NICHD-Studie: Krippenbetreuung verursacht spätere soziale Schwierigkeiten

Man kann es nicht oft genug zu bedenken geben:
Kath.net: Kinderbetreuung: Schadet die Krippe Kleinkindern?  (25.6.):

Ergebnis wissenschaftlicher Langzeituntersuchungen: Kinder haben im Kindergarten- und im Grundschulalter umso größere soziale Schwierigkeiten, je länger sie im Alter bis zu drei Jahren fremdbetreut wurden

Washington/Zürich (kath.net/idea) Die Krippenbetreuung von Kleinkindern kann schädliche Auswirkungen im späteren Leben haben. Die Institutionen können die Rolle der Eltern nicht ersetzen. Das zeigen wissenschaftliche Langzeituntersuchungen aus den USA und der Schweiz.
Das Für und Wider wird in Deutschland derzeit vermehrt diskutiert, weil ab 1. August jedes Kind vom ersten Geburtstag an Anspruch auf einen Krippenplatz hat. Eine der bisher größten Längsschnittstudien des Nationalen Instituts für Kindergesundheit und menschliche Entwicklung (NICHD/Washington) hat den Einfluss von Fremdbetreuung in mehr als 1100 US-Familien aus unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen über 16 Jahre hinweg untersucht.

Das Ergebnis: Kinder im Kindergarten- und im Grundschulalter haben umso größere soziale Schwierigkeiten, je länger sie im Alter bis zu drei Jahren fremdbetreut wurden.

Die negativen Effekte verstärkten sich laut Untersuchung noch, wenn die Qualität der Einrichtung zu wünschen übrig ließ. Wie einer der Initiatoren der Studie, der britische Entwicklungspsychologe Jay Belsky (London), erklärte, sind Kinder, die in der Krippe waren, ihren Altersgenossen, die zuhause betreut wurden, zwar in den kognitiven Fähigkeiten wie dem Spracherwerb oder dem Lesenlernen leicht voraus. Zugleich seien sie aber auch aggressiver, verhielten sich oft risikobereiter und neigten zu sozialen Auffälligkeiten.

Je mehr Fremdbetreuung, desto stärkeres Problemverhalten

Diese Beobachtungen decken sich mit einer Studie über den „Zusammenhang zwischen Quantität, Art und Dauer von externer Kinderbetreuung und Problemverhalten“, die Margit Averdijk vom Institut für Soziologie an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich im vergangenen Jahr veröffentlicht hat. Die Untersuchung basiert auf Daten der langjährigen Zürcher Studie zur sozialen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Das Ergebnis fasst Averdijk so zusammen: „Kinder, die in den ersten sieben Lebensjahren außerfamiliär in Gruppen betreut wurden, weisen mehr Problemverhalten auf.“ Das zeige sich etwa durch ein aggressives Auftreten, Aufmerksamkeitsdefizite oder auch Ängste und Depressionen.

Eltern haben den größten Einfluss

Bestätigt wurde durch die US-Studie, dass der Einfluss der Eltern für die kindliche Entwicklung selbst dann am wichtigsten ist, wenn kleine Kinder ganztags außer Haus betreut wurden. Hat ein Kleinkind zuhause eher ein schlechtes Umfeld, dann kann das auch eine noch so gute Kindertagesstätte nicht aufwiegen. Umgekehrt gilt laut Studie: Hat ein Kind ein intaktes Elternhaus, dann schadet ihm auch eine zeitweise Fremdbetreuung nicht. Denn die familiären Einflüsse blieben auch dann erhalten, wenn Kind und Eltern zeitweise getrennt seien.

Siehe dazu: https://kreidfeuer.wordpress.com/2012/08/06/schweizer-langzeitstudie-krippenkinder-sind-aggressiver/

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3 Antworten zu NICHD-Studie: Krippenbetreuung verursacht spätere soziale Schwierigkeiten

  1. heureka47 schreibt:

    Lobenswert, daß immer wieder Wissenschaftler sich die Mühe machen, solche Dinge zu beforschen und zu veröffentlichen, aber aus guten Gründen muß ich bezweifeln, daß diejenigen, die es am meisten angeht, die Ergebnisse wirklich wahrnehmen / beachten – also in ihr Denken und Handeln einfließen lassen. Denn DEM steht die – ebenfalls wissenschaftlich erwiesene – „Kollektive Neurose“ im Wege und die typisch neurotische „Abwehr- / Vermeidungshaltung“.
    Da, wo es die „Schwäche“ der Gemeinten berührt, wo es eine unbequeme Wahrheit zu erkennen gäbe, weigert sich das unreife Bewußtsein („Ego“ / „Niederes Selbst“) der betreffenden Personen, diese zu erkennen – und die „Angst-Abwehr“ tut ihr gefährliches Werk.

    Wenn das nicht so wäre, hätten schon zahllose frühere Erkenntnisse / Veröffentlichungen aufmerksame Leser gefunden, die sich daran gemacht hätten, die nachteiligen Verhältnisse zu ändern. Aber leider drehen wir uns als zivilisierte Gesellschaft quasi „im Kreis“ – im „Teufelskreis“.
    Wie eine Katze, die – im Spiel – sehr bemüht scheint, ihren Schwanz zu fangen, ihn doch aber niemals wirklich ernsthaft „packen“ geschweige denn beißen würde.

    So sehe ich die zivilisierte Gesellschaft und ihre „Fachleute“ in Wissenschaft und Politik und überall: So viele scheinen bemüht, Probleme zu lösen – aber keiner von ihnen kommt wirklich auf den „Punkt“. Denn DER liegt quasi im Bereich des großen „weißen Fleckes“ auf der „Landkarte“ des zivilisationsmenschlichen Bewußtseins – im UNTER-Bewußtsein / im „Unbewußten“; des inneren Reiches, welches seit Beginn der Zivilisation kaum mehr erkundet geschweige denn erobert wird – um von dort aus über das Leben zu herrschen. Denn so steht es geschrieben: Gott sandte den Menschen in die Welt, um zu HERRSCHEN. Der zivilisierte Mensch HERRSCHT aber nicht wirklich. Denn zum wahren Herrschen gehört, auch sich selbst zu beherrschen. Und das kann der typische zivilisierte Mensch nicht. Der ist nicht wirklich SELBST-beherrscht, sondern nur EGO-dominiert.

    Und unter diesen Umständen kann er eben auch kein wahrer Freund sein, keine dauerhaft tragfähige Beziehung gestalten / führen und keine KInder angemessen gut erziehen. Denn wer selbst nicht wahrhaft erwachsen ist, kann auch seine Kinder nicht zum wahren Erwachsensein führen.

    Schon um 1970 schrieben Fachleute wie Christa Meves über die Mängel in der Erziehung – mir klingt noch ihr Wort von der „neurotischen Verwahrlosung“ der Kinder im Ohr. Und die Beschreibungen von Michael Balint zur „Grundstörung“ oder die Beschreibungen von Wilhelm Reich in „Christusmord“ müssen eigentlich noch trauriger stimmen. Aber welcher typische Zivilisierte / Kollektivneurotiker kann sich solche Inhalte wirklich „zu Herzen nehmen“?
    Genau genommen: Keiner.
    Die bittere Wahrheit kann – wie gesagt – keiner von „denen“ in sich hineinlassen.
    So werden wir – auf die große Krise zudriftend – immer häufiger, immer intensiver, mit Vorschlägen konfrontiert, die alle eines gemeinsam haben: Sie lösen nicht das ursächliche Problem. Sie heilen nicht die Kollektive Neurose. Und ohne diese – grundlegende – Heilung ist „alles nichts“.

    • Carolus schreibt:

      Dass die Unter-Dreijährigen in die Krippen gezwungen werden, geschieht nicht unbewusst, sondern die Nomenklatura im Verein mit den Medien und höriger Wissenschaft betreibt diesen Frevel voll bewusst zum langfristigen Schaden von Volk und Land.
      Meves und Balint sind ok, bei Reich hab ich Bauchweh, kenn ihn aber nur indirekt.

      • heureka47 schreibt:

        „Dass die Unter-Dreijährigen in die Krippen gezwungen werden, geschieht nicht unbewusst“:

        Das meinte ich auch nicht. Im Unbewußten liegt die Wahrheit; das Potenzial der Erkenntnis, daß das Denken und Handeln drumherum FALSCH ist.

        *
        „Bei Reich hab ich Bauchweh, kenn ihn aber nur indirekt.“:

        Danke für die Offenheit!
        „Bauchweh“ (Solar plexus) ist eine „Meldung“ aus dem Unbewußten. Wenn Sie Reich nur „indirekt“ kennen, würde ich vermuten, daß das „Bauchweh“ sich nicht auf IHN bezieht, sondern auf Sie.
        Fragen Sie sich doch mal, worin das Problem besteht.
        Wer den Mut aufbringt, ernsthaft / aufrichtig die Frage zu stellen, bekommt vom „Bauch“ / vom Unbewußten (dem noch jungfräulichen „Höheren Selbst“) auch die Antwort.
        Denn „Mut aufbringen“ ist „Angst überwinden“ und DAS ist die „Zugangsberechtigung“ zum „Höheren“.
        Auf Wunsch gern mehr.
        Herzlichen Gruß!

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