Matejcek-Preis an Norbert Blüm

FreieWelt.net: Blüms Einsatz für Familie gewürdigt  (27.5.):

In einem Festakt an der Goethe-Universität Frankfurt wurde gestern der Matejcek-Preis 2013 an Dr. Norbert Blüm verliehen. Maria Steuer, Vorsitzende des Familiennetzwerks e. V., würdigte in ihrer Begründung, dass Norbert Blüm derzeit der einzige Politiker sei, der sich intensiv für die Bedürfnisse von Familien und Kindern einsetze.In seiner Laudatio betonte Dr. Christean Wagner, Vorsitzender der CDU im Hessischen Landtag, das vielfältige ehrenamtliche Engagement Norbert Blüms für Kinder und Familien. Er habe immer vom Menschen aus gedacht und den Mut, die zunehmende Verstaatlichung der Kindheit zu thematisieren. Blüm habe immer betont, dass „der Familie die Zentralfunktion in der Gesellschaft zukomme, und nicht dem Staat.“ Er habe immer wieder darauf hingewiesen, dass er seine eigenen Kinder auch nicht „aus demographischen Gründen“ bekommen habe, auch wenn er immer bekannt habe, er sei „kein Prachtexemplar der Pädagogik“, sei jedenfalls „immer Rambazamba im Haus“ gewesen.

In seiner Dankesrede nutzte Norbert Blüm die Gelegenheit, sowohl auf die Wichtigkeit der Familie für die Kinder hinzuweisen, als auch eine Lanze für die Institution der Ehe von Mann und Frau zu schlagen. Die Familie sei „eine Bastion der Freiheit“ und ein „Widerstandsnest“ — deswegen hätten bislang noch alle Gewaltherrscher der Welt einen Kampf gegen die Familie geführt.

Blüm betonte, Erziehung dürfe nicht „outgesourced“ werden und ging hart ins Gericht mit denjenigen, die versuchten, Eltern als „Erziehungs-Dilettanten“ darzustellen. Mit Seitenhieb auf die aktuelle Krippen-Debatte setze er schmunzelnd hinzu: „Ich bekenne, ich komme aus einer sehr bildungsfernen Familie. Aber nirgendwo war meine Bildung besser aufgehoben, als bei meinem Vater und meiner Mutter“. Mit Blick auf die zunehmende Enteignung der Kinder durch immer mehr Schule zog er den Vergleich zu Arbeitnehmern, die zumindest gesetzlich eine begrenzte Wochenarbeitszeit zugesichert bekommen: „Doch wer schütze eigentlich die Kinder vor Überforderung? — Meine Enkel arbeiten inzwischen länger als ihre Väter“.

Blüm wies darauf hin, dass der Zusammenhalt der Gesellschaft die Familie brauche und auch die Ehe damit eine letzte Bastion gegen die Verstaatlichung darstelle. Wäre die Ehe nur von morgens bis abends eine Kosten-Nutzen-Analyse, dann sei dort kein Platz mehr für Liebe. Der viel gelobte neue „Homo-Oeconomicus“ bedeute eine Demontage der Humanität: „Die Ich-AG braucht keine Familie“.

Der nach dem tschechischen Kinderpsychologen Zdenek Matejcek (1922–2004) benannte Preis wird alle zwei Jahre an Persönlichkeiten verliehen, die sich dafür einsetzten, daß die entwicklungspsychologisch bedingten Bedürfnisse von Kindern in den Mittelpunkt des Interesses unserer Gesellschaft gestellt und von ihr berücksichtigt werden.

Zdenek Matejcek gehörte zu den ersten Kritikern der kommunistischen Kollektiverziehung im Ostblock, er wies in wissenschaftlichen Langzeitstudien die schädliche Folgen nach. Er war ein international anerkannter Begründer der modernen tschechischen Kinderpsychologieforschung, gehörte zu den ersten Kritikern der kommunistischen Kollektiverziehung und er war ein Befürworter des klassischen Familienmodells. 1996 wurde er von Präsident Vaclav Havel mit der Verdienstmedaille ausgezeichnet.

1963 entstand Matejceks preisgekrönter Film Kinder ohne Liebe. Seine Ergebnisse lösten Bestürzung aus und zogen unmittelbare Verbesserungen der tschechischen Einrichtungen zur Betreuung von Kleinkindern nach sich. Die Wochenkrippen in der Tschechoslowakei wurden abgeschafft. Bahnbrechend waren seine Erkenntnisse über die Deprivation der Kinder, die er in den sechziger Jahren veröffentlichte. Er hob immer die Bedeutung des Familienmilieus für die Entwicklung des Kindes hervor. …

Siehe auch:

Ergänzung 15.9.2013:

http://www.kath.net/news/41045  Uni Frankfurt: Tagung über die Auswirkung der Krippenbetreuung  (24.4.):

Mythos Skandinavien – was bedeutet die flächendeckende Krippenbetreuung von Kleinstkindern wirklich? Wissenschaftliche Tagung in Kooperation mit dem Institut für Bindungswissenschaften – 25. Mai 2013 an der Universität Frankfurt

Noch nie wurden in Deutschland derart viele Kinder in Institutionen betreut. Mit dem Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz auch für Kinder unter drei Jahren wird der Anteil dieser Kinder noch weiter rasant ansteigen. Wie sich das auf unsere Gesellschaft auswirken wird – und vor allem, wie es sich auf die Kinder auswirken wird – darüber wird hierzulande eher spekuliert. „Die Prognosen reichen von einer Welt voller Wunderkinder, die dank frühkindlicher Bildung nun alle auf das Gymnasium kommen bis hin zu besorgten Feststellungen von Krankenkassen, dass immer mehr Kinder schon heute therapiebedürftig sind, Tendenz massiv steigend“, erläuterte Maria Steuer, Vorsitzende des Familiennetzwerks e. V.

Gemeinhin gilt Skandinavien als großes Vorbild in Sachen Kleinkinderbetreuung. Dort hat man bereits vor mehr als 30 Jahren begonnen, die allermeisten Kinder in fremden Händen groß zu ziehen. Keine Diskussion in Deutschland rund um Krippen, Betreuungsgeld & Co., die ohne den Verweis auf die Vorzeige-Krippenländer auskommt. Von diesen lernen, heißt siegen lernen, so das Mantra der Krippenbefürworter. Doch ist dies Lob berechtigt, oder nicht etwa undifferenziert? Lesen wir in den deutschen Medien tatsächlich über die realen Zustände und Auswirkungen der flächendeckenden Krippenerziehung in Schweden, oder wird uns selektiv nur das präsentiert, was wir hören sollen?

„Wer flächendeckend möglichst alle Kinder unter drei Jahren in eine institutionelle Betreuung drängen will, muss sich vor allem um die Frage kümmern, wie geht es den Kindern dabei? Alles andere ist fahrlässig. Es geht ja hier nicht um Maschinen, die tagsüber einen neuen Standort brauchen, sondern um Menschen – und das in einer Lebensphase, in der sie ganz besonders die Sicherheit einer liebevolle Betreuung durch ihre Eltern benötigen“, so Maria Steuer.

Der Kongress „Was kommt, wenn Familie geht?“ am 25. Mai 2013 an der Universität Frankfurt will sich genau mit diesen Fragen auseinandersetzen und hat dazu diejenigen geladen, die es wissen müssen: die Skandinavier selbst.

Verschiedene skandinavische Experten werden von ihren Erfahrungen berichten. Darunter zum Beispiel Annica Dahlström aus Schweden, emeritierte Professorin für Neurowissenschaften an der Universität Göteborg, oder auch Erja Rusanen aus Finnland, sie ist Dozentin für Erziehungswissenschaften an der Universität Helsinki und hat in sich in über 340 wissenschaftlichen Arbeiten mit der Frage der Pflege, Bindung und Entwicklung von Kindern auseinandergesetzt, oder Anne Brudevold aus Norwegen zur Psychopathie und wie wir ihr vorbeugen könne. Burghard Behncke wird die aktuellsten Forschungsergebnisse vorstellen und Günther Ederer über die Bedeutung der Familie für die Wirtschaft referieren.

Im Rahmen der Tagung wird um 16:00 Uhr in einem Festakt der Matejcek-Preis 2013 an Minister a. D. Dr. Norbert Blüm überreicht. … www.familie-ist-zukunft.de/Tagung2013

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