesichert. Die Tendenz geht sogar dahin, die Eckpfeiler des neuen Welt- und Menschenbildes strafrechtlich abzusichern. So hat die Bundestagsfraktion der Grünen im heurigen März den „Entwurf eines Gesetzes zur Ahndung von Therapien mit dem Ziel der Änderung der sexuellen Orientierung bei Minderjährigen“ in den deutschen Bundestag eingebracht. Er sieht Strafen für Therapeuten vor, die homosexuellen Jugendlichen auf deren Wunsch helfen, aus ihrer fehlgepolten sexuellen Orientierung herauszufinden.

Was ist da zu tun? Noch einmal: Es geht bei all diesen Fragen nicht um Nebensächlichkeiten, sondern um Leben und Tod. Und das kann uns als Christen nicht gleichgültig lassen. Wir müssen uns also auf eine – mittlerweile gar nicht mehr so neue , aber vielfach in ihrer Bedeutung unterschätzte – Situation einstellen: Das Ende der christlich geprägten Kultur zeichnet sich ab. Wir müssen als Christen einfach damit rechnen, unseren Glauben in einem feindlichen Umfeld leben zu müssen. Millionen von Glaubensgenossen in vielen, insbesondere muslimischen, Ländern der Welt ergeht es schon lange so. …

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