Erzbischof Zollitsch contra AfD

http://www.kath.net/news/42362  Wahleinmischung durch Erzbischof Zollitsch?  (8.8.):

… Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, [Erzbischof] Robert Zollitsch, wünscht sich laut einem Bericht des Badischen Tagblatts, dass die Alternative für Deutschland (AfD) nicht in den Bundestag einzieht. „Unsere Zukunft liegt in Europa und nicht in der Rückkehr in die Nationalstaaten“, sagte er gegenüber dem Badischen Tagblatt, wie die „Junge Freiheit“ berichtet. Laut Zollitsch handle es sich dabei um ein „paar Nostalgiker“, die seiner Meinung nach an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern sollten. Zum Euro sehe der Erzbischof keine Alternative: „Denn der zwingt uns, weiter zusammenzukommen.“

Die linke Propaganda des Erzbischofs wird hoffentlich die Bekanntheit der AfD nur steigern.

Ergänzung 10.8.2013:

http://www.kath.net/news/42374  Sie missbrauchen Ihr Amt, um vor uns zu warnen!  (9.8.):

„Alternative für Deutschland“ übt schwere Kritik an Erzbischof Zollitsch: Keine Kritik an den Grünen und Piraten, obwohl diese für die Homo-Ehe einstünden. Die AfD hingegen stehe für christliche Werte.

… Der Brief von Beatrix von Storch [AfD] im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz,

von Ihnen hätten die deutschen Bürger eine Verteidigung christlicher Werte erwartet. Nun sehen sie mit Erstaunen einen katholischen Bischof, der das Einführen eines Machtstrukturprojektes dem Schutz christlicher Werte vorzieht. Sie warnen vor der Wahl der Alternative für Deutschland (AfD), nicht vor der der Piraten oder der Grünen, die – anders als die AfD – klar unchristliche Werte vertreten.

Herr Erzbischof Zollitsch, was vertritt die AfD, daß Sie so unkontrolliert gegen sie vorgehen? Für die AfD ist z. B. Familie die Keimzelle der Gesellschaft, also Vater, Mutter, Kind. Die Piraten werben mit „Vater, Vater, Kind“ — und Sie wollen – als katholischer Bischof – daß wir scheitern? Sie missbrauchen Ihr Amt, um vor uns zu warnen?

Die Grünen wollen die Homo-Ehe. Und Sie warnen – als katholischer Bischof – nicht vor den Grünen, sondern der AfD? Was ist Ihre Aufgabe?

Die deutsche Verfassung bezieht sich auf Gott. Das dahinterstehende Menschenbild ist ein jüdisch-christliches. Die europäische Verfassung kennt keinen Gott. Das Menschenbild ist ein utilitaristisches, das den Nutzen in den Vordergrund stellt, nicht Werte. Und da sehen Sie – als katholischer Bischof – unsere Zukunft? Wo stehen Sie?

Der Euro spaltet Europa. Er bringt die Bürger und Völker gegeneinander auf. Er schafft von Tag zu Tag mehr Armut und Verzweiflung bei den Menschen. Er macht aus Nachbarn Schuldner und Gläubiger. Das ist, was Sie wollen?

Durch die sog. Euro-Rettungspolitik werden Menschen nicht gerettet. Das Gegenteil ist der Fall. Banken und Spekulanten, die Staaten erpressen und sich auf Kosten der Bürger bereichern, wird geholfen. Den Menschen im Süden geht es jeden Tag schlechter. Dem reden Sie das Wort?

Sie sagen „Unsere Zukunft liegt in Europa und nicht in der Rückkehr zu den Nationalstaaten“. „Rückkehr zu den Nationalstaaten“? Sind die denn schon abgeschafft? Von wem? Die Souveränität zur Abschaffung Deutschlands liegt ausschließlich beim deutschen Volk, nicht bei den Abgeordneten. Die Abgeordneten haben unsere Souveränität nur auf vier Jahre verliehen bekommen. Nach den vier Jahren fällt die Souveränität an den Bürger zurück. Und in der Zwischenzeit kann kein Politiker diese Souveränität an Dritte abgeben. Das garantiert uns unsere Verfassung. Die AfD steht zu dieser Verfassung. Und Sie warnen vor uns?

Sie nennen uns „ein paar Nostalgiker”, die an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern sollten.

Erzbischof Zollitsch, nur noch ein paar Träumer, aber vor allem die Spekulanten, Bänker, Politiker und Lobbyisten verschließen ihre Augen vor der Realität. Sie nennen uns Nostalgiker? In der Tat: wir sehnen uns nach Anständigkeit, Redlichkeit und Ehrlichkeit gegenüber den Bürgern. Wir wollen, daß die Regierungen sich an die EU-Verfassung halten. Wir wollen nicht mehr, daß Macht vor Recht geht. Wir wollen nicht, daß die Bürger und ganze Völker durch die Verschuldung in die Knechtschaft gebracht werden. Das ist Fakt in Griechenland und Zypern, Portugal und anderen Ländern. Machen Sie die Augen auf, sehen Sie die Realität an.

Sie meinen, wir brauchen den Euro, “denn der (Euro) zwingt uns, weiter zusammenzukommen.“ Der Mammon als identitätsstiftendes Bindeglied für Europa, statt gemeinsamer Werte? Europa ist nicht eine Währungseinheit durch Zwang, sondern eine Wertegemeinschaft in Freiheit, die sich auf der Identität des christlichen Abendlandes begründet. Sehen Sie das anders?

Herr Erzbischof, ist es nicht Ihre Aufgabe, sich für den Schutz christlicher Werte einzusetzen und sich um die Armen und Schwachen zu kümmern, statt sich auf die Seite von Macht und Geld zu schlagen? Bitte stellen Sie unverzüglich klar, daß Sie von den deutschen Bischöfen kein Mandat haben, öffentlich gegen die AfD Stellung zu beziehen. Gerne erwarte ich Ihre Antwort.

Die Bürger sind müde ob der Lügen, des Betruges und des Machtmissbrauches der Politik zu Lasten ihrer Freiheit und ihrer Ersparnisse. Wir, die Alternative für Deutschland, treten am 22. September 2013 dagegen zur Wahl an. Sie wollen, daß wir scheitern?

Erzbischof Zollitsch — wir werden Sie enttäuschen.

Ergänzung 15.8.2013:

http://www.freiewelt.net/nachricht/kritik-an-zollitschs-afd-schelte-10007266/ (15.8.):

Der bekannte Journalist Alexander Kissler (Cicero, Focus) hat sich gegen Erzbischof Robert Zollitschs Einmischung in den deutschen Bundestagswahlkampf gewandt. Zollitsch hatte vergangene Woche öffentlich vor der AfD gewarnt.

In seiner Cicero-Kolummne “Kisslers Konter – Cicero Exklusiv” erklärte Kissler, ein Bischof habe “kein Mandat, sich in den Wahlkampf einzumischen”. Wer es dennoch tue, falle “hinter die Moderne zurück”.

Eingedenk Zollitschs öffentlicher Warnung vor der AfD fragt sich Kissler, ob eine Zeit zurückgekehrt sei, “da Prälaten von Kanzeln herabdonnern, welche Partei ihre Schäflein zu wählen haben”. Und weiter: “Will die Kirche der Demokratie abermals in die Speichen greifen? Offenbar.”

Zollitschs [Äußerungen] seien schlichtweg Amtsanmaßung, so Kissler. Er verweist in seiner Kolumne auf das Zweiten Vatikanum, das die “Autonomie der irdischen Wirklichkeiten” ausdrücklich regelte (Konstitution “Gaudium et spes”, Kapitel 36). Ein direkte Einwirkung auf die Politik sei der katholischen Kirche demnach versagt. Ihr bleibe allein die Gewissensbildung der Gläubigen zur “Weckung der sittlichen Kräfte”, wie es Papst Benedikt XVI. in der Enzyklika “Deus caritas est” im Jahr 2005 definiert habe.

Kissler erinnert an das 1983 erneuerte katholische Kirchenrecht. Dort heiße es, alles, “was dem klerikalen Stand fremd ist, haben die Kleriker zu meiden, auch wenn es nicht ungeziemend ist”.

Kisslers Faszit ist denn auch klar und unmissverständlich: “Wahlempfehlungen, Wahlwarnungen sind keine klerikalen Aufgaben.”

Die Berliner Bundestagskandidatin der AfD, Beatrix von Storch, hatte vergangene Woche in einem offenen Brief ebenfalls Zollitschs Einmischung in den Bundestagswahlkampf kritisiert.

Mehr dazu auf focus.de

Ergänzung 21.8.2013:

JF: Zollitsch lehnt Gespräch mit Euro-Kritikern ab  (20.8.):

Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch lehnt nach seiner Kritik an der Alternative für Deutschland (AfD) ein Gespräch mit den Euro-Kritikern ab. „Erzbischof Zollitsch wird – wie vor vier Jahren – vor der Wahl mit keiner Partei sprechen“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz. …

Ergänzung 3.9.2013:

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/08/11/katholische-kirche-lehnt-rueckkehr-in-die-nationalstaaten-ab/:

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, glaubt, dass die Zukunft Deutschlands in Europa liegt, nicht in der „Rückkehr in die Nationalstaaten“. Der Euro sei alternativlos, weil er die Europäer „zwinge, weiter zusammenzukommen“. Für die eurokritische Partei Alternative für Deutschland wünscht sich der Erzbischof ausdrücklich, dass „die nicht in den Bundestag einziehen werden“. Der Fall zeigt, wie tief sich die EU-Ideologie bereits in die deutsche Gesellschaft gefressen hat. …

Ergänzung 10.9.2013:

http://www.civitas-institut.de/index.php?option=com_content&view=article&id=2164:aus-fremder-feder-werner-muench-ministerpaesident-ad&catid=1:neuestes&Itemid=33  (9.9.):

„Ein letztes Wort, weil Sie die AfD (Alternative für Deutschland) angesprochen haben: Ich halte es für völlig unmöglich, dass der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz sich in diesem Falle in der Öffentlichkeit negativ äußert und seinen eigenen Christen sozusagen empfiehlt – auch wenn er es anschließend wachsweich dementiert hat – diese Partei nicht zu wählen. Wir haben eine Zeit erlebt, in der die deutschen Bischöfe Wahlempfehlungen gegeben haben – davon war ich nie begeistert, schon als Jugendlicher nicht.

Aber heute als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz keine offizielle Unterstützung zu „One of Us“ („Einer von uns“, Europäische Initiative für Lebensschutz) zu geben, zur Orientierungshilfe – dem Papier der EKD – nichts zu sagen, aber gleichzeitig den Katholiken zu empfehlen, eine bestimmte Partei nicht zu wählen, das ist nicht seine Aufgabe. Das ist völlig deplatziert.“

Ministerpräsident a. D. Werner Münch im Interview mit „Die Tagespost“ vom Samstag, dem 7. September 2013

Ergänzung 7.10.2013:

http://www.kath.net/news/43089 ‚Verlust für Deutschland!‘ (4.10.):

Dass ausgerechnet der DBK-Vorsitzende Zollitsch als eine der wenigen Führungspersönlichkeiten in unserem Land öffentlich und ohne Not das Ausscheiden der FDP beklagt, überrascht. …

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2 Antworten zu Erzbischof Zollitsch contra AfD

  1. Dörflinger André schreibt:

    AfD > Das Problem ist eben, w i e Pöbelkratie verhindern?
    Denn diese gibt es ja nur inoffiziell, ist aber auf allen (Aus-) Bildungs- –> Hierarchiestufen zu finden.Es bräuchte also eine immerwährende, feste Staatseinrichtung, die eine verbrecherisch gewordene Regierung ab-bremsen > absetzen könnte. Das erfüllte z.B. das Fascho-Italien vorbildlich, als deren höchste Instanzen 1943 den Duce absetzte (!), während alle umliegenden Staaten mittlererweile zu Diktaturen ausgewachsen waren. Die Alarmglocken hätten diesbezüglich bei den West-Verbündeten schon anfangs 1934 heftigst läuten sollen, als der „grösste deutsche Ver-Führer aller Unzeiten“ einen fragwürdigen Nicht-Angriffspakt mit Polen abschloss > denn wozu sowas unter anständige Nachbarn ?, wenige Monate danach das Amt des deutschen Reichspräsidenten mit seinem zusammenlegte > die oberste Staatsgewalt, nach dem inszenierten Reichtagsbrand jahrszuvor mit Notstand-Ungesetz-Ordnung vollends „usurpierte“ // Diktatorische Monarchie-& Theokratie erfüllten diese staatstragende Aufgabe auf allen Kontinenten; in Deutschland ists heute a) die immerwährende Besetzung durch die Yankees b) der NATO-Vertrag und c) die-EU-Gemeinschaft, was soll also diese Spiegelfechterei ? > Angst vor systemkritischen Parteien ? , denn „von Deutschlands Boden wird nie mehr Krieg ausgehen“ (W.Brandt). Drum, lasst heute freie Meinungsbildung zu, der Politmarkt wirds, im Unterschied zu den politeinfältigen 1930er Jahren, schon richtig > früher als man es glaubt, richten !!
    –> Die Amtskirchen sollen sich endlich den wahren Polit-problemen zuwenden > d.h. ihre eigene, schiefe > feige Vergangenheit der lelzten 120 Jahren aufarbeiten !

  2. Roland Grassl schreibt:

    Der Freiburger Erzbischof Zollitsch hat sich anläßlich seines 75. Geburtstags in einem recht ausführlichen Interview nicht nur zu Kirchenfragen geäußert, sondern auch zu eher polarisierenden wirtschaftspolitischen Fragen wie zum Beispiel dem Euro und seine Zukunft. Wäre der Euro und seine Anwendungspraxis in der EU eine reine Glaubenssache, wie die jungfräuliche Geburt von Jesus durch Maria, so könnte man seine politischen Äußerungen zu diesem Thema als Teil der historisch gewachsenen dogmatischen Kirchenlehre, die nun mal zu seinem katholischen Glaubensbekenntnis gehört, durchaus akzeptieren. Da aber Wirtschaftswissen- schaften und Politik eher zu den profanen Themenkreise gehören, stellt sich hier doch die Frage, ob er für seine Aussagen in besonderem Maße qualifiziert ist. Er ergreift vehement Partei für die derzeitige Europolitik und erklärt sie kurzerhand zur allein seligmachenden Doktrin. Vermeintliche Gegner wie zum Beispiel die AfD ( Alternative für Deutschland ) kanzelt er ab und erklärt seine Anhänger zu Nostalgikern . Es klingt fast so als wolle er eine Koalitionsregierung mit CDU oder SPD nach dem 22.September vorbereiten. Dies mutet im Falle eines geistlichen Führers doch etwas eigenartig an. Ich weiß es durchaus zu würdigen, daß er durch seine Flucht als Kind aus einem jugoslawischen Vernichtungslager schwer traumatisiert wurde und möchte meine Kritik daher auch als aufbauend verstanden wissen.

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