Uni Leipzig: „Herr Professorin“?

Verrückte Welt:
http://www.welt.de/vermischtes/article116820012/Maenner-werden-an-Uni-als-Professorin-angesprochen.html  (4.6.):

An der Uni Leipzig sind Männer auch Frauen — sprachlich jedenfalls. Der Grund: In der neuen Verfassung der Hochschule sind weibliche Bezeichnungen für beide Geschlechter geplant. Feministinnen jubeln.

Viele Universitäten bemühen sich seit Jahren, Männer und Frauen sprachlich gleich zu behandeln. Schreibweisen, die beide Geschlechter einschließen, sollen dafür sorgen, dass sich Frauen nicht diskriminiert fühlen.

Die Universität Leipzig geht nun einen Schritt weiter. In ihrer neuen Verfassung sind nur noch weibliche Bezeichnungen vorgesehen.

Mit „Professorin“ ist damit künftig auch ein Mann gemeint. Darauf soll dann eine Fußnote in der Verordnung hinweisen.

Während sich Feministinnen …

Ergänzung 5.6.2013:

Thomas Paulwitz (FreieWelt.net): Der entmannte Professor  (4.6.):

… Verärgert über die langatmige Debatte machte Physikprofessor Josef Käs den Vorschlag, ausschließlich die weibliche Form einzusetzen. Womit er vermutlich nicht rechnete: Der Senat griff den eher als Scherz gemeinten Vorschlag auf. Wird dieser nun als „Leipziger Käs-Reform“ in die Geschichte eingehen?

„Wir drehen das mal um“

Anfang Mai stimmte auch Rektorin Beate Schücking zu: In Leipzig soll es keine Rektoren, Dozenten und Wissenschaftler mehr geben. Die Wirtschaftswissenschaftlerin Prof. Dr. Friederike Maier aus Berlin, Gutachterin des „Netzwerks Gender Equality and Employment“ der EU-Kommission, ist begeistert: „Ich sehe das eher als Notwehr. Wir haben an unserer Hochschule die Vorschrift, geschlechtergerecht zu formulieren. … Deshalb finde ich es gut zu sagen, wir drehen das mal um.“ Kein Wunder, daß Zustimmung aus dem Dunstkreis der EU-Kommission kommt. Sie ist nämlich die treibende politisch-ideologische Kraft des sogenannten „Gender Mainstreamings“, einer wichtigen Säule der Brüsseler Bürokratenherrschaft.

Wieder einmal wird der sprachwidrigen Annahme gefolgt, daß grammatisches und biologisches Geschlecht identisch seien. Doch seien es „der“ Mensch, „das“ Kind oder „das“ Mädchen: Der bestimmte Artikel legt keinesfalls fest, ob es sich um ein männliches oder weibliches Wesen oder um eine Sache handelt. „Geschlechtergerechte Sprache“ ist eine Mißgeburt aus rein ideologischer und machtpolitischer Absicht. Wer sich der Sprachregelung nicht unterwirft, muß damit rechnen, ausgeschlossen zu werden.

Letztlich macht die Universität Leipzig ihrem ehemaligen Namenspatron Karl Marx alle Ehre. Der hatte einst geschrieben: „Der gesellschaftliche Fortschritt läßt sich exakt messen an der gesellschaftlichen Stellung des schönen Geschlechts (die Häßlichen eingeschlossen).“ Ideologie wird stärker gewichtet als Wissenschaft: Ist das die Zukunft des Hochschulstandorts Deutschland?

Ergänzung 6.6.2013:

JF: „Herr Professorin“ — Universität Leipzig verteidigt Gender-Sprachreglung  (6.6.):

Die Universität Leipzig hält an ihrem Plan fest, für alle Studenten und Dozenten künftig nur noch weibliche Bezeichnungen zu nutzen. „Es ist ein symbolischer Akt“, verteidigte Hochschulrektorin Beate Schücking die Pläne. Damit habe die Universität „die Debatte über Geschlechtergerechtigkeit an den Unis“ wieder belebt.

… Die vorgesehene Regelung soll nur für die Grundordnung gelten. Unklar ist bisher, ob die sächsische Landesregierung das Vorhaben wieder kippt. Zwar genießen Hochschulen in Deutschland weitgehende Autonomie, dennoch können die Landesregierungen bestimmte Entscheidungen ändern.

Hochschuldirektorin Schücking betonte jedoch, von der Staatskanzlei in Dresden seien bisher „positive Signale“ gekommen. Sie rechne deswegen nicht damit, daß die schwarz-gelbe Landesregierung eingreifen werde. Die Universität rechtfertigte ihr Vorgehen mit der angeblichen Diskriminierung von Frauen durch nicht „geschlechtergerechte“ Sprache. „Mir fehlt einfach die Phantasie dafür, daß die Männer unter der neuen Sprachregelung leiden könnten. Wir Frauen haben uns doch auch daran gewöhnt, daß man uns als Frau Professor anspricht.“

Auch andere Universitäten diskutieren bereits, das Leipziger Modell zu übernehmen. „Das ist eine interessante Idee — vor allem vor dem Hintergrund, daß derzeit etwas rückläufig mit der geschlechtersensitiven Sprache umgegangen wird“, sagte etwa die Frauenbeauftragte an der Freien Universität Berlin, Mechthild Koreuber.

Ergänzung 7.6.2013:

http://www.unzensuriert.at/content/0013029-Gender-Wahnsinn-Uni-Leipzig-sagt-k-nftig-Guten-Tag-Herr-Professorin  (5.6.):

… Zur Überraschung des Gleichstellungsbeauftragten der Uni Leipzig, Georg Teichert, stimmte das Gremium für das sogenannte generische Femininum. Nicht jeder ist von der Entscheidung begeistert. „Das ist ein Feminismus, der der Sprache nicht gut tut und inhaltlich nichts bringt“, kritisiert der Jurist Bernd-Rüdiger Kern.

Fußnote soll auf beide Geschlechter hinweisen

Nach 600 Jahren „Männerdominanz“ will die Uni Leipzig somit eine neue Grundordnung schaffen. Rektorin, Dozentinnen, Wissenschaftlerinnen und eben die „Herr Professorin“ sollen normale Begriffe werden. Eine Fußnote ergänzt, dass diese feminine Bezeichnung sowohl für Personen männlichen als auch weiblichen Geschlechts gilt. Die Internet- & Blogzeitung Freie Welt berichtet, dass das angefragte sächsische Wissenschaftsministerium sich als Aufsichtsbehörde zur neuen Hochschulverfassung noch keine Meinung gebildet habe, es kündigte aber bereits an, die sprachliche Neuerung nicht beanstanden werde, weil diese der Autonomie der Universität unterliege. Es handele sich dabei mehr um eine „Geschmacks- als Rechtsfrage“. Vier Monate lang kann das Ministerium widersprechen, dann tritt die neue Grundordnung in Kraft.

Ergänzung:

JF: Widerstand gegen Gender-Reform wächst  (7.6.):

Die Pläne der Universität Leipzig, für alle Studenten und Dozenten künftig nur noch weibliche Bezeichnungen zu nutzen, stoßen auf Widerstand. Der Dekan der Juristischen Fakultät, Christian Berger, sagte, er werde dem Beschluß des akademischen Senats nicht folgen.

„Kein männlicher Student der Juristenfakultät Leipzig muß damit rechnen, als ‘Studentin’ angesprochen zu werden“, betonte Berger. Er forderte die Hochschulleitung um Direktorin Beate Schücking auf, wieder zu ernsthafter Sacharbeit zurückzukehren. Die Kritik an der Änderung der Grundordnung sei „berechtigt“.

Andere Universitäten winken ab

Die Entscheidung der Hochschule hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Während der [richtig wohl: die] Frauenbeauftragte der Freien Universität in Berlin darüber nachdenkt, einen ähnlichen Vorstoß zu initiieren, lehnten die meisten Hochschulen in Nordrhein-Westfalen die Reform ab. So ließ die Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf nach einem Bericht der WAZ ausrichten, die Sprachreform sei absurd. „Die Prorektorin Frau Professor Bauschke-Hartung hält das nicht für zielführend“, sagte ein Sprecher.

Im Internet hagelt es für die Leipziger Entscheidung vor allem Spott. Auf Facebook hat sich eine Gruppe gebildet, die den Rücktritt der Universitätsdirektorin fordert. Die Seite hat nach knapp 24 Stunden bereits 1000 Unterstützer.

Ergänzung 9.6.2013:

Sprachmörderinnen:
Birgit Kelle: Vorreiterinnenstellung  (7.6)

Ergänzung 12.6.2013:

Alexander Kissler: http://www.cicero.de/salon/herr-professorin-genderwahn-auf-dem-vormarsch/54699  (11.6.):

… die Polizei solle künftig von Taschendiebinnen, Vergewaltigerinnen, Einbrecherinnen und Serienmörderinnen reden, die Geschichtsforschung von Nationalsozialistinnen, Stalinistinnen, Faschistinnen …

… Woher also kommt die Gewalt der Begriffsverbieger – und woher der Selbsthass der männlichen Befürworter im erweiterten Senat der Universität Leipzig, die mehrheitlich zustimmten? Beide zusammen erst, die entmannten Männer und die zum Sinnbruch entschlossenen Amazonen, machten die Begriffskatastrophe perfekt.

… Spätestens aber, wenn die globale Rezession ihr Haupt erhebt und die Armen der Erde auch in Deutschland stranden werden, wird sich diese Operation am offenen Herzen der Vernunft als das entpuppen, was sie heute schon ist: eine Luxusbeschäftigung für verwöhnte, anderweitig unausgelastete Akademiker. Pardon: Akademikerinnen und Herren Akademikerinnen.

Ergänzung 21.6.2013:

Ellen Kositza (JF): Heute lächerlich, morgen normal  (15.6.):

… Nun also: das generische Femininum! Davon träumt die kleine Agitationseinheit der feministischen Linguistinnen seit über dreißig Jahren: Männer sind herzlich eingeladen, sich bei den „Akademikerinnen“ mitgemeint zu fühlen. Motto: Jetzt können die Herren der Schöpfung mal sehen, wie sich das anfühlt!

… Heute ungewohnt und „komisch“, morgen die Normalität, übermorgen nicht wegzudenken.

… Und darum geht es: um Machtstrukturen und Bekenntniszwänge. Wer übermorgen noch von „Professoren“ spricht und damit männliche wie weibliche Personen anzusprechen vorgibt, den wird man ewiggestrig und unbelehrbar nennen. …

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Ergänzung 11.2.2014:

http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/gender-debatte-tv-bericht-biologen-widersprechen-gender-theorie/8309672.html   (6.6.2013):

… Der Streit um die Gender-Theorie tobt jetzt auch in Deutschland, nachdem die Uni Leipzig nur noch weibliche Bezeichnungen für Professoren zulässt und Harald Martenstein unabhängig von den Vorgängen an der Uni Leipzig in der neuen „Zeit“ einen flammenden Artikel über die Gender-Theorie verfasst hat. …

Der Streit um „Herr Professorin“ an der Uni Leipzig geht weiter

Die Auseinandersetzung um die Entscheidung der Uni Leipzig, Professoren nur noch in weiblicher Form zu bezeichnen, ging unterdessen weiter. Der Deutsche Hochschulverband rät mit Blick auf die geplanten verweiblichten Schreibweisen an der Uni Leipzig zur Gelassenheit. „Man sollte die Sache nicht zu hoch hängen“, sagte Verbandssprecher Matthias Jaroch am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. „Diese Entscheidung war eher Zufall als ein von kühner Hand geplanter feministischer Durchsetzungsakt.“ Ein großes Hochschulgremium hatte beschlossen, künftig nur noch Schreibweisen wie Professorin zu benutzen – auch für Männer. Anlass war offenbar, dass ein Professor Diskussionen vermeiden wollte und diesen Vorschlag machte. In Kraft getreten ist die neue Grundordnung aber noch nicht. „Wir finden die Verwendung des generischen Femininums im allgemeinen Sprachgebrauch äußerst ungewöhnlich und mehr als gewöhnungsbedürftig“, sagte Jaroch. Im allgemeinen Sprachgebrauch klängen die Formulierungen fremd. Deshalb glaube er auch nicht, dass das ein Massenphänomen an deutschen Hochschulen werde. Auch zur Gleichberechtigung führt die Frauen-Form seiner Meinung nach nicht.
„Wir brauchen keine weiteren Zeichen, sondern Taten.“

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Eine Antwort zu Uni Leipzig: „Herr Professorin“?

  1. Dörflinger André schreibt:

    Da sind ja Voll…… diese EmanNzen-Feministen (gramm. männlich …)
    Allwo ja seit Jahrhunderten grammatisch die männliche Form auch die sächliche einschliesst, überhaupt jedes Geschlecht mitbegreift, wenn es sich n i c h t ausschliesslich um das weibliche handelt, muss die Sache doch nicht frevelhaftg verkompliziert – ins Umgekehrte gewendet -werden. Mein Beispiel: Frau X ist der bessere Chef als Herr X. , ja natürlich: „Chef“, denn Herr X ist doch nie „Chefin“. /// Jetzt aber, gemäss dem Projekt aus Leibzig soll die praktische, weil kurze männ-,sächliche Form abgeschafft werden. Das ist doch reiner Mumpitz und zeugt von der Toleranz > Ueberheblichkeit dieser Emanzen, die wohl von einem kommen müssenden Matriarchat träumen, als wie wenn es keine „besseren“ Sorgen > Probleme in dieser westlichen Uebersättigungsgesellschaft gäbe.
    Hai, was alles noch auf uns Männer zukommen wird und lassen das alles mit uns geschehen..
    Ist das wohl ein Auswegs-Grund mehr, schriftlich auf Englisch auszuweichen??

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