Syrien: Werden die USA Al-Qaida in die Hände spielen?

Peter Scholl-Latour (JF): Der Flächenbrand hat begonnen  (27.6.):

Was passiert, wenn die USA Waffen nach Syrien liefern? Vor allem eins, die USA würden de facto zu Verbündeten von al-Qaida, denn in deren Händen dürfte am Ende das Kriegsgerät landen. Das klingt absurd, aber wäre für den Westen nicht allzu bedrohlich, solange es sich um Infanteriewaffen handelt. Ganz anders dagegen sähe es aus, falls die USA ihren syrischen Partnern auch Boden-Luft-Raketen, die sich eines Tages auch gegen die US Air Force richten könnten, lieferten.

Präsident Assad, so heißt es in Washington, habe mit dem Einsatz von Giftgas die „rote Linie“ überschritten, die Waffenhilfe sei gerechtfertigt. Wahrscheinlich aber ist das die gröbste Irreführung seit der Behauptung Colin Powells vor den Vereinten Nationen, Saddam Hussein habe seinerzeit Massenvernichtungswaffen gegen den Westen einsetzen wollen.

Wenn man die juristische Frage cui bono?, also: Wer wäre der Nutznießer dieses Vorhabens?, stellt, so ergibt sich der Schluß, daß die Aufständischen – im Gegensatz zu Assad – alles Interesse daran haben, daß die ominöse rote Linie überschritten wird. Und die Beschaffung von chemischen Kampfstoffen wie Sarin stellt heute kein Problem dar.

Tatsache ist, die Grenze zur Türkei steht offen und Saudi-Arabien und Katar liefern längst Waffen an die Rebellen. Seit langem bilden amerikanische Special Forces in Jordanien syrische Rebellen aus. Wird die US-Waffenlieferung wenigstens den Krieg verkürzen? Aller Voraussicht nach nicht, möglicherweise wird sie ihn gar verlängern. Aber welche Absicht steckt wirklich hinter der Politik der USA?

Washington will den Iran schwächen, will verhindern, daß sich eine Machtachse spannt, von Teheran über Bagdad, wo ebenfalls eine schiitische Regierung am Ruder ist, und Damaskus bis zur Hizbullah im Libanon. Wie lange der Kampf in Syrien noch dauern wird, kann niemand sagen.

Assad ist im Lande nicht so unbeliebt, wie man im Westen behauptet. Nicht nur bei Alawiten und Christen, auch bei vielen bürgerlichen Sunniten wird er angesichts des drohenden Fanatismus der mit al-Qaida verbündeten Nusra-Front als das geringere Übel empfunden. Was könnte nach Assad kommen? Glauben die USA wirklich, dann würde die Demokratie ausbrechen?

Ähnliche Illusionen hatte man schon im Irak gehegt. Und der klägliche Verlauf des Arabischen Frühlings sollte dem Westen die Realität des Orients vor Augen geführt haben. Syrien droht zu zerfallen, in Damaskus wäre mit der Errichtung eines islamischen Gottesstaates zu rechnen, und der angekündigte Flächenbrand hat bereits auf Libanon und Irak übergegriffen.

Siehe auch: https://kreidfeuer.wordpress.com/2013/06/23/assad-genfer-konferenz-sollte-einschleusen-von-terroristen-und-waffen-nach-syrien-stoppen/

Ergänzung 1.7.2013:

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/prof-michel-chossudovsky/die-bekaempfung-von-al-qaida-durch-die-unterstuetzung-von-al-qaida-in-syrien-unter-obama-gehoeren-d.html  (29.6.):

Die Bekämpfung von al-Qaida durch die Unterstützung von al-Qaida in Syrien: Unter Obama gehören die USA zu den »Staaten, die Terrorismus unterstützen«

… Eine mit al-Qaida verbundene Organisation – die syrische Schabhat an-Nusra (»Unterstützungsfront für das syrische Volk«) wird nun »offen« vom amerikanischen Präsidenten, und nicht länger »verdeckt« durch die CIA, unterstützt.

An-Nusra ist mit al-Qaida verbunden. An-Nusrah-Chef Abu Mohammad al-Golani hat Al-Qaida-Führer Aiman az-Zawahiri, der Osama bin Laden nach dessen Tod ersetzte, seiner Treue und Gefolgschaft versichert.

… Die Regierung Obama und ihre Verbündeten gewähren einer Terrororganisation Unterstützung, die auf der Liste von Terrororganisationen des eigenen Außenministeriums aufgeführt ist.

… Soll man Terroristen bekämpfen, indem man Terroristen unterstützt? Wird die amerikanische Öffentlichkeit eine Regierung unterstützen, die Milliarden an Steuergeldern an eine Terrororganisation weiterleitet, um auf diese Weise den »Terror zu bekämpfen«?

… Was haben wir von einem amerikanischen Präsidenten zu halten, der seine Entschlossenheit bekräftigt, al-Qaida zu bekämpfen, und gleichzeitig al-Qaida unterstützt? …

Ergänzung 2.7.2013:

Kreuz-net.info: Moslemische syrische Rebellenhorde enthauptet christlichen Priester  (1.7.):

Die USA und deren Satellitenstaaten in Europa wollen Syriens Assad stürzen – und koalieren mit moslemischen Christenschlächtern

Strategische Interessen

Die EU hat auf Druck der USA das Waffenembargo für Syrien aufgehoben, um an die moslemischen Rebellen, die aus Syrien einen Scharia-Staat machen wollen, Waffen liefern zu können.

Das freut die Rüstungsindustrie, die ihre Waffen im realen Feldversuch testen kann.

Offiziell wollen die USA den „Demokratisierungsprozeß“ Syriens fördern. Realiter geht es um Erdöl- und Ergas(-leitungen) und darum, Syrien aus dem russischen Einflußbereich herauszulösen.

Siehe dazu den Beitrag von P. Toplack: „Das schmutzige Pokerspiel um Syrien

Syrien steht offenbar auch den Großmachtträumen der islamisierten Türkei unter Erdogan im Wege, die die Rebellen massiv unterstützt.

Giftgasmärchen

Wie beim Bombardement einer angeblichen Giftgasfabrik in Afrika und beim US-Überfall auf die dann doch nicht gefundenen Massen-Giftgaslager Saddam Husseins im Irak soll als Kriegsgrund jetzt wieder Giftgas herhalten.

Demokratisierungslüge

Der „Aufstand“ in Syrien ist längst in der Hand radikaler moslemischer Mörderhorden, die von moslemischen Staaten, die als Erdöllieferanten das Wohlwollen der USA gefunden haben, unterstützt werden. Da stört es dann auch nicht, wie im Fall von Saudi-Arabien, daß in diesen Ländern die extremste Auslegungsrichtung des Koran gilt – und die geringste Nähe zu demokratischen Prinzipien.

Auch die Vormachtkämpfe Sunniten gegen Schiiten (et vice versa) spielen im Kampf um Syrien, das vom schiitischen Persien unterstützt wird, eine nicht unbedeutende Rolle.

Auch der Libanon und der von den USA überfallene Irak haben schiitische Mehrheiten.

Originalvideo mit Untertiteln unter:
http://www.liveleak.com/view?i=b57_1372272008

„Kollateralschäden“

Wie immer, wenn die USA ihre strategischen Ziele im Nahen und Mittleren Osten verfolgen, geht es zu Lasten der christlichen Bevölkerung.

Besonders deutlich im Irak und jetzt in Syrien. Weil Assad die Ausübung der christliche Religion weitestgehend ermöglicht hat, stehen die Christen im Generalverdacht durch die Moslemtruppen.

Zwei Christen abgeschlachtet, einer davon war Priester

Die mehrheitlich radikalen Moslemrebellen nützen die „Chance“, des angezettelten Bürgerkriegs, um christliche Kirchen zu zerstören, Christen zu vertreiben oder sie zu töten.

Ein jüngstes Beispiel zeigt die Plattform „liveleak.com“, das sich auf „syriareport.net“ bezieht.

Zwei gefesselte Christen, einer von diesen ein Priester, dessen Kloster geplündert und in Brand gesetzt wurde, werden mit einem Messer bei vollem Bewußtsein unter „Allah ist groß“-Rufen der Umstehenden (darunter auch Kinder) enthauptet. Der abgeschnittene Kopf wird unter aufbrausendem Jubel hochgehalten und danach auf den Rumpf der Ermordeten gelegt.

Angeblich hatten diese die Telephonnummern von Offizieren der regulären syrischen Armee auf seinem Mobiltelephon abgespeichert gehabt.

Katholische Kirche und Islam

Früher oder später wird auch die Katholische Kirche ihre Position des (einseitigen) „Dialogs“ durch die Realität überdenken müssen.

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Eine Antwort zu Syrien: Werden die USA Al-Qaida in die Hände spielen?

  1. Unter chemischen Waffen werden Substanzen zusammengefasst, die zur Tötung oder Verletzung von Menschen eingesetzt werden.

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