„Familienvorzeigeland“ Schweden: Der Lack ist ab

Schreibfreiheit: Gute “neue Väter” und gute “alte Mütter” — Entzauberung Schwedens  (7.7.):

… Die beste Familienförderung sind gute, neue Väter und gute „alte“ Mütter. Und das jeweils zu der Zeit, in der das Kind den Vater oder die Mutter mehr braucht.

… Schweden wird immer wieder … als Vorbild hingestellt, wenn es um die moderne Familie geht. Aber leider nur einseitig. Nie hört man etwas von der Kehrseite der Medaille.

Da höre ich zum Beispiel, dass die schwedischen Frauen so glücklich sind, weil sie als Mütter arbeiten gehen können, und am Abend, wenn sie heimkommen, mit den Kindern schon alles (in der Schule, Hort, Kindergarten) erledigt ist (Aufgabe etc.). …

Ich bin mit einer Schwedin verheiratet und kenne daher einige Schwedinnen (die wieder viele kennen) und die erzählen mir ganz etwas anderes. Nämlich, dass es in Schweden nicht mehr wirklich die Wahlfreiheit (Job und Familie oder nur Familie) für die Mütter gibt. Durch die Gehaltsangleichung von Männern und Frauen geht sich ein Männergehalt zur Versorgung der Familie nicht mehr aus.

Wenn schwedische Frauen hören, dass es in Österreich noch möglich ist, dass Mütter bei ihren Kindern bleiben können, so lange sie es wollen, dann reagieren sie mit Erstaunen und Wehmut.

Bei meinem letzten Aufenthalt (zu Ostern) in Schweden habe ich einen Zeitungsartikel gelesen, in dem festgestellt wird, dass schwedische Frauen kränker sind als die Männer. Als wahrscheinliche Ursache wird die Überlastung der Frauen durch Beruf und Familie angegeben (trotz beispielhafter Unterstützung durch die “emanzipiertesten Männer der Welt”).

Es hilft nichts, machen wir uns nichts vor: Es sind die Frauen, die die Kinder auf die Welt bringen und stillen. Und in den ersten Lebensjahren der Kinder sind Mütter nicht durch die besten Väter zu ersetzen. Der Vater genügt nicht für ein Kleinkind, eine Mutter (im Notfall) schon. Durch diese Tatsache werden die Frauen naturgemäß mehr als die Männer belastet. Bei zusätzlicher beruflicher Belastung ist das für die meisten Frauen zu viel und sie werden krank. Von wegen glückliche schwedische Frauen/Mütter!

Man sieht, die „moderne“ Familie hat ihren (teuren) Preis, besonders für die Frauen, und was noch schlimmer ist – weil sie unschuldig dazu kommen – für die Kinder.

Hier ein Link zur Situation der Kinder in Schweden, verfasst von einer schwedischen Ärztin
und einem schwedischen Vater.

Die dramatische Situation der Kinder in Schweden gipfelt in der Selbstmordrate: Es gibt ziemlich dieselbe Anzahl an Selbstmorden wie in Deutschland, obwohl Schweden nur ein Zehntel der Einwohner hat!

Ich verstehe überhaupt nicht, warum man bei der von der Politik forcierten Form des Familienlebens (Kinder in die Krippe und Mütter in die Arbeit) von einer „modernen“ Familie spricht. Diese Form hat es schon vor Jahrzehnten in den kommunistischen Ländern gegeben. Und man hat gesehen, wie viele Kinder/Jugendliche/Menschen dadurch auf gut Oberösterreichisch „verhunzt“ worden sind. Leider hat man nichts daraus gelernt.

Für mich würde das eine Ansatz für eine moderne Familie sein: sich endlich an den Bedürfnissen der Kinder zu orientieren (nicht an denen der Wirtschaft und einiger Feministinnen). Das heißt, zu schauen, in welchem Alter braucht das Mädchen mehr die Mutter bzw. den Vater und in welchem Alter braucht der Bub mehr den Vater bzw. die Mutter (angelehnt an die wissenschaftlichen Erkenntnisse) und danach die Verfügbarkeit für die Familie bzw. für die Arbeitswelt anpassen. Das ist für mich die optimale Familienförderung. Diese gilt es anzustreben und zu fördern.

Eines haben die Untersuchungen klar gezeigt: Buben und Mädchen brauchen in den ersten drei Lebensjahren mehr die Mutter. Daher soll in dieser Zeit die Mutter nicht durch den Vater ausgetauscht werden, auch wenn die Väter sich in dieser Zeit mehr um die Kinder kümmern wollen. Wenn schon der Vater mehr beim Kind sein möchte, dann gemeinsam mit und nicht anstatt der Mutter.

So kann das – Vater wickelt (ausschließlich) anstatt der Mutter – was als Fortschritt für die Familie dargestellt wird, ein Nachteil für die Entwicklung des Kindes sein. …

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3 Antworten zu „Familienvorzeigeland“ Schweden: Der Lack ist ab

  1. Dörflinger André schreibt:

    Familienlage in Schweden > Stimmt ja alles, bloss…
    Man nehme end-lich zur Kenntnis, dass wir undank der immer kopflastiger werdenden Weiblichkeit in der Mittelphase der Evolution, der EvA-lution stehen, (immer mehr Maturandinnen als Jünglinge), Frauen also bestausgebildet gar nicht mehr anders können als (auch) erwerbsarbeiten, denn sie heiraten / gebären ja immer später (Durchschnittlich mit 30 / 35), zudem reicht das Einkommen des normalen Mannes nicht mehr fürs gute Ueberleben der Familie, zudem soll Frau spätestens 2-3 Jahre nach Famiilienplanungsende mindestens halbtags erwerbsarbeiten gehen, damit später gehörnter > verstossener Ehemann auch zur Hälfte an deren Sozialversicherungen teilhaben kann.
    Man sieht, sooo einfach lässt sich nicht über ein solch heikles Thema diskutieren, wenn nicht alle Fakten objektiv = t a b u l o s aufgetischt werden und da hapert es ja allermeist, denn das weibliche Geschlecht ist nun mal bio- l o g i s c h das stärkere – weil unentbehrlich im Vergleich zum gewiss sehr nützlichen, männlichen – zur Fortpflanzung der menschlichen Gattung.
    Die moderne Marktwirtschaft ist nun mal in allen West-Ländern +/- familienfeindlich, was ja verbesserbar wäre, wenn die Bundesparlamente sozial richtig durchmischt wären, was natürlich Wunschdenken ist, können doch die Reichen eher dort einziehend Politik betreiben als der Angestellten-Mittelstand.

  2. katharina schreibt:

    Hat dies auf Katharina & Sebastian rebloggt und kommentierte:
    kurz und knackig auf den punkt gebracht. natürlich kann man dazu noch viel mehr sagen. das grundsätzliche ist drin. kinder brauchen keine krippe und eltern brauchen einen alltag dessen ergebnis entspannung ist. das ist möglich. mit kindern. ohne sie wegzugeben. und wunderschön.
    liebe grüße, katharina

  3. zwischen den Stühlen schreibt:

    2017 – die deutschen Talkshow-Gäste sind gehorsam auf Linie: Collien Ulmen Fernandes (Karrieremutter) vs Jimmy Kelly („Frauen sind größer“ = selten mal jemand, der das erkennt! 🙂 )
    Der Gesundheitsminister Gröhe (Evangelische Allianz), .u.a. mit zuständig für die Ausbildung in Pflegeberufen, erfüllt ebenfalls keine frommen Wünsche. Und so sind Frauen IMMER NOCH Spielball ZWISCHEN WirtschaftsFORDERUNG und angeblich Emanzipierten (die sich fügen in das bunte Vielfaltsweltbild mit Ehe für alle…) und jener „alten Garde“ , die Frauen ausschließlich als Biologie und Dienerin, sprich gottgewollt UNTER-GEORDNETE, MISSverstehen will. Und so bleibt alles, wie es ist: Kein Geld da, KEIN WILLE, nicht für die Jüngsten (Kinder) und nicht für die Alten (meistens Frauen wg. Altersarmut ) „Klassische Frauenberufe“ . Tatsächlich sind sie der grosse Beschiss! War doch klar im „Gedöns“-Knauserland, das es bis heute in dieser Angelegenheit geblieben ist! Aufwertung von Familienarbeit? so wenig wie Aufwertung sozialer Erziehungsberufe. Auf dem Grünen-Parteitag zu Gast: Martina Meyer, Erzieherin, (Verdi) …es wurde mal 11 Wochen lang gestreikt für bessere Bedingungen für Kinder…NICHTS ist passiert. Für ihr eigenes Enkelkind wird gerade ein Krippenplatz gesucht…. Na dann!
    Viele haben sich getäuscht. Viele wurden manipuliert: Wenige definieren selbst ihre Rolle.
    (Prof. und ehem. kath. Priester wird Vater von 8 Kindern, Mutter Ernährerin als Zahnärztin)
    http://programm.ard.de/TV/Programm/Alle-Sender/?sendung=28113135626144

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