Pädophilie und der Zeitgeist

Hätte nicht gedacht, dass ich einmal in die Verlegenheit komme, empfehlend auf einen Artikel Alice Schwarzers hinzuweisen:
Alice Schwarzer: Pädophilie und die Grünen: Nicht von gestern!  (12.8.):

Es waren nicht nur die Grünen. Es waren auch nicht nur die 68er. Es war der Zeitgeist, der allerdings war links bzw. liberal. Es war einfach angesagt bei (fast) allen, die sich als fortschrittlich verstanden: Dass doch nichts dabei sei, wenn Erwachsene mit Kindern… denn die wollten es doch auch. Und es war kein Zufall, dass sich diese Haltung im Laufe der 70er Jahre auf breiter Front Bahn brach. Angeführt vom harten Kern der Pädophilen, die sich nun ungeniert als „Pädosexuelle“ bezeichneten und als „Kinderfreunde“ verklärten. „Verbrecher ohne Opfer“ waren sie in der Zeit nicht nur für die taz. Doch es sind die 68er und ihre Erben, die Grünen, die in den ihnen nahestehenden Publikationen nicht nur das Recht der Kinder auf eine eigene Sexualität propagierten, sondern auch das Recht der Erwachsenen (sprich: Männer) auf die Sexualität mit Kindern.

Die Grünen waren es, die gleich 1980 auf ihrem zweiten Parteitag die Streichung des § 176 debattierten, der die Sexualität mit Kindern unter 14 Jahren unter Strafe stellt, sowie den § 174 (sexueller Missbrauch von minderjährigen Schutzbefohlenen).

Fünf Jahre später winkte der Landesparteitag der Grünen in NRW den SchwuP-Antrag durch. Mit 76 zu 53 Stimmen wurde die Legalisierung von Sex Erwachsener mit Kindern unter 14 beschlossen, sofern es sich um „einvernehmlichen Sex“ handele. Die Grünen NRW kamen nicht in den Landtag.

Inspiriert worden war der Antrag u. a. von der grünen BAG SchwuP (Bundesarbeitsgemeinschaft Schwule, Päderasten und Transsexuelle). Der Koordinator der SchwuP, Dieter Ullmann, war da wegen Kindesmissbrauchs schon mehrfach im Gefängnis gewesen. Und übrigens war bei der SchwuP auch der Grüne Volker Beck aktiv — oder, um es mit seinen heutigen Worten zu sagen: „ein, zweimal da“.

… Roman Polanski …

… Irina Ionesco …

… Die propädophile Ideologie von damals wirkt bis heute nach, ja ist in der grenzenlos verbreiteten Pornografie inzwischen allgegenwärtig.

Dennoch: Wenn heute Wahlen wären, würden 39 Prozent aller EMMA-Leserinnen die Grünen wählen. Das ergab unsere Leserinnen-Analyse 2013. Das zeigt, dass die Grünen es verstanden haben, diese dunkle Seite ihrer Politik vergessen zu machen. Honoriert wird eine gewisse Frauenpräsenz (vom „Feminat“ 1984 bis zu Künast oder Göring-Eckardt heute), sowie die Übernahme feministischer Forderungen, die Finanzierung von Projekten wie Frauenhäuser etc.

Doch in der Sexualpolitik, dem Kern des Feminismus, sieht es bei näherem Hinsehen schon ganz anders aus. So waren und sind die Grünen weiterhin gegen jegliche Einschränkung von Pornografie. Und sie sind die Vorreiter einer Verharmlosung von Prostitution, für sie „ein Beruf wie jeder andere“. …

Übrigens gleicht sich die Argumentation frappant: Ganz wie die Kinder mit den Pädophilen machen es die Frauen mit den Freiern angeblich „einvernehmlich“ und „freiwillig“ – und es ist doch auch eigentlich nichts dabei, oder? Noch 1988 forderte der heutige Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, in einem Beitrag für das Buch „Der pädosexuelle Komplex“ die „Entkriminalisierung der Pädosexualität“. Und heute? Davon distanziert er sich inzwischen, dafür propagiert er nun im gleichen Geist die Verharmlosung und Akzeptanz der Prostitution. Beck wörtlich: „Wenn Leute etwas anbieten, andere es kaufen wollen und es keine ökologischen oder sozialen Nebenwirkungen gibt, die man dringend unterbinden muss, dann nehme ich das zur Kenntnis und störe mich nicht weiter daran.“ Das erklärte Volker Beck jüngst apropos der Prostitution. – Man kann einen solchen Grad an Zynismus kaum fassen.

… FDP …

In diesem Diskurs waren die homosexuellen Pädophilen federführend, obwohl die heterosexuellen Pädophilen in der Mehrheit sind. …

… Pädophilie ist eine emotionale und sexuelle Ausbeutung Schwächerer.

Die Gesetzesänderung konnte verhindert werden. Doch der Geist, in dem ernsthaft darüber nachgedacht wurde, hält bis heute an. Und da spielten die Grünen und mit ihnen die taz eine entscheidende Rolle.

Der als links geltende Rechtswissenschaftler Rüdiger Lautmann zum Beispiel konnte ungestört weiter an der Universität Bremen lehren, obwohl er bereits 1978 den sexuellen Missbrauch von Kindern als „Straftaten ohne Opfer“ bezeichnet hatte. Auf dem Deutschen Soziologentag im April 1979 war Lautmann dann maßgeblich an dem Antrag beteiligt, den Pädophilie-Paragraphen 176 ersatzlos zu streichen. Wer hätte ihn auch stören sollen? Zusammen mit Lautmann, der den „Arbeitskreis Homosexualität und Gesellschaft“ initiiert hatte, forderten die FDP-nahe „Humanistische Union“ ebenso wie die „Schwulengruppen“ der Jungdemokraten, Jungsozialisten und die „Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft“ die ersatzlose Streichung des § 176. Wäre das nicht verhindert worden, wäre der sexuelle Missbrauch von Kindern heute in Deutschland straffrei.

Damals war dieser Geist nicht nur Teil des Backlash auf die Emanzipation der Frauen, sondern auch eine Reaktion auf die öffentliche Benennung und Verurteilung des größten Tabus: des Missbrauchs von Kindern. Der passiert, wie wir heute wissen, in drei von vier Fällen innerhalb der Familie und ihrem Umkreis, und er betrifft jedes vierte bis dritte Mädchen sowie jeden zehnten bis zwölften Jungen.

… Reinhart Wolf …

… Katharina Rutschky …

… Wenn einer wie der renommierte Sozialpädagoge Helmut Kentler, Professor an der Universität Hannover und Gerichtsgutachter, in seinen „wissenschaftlichen“ Schriften allen Ernstes den Richtern empfahl, straffällige Jugendliche „bei pädagogisch interessierten Päderasten“ unterzubringen — dann schrie niemand Skandal (nur EMMA), sondern wurde zustimmend genickt. Tatsächlich ergingen Urteile, die „Kinderfreund“ Kentlers guten Rat befolgten und die Jungen den Pädophilen quasi auf Gedeih und Verderb auslieferten. Denn die mussten sich ja auch noch erkenntlich zeigen bei den „Kinderfreunden“. Übrigens: Kentler gründete in Bielefeld zusammen mit Hartmut Hentig die „Laborschule“ (womit wir ganz dicht an der Odenwald-Schule wären).

… Woody Allen …

Doch auch die Medien dürfen sich durchaus nach ihrer Verantwortung fragen. Ich erinnere mich nur zu gut, wie ich 2010 zu Beginn des Ruchbarwerdens des Missbrauchs in katholischen Internaten in einer Live-Talkshow auch auf den Skandal in der Odenwald-Schule, also im progressiven Milieu, hinwies. Die Moderatorin schnitt mir hart das Wort ab. Als ich im Verlauf der Sendung noch einmal darauf aufmerksam machen wollte, fiel meine Anmerkung ins Leere. Und das, obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits alles über die Odenwald-Schule auf dem Tisch lag.
Es ist also gut, dass endlich auch darüber geredet wird. …

Ergänzung:

Natürlich lässt Alice Schwarzer im obigen Beitrag auch Cohn-Bendit nicht ungeschoren:

… Ganz zu schweigen von Daniel Cohn-Bendit, 68, der als Person das Verbindungsglied zwischen 68ern und Grünen ist. Der hatte in seinen 1975 veröffentlichten Lebenserinnerungen munter von seinem Streichelsex als Kindergärtner mit einer Fünfjährigen berichtet. Fast vierzig Jahre lang sah der Paradelinke keinen Grund, sich selbstkritisch dazu zu äußern oder gar zu entschuldigen. Auf meinen Text von 2001 reagierte er bis heute nicht. Nun in die Enge getrieben, behauptet Cohn-Bendit einfach, diese Passage in seinen Lebenserinnerungen sei „Fiktion“ gewesen. Wohlwollender Kommentar der Alt-Grünen Marieluise Beck in der Zeit: „Dany ist jemand, mit dem öfter mal die Pferde durchgehen.“ …

Ergänzung 14.8.2013:

Die Junge Freiheit legt bezüglich Volker Beck noch nach:
JF: Alice Schwarzer attackiert Volker Beck  (13.8.):

In der Debatte über die Pädophilie-Verstrickungen der Grünen hat die Feministin Alice Schwarzer den Grünen Bundestagsabgeordneten Volker Beck angegriffen. Beck könne sich nicht auf die Gnade der späten Geburt zurückziehen.

… Unter Becks Namen war 1988 ein Beitrag in dem Buch „Der pädosexuelle Komplex“ erschienen, in dem der Autor sich für die „Entkriminalisierung der Pädosexualität“ aussprach. Beck besteht heute darauf, daß der Aufsatz ohne seine Autorisierung und verändert veröffentlicht worden sei.

Die ursprüngliche Originalversion seines Textes hat er jedoch bis heute nie veröffentlicht. Fragen der JUNGEN FREIHEIT möchte der Grünen-Politiker hierzu nicht beantworten. Weder, wie es zu dem Artikel kam, noch, an welchen Stellen genau der Herausgeber seinen Beitrag verändert habe. Ein Mitarbeiter verwies lediglich auf eine Stellungnahme auf Becks Internetseite.

Zweifelhafte Erinnerungen

Dort schreibt der Bundestagsabgeordnete, seiner Erinnerung nach sei das „Justitiariat der Grünen Fraktion damals gegen Verlag und/oder Herausgeber vorgegangen“. Die Verbreitung des Buchs habe man nicht verhindern können, eine Neuauflage des Werks mit dem Artikel sei aber untersagt worden. Unterlagen aus der Zeit habe er leider nicht mehr. Ihn ärgere es, so Beck, daß er das Manuskript nicht aufbewahrt habe.

Mit Becks Erinnerungen ist das allerdings so eine Sache. So schreibt er ebenfalls auf seiner Internetseite, „niemals“ habe ein Gremium der grünen Bundespartei gefordert, Sex mit Kindern zu legalisieren oder „etwas beschlossen, was auch nur entfernt in diese Richtung ging“.

Dem widersprach am Dienstag der Göttinger Sozialwissenschaftler Stephan Klecha vehement. „Hier hat Beck eindeutig unrecht“, sagte er der Bild-Zeitung. Es habe fünf Beschlüsse der Grünen zu Bundes- und Landtagswahlen gegeben, in denen sie eine Abschaffung der entsprechenden Strafrechts-Paragraphen forderten.

Lückenhaftes Gedächtnis

„Bei der Landtagswahl 1985 in NRW hat dieser Beschluß die Partei sogar den Einzug ins Parlament gekostet. Viele haben das offenbar verdrängt. Beim Thema Sex mit Kindern scheint das kollektive Gedächtnis der Grünen nicht gut zu funktionieren.“

Klecha gehört zur Forschungsgruppe des Göttinger Politikwissenschaftler Franz Walter, die im Auftrag der Grünen die Verstrickungen der Partei mit der Pädophilenszene untersuchen soll. Am Montag war bekanntgeworden, daß sich die Grünen bereits in ihrem ersten Grundsatzprogramm 1980 für eine weitgehende Legalisierung von sexuellen Beziehungen von Erwachsenen mit Kindern und Schutzbefohlenen ausgesprochen hatten.

Ergänzung:

André F. Lichtschlag: http://ef-magazin.de/2013/08/13/4393-gruene-und-paedophilie-franz-walters-wunderbarer-waschsalon:

… Walter und Klecha schließen in der „FAZ“ damit, dass die Grünen in der Sache längst ganz besonders „clean“ seien. Was sie, so die fein gestrickte Legende, dem starken Feminismus in der Partei zu verdanken hätten. Womit sie den Bock zum Gärtner erklären. Denn die politische Pädophilie – und wieder einmal schaut die Presse nicht hin und skandalisiert statt dessen mehr als 30 Jahre alte Meinungskamellen – ist heute weiter verbreitet denn je. Nur findet sie längst unter anderen Labeln statt – täglich in deutschen Schulen und Kindergärten. Immer dann, wenn die mal wieder vor allem von den (Roten und) Grünen bestallten Gendertanten und Sexonkels mit ihren Plüschpenissen und Spielvaginas in den Unterricht und zu den Krabbelgruppen kommen, um die Kleinen und Kleinsten über „frühkindliche Sexualität“ aufzuklären und zum Beispiel entsprechende Rollenspiele anregen. Den regenbogenfarbigen Pin mit dem Emblem der BAG SchwuP haben sie lange abgelegt. Die lila Aufschrift auf ihren Sexköfferchen lautet jetzt: Gender Mainstreaming.

Ergänzung 15.8.2013:

Dieter Stein (JF): Das Versagen der Medien  (15.8.):

Es ist phänomenal, wie die aktuellen Enthüllungen zu ihrem Pädophilie-Skandal an den Grünen abperlen. Bei der Kampagne gegen die katholische Kirche standen die Grünen noch in der ersten Reihe, als es darum ging, die Fälle pädophiler Priester zu einem systemischen Problem der ganzen Institution zu erklären. Jetzt versuchen sie durch eine geschickte Krisen-PR, die peinliche Angelegenheit im Bundestagswahlkampf aus dem Fokus der Öffentlichkeit zu drängen.

Der von den Grünen mit der Aufklärung des Pädophilie-Skandals beauftragte Parteienforscher Franz Walter trat Anfang der Woche mit ersten Ergebnissen seiner Recherchen an die Öffentlichkeit. In der FAZ machte er deutlich, wie massiv die Einflußnahme von pädophilen Lobbygruppen auf die frisch gegründete Partei Anfang der achtziger Jahre war. Es war der auf Anarchismus und Libertinage setzenden alternativen Bewegung zunächst fremd, den Siegeszug der sexuellen Revolution mit staatlicher Gewalt von Kinderbetten fernzuhalten.

Die Widerstände gegen die Pädo-Lobby wuchsen jedoch, und dennoch blieb die Legalisierung sexueller Beziehungen zu Kindern im Parteiprogramm der Grünen bis 1993 in Kraft. Es war also offizielle Parteilinie, was der Grünen-Politiker und penetrante Homo-Lobbyist Volker Beck bis heute bestreitet.

Beck ist der Lüge überführt

Als die CSU-Parteizeitung Bayernkurier 2010 anklagte, daß die Grünen „jahrelang die Legalisierung von Sex mit Kindern gefordert“ hätten, trat der Grünen-Bundestagsabgeordnete dieser Behauptung öffentlich entgegen: „Niemals hat ein Gremium der grünen Bundespartei eine solche Forderung aufgestellt oder etwas beschlossen, was auch nur entfernt in diese Richtung ging.“ Beck ist damit der Lüge überführt. Emma-Herausgeberin Alice Schwarzer erinnerte Beck jetzt ausgerechnet in der taz, er habe noch 1988 „in einem Text die Entkriminalisierung der Pädosexualität“ gefordert.

Chefaufklärer Walter ist es in seinem FAZ-Aufsatz gelungen, den Namen Volker Beck nicht ein einziges Mal zu erwähnen. Stattdessen erweitert er sein Untersuchungsgebiet und „outet“ eine FDP-Bundestagskandidatin, die als Nicht-FDP-Mitglied vor 34 Jahren als 19jährige in einem Aufsatz für einen Sammelband über eine – vorgeblich erfundene – pädophile lesbische Beziehung schwadroniert hatte. Diese FDP-Politikerin mußte postwendend ihren Rücktritt erklären.

Die Grünen bestimmen neben der Kanzlerin den Wahlkampf. Mit ihren neuen Verbotsideen polarisieren sie die Wähler und sammeln ihre Anhänger hinter sich. Die Medien, die sich nach den Mißbrauchsskandalen monatelang an der katholischen Kirche abgearbeitet haben, schonen die Grünen auffällig. „Woher kommt die Sanftheit, mit der die pädophile Vergangenheit der Grünen weich weggespült wurde?“ fragt verärgert Michael Wolffsohn im Focus. Grund: Mit keiner anderen Partei sympathisieren so viele Journalisten.

Ergänzung 20.8.2013:

http://www.freiewelt.net/reportage/die-grunen-die-taz-und-die-padophilen-10007777/ (20.8.):

Die Chefredakteurin der linken Tageszeitung taz aus Berlin, Ines Pohl, hat am Wochenende einen Artikel von Christian Füller aus der Wochenendausgabe geworfen, in dem er hart mit der Nachsichtigkeit der Grünen gegenüber Pädophilen ins Gericht geht. Er behauptet darin: »Pädophilie aber war keine Nebensache bei den Grünen, sondern in der Ideologie angelegt.«

… Füller analysiert das Verhältnis der Grünen zur Pädophilie und bringt Beispiele, wie mit Opfern umgegangen wurde, die es wagten, von ihren Schicksalen zu erzählen. Eines wurde 1985 »von Mitgliedern der grünen Partei fertiggemacht«. Füllers Schlussfolgerung aus diesem und anderen Vorgängen: »Empathie gibt es bei den Grünen nur für die Opfer der anderen.«

Sehr zu Recht vergleicht Füller die Grünen mit der katholischen Kirche – beides Organisationen, innerhalb derer Pädophile ihr Unwesen trieben. Die Fragen sind dieselben: Inwieweit sind die Taten Einzelner der gesamten Organisation zuzurechnen? Und wie geht die Organisation damit um? Und in Füllers Vergleich mit der katholischen Kirche schneiden die Grünen ziemlich schlecht ab, »denn anders als Erzbischof Zollitsch weigert sich der grüne Bischof Trittin standhaft, eine Anlaufstelle für Opfer grüner Täter einzurichten. Darum schert sich bei den Grünen niemand, mehr noch, man macht sich lustig. Bei den Recherchen zur Frage, wie es in Cohn-Bendits Kindergarten der Frankfurter Universität 1972 nicht in der Fiktion, sondern in der Realität zuging, bekommt man unter den damals Beteiligten schnell höhnische Bemerkungen  zu hören: ›Gibt es Opfer? Hat sich schon jemand gemeldet, hahahah!‹«

Die Grünen boten den Pädokriminellen eine Heimat, analysiert Füller, und mehr noch: Sex mit Kindern gehörte zum Kernbereich grüner Ideologie, sie »war keine Nebensache«. Für den taz-Autor ist die grüne Ideologie ohnehin eine Religion und die grüne Partei ihre Kirche. Nach den jahrelangen Recherchen, die er betrieben hat – er hat beispielsweise ein Buch über den Missbrauch an der Odenwald-Schule geschrieben – fragt er sich, »wie grüne Politiker derart drastische Missbrauchsschilderungen lesen konnten, ohne sich auf die Seite der Opfer zu stellen. Wieso wurde offene pädokriminelle Propaganda einfach hingenommen?« Seine Antwort, die er als »einfach« bezeichnet: »Weil die Grünen Gläubige sind. Sie glauben an die Moral von der Bewahrung der Schöpfung, der ehrlichen Politik und an eine bessere, weil grüne Welt.«

Warum wollte taz-Chefin Pohl so etwas in ihrem eigenen Blatt nicht lesen? Als Journalistin sollte sie keiner Partei in Nibelungentreue verbunden sein; zumindest offiziell ist die taz – anders als der Bayernkurier für die CSU – jedenfalls keine Parteizeitung der Grünen. Doch ist das Berliner Blättchen mit der Tatze in letzter Zeit immer wieder durch zum Teil hasserfüllte Ausfälle gegen Konservative aufgefallen: Sarazzin wurde ein Schlaganfall gewünscht, Zeitungen aus dem Springer-Verlag mit Fäkalausdrücken bedacht. Insofern steht die Entscheidung, Füllers Artikel aus dem Blatt zu kippen, in einer unguten Tradition. Neu ist nur, wie unverblümt man Wahlkampfhilfe für die Grünen betreibt. Bereits am vorangegangenen Freitag hatte das Blatt den vermeintlichen Freispruch des Parteienforschers Walter bejubelt.

… Während die katholische Kirche immer wieder als Hort der Pädophilie verzeichnet wird, gelten für die Grünen plötzlich ganz andere Maßstäbe. Da wird dann so fein differenziert, dass am Ende nichts mehr übrig bleibt, dass man fast meinen kann, die grünen Täter, die in grün-alternativen Strukturen ihren Untaten nachgingen und durch nichts und niemanden gehindert wurden, katholische Priester waren.

Füller hat sich mit seinem Text – und offenbar nicht nur mit diesem – in der taz-Redaktion unbeliebt gemacht, wie man hört. Zu Recht, denn die Botschaft, die er aussendet – auch wenn sie noch nicht überall angekommen sein mag –, lautet, dass die Grünen nicht nur ein Problem mit einzelnen Pädokriminellen haben. Sondern die Partei der Grünen ist selbst das Problem, weil hier die Wurzeln für den Missbrauch liegen. Füller: »Die Grünen haben Glück, dass sie als Partei keine Schulen, Kitas oder Internate betrieben haben, Orte also, an denen das Menschenmaterial vorhanden gewesen wäre, um ihre Befreiungsideologie jugendlicher Sexualität auszuleben.« Ja, Glück gehabt! Vielleicht wäre das ein hilfreiches Gedankenexperiment: Was, wenn es so gewesen wäre? Man darf annehmen, dass die Missbrauchsquote noch viel höher gewesen wäre als in allen anderen Einrichtungen.

Ergänzung:

Mathias von Gersdorff (JF): Die Wüste mit Gottes Wort bepflanzen (20.8.):

In den letzten Wochen wurde die Behandlung des Mißbrauchsskandals der Grünen sehr oft mit dem der katholischen Kirche verglichen: Während über die Katholiken im Jahr 2010 ein Sturm der Entrüstung ausbrach, geht man mit den Grünen sehr behutsam um. Hier lohnt es sich, anzumerken, daß die Berichterstattung über pädophile Priester offensichtlich einer gezielten Kampagne folgte, denn man wußte, daß die Anzahl der Fälle in katholischen Einrichtungen wesentlich geringer war als in anderen Kirchen, Sportvereinen oder innerhalb der Familie. …

Ergänzung 27.8.2013:

http://ef-magazin.de/2013/08/27/4426-paedophilie-unschuldslaemmer-spd-und-gew:

Die strukturellen Bedingungen für Pädoaktivisten sind bestens

… Helmut Kentler … Ilse Reichel … Gisela Bleibtreu-Ehrenberg … Michael Naumann … Theo Sandfort … Edward Brongersma … Arno Plack … Wolf Vogel … Helmut Graupner … Rüdiger Lautmann … Florian Mildenberger … Peter Näf

… Ursula von der Leyen … Elternratgeber „Körper, Liebe, Doktorspiele“ … Pia Friis … Humanistische Union …

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2 Antworten zu Pädophilie und der Zeitgeist

  1. bunzelmann schreibt:

    Hat dies auf Ruf-der-Heimat rebloggt.

  2. Wolfgang Heuer schreibt:

    Das Problem begann nicht mit den „Achtundsechzigern“ und ist überhaupt kein Problem der Neuzeit; es begann auch nicht erst mit den „Lustknaben“, im alten Rom oder Athen, sondern es begann, wo die Entfremdung des Menschen von seiner wahren Natur und gesunden Kultur begann – und das war der Beginn des „zivilisatorischen Prozesses“ und der „Kollektiven (Zivilisations-)Neurose“, „Die Krankheit der Gesellschaft“ wie Dr. Wilhelm Kütemeyer in den 50er Jahren schrieb. Er schrieb auch „Die Krankheit Europas“. Ich bin seit 20 Jahren am Thema und der Meinung, es ist inzwischen die Krankheit der gesamten „zivilisierten Gesellschaft“ – planetenweit, pandemisch.

    Die „wahre Natur“ und „gesunde Kultur“ des Menschen besteht in seiner Göttlichkeit und seinem Bewußtsein dafür. Leider jedoch ist inzwischen der größte Teil der Menschheit von diesem Bewußtsein abgetrennt – was die christliche Lehre mit dem Wort „Sünde“ bezeichnet.
    Das göttliche Bewußtsein IM MENSCHEN (der „Sohn“) – im Unterschied zum „großen“, universellen Bewußtsein (der „Vater“) ist von der gleichen „Beschaffenheit“, ist die gleiche „Substanz“ und hat die gleichen „Eigenschaften“ / „Qualitäten“. Man könnte diese – feinstoffliche, energetische – „Substanz“ „Heiliger Geist“ nennen; oder „Lebens-Energie“.
    Die Germanen und einige ihrer Nachbarn kannten diese göttliche kraft unter dem Namen „Od“ (auch: Ot, Oth, Oot, Ood, Odt, Ut, Uth, Udt, usw.), wobei das „O“ wahrscheinlich damals gesprochen wurde wie im englischen „God“ bzw. im deutschen „Gott“.
    Dieses „offene O“ ist der Laut des „Staunens“, der „Bewunderung“ / „Ergriffenheit“ – und wir finden ihn im englischen „awe“ (awsome, etc.) wie auch im französischen „bon“ als auch im russischen „Woda“ / „Wodka“ (Wasser, Wässerchen) oder im Neudeutschen „Boah-ey“.

    Ein Urlaut, Teil der „Ursprache“ (Theodisch).

    Das Göttliche ist noch immer in uns allen. Noch immer ist der Mensch im Kern eine göttliche Seele, eine Manifestation des göttlichen Bewußtseins / Prinzips, welches die Christen als „Liebe“ oder auch „Frieden“ verstehen; andere Kulturen evtl. auch als „Freiheit“.
    Das verstehen wahrscheinlich die meisten zivilisierten Menschen nicht, denn sie kennen das Bewußtsein dieser Freiheit nicht: Es ist das Bewußtsein der Freiheit von ANGST.
    Früher wurde ein heiratsfähiger / -williger Mann „Freier“ genannt.
    Warum?
    Weil nur ein wahrhaft Erwachsener, der den Prozeß der Initiation, den „Übergangsritus“, erfolgreich absolviert hatte, heiraten durfte / konnte. Einer, der die Angst überwunden hatte, in sein „Unbewußtes“ eingetaucht war, den Kontakt zu seinem „Höheren / wahren Selbst“, seiner „Seele“, hergestellt hatte, sich mit der reinen Liebe verbunden und identifiziert und sein Bewußtsein gereinigt / geklärt / geläutert hatte.

    Die zivilisierten Menschen wurden / sind von diesem Wissen / dieser Kultur entfremdet.
    Geistig-seelisch verkümmert, unterentwickelt; spirituell „kastriert“ / sterilisiert und entsprechend spirituell zeugungsunfähig. Der typische – kollektivneurotische – zivilisierte Mensch kann keinen spirituellen Nachwuchs zeugen. Das bedeutet: Untergang und letztlich auch reales, materiell-körperliches, Aussterben.
    Es sei denn, der Weg der grundlegenden Heilung würde begangen.
    Die ist in jedem Einzelfall jederzeit möglich.
    Durch das Nachholen der Initiation, den Aufstieg zur höheren, feinstofflichen, Bewußtseins-Ebene, zum göttlichen Bewußtsein im Menschen, dem so genannten „Christus-Bewußtsein“.

    Wer selbst zum „Christus“(-Bewußtsein) wird, ist erlöst. Anders wird es nicht gehen und ist es nie gegangen. Was viele – evtl. die meisten – Christen glauben, ist folglich falsch.
    Die – evtl. historische – „Person Jesus“ wird nicht wiederkommen. „Jesus“ ist Symbolname für den „Menschensohn“, den materiellen, körperlichen, Menschen und sein materie-orientiertes, grobstoffliches, Bewußtsein „Niederes Selbst“ / „Ego“.
    „Christus“ (früher ein Titel – für den „Erleuchteten“) ist Symbolname für den „Gottessohn“, das göttliche Bewußtsein im Menschen. Und der Übergang vom Kind zum Erwachsenen besteht darin, sich mit diesem höheren, göttlichen, Bewußtsein zu identifizieren und dessen Qualitäten / Eigenschaften / Werte – den göttlichen „Willen“ – zu leben, zu verkörpern, zu vertreten – in die Welt zu tragen. Als wahrhaft Erwachsener Stellvertreter Gottes auf Erden zu sein vor allem für die KINDER.
    Zum wahren Gott findet der Mensch regelhaft, wenn ihm schon als Kind das göttliche Prinzip praktisch vorgelebt und an ihm angewendet wird: Das Prinzip LIEBE. Reine, bedingungslose Liebe. Das kann zwar nicht immer und nicht zu 100% in jeder Situation / Phase gelebt werden, denn der Mensch bleibt auch fehlbar, wenn er sich zum höheren Bewußtsein entwickelt hat, aber um die unvermeidbaren „Fehler“ auszubügeln, gehört zum Prinzip der bedingungslosen Liebe das Prinzip VERGEBUNG. Sich selbst und anderen Fehler zu verzeihen, zu vergeben und keinen Vorwurf, keinen Groll oder ähnliches darüber zurückzubehalten.

    Das KIND braucht diese bedingungslose Liebe, um bedingungslos VERTRAUEN zu können. Nur dann wird es regelhaft möglich sein, das Kind zum wahren Erwachsensein zu führen, durch die Initiation, zur Überwindung der Angst, zum wahrhaft FREI werden.

    DANN ist der Mensch wahrhaft „Krone der Schöpfung“.

    Möglicherweise bis wahrscheinlich

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