Marcel del Corte: Prophet der Folgen von V2 und Liturgiereform

Civitas-Institut: Liturgie und Subjektivität  (7.6.):

In Köln wird in diesen Tagen der „Eucharistische Kongreß“ begangen. Die deutschen Bischöfe feiern damit auch „50 Jahre II. Vatikanisches Konzil“. Wir wollen hier ein Zitat des belgischen Philosophen Marcel del Corte (1905–1994) aus dem Jahr 1969 anführen. Es ist prophetisch zu nennen:

“Der neue Priester ist der Mittler der neuen Menschheit. Er ist nicht mehr Gottesmann, sondern der Menschenmann, der Mann des Menschen und der Menschheit und der Humanität. Es gilt für ihn, eine neue Religion zu schaffen, welche die alte als archaisch, als überholt hinstellt, von innen heraus aufbohrt und allmählich ganz und gar ersetzt. Damit eröffnet sich vor uns der ganze Abgrund, in den uns die postkonziliare Mentalität hineinziehen will. Von dort her haben die neuen Katecheten ihre Inspiration und dort hinein wollen sie die Jugend stürzen.

Genau dasselbe ist es mit der neuen Liturgie. Es handelt sich nicht mehr darum, die unerschöpflichen und transzendenten Magnalia Dei (Großtaten Gottes) zu singen, sondern das Ritual der Mentalität des heutigen Menschen anzupassen. Deshalb haben wir ebensoviel Liturgien wie Priester, deren jeder die Forderungen seiner daran ganz unschuldigen Schafe auf seine Weise interpretiert.

Deshalb haben wir keine lateinische Liturgie mehr, deren Formeln immer auf die übernatürlichen Realitäten hinführen, die sie bedeuten und jeder Umformung in subjektiver Richtung widerstehen. Deshalb werden wir in Bälde, wenn wir nicht aufpassen, nicht mehr haben als Gottesdienste in der Volkssprache. Bald werden wir keinen Gregorianischen Gesang mehr hören. Deshalb werden wir nur noch Singsang hören, der die Seele einschläfert, oder eine andere Art Musik, die sie abstumpft.

Der Gläubige wird in seine Subjektivität einsinken und sich in die Masse auflösen. Ein Mitglied des Consilium (des mit der Liturgiereform beauftragen vatikanischen Rates) hat unumwunden erklärt: Die Liturgie formt den Charakter, die Mentalität des Menschen. Die Liturgiereform ist in einem sehr tiefen Sinn der Schlüssel des Aggiornamento. Täuschen Sie sich nicht: Hier beginnt die Revolution.“

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2 Antworten zu Marcel del Corte: Prophet der Folgen von V2 und Liturgiereform

  1. Dörflinger André schreibt:

    Ich habe halt zu vielen Geistesgebieten eine Meinung kraft meiner jahrzehntelangen Lektüren, wie hier: Je mehr Pflästerlipolitik betrieben wird, desto mehr stimmt was Entscheidendes nicht. Das ständige Aenderen von was mal – end-lich – als gut erachtet wurde, macht die Sache nicht richtiger > wahrer, sondern ist nur Anpassung an den Zeitgeist, als Opportunismus.
    Vergleich: Der seit 15 Jahrhunderten gültige Jahreskalender würde ständig abgeändert, mal hätte deser Monat 31 Tage, dann wieder nur 30 oder gar 29 oder 32. So ist die Liturgie, die Dogmen, die Ansichten, was Gott sei, was ein Heiliger, was ein Mensch, was Mann/Frau. Aendern um des Aendern willen. Mal Liturgie auf Latein, dann wieder Landessprache, dann zurück zum Latein, dann beides, dann freie Wahl, dann wieder nicht, aber keine Vorschrift. Die Kirche würde mehr und mehr protestantisch > evangelisch…Ist solches Vorgehen das Ziel der Eukumene ? > D e r populistische Einheitsbrei zur Sicherung der Mitgliederbeiträge genannt Kirchensteuern ?

  2. Wolfgang Heuer schreibt:

    „Der Mensch der Zukunft wird Mystiker sein, oder wer wird nicht sein“. Karl Rahner.

    Der Mensch der Zukunft wird – wieder – GANZER, HEILER, ganzheitlicher Mensch, sein. Er wird keinen Priester brauchen, sondern jeder Mensch der Zukunft wird von Beginn seines Lebens an im rechten Sein und Glauben unterwiesen – von seinen Eltern und weiterem Umfeld. Und er wird bis zur Pubertät aufgeklärt sein über das wahre, erwachsene, Menschsein und wird durch den Prozeß der Initiation geführt, zum Aufstieg in die höhere Bewußtseins-Ebene, in das wahre Erwachsenen-Bewußtsein.

    Der Mensch der Zukunft wird zum Teil wieder der „alte Mensch“ sein, zum Teil aber auch „NEUER Mensch:
    „Alter“ Mensch, weil er zum göttlich Gewollten zurückgekehrt sein wird, zur Harmonie mit dem ewigen Gesetz;
    „Neuer“ Mensch, weil er etwas ganz wichtiges gelernt haben wird:
    – Daß es so etwas wie die „Kollektive Neurose“ (der zivilisierten Gesellschaft, die von mir Kollektive ZIVILISATIONS-Neurose genannte) gibt;
    – worin ihre Ursachen / Auslöser / Symptome und der Weg der Heilung besteht;
    – auf welche Weise ein erneutes Ausbrechen einer solchen Pandemie wirksam präventiv – nicht durch Wissenschaft oder (Schul-)Medizin, sondern durch angemessene BEWUSSTSEINS-Entwicklung und -Hygiene – vermieden werden kann.

    Nicht nur die „zivilisierte Gesellschaft“, sondern auch die noch als eher „unzivilisiert“ und seelisch weitgehend gesund anzusehenden Menschen, also „die Menschheit“ insgesamt steht vor der Herausforderung, diesen Lernfortschritt und evolutionären (Bewußtseins-)Entwicklungsfortschritt zu leisten.
    Ich bin 100% überzeugt, daß es aufgrund des Wissens, das wir schon über diese Krankheit haben, sie auch konstruktiv und auf völlig natürlichem Wege überwinden können.

    Für jeden einzelnen Menschen der befallenen zivilisierten Gesellschaft geht es darum, den vernachlässigten / ausgefallenen Entwicklungsschrittt, die Initiation, den Aufstieg zum wahren Erwachsenen-Bewußtsein, nachzuholen.
    Dazu scheint mir sehr wichtig zu lernen, ANGST konstruktiv überwinden zu können – und nicht nur zu verdrängen, was die meist geübte aber für Erwachsene falsche Technik ist.
    Angst – und Verdrängung – sind ein Schutzmechanismus. In der Initiation muß dieser durch den „Probanden“ selbst (!) – zumindest teilweise – außer Kraft gesetzt werden. Die Angst muß überwunden und der Verdrängungsmechnismus in einen anderen Zustand gebracht werden, in dem der Erwachsene eine relative Kontrolle darüber erlangt.
    Der „Proband“ soll sich nach einer Zeit des Kennenlernens seiner höheren Bewußtseins-Ebene mit dieser vereinen / vereinigen / „verheiraten“ und sich mit dem „Neuen“, was daraus entsteht und mit der Kraft und ihren Qualitäten IDENTIFIZIEREN.
    Diese – universelle, göttliche – Kraft „nur“ anzubeten, in ihre Richtung zu meditieren, sich immer wieder von ihr „aufladen“ zu lassen, sie immer wieder „nachzutanken“, ist m.E. die falsche Methode. Obwohl ein großer Teil der Menschheit das so praktiziert.
    Die richtige, bessere, weitergehende, Methode ist, sich mit dieser Kraft / Energie usw. zu IDENTIFIZIEREN.
    DANN bin ich (erst) wahrhaftiges, erwachsenes, „Kind Gottes“. DANN bin ich im Geiste von „seinem Fleisch und Blut“.
    DIESES Wissen, diese Weisheit und das „Know-How“ dazu war der „zivilisierten Gesellschaft“ verloren gegangen. Aber es war immer und ist auch jetzt verfügbar und jeder Mensch kann Gebrauch davon machen.
    Viel ERfolg!

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