Norbert Blüm geißelt Totalisierung der Erwerbsarbeit

http://www.freiewelt.net/nachricht/blum-familie-nicht-wirtschaftlichen-interessen-unterordnen-10005649/  (29.7.):

Der langjährige Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU) warnt nun vor einer Unterordnung der Familie unter wirtschaftliche Interessen. Dieser sagte in einem Interview: „Die angeblich freie Wahl zwischen Familien- und Berufsarbeit ist zugunsten der Berufsarbeit entschieden.“

Ferner kritisiert dieser: „Arbeit ist nur Arbeit, wenn sie Erwerbsarbeit ist – so borniert ist man nie zuvor gewesen.“ Es finde eine “Totalisierung der Erwerbsarbeit” statt. Blüm, 16 Jahre lang Bundesminister im Kabinett von Bundeskanzler Helmut Kohl, wendet sich auch klar gegen eine Abschaffung des Ehegattensplittings. Er erwartet, dass auch der Wegfall der beitragsfreien Mitversicherung von Ehefrau und Kindern in der Sozialversicherung ebenso wie die Abschaffung der Witwenrente bevorstehe. SPD und Grüne betrieben eine „vollständige Ökonomisierung der Familienpolitik“. Blüm hält es für notwendig, das Ehegattensplitting zum Familiensplitting zu erweitern, bei dem dann Kinder stärker berücksichtigt würden.

Mehr dazu unter faz.net

Ergänzung:

http://www.faz.net/aktuell/politik/gastbeitrag-von-norbert-bluem-falsches-glueck-12307991.html  (28.7.):

Die Wahlfreiheit zwischen Familie und Beruf ist das Ende der Freiheit. Denn die Entscheidung pro Familie endet nicht selten in einer beruflichen Sackgasse. Kinder passen nicht in das Konzept eines „modernen“ Weltbildes.

Zu Recht wehrt sich die moderne Frauenbewegung gegen die Zuweisung „häuslicher Pflichten“ an Ehefrau und Mutter. Der alte Patriarch fand es bereits unter seiner männlichen Würde, den Kinderwagen zu schieben, Windeln zu wickeln und den Brei zu rühren. Der neue Mann schafft alles. Fast alles. Denn es gibt noch ein paar Nebensächlichkeiten, die möglicherweise Hauptsachen kindlicher Entwicklung sind: Schwangerschaft und Stillen bleiben natürlicherweise weibliche Monopole.

Manche würden selbst das gerne abschaffen. Es ist einfach schrecklich ungerecht, dass diese Quellen des Glücks Vätern unzugänglich sind. Die Abschaffung von Schwangerschaft und Stillzeit wäre außerdem der Durchbruch zur uneingeschränkten Eingliederung der Frauen in die Erwerbsgesellschaft. Die Voraussetzungen dafür werden gerade geschaffen: durch die Übernahme der Kleinkinder in eine elternfreie frühkindliche Erziehung. …

… Kinder sind eine Einschränkung der Wahlfreiheit ihrer Eltern.

… Wenn die sogenannte Wahlfreiheit zwischen Familie und Beruf in Wirklichkeit die Unterordnung der Familie unter den Beruf bedeutet, ist sie gar keine Freiheit, sondern ihre Beendigung, nämlich Unterwerfung.

… Mütterliche Zuwendung steht jedem Kind zu, und weder Vater noch Staat können sie erbringen.

… Die Spätfolgen einer Totalisierung der Erwerbswirtschaft zeigen sich im neuen Scheidungsrecht. Das Scheidungsrecht bringt die Paradoxien eines Fortschrittes zutage, der im Namen der Frauen auf den Weg gebracht wurde und sie am Ende auf der Strecke liegen lässt.

… Das neue Scheidungsrecht ist das „Trojanische Pferd“ einer Solisten-Gesellschaft. Der Triumph der Solisten ist der Tod der Familie.

… Es geht nach dem Motto: Jeder sorgt für sich selber, dann ist für alle gesorgt.

Doch diese Logik des Egoismus begründet nicht wirklich Freiheit, sondern bloß deren Illusion. Tatsächlich ist die von Familie befreite Gesellschaft widerstandslos der Macht und dem Markt ausgeliefert. In ihr kann „durchregiert“ werden.

Kommentatorin Karin Weber blickt noch tiefer:

Ich gebe Herrn Blüm vollkommen Recht, aber es scheint eine Tatsache zu sein, dass die derzeit aktiven Politiker eher ein Interesse an der Zerschlagung von Familien, an der Schaffung asozialer Strukturen, an der sozialen Verwahrlosung, Entwurzelung und Bindungslosigkeit der deutschen Bürger haben. Sieht man sich die seit Jahren grassierende Väterentsorgung durch die Politik und Justiz, den eingesetzten Abtrieb der Frauen/Mütter in die Produktion (Motto: Selbstverwirklichung und Emanzipation) sowie die Entelterung der Kinder (Kita-Ausbau/Vereinbarkeit von Familie und Beruf) an, dann sind das zweifelsfrei Belege für diese furchtbare These.

Folgt man den Worten der Frau Merkel, dann geht es um alternativloses und nachhaltiges Wachstum der Wirtschaft. Was Frau Merkel für Familien tut, habe ich auch nach Jahren nicht wahrnehmen können. Wenn Herr Schäuble sich über das Sprudeln der Steuern freut, dann wird schöngefärbt, dass dieses Geld den letzten Familien gestohlen wurde.

Dieses Land kann man mittlerweile mit der Titanic vergleichen. Hoffentlich begreift die politische Klasse auch irgendwann einmal, dass man Familien als Konsumenten braucht und das eine Voraussetzung für den Sinn von nachhaltigem Wirtschaftswachstum ist. Wohin soll eine Wirtschaft wachsen, wenn ihr die Kunden (Demographiekeule) fehlen? Es sei denn, die Regierung schreibt das eigene Volk ab und hat bereits andere Absatzmärkte im Visier. Es wird Zeit, dass sich die Wähler da Klarheit verschaffen. Es ist nicht das Geld und Land der politischen Klasse. Wir sind das Volk!

PS: Viele Grüße an den BND und NSA, die meinen Kommentar sicher wie immer mitlesen werden.

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2 Antworten zu Norbert Blüm geißelt Totalisierung der Erwerbsarbeit

  1. Dörflinger André schreibt:

    Alt-Minister BLUM kennt die heutige Wirklichkeit nicht !
    In der seit den 1980er Jahren immer kopflastiger gewordenen Studier-Zeit (Immer mehr Abiturientinnen bis zu 60 % heute 2012/13!) wäre es ja 1) irre Ressourcenverschwendung, die weibliche Gattung, zumindest in den ersten Nachstudierzeiten, vom intensiven Erwerbleben abzuhalten. 2) die heutigen Lebenshaltungskosten (Wohnungsmiete !) erlauben es nicht mehr, auf das zu mindest teilzeitige Erwerbseinkommen der Ehefrau nach Beedigung der Familien-planung zu verzichten und 3) nie erwähnter = tabuisierter, nichtsdestotrotz wichtiger Grund:
    im Scheidungsfalle, erlaubt es, dem Gehörnten (2/3 aller Scheidungsbegehren werden von Frauen eingereicht !) ebenfalls zur Hälfte an deren Sozialversicherungsbeiträgen teilzuhaben.

  2. Dörflinger André schreibt:

    Es ist wohlverstanden, dass ich keinerlei Finanzbeiträge an diese Webseiten leiste !
    == ====================
    adoerflinger@gmx.ch 30. Juli 2013

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