Familienpolitik anno 2013

Michael Paulwitz (JF): Belogen und betrogen  (30.6.):

Familienpolitiker sind Meister im Orwell’schen Neusprech. Wenn sie „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ sagen, wollen sie Familien zur Anpassung an das Erwerbsleben nötigen. Die meisten familienpolitischen Leistungen sind gar keine, sie sind vielmehr von der Verfassung gebotener, unvollständiger Ausgleich für die Benachteiligungen von Eltern und Kindern. Tatsächlich werden diese faktisch bestraft. …

Birgit Kelle (JF): Wir können besser ohne  (1.7.):

Alle klagen, daß immer mehr Familien auseinanderfallen. Aber der Bedeutungsverlust der Familie ist künstlich gemacht: Gesetze und staatliche Leistungen haben dafür gesorgt, daß sie als Faktor nicht mehr relevant ist. Wer braucht noch das unbedingte Füreinander-Einstehen in der kleinsten Einheit der Gesellschaft, wenn der Staat von der Wiege bis zur Bahre deren Aufgaben übernimmt?

… Denn all die Mädchen, die heute nicht geboren werden, werden morgen auch keine Kinder bekommen.

… In den neuen Bundesländern, wo die Infrastruktur der Krippen am besten ausgebaut ist, werden noch weniger Kinder geboren als im großen Rest der Republik.

… So betrachtet, scheint es, als sei die Intervention des Staates in die Familien, die Hilfe, die Unterstützung, sogar das größte Problem unserer Familienpolitik. Wer braucht noch Familie, wenn der Staat von der Wiege bis zur Bahre Aufgaben der Familie ersetzt? Wir erleben derzeit eine Politik, die sich darauf fokussiert hat, Familie nicht nur zu unterstützen, sondern vielmehr überflüssig zu machen.

Hier gilt kein Subsidiaritätsprinzip mehr, hier herrscht bereits die totale Vereinnahmung. Verbunden mit dem Vorwurf: Familien können es einfach nicht. Der Staat ist neuerdings der Profi. Der massive Krippenausbau, verbunden mit der Aufforderung, die Kinder doch bitteschön nach zwölf Monaten dort auch unterzubringen. Zu ihrem Besten natürlich.

Krippe als Familienersatz. Erziehung als Staatsaufgabe. Immer mehr 24-Stunden-Kitas in Großstädten – nicht einmal der Schlafplatz ist mehr sicher in der Familie verortet. Tagesmütter statt echter Mütter. Betreuung statt Liebe. Leih­omas, die man bezahlt, statt der eigenen. Ganztagsschulen mit subventioniertem Frühstück und Mittagessen in der Schule, anstatt Mahlzeiten im Familienkreis. Kochkurse in der Schule, anstatt heimischer Herd. Betreute Hausaufgabenhilfe in der Schule, anstatt Unterstützung am Küchentisch.

Ergotherapie anstatt Erziehung. Mehr Männer in Kitas, anstatt Papa daheim. Mehrgenerationenhäuser für Fremde, anstatt Großfamilie. Kopie statt Original. Wofür brauche ich als Individuum noch die Familie, wenn sich doch der Staat meiner annimmt, wenn ich Hilfe brauche? Der Nanny-Staat lebt – aber er stirbt dabei aus. Wie die Lemminge stürzen wir uns damit in den demographischen Abgrund.

Unter dem guten Vorsatz, soziale Politik zu machen, haben wir die Familien tatsächlich unter das Joch des Staates gezwungen, in dem sie unfrei sind in der Art, wie sie ihr Familienleben gestalten. Der soziale Staat erstickt nahezu die Eigenverantwortung der Familien, ihren Zusammenhalt, aber auch ihre finanziellen Möglichkeiten – und somit ihre Freiheit. …

… Die Lösung des demographischen Untergangs besteht möglicherweise gar nicht in einem Mehr, sondern im Weniger an Staat. In einer Familienpolitik, die nicht immer mehr Instrumente schafft, sondern statt dessen immer mehr abschafft. Eine Familienpolitik auf dem Bierdeckel, so wie sie Friedrich Merz einst für die Berechnung der Einkommensteuer vorschwebte. Weg mit den 150 Förderinstrumenten, deren Wirkung sowieso keinem mehr klar ist.

… Es nützt nichts, von Zusammenhalt zu sprechen, wenn Kinder, Eltern, Geschwister und Großeltern ihren Tag zunehmend unabhängig voneinander verbringen. Wo soll die heutige Kindergeneration noch Familienwerte erfahren?

Was wird sie später selbst an Werten weiterreichen? Und mit welchem Recht können wir von den heutigen Kindern noch verlangen, daß sie sich später selbst und zu Hause um die Pflege ihrer Elterngeneration kümmern, anstatt diese Verantwortung in „professionelle Hände“ abzuschieben, wenn wir die Kinder heute in die „professionelle“ Obhut der Krippen übergeben, anstatt sie zu Hause aufwachsen zu lassen?

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Eine Antwort zu Familienpolitik anno 2013

  1. heureka47 schreibt:

    „Aber der Bedeutungsverlust der Familie ist künstlich gemacht“:

    Welcher vernünftige Mensch würde so etwas denken und – nach wissenschaftlichen Expertisen, nach Parlamentsdebatten und -beschlüssen usw. – tatsächlich „machen“??
    „Keiner!“ wird wahrscheinlich jeder sagen.
    Aha. Und was schließen wir daraus?
    Ich für meinen Teil schließe daraus, daß es keine Mehrheit vernünftiger Menschen mehr gibt.
    Und das vertrete ich schon seit über 20 Jahren im Zuge meiner Bemühungen um Aufklärung über die „Kollektive Zivilisations-Neurose“ und die jedermensch gegebene Möglichkeit der grundlegenden Heilung.
    Daß mehr und mehr und immer wieder der IRRSINN geschieht in der sich doch intelligent dünkenden zivilisierten Gesellschaft müßte eigentlich sehr, sehr viele Menschen zum Nachdenken bringen, wie so etwas möglich ist. Aber spannenderweise / tragischerweise / typischerweise wehren die allermeisten die Erkenntnis einer kollektiven Bewußtseins-Störung ab, ignorieren sie einfach, leugnen sie sogar gelegentlich aktiv, verdrängen sie – aus ANGST.

    Und DAS sind zwei der Haupt-Aspekte der Kollektiven Zivilisations-Neurose: Die nicht – wie es sein sollte, mit der Initiation in der Pubertät – überwundene Angst und die nicht unter Kontrolle gebrachte Verdrängung. Weil die Menschen nicht mehr zum wahren Erwachsenen-Bewußtsein aufsteigen, zum „Höheren / wahren Selbst“, dem göttlichen Bewußtsein im Menschen, dem FEINstofflichen „Christus-Bewußtsein“, sondern im Kind(-heits)-Bewußtsein stecken bleiben, im „Niederen Selbst“ / „Ego“, dem materie-bezogenen, GROBstofflichen, Bewußtsein im Menschen.

    Das ist der „Knackpunkt“ des Problems. Daraus ist all der „Mist“ entstanden, mit dem sich die moderne zivilisierte Gesellschaft seit Jahrtausenden plagt.
    DA liegen die Ursachen dafür, daß Adam dazu verdonnert ist, sein Brot im Schweiße seines Angesichts zu essen und daß Eva prognostiziert wird, daß sie ihre Kinder unter Schmerzen gebären wird: Neurose.
    DA liegen die Ursachen für den Konflikt zwischen Kain und Abel, für den Genozid, der seit damals im Gange ist; denn der Brudermord ist kein historischer Bericht, sondern eine SYMBOL-Darstellung für etwas ganz Grundsätzliches und – unter der Einwirkung der Kollektiven Zivilisations-Neurose – noch immer Andauerndes.
    Und es wird so lange andauern, wie die Menschheit die tieferen Ursachen nicht erkennt und wie sie nicht die grundlegende Heilung bewirkt. Falls die Menschheit dies nicht hinbekommt, wird sie – zumindest aber die zivilisierte Gesellschaft – daran zugrunde gehen. Mit der Krankheit aussterben.

    Durch die Kollektive Zivilisations-Neurose sind die befallenen Menschen geistig-seelisch(-spirituell) quasi-kastriert, sind spirituell nicht zeugungsfähig, können keinen spirituellen Nachwuchs hervorbringen. Dafür ist volle / wahre spirituelle Bewußtheit erforderlich. Und die wiederum existiert im feinstofflichen Bewußtsein, die wir mit der „Lebens-Energie“ gleichsetzen können. Die Germanen wußten das – und lebten es praktisch. Die Reste ihrer Sprache in Deutschland, England, Skandinavien – ja bis nach Rußland – legen noch heute Zeugnis davon ab. Der Name der Lebens-Energie war „Od“ / „Ot(h)“. Und unzählige Begriffe des täglichen Lebens beinhalteten dies – wie „Odem“ oder „Odin“ oder „God“ (engl.: Gott) oder „Tod“ (das Entweichen der Lebens-Energie / Seele) oder „Not“ (das Leugnen / Ignorieren der Lebens-Energie).

    Wenn wir kollektiv weiterleben wollen, (wieder / mehr) Kinder haben wollen, (wieder / mehr) glückliche Menschen / Familien und mehr Gesundheit haben wollen, müssen wir uns (wieder) mit der Lebens-Energie VERBINDEN (im – höheren – Bewußtsein). Sie ist noch immer da. Sie war nie weg. WIR waren weg! Wer sich von der Lebens-Energie trennt, lossagt, trennt sich vom LEBEN! So einfach ist das.
    Wissenschaft hilft uns da nicht weiter, denn die Wissenschaft hat die Lebens-Energie nicht auf dem Plan. Weil sie nach den Kriterien der Wissenschaft nicht beweisbar ist. Das beweist aber nicht, daß es die Lebens-Energie nicht gibt, sondern beweist eher, wie kurzsichtig und verstümmelt das wissenschaftliche Konzept / Weltbild ist!

    *

    Kinder brauchen für gesunde – vor allem seelische – Entwicklung nicht nur „Eltern“, sondern vor allem geistig-seelisch-spirituell voll bewußte, zum wahren Erwachsenen-Bewußtsein entwickelte Eltern, die das höchste Prinzip des Universums praktisch ausüben / vorleben: Das Prinzip der göttlichen bedingungslosen Liebe. Nur unter solchen Voraussetzungen können Kinder das BEDINGUNGSLOSE VERTRAUEN lernen, das für das Überwinden der Angst und den Aufstieg zum wahren Erwachsenen-Bewußtsein zum Zeitpunkt der Initiation erforderlich ist.

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